Ab wann mit Training beginnen?
-
-
Hallo zusammen,
meine Foxterrier-Dame Molly (3 Jahre) ist am Sonntag bei mir eingezogen. Als ehemaliger Straßenhund hat sie keinerlei Grundgehorsam. Sie wurde offenbar zum Welpengebären missbraucht und dann auf die Straße geworfen wo sie von anderen Hunden gemobbt und beinahe totgebissen wurde. Ich möchte sie nicht gleich zu Anfang überfordern. An der Leine geht sie schon sehr brav, aber sie hört überhaupt nicht. Wann kann ich bei ihr denn mit so Sachen wie Sitz, Platz oder Komm anfangen? Soll ich warten bis sie richtig angekommen ist? Ihren Platz hat sie schon und bleibt auch brav da zum schlafen. Sie ist stubenrein und geht gern spazieren. Das fetzt ihr so richtig. Aber ich habe Angst, sie gleich zu Anfang zu überfordern.
Bin für Tipps dankbar. Warte noch auf den Rückruf einer Hundetrainerin.
LG
Grit - Vor einem Moment
- Neu
Hi,
Interessiert dich dieses Thema ? Dann schau doch mal hier *.
-
-
Natürlich sollst du sie erstmal ankommen lassen aber trotzdem kannst du spielerisch nebenher trainieren. Im Endeffekt braucht kein Hund ein Sitz oder ein Platz, im Endeffekt sind es nette Features die man mit dem Hund als Trick trainiert und genau so kannst du das machen, mit Spaß und ohne Druck nebenher indem du es einfach in den Alltag mit einbaust, dann kannst du deinen Neuzugang auch nicht überfordern.
-
Ich hab meinen Straßenhund etwa 4 Wochen komplett in Ruhe gelassen, danach hab ich ganz langsam mit "Sitz" angefangen. Schön in Ruhe im Wohnzimmer in entspannter Atmosphäre zu einem Zeitpunkt wo der Hund wach aber weder aufdringlich noch unruhig war. Kurz danach sind wir regulär auch zur Hundeschule, weil Hundi ein schlaues Kerlchen ist und sehr viel Spaß am Lernen und Ausprobieren hatte

-
Vielen Dank. Ich denke, ich habs einfach zu eilig. Meine größte Sorge ist, irgendwas falsch zu machen. Sie ist mein erster Hund und ich muss glaube ich mehr lernen als sie
Ich muss lernen, ihr Verhalten richtig einzuschätzen. Sie weiß, dass sie nicht ins Bett oder auf die Couch darf. Geschmust wird auf dem Boden und sie wälzt sich auch super gern auf ihrem Platz rum. Ich hoffe, das ist ein Zeichen, dass sie sich gerade richtig wohl fühlt. Ihr Futter schmeckt ihr und sie nimmt es auch problemlos an. Ist es eigentlich normal, dass sie, wenn sie sich auf den Rücken wirft und ich sie streichle, sanft an meinen Händen rumknabbert? Oder sollte ich das unterbinden? -
Ich habe zwei Hunde aus zweiter Hand und von der Straße und hab sie eigentlich eine Woche in Ruhe gelassen, nur ein bisschen mit Sitz angefangen und Namen lernen.
Dann haben wir viele Schleppleinenspaziergänge mit "Hier"-Üben und Sozialisationsspaziergänge wie bei einem Welpen gemacht.Nach 4 Wochen sind wir dann in die Hundeschule und konnten zu dem Zeitpunkt Sitz, Platz, Hier und Bleib auf kurze Distanzen. Leinengehen war bei beiden nie ein Problem.
-
-
Meine Spanierin war von Anfang an sehr aufgeschlossen und lernbegierig und ich habe im Laufe der ersten Woche gleich losgelegt. Ich glaube, das "Zusammenarbeiten" war für den Bindungsaufbau nicht soooo schlecht.
Ich würde es aber vom Hund abhängig machen.
