Anti-Jagd-Training: Macht das so Sinn? Hilfe? Tipps?

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    ....
    Ich hab' nen 30kg Hund. Wenn die Schleppleine springt, halt' ich die mit Sicherheit nicht mehr fest, ohne von den Füßen zu fliegen.

    Sorry, übersehen..... Dann erstmal ne normale Leine, dann 3 Meter, etc., schrittweise verlängern, um auch herauszufinden, wie weit Dein Einfluß in dem Moment reicht, wieviel Abstand zu Dir sie verträgt, OHNE eben gleich in die Leine zu rennen.

    So ne "Kleinigkeiten" vergesse ich immer - meine haben nur zwischen 5 und 9 Kilo, die kann ich selbst einbeinig noch halten.... *gg

  • Viele Dank, für die Tipps!

  • Es gibt nur eine Sache, mit der ich riesige Bauchschmerzen habe: Wenn ich ihr jetzt beibringe, immer in die entgegengesetzte Richtung zu laufen, in der sich das Kaninchen befindet, wie soll ich das in Zukunft machen? Es sind einfach überall Kaninchen, wo sie potentiell frei laufen könnte/dürfte. Wenn ich bei jedem Kaninchen die Richtung wechsel (für immer, mein' ich jetzt) dann lauf ich nur noch Zick-Zack. Von effektivem Spaziergang ist dann keine Rede mehr.

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    ......Ganz klares Abruchsignal bei jedem Ansatz (!) am Interesse am Wild und super-Fete bei Zuwenden zu mir beim Auftauchen von Wild.

    Das geht aber echt nur bei geringem Jagdtrieb..... meiner wär da weggewesen ohne Leine..... *gg

    Zitat

    ... sondern stand halt zitternd vor......

    Bei sowas bin ich aus o.g. Gründen skeptisch (siehe mein Beitrag: weil´s ne erste Sequenz aus dem Jagdverhalten ist). Wenn sich´s super abbrechen läßt, klasse - aber das merkste im Zweifel erst daran, daß der Hund schon weg ist.... ;-)

    Zitat

    .....auch durchaus kontrolliertes "jagen" bei Mäusen und Fährten verfolgen,

    Das ist für mich z.B. tabu - keinerlei Jagdverhalten für meinen passionierten Jäger. Heute darf er, morgen nicht, finde ich nicht gut. Ich weiß doch net, ob da ein Karnickel im Busch raschelt oder ein junges Reh oder eine Maus. Nachher schicke ich ihn los auf eine vermeintliche Maus, und der hat ein Rehkitz... Er darf buddeln, weil die Maus aus nem anderen Loch dann mit Sicherheit längst raus ist aus ihrem Bau, und weil er dabei inzwischen abrufbar ist (will heißen, nicht zu hochgedreht). Aber auf Tiere gleich welcher Art hetzten - neeee, Hilfe...... Nicht mit Bossi... Aber Fährten und Trailen mach ich auch, da is ne tolle Idee, da darf er sich gefahrlos austoben, und Du kannst ihm beibringen, was er verfolgen darf, ja soll.

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    haben möglichst täglich wildreiches Gebiet aufgesucht (anfangs vor allem Rehe, da die halt weniger spannend waren)

