Wie wichtig ist Tagesstruktur?

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    Lieselottchen
    Das ist wahrscheinlich bei den meisten Menschen so. Bei all meinen anderen Pflegis hab ich das auch so gehandhabt. Aber ich habe halt lernen müssen, dass es Hunde gibt, die's noch etwas genauer brauchen. Ich hab mich damals drauf eingelassen, und es hat Spock sehr geholfen. Ich hätte noch ganz andere Dinge getan, um ihm ein schönes Leben zu ermöglichen, wo ich ihn schon mal hatte.

    Dann sollte man vielleicht den Threadtitel ändern in: "Wie wichtig ist Tagesstruktur bei schwerst traumatisierten Hunden?"

    Ich werde sehen, was Mirna braucht. Wenn sie es zwingend benötigt, werde ich es für sie tun, eine baldige Desensibilisierung aber immer im Hinterkopf behalten. Das ist dann eher eine Therapie, und kein allgemeiner Zustand der immer so ist.

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    Wer keine Routinen kennt, der geht cooler mit spontanen Veränderungen um als jemand, der bei jeder kleinen Änderung aus allen Wolken fällt.

    Ich hab ja hier beides sitzen und somit einen guten Vergleich. Bei Max ist es ja wurscht was wir machen, wann wir es machen und ob wir es machen. Als Mr. Big dazukam haben wir es natürlich weiter so gehalten und mußten feststellen, dass ihn dieses Leben ungemein streßt, wo er eh schon extrem gestreßt war. Er wurde deutlich ruhiger als wir probiert haben "Zuverlässigkeiten" in sein Leben zu bringen (was nichts damit zu tun hat alles zu festen Uhrzeiten zu machen). Ich denke, man muss das ganz stark vom Hund abhängig machen. Wir wußten ja worauf wir uns einlassen, wenn auch nicht die ganzen Ausmaße :D.

    Unsere Erfahrung war jedoch, dass es für ihn noch schwieriger war mit Veränderungen umzugehen, als wir noch unstrukturierter waren... sozusagen dauerbelastet und damit noch streßanfälliger. Die optimale Mischung war Struktur+Führung. Die Sicherheit hat es ihm ermöglicht besser mit Veränderungen umzugehen und aus einem Hund der bei Tageslicht kaum auf die Straße konnte, weil ihn die ganzen Reize überfordert haben, wurde ein Hund der heute fast entspannt ist. Aufgrund seines depriviertem aufwachsens wird er nie ein "normaler" Hund im klassischem Sinn sein aber grade im Bereich der Streßanfälligkeit hat er riesen Schritte gemacht.

    Man darf so einem Hund auch nicht ständig den Po pudern :D weil es dann kontraproduktiv wird aber je gestreßter ein Hund ist umso weniger ist er in der Lage zu lernen. Wollen wir Veränderungen, dann müssen wir also auf einem Level arbeiten, wo der Hund noch in der Lage ist zu lernen.

    Ist halt immer die Frage wie ist der Hund ... ist es ein Hund der einfach unruhig wird, wenn Dinge außerhalb der Norm passieren, ist es ein Hund der überhaupt nicht mehr zur Ruhe kommt, wenn nicht alles gleich abläuft oder ist es ein Hund der vor Streß am ganzen Körper zittert, wenn zuviele Reize auf ihn einstürmen ... je nach Hund muss man halt individuelle Lösungen finden.

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    Meiner Erfahrung nach: ja, definitiv. Was dann wiederrum eine Bestätigung für die Besitzer ist, ihre Tage nur noch durchzustrukturieren.

    Wenn Du einen wirklich traumatisierten und ängstlichen Hund neu in der Familie aufnimmst, dann funktioniert das "eine Runde Gassi gehen" oder "schnell raus lassen" halt nur bedingt oder auch gar nicht. Denn bei solch einem Hund "läufst" Du in den ersten Tagen, Wochen oder auch Monaten nicht Gassi, sondern "stehst" Gassi :-), sofern der Hund überhaupt das Haus, das Grundstück verlässt.

    Schnell mal raus? Der Hund merkt das sofort und wird zurückweichen. Bis Du ihn zu fassen bekommst, können leicht mal 2 Stunden ins Land gehen. Außer Du zerrst ihn halt beispielsweise an der Hausleine raus, was sich je nach Hund aber auch rächen wird.

    Von daher MUSS man in der ersten Zeit zwangsläufig auf den Hund eingehen und den Tagesablauf bis zu einem gewissen Grad nach ihm richten.

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    Wenn Du einen wirklich traumatisierten und ängstlichen Hund neu in der Familie aufnimmst, dann funktioniert das "eine Runde Gassi gehen" oder "schnell raus lassen" halt nur bedingt oder auch gar nicht. Denn bei solch einem Hund "läufst" Du in den ersten Tagen, Wochen oder auch Monaten nicht Gassi, sondern "stehst" Gassi :-), sofern der Hund überhaupt das Haus, das Grundstück verlässt.

    Schnell mal raus? Der Hund merkt das sofort und wird zurückweichen. Bis Du ihn zu fassen bekommst, können leicht mal 2 Stunden ins Land gehen. Außer Du zerrst ihn halt beispielsweise an der Hausleine raus, was sich je nach Hund aber auch rächen wird.

    Von daher MUSS man in der ersten Zeit zwangsläufig auf den Hund eingehen und den Tagesablauf bis zu einem gewissen Grad nach ihm richten.

    Lies mein Statement weiter oben.

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    Wenn Du einen wirklich traumatisierten und ängstlichen Hund neu in der Familie aufnimmst, dann funktioniert das "eine Runde Gassi gehen" oder "schnell raus lassen" halt nur bedingt oder auch gar nicht. Denn bei solch einem Hund "läufst" Du in den ersten Tagen, Wochen oder auch Monaten nicht Gassi, sondern "stehst" Gassi :-), sofern der Hund überhaupt das Haus, das Grundstück verlässt.

    Schnell mal raus? Der Hund merkt das sofort und wird zurückweichen. Bis Du ihn zu fassen bekommst, können leicht mal 2 Stunden ins Land gehen. Außer Du zerrst ihn halt beispielsweise an der Hausleine raus, was sich je nach Hund aber auch rächen wird.

    Von daher MUSS man in der ersten Zeit zwangsläufig auf den Hund eingehen und den Tagesablauf bis zu einem gewissen Grad nach ihm richten.

    Und by the way... Glaubst du, ich habe mich mit der Thematik nicht außeinandergesetzt? Glaubst du, eine seriöse Orga gibt ihre schwersten Hunde in inkompetente Hände?

  • Zitat

    Glaubst du, eine seriöse Orga gibt ihre schwersten Hunde in inkompetente Hände?

    Leider gibt es solche Fälle immer wieder.

  • Zitat

    Ist in meinem Fall aber nicht so.

    Das ist für die Hündin zu hoffen. Schade, dass Deine Beiträge nicht so klingen.

  • @zamikino - das Missverständnis wurde bereits ausgeräumt, siehe hier:

    Zitat

    Ich werde sehen, was Mirna braucht. Wenn sie es zwingend benötigt, werde ich es für sie tun, eine baldige Desensibilisierung aber immer im Hinterkopf behalten. Das ist dann eher eine Therapie, und kein allgemeiner Zustand der immer so ist.

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