Kläffen abgewöhnen?

  • Hallo liebe Hundeprofis!
    Pufy ist eine Yorkie Hündin und ist 2 Jahre alt. Ich habe sie vor fast einem Jahr zu uns genommen. Davor lebte sie in einer Familie mit 3 Kleinkinder und einem weiterem Yorkie.. Ich bin absolut glücklich mit ihr. es gibt aber trotzdem ein (?) Problem, welches ich gern in den Griff bekommen würde.. Wenn ihr etwas ungeheuer ist - bellt sie. Wenn sie einen fremden Hund in der Ferne sieht - bellt sie auch. Manchmal macht sie das aus Angst, manchmal aber auch nicht..
    Als ich sie bekommen habe, hat sie ALLES angebellt, war nicht ansprechbar, konnte sich dann lange nicht wieder beruhigen, man konnte mit ihr gar nicht normal spazieren gehen.. Fahrräder, KINDER, Betrunkene, Jugendliche, Menschen mit irgendwelchen Behinderungen, ältere Menschen mit Gehehilfe(weiß nicht wie das richtig heißt..), Rollwagen, Kinderwagen, Frauen mit langen Röcken, schnell fahrende Autos, Skateboards, Katzen, Igel, Rinder, Pferde und natürlich Hunde - das alles wurde ohne Pause angekläfft bis es für sie nicht mehr zu sehen war... Ich vermute ganz stark, dass sie in ihrem ersten Zuhause kaum etwas gesehen bzw. kennengelernt hat.. Sie wurde von Vorbesitzerin fast nur getragen, ohne Leine dürfte sie nur im Garten sein, alle andere Hunde waren sowieso tabu, da die Frau selbst Angst hatte..
    Ich habe sie extra mit all diesen Dingen konfrontiert. Ich habe mit ihr neben Kindergärten spaziert, während der Pausen auf dem Schulgelände, habe mir ein riesengroßes und langes Rock gekauft, mein Freund hat uns mit dem Fahrrad auf unseren Runden begleitet, ich habe ihr so viel wie möglich Hundekontakte organisiert - also wir haben fast alles ganz gut in den Griff bekommen.
    Allerdings gibt es immer wieder Situationen, in denen sie es nicht besser weiß als zu bellen. Das größte Problem - andere (fremde) Hunde.. und dabei bellt sie meist nicht aus Angst, sondern weil sie es so gewohnt ist. Kommt der Hund näher, gibt es fast nie Probleme. Sie ist entweder unterwürfig und beschwichtigend oder freundlich oder nicht interessiert.. Nur manchmal, wenn dieser Hund sie völlig ignoriert und gar nicht beschnuppern will, ist es ihr ungeheuer, dann kann sie auch kurz noch mal bellen. Früher wollte sie zu allen fremden Hunden direkt laufen und sie aus der Nähe anzubellen und warten bis sie zu ihr kommen und ihr "hallo sagen" - dann war auch Ruhe und sie war auch glücklich über neue Bekannte - nur war es auch gefährlich, denn nicht alle Hunde können ihr Gebell als "nicht böse gemeint" identifizieren, inzwischen bleibt sie bei mir auch wenn sie nicht an der Leine ist, bellt aber umso "gefühlsvoller".. Ich weiß nicht, was ich damit machen soll... manchmal kann es schon ziemlich anstrengend sein - besonders wenn wir im Bus/Bahn sitzen und jemand mit Hund einsteigt, oder wenn sie einen Hund aus dem Fenster sieht oder wenn sie meint einen Hund gesehen zu haben..
    Weiß nicht ob das wichtig ist, wenn wir irgendwo sind, wo viele Hunde sind (z.B. Hundestrand, Hundeschule, großes Park, wo regelmäßig Hunde an uns vorbei laufen) macht ihr das meistens nichts aus. Da ist sie eher uninteressiert.
    In der Hundeschule wurde mir geraten das Gebell zu ignorieren und einfach an den Hund vorbeigehen - so wird Pufy merken, dass es nichts außergewöhnliches ist usw.. das hilft nicht. ich glaube sie weiß es selber, dass andere Hunde ok sind..

