Labrador leicht begriffsstutzig???

  • Hallo liebe Foris, (Achtung - kleiner Roman :ops: )

    auch wenn ich in letzter Zeit nicht sonderlich aktiv hier war, muss ich mich doch mal mit einer Frage an euch wenden.
    Es geht um meine Labrador-Hündin Lucy, die jetzt 10 Monate alt ist.

    Sie ist generell ein etwas hibbeliger Hund, ich nenne sie immer liebevoll "Flummi". In der Wohnung ist sie sehr brav und ruhig, man bemerkt sie kaum, aber draußen mutiert sie schnell zur Rampensau und hat auch in der Hundeschule (Junghundekurs) leichte Konzentrationsschwierigkeiten. Sie will immer Everybody's Darling sein, insbesondere bei Menschen. Ganz Labbi eben :headbash:

    Wir trainieren viel zuhause an ihrer Konzentrationsfähigkeit, indem ich sie öfter ins Bleib schicke (egal ob Sitz oder Platz) und sie einfach mal den Blickkontakt halten soll oder wir machen kleine Leckerliesuchspiele. Einige Übungen davon haben wir mittlerweile nach draußen gelegt (an ruhige Orte), damit sie einfach lernt, sich mehr auf mich zu konzentrieren und herunter zu fahren.
    Soweit, so gut...

    Nun hab ich allerdings das "Problem", dass ich mich manchmal frage, ob sie dennoch nicht intelligent genug ist, um bestimmte Dinge zu lernen.
    Vor ein paar Wochen habe ich mit dem Clickern begonnen und dafür auch extra einen Clicker-Einsteiger-Kurs unserer HuSchu besucht, damit wirklich alles richtig aufgebaut wird.
    Ich dachte mir, dass das einige Sachen erleichtern könnte und wir auch ein paar Tricks einstudieren könnten. Ohne Zwang, nur zum Spaß.

    Außerdem würde ich später gerne mit ihr Dummytraining machen und habe jetzt so einen Preydummy, sowie das Buch "Dummytraining Schritt für Schritt". Dort wird sehr gut beschrieben, wie man das Apportieren korrekt aufbaut und quasi von hinten aufrollt.
    Wir üben jetzt seit 3 Wochen täglich daran, doch wir sind noch keinen Schritt weiter gekommen. Ich übe das Ganze mit ihr 2-4x täglich für ca. 5 Minuten, damit die Konzentration nicht abbricht und es ihr nicht zuviel wird.
    Dennoch sind wir immer noch dabei, dass sie den Preydummy ins Maul nimmt und ihn eigentlich festhalten soll. Normalerweise kann man ja nach einer Weile die Abstände des Clickerns herauszögern, da der Hund wohl automatisch versuchen wird, herauszufinden, was der Mensch will.
    Doch Lucy spuckt ihn nach wie vor nach nicht mal 2 Sekunden vor die Füße, obwohl ich nicht gecklickert habe. Sie versucht nie, etwas von selbst herauszufinden.

    So auch beim Free Shaping. Ich setze mich vor sie hin, mit Clicker und Leckerchen bewaffnet und warte, was sie alles ausprobiert. Ich habe schon vielfach gelesen und gehört, dass sie Hunde dann auf die lustigsten Sachen kommen sollen, doch Lucy versucht es nur mit "Sitz" oder "Platz" und wenn das nicht klappt, starrt sie mich an. Nichts weiter....als würde sie ihre Gehirnzellen nie anstrengen.

    Auch für die Kommandos "Platz" und "Pfötchen" hat sie wochenlang gebraucht und einfach nie verstanden, was ich von ihr möchte.

    Vorab: es soll jetzt bitte nicht so aussehen, als würde ich alles zwanghaft mit ihr machen wollen. So ist das absolut nicht. Wir haben einige Tage in der Woche, an denen einfach nichts passiert oder wir lediglich ins Auslaufgebiet fahren und sie einfach nur Labbi sein darf und spielen bis zum Umfallen.
    Nur gerade an verregneten Tagen fände ich es schön, sie auch geistig auszulasten, mit ihr Tricks einzustudieren (einen nach dem anderen, niemals mehrere gleichzeitig!) oder sie langsam aufs Dummytraining vorzubereiten, da ich das später gerne etwas "professioneller" mit ihr machen würde.
    Nur frage ich mich, ob sie vielleicht einfach nicht "intelligent" genug ist, da sie Sachen nie von alleine ausprobiert. Jeden blöden Stock oder ihre Spielzeuge apportiert sie stundenlang draußen rum, nur wenn ich es mit ihr richtig trainieren will, versteht sie mich nicht und versucht es nicht mal....