-
Moin,
sofort und zwar, immer wenn der Hund etwas tut, das er später tun soll, ein Kommando geben. D.h. sie setzt sich und in dem Moment sagst Du "sitz" und lobst sie - Straßenhunde lieben Leckerchen.... also nur wenn es passt.... meine Hunde müssen, wenn es raus geht, sitzen, damit ich sie anleinen kann. Ich würde die Dinge nicht 20 Mal üben aber daoch, wenn es notwendig ist.
Das heißt, ich will durch die Tür und mein Hund muss zurück treten, damit ich vorgehen kann, so etwas z.B., das üben wir immer dann, wenn wir es brauchen. Zum Anleinen sitzen lassen - über ich täglich immer nur dann, wenn es raus geht..... Ich hab festgestellt, das Diego meine Kommandos "quasi" hinterfragt oder in Frage stellt, er sieht nicht immer Sinn darin, wenn ich etwas von ihm will.....
Etwa, in seinen Korb gehen, wieso? Also geht er auf der einen Seite in den Korb und auf der anderen wieder raus, da muss ich schon rabiater werden - darf ich jetzt aber auch, wir haben ihn seit 4 Jahren.
Mein Diego reagierte überhaupt nicht auf Sprache, da konnte ich mich freuen wie verrückt - er saß da und man merkte ihm förmlich an "was will die? Ist die irre....." Keine Reaktion bei ihm. Sprache war ihm offensichtlich fremd.... also hab ich mit Sichtzeichen gearbeitet und das klappte prima und viel schneller als jedes Wort. Ich hab Tänzchen gemacht, statt viel geredet, noch heute funzen Sichtzeichen besser als viele Worte. Die Geste "Korb", körperlich gezeigt klappt viel besser, als jedes Wort.
Ich hab noch keinen Hund erlebt, der sooooo bemüht war, Kontakt zu bekommen, der sich so anstrengte, etwas von mir zu wollen..... und heute freut er sich bei jedem Wort.
Was er später nicht tun soll, solltest Du ihm auch gleich verbieten.... knabbern an den Händen, wenn es sanft ist, ist ein Liebesbeweis, sozusagen, Wohlbefinden. Ich würde das nicht unterbinden. Sprich leise und betont durch Körpersprache.... nicht drohend, aber doch "ich meine was ich sage" - Lobe viel. Auf den Rücken werfen ist aber in jedem Fall eine Beschwichtigungsgeste und heißt "tu mir nix" oder "schau wie hilflos ich bin". Auch die Ohren "hängen" lassen ist Beschwichtigung. Wichtig ist, das Du die Körpersprache Deines Hundes verstehst. Schau mal nach Beschwichtigungsgesten..... da findest Du einiges.
Straßenhunde die überlebt haben sind zumeist sehr klug und dadurch auch lernfähig ohne Ende.... es gibt ein paar Grundregeln. Beuge Dich nie über den Hund..... das wirkt beängstigend. Berühre ihn nie, wenn er schläft oder anscheinden schläft. Diego schlief oft auf dem Flur, wenn ich ihn dann mit ins Schlafzimmer nehmen wollte, hab ich ihn immer erst angesprochen, bis er mich anschaute und ihn dann sanft gestupst..... alles was einen Straßenhund erschreckt kann zu ungewollten Reaktionen führen.
Biete ihm einen Platz an, mit Überkopfschutz. Diego schlief zu Anfang immer unter irgendetwas, Hocker, Stuhl, Tisch, ganz egal, aber etwas über ihm, quasi als Schutz....
Viel Erfolg und liebe Grüße
Sundri -
Zitat
Ist es eigentlich normal, dass sie, wenn sie sich auf den Rücken wirft und ich sie streichle, sanft an meinen Händen rumknabbert? Oder sollte ich das unterbinden?
Sofern es wirklich sanft ist würde ich es nicht unterbinden, es ist ihrerseits eine Art Liebesbekundung. Nur abbrechen, wenn du die Zähne merkst, d.h. sie nicht knibbelt sondern fester knapst.