    Das war bei uns auch tabu - was jetzt aber keine Kritik an Deinem Vorschlag darstellen soll, im Gegenteil, wenns zum Hund paßt und funktioniert, ist das super. Aber meine Tranierin hat mir das damals folgendermaßen erklärt: wenn der Hund oft etwas Bestimmtes riecht, bilden sich die Riechzellen genau dafür besser aus. Beispiel Trailen oder Drogenspürhund etc., da verfeinert sich die Nase im Laufe der Zeit immer mehr mit zunehmender Übung. Das Hund würde sich bei solchen häufigeren Wildgehege-Besuchen demzufolge auf den Wildduft "spezialisieren", und auf Dauer das Wild schon aus weiter Entfernung riechen, in einem Abstand, wo Du es noch nicht siehst, und nicht rechtzeitig (vorm Losschießen des Hundes) eingreifen kannst. Außerdem sind die Hunde bei Wildsichtung immer im Streß, sprich Adrenalinrausch. Dieses wird erst über TAGE hinweg abgebaut im Körper (war mir vorher so nicht bewußt!), bis hin zu einer ganzen Woche. Folge: beim Nächsten Rascheln im Busch is der Hund weg, weil er noch auf 180 ist am Folgetag, die Reizschwelle ist also für die Folgetage stark herabgesetzt, der Hund sozusagen wie "auf Drogen" *gg Ich habe auch genau diese Erfahrung machen dürfen. Bin mit Trainer ins Wildgehege gefahren, um genau das zu üben, wie von Dir beschrieben. 2 Tage später ist mir der Hund auf dem Spaziergang nach langen Monaten wieder mal abhanden gekommen...... (und zwar nicht, weil ich nicht aufgepaßt hätte, der war einfach empfindsamer für den Reiz, der bei ihm ankam, sodaß ich ihn eben nicht mehr bremsen konnte). Dieses Ereignis hat mir gezeigt, daß das für MEINEN Hund nicht der richtige Weg war. Und seitdem ich mit ihm genau aus diesem Grund ewig nicht mehr im Wald spazierengegangen bin, hab ich neuerdings festgestellt, daß er in einer Gruppe sehr wohl auch im Wald noch ansprechbar sein kann und dem Abruf gehorcht. Weil er da nicht mehr auf 180 ist. Aber das kommt max. alle paar Monate mal vor, sicherheitshalber, oder beim Trailen. Aber da ist dann die Arbeit wichtiger - und er ist an der Leine *gg

    [quote="Lucy_Lou"]Ich persönlich würde also nicht mit ablenken, schau... üben, sondern bei einem Hund, bei dem es kein wirklich extremer Jagdtrieb ist, auch ganz klar über Konfrontation und dann hin arbeiten auf das gewünschte Verhalten mit klarem Abbruch des unerwünschten...[quote]

    Das würd ich so auch unterschreiben... ;-) Ablenkung is eh doof - das vermeidet ja nur das Problem, der Hund braucht sich dann mit dem Viechzeugs net auseinanderzusetzen - und wenn dann doch mal eins vor der Nase stehen würde......naja...... :hilfe:

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    Entschuldigt bitte, wenn ich jetzt so dumm frage, aber: Wenn ich sie nun doch mit den Kaninchen konfrontiere und sie nicht auf mich lenke, sie sich also sofort versteift, fiept und hin will: In der Situation hab' ich doch sofort das unerwünschte Verhalten: Sie fixiert. Um das zu unterbinden muss ich sie doch ablenken.
    Ob ich jetzt 'Schau' sage und dabei weiter gehe oder 'Weiter' sage, ist doch im Endeffekt das selbe? Bei dem einen soll sie mich eben anschauen, während wir laufen, bei dem anderen soll sie mir doch aufmerksam folgen, oder nicht?
    Vielleicht steh' ich grade auch einfach nur auf dem Schlauch. ^^''

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    Entschuldigt bitte, wenn ich jetzt so dumm frage, aber: Wenn ich sie nun doch mit den Kaninchen konfrontiere und sie nicht auf mich lenke, sie sich also sofort versteift, fiept und hin will: In der Situation hab' ich doch sofort das unerwünschte Verhalten: Sie fixiert. Um das zu unterbinden muss ich sie doch ablenken.

    Nö. Du könntest ihr auch glaubhaft versichern, dass das, was sie gerade tut sowas von absolut unerwünscht ist ... Ich glaube, dass eher das mit einem klaren Abbruch gemeint war ;)

    Viele Grüße
    Frank


  • Gern geschehen - hab lang genug selbst gekämpft, und es muß ja nicht jeder das Rad neu erfinden..... Die Lektüre von Pia Gröning kann ich auch empfehlen, sehr hilfreich!

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    Nö. Du könntest ihr auch glaubhaft versichern, dass das, was sie gerade tut sowas von absolut unerwünscht ist ... Ich glaube, dass eher das mit einem klaren Abbruch gemeint war ;)

    Viele Grüße
    Frank

    Das hab' ich mir beinahe gedacht. Aber: WIE mach ich dem Hund denn nun 'glaubhaft' deutlich, dass dieses Verhalten 'sowas von absolut unerwünscht' ist?
    Wie konditioniere ich ein wirkungsvolles Abbruchsignal richtig?
    Ich mein': 'Nein' zum sofortigen Unterbinden von unerwünschtem Verhalten sowie 'Aus' um fallen zu lassen, was sie im Maul hat kennt und befolgt sie. Aber ein Abbruchsignal soll ja eben nicht das normale 'Nein' sein, soweit ich informiert bin.