    Sorry, dass das Ganze jetzt sehr lang geworden ist, aber mich würde einfach mal interessieren, ob es Hunde gibt, die es eben etwas "begriffsstutziger" sind als andere.
    Viele Hunde aus ihrer HuSchu-Gruppe (darunter auch 3 gleichaltrige Labbis), lernen Dinge extrem schnell, nur wie hängen bei allem weit hinterher.
    Wie gesagt, sie soll nichts unter Zwang machen und es MUSS auch nicht unbedingt sein, dass sie tausend Tricks kann, nur ist es einfach für mich extrem demotivierend, wenn wir wochenlang an einem Trainingsschritt verharren :muede:

    Danke für's Lesen :gott:

  • Ja, es kann vorkommen, dass einige länger brauchen, um Sachen zu verstehen.
    Ich habe eine Hündin (kein Labbi) in der HuSchu erlebt, die Fernbefehle einfach nie verstanden hat.
    Bei meiner Thori dauerte es wirklich lange mit dem Bleib-Befehl. Wenn sie einen Befehl erstmal drauf hat, behält sie ihn auch und vergisst ihn nie wieder. Meiner Beobachtung nach fällt das Lernen um so leichter, je länger man dran bleibt. Üb einfach weiter, irgendwann "platzt der Knoten".

  • Wenn dein Hund den Dummy ausspuckt bevor du geklickert hast, clickst du viel zu spaet.
    Ich vermute mal dass dein Anspruch zu hoch ist und du zu schnell zu viel willst.
    Ist der Hund begriffstutzig, liegt es am Besitzer, nicht am Hund, weil dann der Aufbau falsch ist. ;)

    Vielleicht macht es dem Hund keinen Spass, vielleicht hat er nie den richtigen Erfolg gehabt (gerade beim shapen), vielleicht ist die Belohnung zu unbeliebt.
    Lass mal jemanden drueberschauen. :smile:

  • Wenn ich das so lese, würde ich die "Schuld" erstmal nicht beim Hund suchen, sondern mal gucken, ob da vielleicht auf Halterseite was nicht passt.

    Klar gibts Hunde, die für manche Dinge länger brauchen. Viel häufiger stimmt aber einfach die MEthode nicht, mit der versucht wird, dem Hund was beizubringen. Ich habe das bei meiner Labradorhündin schon mehrfach gehabt, dass ich eine gefühlte Ewigkeit versucht habe, mit ihr was zu erarbeiten und es funktionierte einfach nicht. Mit einem anderen WEg hatte sie es dann innerhalb kürzester Zeit geschnallt.

    Abgesehen davon finde 2-4x täglich jetzt ziemlich häufig. Lass ihr doch einfach mal Zeit, das Gelernte sacken zu lassen und zu verarbeiten.

    LG Rike

  • @Zossel:

    Zu dem Ausspucken des Dummys: ich bin jetzt wie gesagt seit 3 Wochen am Ball und habe immer wieder geclickert, bevor sie ihn ausgespuckt hat. Nun wollte ich es einfach immer mehr rauszögern, nur leider sind wir eben noch keinen Schritt weiter als bei diesen 2 Sekunden. Ich kriege nicht mal eine Sekunde mehr hin, da sie es automatisch nach der Zeit wieder ausspuckt und mich dann anschaut nach dem Motto "Wo bleiben Click und Leckerlie???" ;-)
    In dem Buch steht eben, dass man das Clicken einfach immer mehr herauszögern soll, doch Lucy macht da einfach nicht mit...das ist dann nach 3 Wochen einfach echt frustrierend.

    Problem ist einfach, dass ich den Preydummy werfen kann und sie ihn auch zurückbringt. Nur leider lässt sie ihn entweder vor Aufregung zwischendurch 3x fallen oder aber sie spuckt ihn mir vor die Füße. Daher wollte ich die Verhaltenskette ja von hinten aufrollen, damit sie eben vor mir absitzt und mir den Dummy in die Hand gibt. Naja...soweit die Theorie ;-) Nur leider kann sie ihn ja noch nicht mal festhalten, geschweige denn in die Hand geben...

  • Niani:

    Naja, meistens sind es wirklich nur 2 Trainingsienheiten am Tag für 5 Minuten und das auch nur, wenn ich gut drauf bin und hoch motiviert. Ansonsten lasse ich es auch mal bleiben, bevor ich sie mit meiner Unruhe selbst ganz wuschig mache ;-)
    Methoden habe ich bei allem möglichen stets mehrere probiert und selbst unsere Trainerin hat mich manchmal schon ganz mitleidig angeguckt...weil ihr selbst schon keine Methode mehr einfiel. Z.B. beim Platz...

  • Zitat

    @Zossel:

    Zu dem Ausspucken des Dummys: ich bin jetzt wie gesagt seit 3 Wochen am Ball und habe immer wieder geclickert, bevor sie ihn ausgespuckt hat. Nun wollte ich es einfach immer mehr rauszögern, nur leider sind wir eben noch keinen Schritt weiter als bei diesen 2 Sekunden. Ich kriege nicht mal eine Sekunde mehr hin, da sie es automatisch nach der Zeit wieder ausspuckt und mich dann anschaut nach dem Motto "Wo bleiben Click und Leckerlie???" ;-)
    In dem Buch steht eben, dass man das Clicken einfach immer mehr herauszögern soll, doch Lucy macht da einfach nicht mit...das ist dann nach 3 Wochen einfach echt frustrierend.