-
Moin,
ach so, "Komm" sagst jedes Mal, wenn der Hund auf Dich zuläuft, geh einfach davon aus, das sie überhaupt nicht weiß, was Du von ihr willst, kein Kommando kennt und natürlich die Bedeuting von "Komm" auch nicht. Bei Welpen macht man das auch so, wenn sie auf einen zulaufen ruft man "komm" und so lernen sie die Bedeutung des Wortes. Und wenn sie dann da ist, Leckerlie und große Freude....
Diego kann heute noch nicht ohen Leine laufen, ist er ab, ist er auf und davon, unter 2 Stunden kommt er auch nicht nach Hause..... immerhin, er kommt und immerhin, heute, nach all den Jahren kommt er in unübersichtlichem Gelände auch mal schauen wo ich denn bin, mitunter kann ich ihn mit Tricks dann wieder einfangen..... Er weiß noch, das er ohne mich klar kommt.....
Sei geduldig, manches dauert sehr lang, manches klappt vielleicht nie (bei uns eben der Freilauf) und manches klappt ganz schnell...... falls Du eienen Trainer zu Rate ziehst, such in jedem Fall jemanden, der sich speziell mit Straßenhunden auskennt und der sanft mit ihnen um geht. Rohe Worte oder hastige Bewegungen können sie schnell verschrecken. Abblocken hab z.B. in der Hundeschule nur ich mit meinem Hund machen dürfen, niemand anderes..... Fremde die sich ihm zubeugen werden immer noch verbellt. Das wird, nach all seinen Erfahrungen wohl auch so bleiben. Respektiere das einfach.
Liebe Grüße
Sundri -
Vielen Dank für Eure Antworten. Sie helfen wahnsinnig weiter. Ich nutze schon einige Beschwichtigungszeichen. Ich nähere mich ihr fast immer von der Seite. Beuge mich nie über sie, und ich streichel sie auch nur an der Seite. Manchmal wird sie auf ihrem Platz nervös, dann schaut sie hoch und schaut mich an. Ich schaue kurz zurück und drehe mich dann zur Seite, was sie sehr zu beruhigen scheint. Sie legt sich dann gleich wieder flach und kuschelt sich in ihre Decke. Das mit "Komm" usw. mache ich auch schon. sie hört auch immer öfter. Ich war nur unsicher ob ich mich jetzt schon gezielt mit ihr hinsetzen soll um bestimmte Dinge zu üben. Leine gehen klappt prima. Sie achtet sehr auf mich und meinen Gang und läuft brav mit. Natürlich bei einer unbekannten Strecke ist sie fleißig am schnuppern und ich halte sie dann immer bei mir, aber beim zweiten Gang derselben Strecke klappts problemlos. Ich biin sehr stolz auf sie. Meine Nachbarin hat auch einen Hund, 6 Monate alt. Fast doppelt so groß wie Molly. Sie hat mir angeboten mit ihr mal zusammen zu gehen, die Hunde auseinander ohne den anderen Hund anzusprechen und dann schauen, ob Molly etwas relaxter wird. Momentan vermute ich bei ihr etwas Angstaggression. Sie reagiert mit Bellen auf andere Hunde, auch wenn sie sich freundlich nähern. ich vermute dass das einer der Gründe war warum sie beinahe tot gebissen wurde. aber ich will eine Trainerin das mal einschätzen lassen. dafür bin ich noch zu sehr Laie.
Ihr Knabbern ist wirklich ganz sanft und das macht sie nur wenn sie sich an mich kuschelt und auf den Rücken wirft und ich sie dann streichle.
Vielen Dank nochmal für Euren Zuspruch. Es hilft mir sehr und lässt mich selbstsicherer werden. :)
LG
Grit - Vor einem Moment
- Neu
Jetzt mitmachen!
Du hast noch kein Benutzerkonto auf unserer Seite? Registriere dich kostenlos und nimm an unserer Community teil!