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    Das hab' ich mir beinahe gedacht. Aber: WIE mach ich dem Hund denn nun 'glaubhaft' deutlich, dass dieses Verhalten 'sowas von absolut unerwünscht' ist?
    Wie konditioniere ich ein wirkungsvolles Abbruchsignal richtig?

    Ansätze gibt es da aus meiner Sicht einige. Zum einen das häufig eingeworfene Spielchen mit dem Leckerchen in der Hand das man verbietet (ich persönlich halte davon für dein Vorhaben allerdings gar nichts). Ein anderer Weg wäre, dass das Abbruchsignal eine Strafe ankündigt und man sich von geringen Reizlagen zu schwierigeren vorarbeitet. Das wäre für mich eher die richtige Richtung.

    Edit:

    Zitat

    Aber ein Abbruchsignal soll ja eben nicht das normale 'Nein' sein, soweit ich informiert bin.

    Wieso nicht? Wenn der Hund das Nein wirklich ernst nimmt, kann man das doch nutzen.

    Viele Grüße
    Frank

  • Zitat

    ....Entschuldigt bitte, wenn ich jetzt so dumm frage, aber: Wenn ich sie nun doch mit den Kaninchen konfrontiere und sie nicht auf mich lenke, sie sich also sofort versteift, fiept und hin will: In der Situation hab' ich doch sofort das unerwünschte Verhalten: Sie fixiert. Um das zu unterbinden muss ich sie doch ablenken.
    Ob ich jetzt 'Schau' sage und dabei weiter gehe oder 'Weiter' sage, ist doch im Endeffekt das selbe? Bei dem einen soll sie mich eben anschauen, während wir laufen, bei dem anderen soll sie mir doch aufmerksam folgen, oder nicht?
    Vielleicht steh' ich grade auch einfach nur auf dem Schlauch. ^^''

    Naja - Du provozierst ja das Fehlverhalten in dem Moment, um ganz klar sagen zu können, daß das NICHT das ist, was Du willst, und das falsche Verhalten unterbinden zu können. Aber ich finde, daß der Hund dann trotzdem ne Alternative (weiter o.ä.) geboten kriegen sollte, denn es hilft ihm net, wenn er weiß, fixieren is nicht, aber nicht weiß, was er stattdessen tun soll. Besser wäre, mit weiter zu reagieren, bevor fixiert wird. Dann brauche ich nichts abzubrechen.

    Ablenken heißt für mich, daß ich den Hund dazu bringe, sich auf mich zu konzentrieren, bevor er das Kaninchen sieht, oder dieses zu "vergessen", weil mein Spieli o.ä. spannender ist (Letzteres funktioniert eh nur eingeschränkt beim echten Jäger....). Dann setzt er sich aber nicht mit der spannenden Situation auseinander und lernt, damit umzugehen, sondern ich vermeide eben diese Auseinandersetzung mit dem Thema. Daher nicht die ideale Variante, weil das Problem dann an anderer Stelle mit Sicherheit wieder hochkommt, und dann am Ende in einer für mich nicht kontrollierbaren Situation. Daher dann das Weiter als Alternativverhalten, damit der Hund lernt, was er tun soll, wenn er Kaninchen sieht. Das Kommando soll also nicht vom Kaninchen ablenken (im Gegenteil, der soll das Tier ja sehen, damit er verknüpft Kaninchen=weitergehen!). Der darf ruhig hingucken, wenn Du weiter sagst, solange er dabei die Aufmerksamkeit bei Dir hat (merkst ja, ob er mitkommt). Das zeigt Dir auch, wie sehr er hochgedreht ist. Wenn er nicht mitkommt, ist er im Kopf auf das Kaninchen fixiert, und dann würde ich es mal mit SCHAU (bei uns eher "HEY!" ;-)) probieren, damit er überhaupt wieder aufnahmefähig ist für die Alternative "weitergehen" und das zugehörige Kommando.

    Wichtig: nicht stehenbleiben und dann das weiter geben, sondern im Laufen weiter sagen. Denn sonst gibt man dem Hund ja quasi Zeit zum Fixieren, und er braucht sich von dem reizvollen Anblick nicht zu lösen. Dein Weitergehen zwingt ihn dazu, seine Aufmerksamkeit auch wieder auf Dich zu richten, und damit kann er sein Kommando zum Weitergehen wahrnehmen.

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