Hündin wurde kastriert - liegt nur rum

  • Hallo zusammen,

    unsere Lilly wurde vor sechs tagen kastriert (Eierstöcke und Gebärmutter). Nun liegt sie im Haus nur noch in ihrem Körbchen als wenn ihre Beine gelähmt wären. Selbst wenn es Fressen gibt steht sie z.T. nicht auf, sondern fängt irgenwann an zu jaunzen, will eigentlich dahin kann sich aber nicht aufraffen.
    Wenn sie mal aufsteht oder von uns hochgezerrt wird, tippelt sie total hektisch zum nächsten Platz wo sie sich spontan hinwirft.
    Die Wunde sieht rein äußerlich sehr gut aus.

    Ihr Verhalten ist total untypisch. Vor der OP war sie ganz anders - total agil und neugierig, immer in unserer Nähe.

    Beim Gassi gehen ist dieses merkwürdige Verhalten nicht so da. Da ist sie fast wie vor der Kastration.

    Der TA meinte, dass sie etwas wehleidig ist - ein kleines Mimöschen.

    Was meint ihr?

  • Bekommt sie keine Schmerzmittel?
    Es kann sein, dass die Fäden ziepen, aber so extrem kann ich mir das nicht vorstellen. Ich würde den Tierarzt sonst um stärkere Schmerzmittel bitten. Heute muß eigentlich kein Tier unnötige Schmerzen ertragen, es gibt genügend Medikamente um zu helfen.

  • Hallo,
    verwunderlich finde ich, dass sie draussen fast normal agiert und das komische Verhalten nur in der Wohnung auftritt.
    Schmerzen wären ja draußen nicht einfach weg?
    Vielleicht doch psychisch?
    Ich würd sie einfach in Ruhe lassen und nicht ständig betüdeln.
    Aber ein vernünftiges Schmerzmittel scheint mir auch geboten.
    LG

  • Der Hund hat offenbar irgendwelche Schmerzen oder zumindest ein stärkeres Missempfinden. sonst würde er sich nicht so verhalten. Dass das draußen beim Gassi anders ist, ändert nicht unbedingt etwas daran, denn draußen ist der Hund auch abgelenkt und seine Triebe werden mehr angesprochen.

    Mit den Schmerzen verhält es sich folgendermaßen, das trifft sowohl auf Menschen als auch auf Hunde zu: Schmerz ist ein absolut individuelles Erleben. Die objektiv gleiche Nervenstimulation kann bei zwei Individuen als vollkommen unterschiedliche Schmerzstärke empfunden werden. Dazu kommen beim Menschen noch kognitive Faktoren, die beim Hund dann eher keine Rolle spielen.

    Wenn ein TA -- 6 Tage nach einer Eröffnung der Bauchhöhle und bei so recht auffälligem Verhalten -- also sagt: da ist nichts, der Hund ist eine Mimose, dann wäre das ein Grund an seiner fachlichen und sozialen Kompetenz zu zweifeln, insbesondere wenn das Verhalten nicht von Tag zu Tag sichtbar besser wird.

    Das erste ist immer die Frage, ob es sich um eine Komplikation handelt. Das kann alles sein, von einer Reizung des Bauchfells bis hin zur Eröffnung einer (inneren) Naht mit Nachblutung bis hin zur berühmten vergessenen Schere. Aber auch einfach nur sehr schmerzhafte Blähungen bis hin zu einer Verschlingung des Darmes. Von recht harmlos bis richtig schlimm ist da einiges möglich.
    Also muss der Hund untersucht werden, am besten von jemandem, der kein Problem hat eine Komplikation nach der von ihm durchgeführten OP objektiv in Betracht zu ziehen.

    Das andere ist: ob Mimose oder nicht: wenn der Hund so aussieht als könne er Schmerzen haben, muss man ihm ein Schmerzmittel geben. Ein TA der da nicht drauf kommt ist ein merkwürdiger Mensch.

    Es kann natürlich auch sein, dass es eine psychische Komponente gibt. Ich würde aber 6 Tage nach dem Eingriff erst mal alles andere ausschliessen.

  • Zitat

    Hallo,
    verwunderlich finde ich, dass sie draussen fast normal agiert und das komische Verhalten nur in der Wohnung auftritt.