    Problem ist einfach, dass ich den Preydummy werfen kann und sie ihn auch zurückbringt. Nur leider lässt sie ihn entweder vor Aufregung zwischendurch 3x fallen oder aber sie spuckt ihn mir vor die Füße. Daher wollte ich die Verhaltenskette ja von hinten aufrollen, damit sie eben vor mir absitzt und mir den Dummy in die Hand gibt. Naja...soweit die Theorie ;-) Nur leider kann sie ihn ja noch nicht mal festhalten, geschweige denn in die Hand geben...

    Und was machst du dann wenn sie dir den Dummy vor die Füße spuckt?
    Was macht deine Hündin wenn du auf das "Dummy-vor-die-Füße-spucken" nicht reagierst? Sprich deine Hündin machen lässt, sodass sie vlt selber auf die Idee kommt den Dummy aufzunehmen?
    Kennt sie es Sachen zu halten?
    Wie macht ihr es mit anderem Spielzeug?

    Ist mir mal spontan grad dazu eingefallen ;)

  • Zitat

    Und was machst du dann wenn sie dir den Dummy vor die Füße spuckt?
    Was macht deine Hündin wenn du auf das "Dummy-vor-die-Füße-spucken" nicht reagierst? Sprich deine Hündin machen lässt, sodass sie vlt selber auf die Idee kommt den Dummy aufzunehmen?
    Kennt sie es Sachen zu halten?
    Wie macht ihr es mit anderem Spielzeug?

    Ist mir mal spontan grad dazu eingefallen ;)

    Entweder nimmt sie es selbst wieder auf und will damit wegrennen oder aber sie bleibt sitzen und schaut mich an und versteht eben nicht, warum ich nicht reagiere. Meist nehme ich es dann kommentarlos wieder auf und halte es ihr wieder vors Maul, in der Hoffnung, dass sie versteht, dass sie ihn "halten" soll und nicht fürs Ausspucken belohnt wird.

    Sachen halten kann sie ansonsten richtig gut. Sie kann Dinge wie Spielzeug, Stöcke, Plüschtiere minutenlang halten und schleppt gerne alles durch die Gegend. DAS ist also kein Problem. Nur kann sie es nicht, wenn ich es bewusst von ihr möchte.
    Ich habe auch schon versucht, es einfach immer dann zu belohnen, wenn sie es zufällig macht, aber genützt hat es bisher nichts, da sie es ja auch nicht mit dem Apportier-Vorgang verbinden würde. Mir geht es ja um das bewusste Erlernen dieser Verhaltenskette, aber vielleicht ist sie dafür mit ihren 10 Monaten auch einfach noch nicht alt genug. Sie ist halt keine Arbeitslinie, sondern Showlinie. Merkt man auch daran, dass sie "Steh" perfekt beherrscht :headbash:

  • Woody legt keinen Wert darauf, geistig ausgelastet zu werden! Seine einzige Passion ist laufen und schnüffeln, alle Versuche meinerseits mit Agility, Mantrailing und Fährten sind in die Buxe gegangen mangels Motivation des Hundes.
    Ich halte meinen Hund deswegen eigentlich nicht für begriffsstutzig, sondern eher für schlau. Er hat mit klar gemacht, daß er kein Bespassungsprogramm benötigt...ich habs jetzt auch endlich kapiert!

  • Zitat

    Woody legt keinen Wert darauf, geistig ausgelastet zu werden! Seine einzige Passion ist laufen und schnüffeln, alle Versuche meinerseits mit Agility, Mantrailing und Fährten sind in die Buxe gegangen mangels Motivation des Hundes.
    Ich halte meinen Hund deswegen eigentlich nicht für begriffsstutzig, sondern eher für schlau. Er hat mit klar gemacht, daß er kein Bespassungsprogramm benötigt...ich habs jetzt auch endlich kapiert!

    Hehe, sehr clever :lol:
    Aber bei Lucy ist das definitv nicht so. Wenn ich den Dummy oder den Clicker vor hole, kommt sie sofort und springt aufgeregt um mich rum, nach dem Motto: "Was machen wir jetzt, WAS???" :roll:
    Also sie freut sich einfach total, wenn ich mich mit ihr beschäftige und wenn sie etwas ganz toll gemacht hat und sie mit Leckerlies und Streicheleinheiten belohnt wird, trampelt sie mich fast nieder vor Begeisterung und Glückseligkeit.
    Also sie ist sehr leicht zu motivieren. Vielleicht ist sie auch einfach so hibbelig und aufgeregt, dass sie sich einfach gar nicht konzentrieren kann :???:

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