    Draussen ist der Hund a) abgelenkt und b) wird er sich in der "Öffentlichkeit zusammenreissen".
    Zeige deinen Feinden nie deine Schwäche ! Entsprechend laufen draussen viele Tiere auf den ersten Blick normal (da jagen sogar todgeglaubte Hunde plötzlich), zeigen aber ihr wahres Befinden erst, wenn sie Ruhe haben.

    Gruß staffy

  • Hi zusammen,

    ich hatte das Thema eröffnet.
    Erstmal danke für das Feedback.
    Thema Schmerzmittel: Schmerzmittel bekommt sie und zwar auf das Gewicht abgestimmt (wurden auch schon auf stärkere umgestellt).
    Thema Gassi gehen: Ich sehe es so wie ihr, beim Gassi gehen ist sie abgelenkt und verhält sich "fast" normal. Ohne Leine würde sie sofort losrennen - sie will auch mit anderen Hunden spielen. Und deshalb meine ich können die Schmerzen nicht so gewaltig sein.
    Auch wenn sie im Haus rumliegt ist sie oft sehr aufmerksam - also schlecht gehts ihr offensichtlich nicht.
    Pippi und Kacka geht ganz gut. Fieber hat sie auch keins.
    Vielleicht sind es die Fäden. Bleibt uns wohl nix anderes übrig als bis zum "Fädenziehtermin" zu warten.
    Dieses Phänomen gibt es scheinbar nicht sehr oft, denn in den Foren liest man nichts diesbezüglich.
    Grüße

  • Nach einigen Erfahrungen mit Nähten (bei den Hunden und auch bei meinen Kindern) möchte ich dir ans Herz legen, die Nähte, bzw die Knoten an den Fäden mal ganz genau anzuschauen.
    Wenn da ein Fadenende in die Wunde piekst würde das genau die beschriebene Reaktion auslösen.
    Die Fadenenden sollten vom Körper weg zeigen, die Knoten sollten mittig sitzen, die Fäden sollten nicht "verbacken" sein sondern im Nahtkanal beweglich (wenn du den Knoten mit zwei Fingern festhältst muss der Faden hin- und herschiebbar sein (jedenfalls inzwischen)).
    Verbackene Fäden vorsichtig mit Desinfektionsspray lösen, "unbequeme" Fadenenden wegschneiden.
    Naht auf gerötete Stellen absuchen und im Zweifelsfall beim und vom TA auch einzelne(!) Fäden vorzeitig ziehen lassen.

  • meine hat auch viel geschlafen. Es ist eine große schwere OP gewesen, auch wenn Kastra oft so abgetan wird. Ich würde sie in Ruhe lassen und wirklich nur die nötigen Wege machen. Manche brauchen länger um sich zu erholen. Ich hab ihr auch fast 10 Tage Novalgin gegeben und zum Schluss ausschleichen lassen. Also wenn nichts anderes auffällig ist an der Wunde, lass lass ihr die Zeit die sie braucht.

  • Zitat

    Auch wenn sie im Haus rumliegt ist sie oft sehr aufmerksam - also schlecht gehts ihr offensichtlich nicht.


    Naja du schreibst halt im Eingangsposting:

    Zitat

    Ihr Verhalten ist total untypisch. Vor der OP war sie ganz anders - total agil und neugierig, immer in unserer Nähe.

    Du relativierst. Wie ist sie denn jetzt wirklich? Anders als vor der OP, also nicht mehr total agil und neugierig, sowie in eurer Nähe? Oder will sie nur nicht aufstehen? Das hört sich nämlich schon wieder anders an.

    Du machst dir Sorgen um deinen Hund (sonst hättest du nicht geschrieben), willst aber nun doch noch bis zum Fäden ziehen warten? Würde mein Hund eine solche Auffälligkeit zeigen und mir mein TA nicht weiterhelfen, ausser meinen Hund zum Mimöschen abstempeln, dann würde ich (und wenn nur um mich zu beruhigen) eine zweite oder gar dritte Meinung einholen.

    Eine Kastration ist ein riesiger Eingriff in den Körper, der auch viele Eintrittspforten für Keime und auch für Komplikationen eröffnet. Nicht immer kündigt sich alles mit Fieber an.

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