    Tut mir leid, dass der Text so lang geworden ist.. ich wollte einfach so genau wie möglich unser Problem beschreiben. :fear:
    ich hoffe, ihr könnt mir einige Tipps geben!

  • Das kommt mir sehr bekannt vor! Wenn Pufy bellt, weil sie einen anderen Hund sieht, sollte man selbst auch ruhig bleiben und den anderen Hund ignorieren. Besonders wichtig ist auch, das man den Hund nicht anspricht, ihm zuredet wie "Ist gut" oder "Psscht, hör auf!", schon gar nicht anschreien mit "NEEIN", denn dadurch wird der Hund noch lauter und freut sich, weil man quasi "mitbellt" und ihm Aufmerksamkeit schenkt und ihn dadurch belohnt! Bellt sie aus Unsicherheit oder Angst? Vielleicht auch belohnen wenn sie mal nicht bellt oder irgendwie ablenken, dann wieder belohnen. Lobe deinen Hund auch wenn er sich auf dich konzentriert, aber nicht für ein Fehlverhalten. Ob das jetzt geholfen hat, weiß ich leider auch nicht ... :sad2:
    Liebe Grüße :smile:

  • Wie reagiert sie wenn du dich von der Situation enfernst?
    Bsp: Fremder Hund in sichtweite, merkst das dein Hund angespannt ist, umdrehen und andere Richtung laufen....

    Am Besten bevor deine Maus bellt!

    Vlt kannst du sie auch mit Futter oder einem tollen Spieli ablenken? Sprich den Ball oder das obermegahammer-Leckerlie gibt es nur noch in solchen Situationen...

    :???:

  • Also ignorieren bringt bei meiner gar nix. Ich verbiet es ihr. Wenn sie nicht hört, hol ich sie zu mir und verbiet es strenger. Danach versuch ich sie abzulenken, um sie auf andere Gedanken zu bringen (idR mit Sitz machen, Leckerlie etc)
    Wenn Sie etwas richtig ordentlich bedrohlich findet nützt das aber alles nicht. Sie ist halt ein kleiner Hund und wenn ihr etwas partout nicht geheuer ist wird das eben angebellt. Ich kann dann noch versuchen, mich dazwischen zu stellen aber letztlich muss die Situation aufgelöst werden. (Meist durch Weitergehen oder Weggehen) In Öffis würde ich ihr die Schnauze zuhalten (natürlich nicht mit aller Gewalt). Dann wuffelt sie evt noch ein bisschen, weiss aber, dass ich WIRKLCIH nicht will, dass sie bellt.

    Meine ist allerdings keine besondere dolle Kläfferin. Da Shelties wohl dazu neigen habe ich von Anfang an so gut es geht gegengesteuert.
    Mehr habe ich leider auch nicht beizusteuern. :ka:

  • Zitat

    Das kommt mir sehr bekannt vor! Wenn Pufy bellt, weil sie einen anderen Hund sieht, sollte man selbst auch ruhig bleiben und den anderen Hund ignorieren. Besonders wichtig ist auch, das man den Hund nicht anspricht, ihm zuredet wie "Ist gut" oder "Psscht, hör auf!", schon gar nicht anschreien mit "NEEIN", denn dadurch wird der Hund noch lauter und freut sich, weil man quasi "mitbellt" und ihm Aufmerksamkeit schenkt und ihn dadurch belohnt! Bellt sie aus Unsicherheit oder Angst? Vielleicht auch belohnen wenn sie mal nicht bellt oder irgendwie ablenken, dann wieder belohnen. Lobe deinen Hund auch wenn er sich auf dich konzentriert, aber nicht für ein Fehlverhalten. Ob das jetzt geholfen hat, weiß ich leider auch nicht ... :sad2:
    Liebe Grüße :smile:


    danke für deine Antwort. Also inzwischen bin ich selbst schon so weit, dass ich in diesen Situationen eigentlich entspannt und ruhig bleibe.. Ich schreie sie auch nie an. Wenn sie einen Hund sieht aber noch nicht bellt und auf mich reagiert, spreche ich sie mit "spezieller" Stimme leise an - das bedeutet (versteht sie auch) dass sie so bleiben soll.. das funktioniert aber nicht immer, eigentlich nur in ca. 40% aller Fälle. Der gesichtete Hund spielt ja auch eine Rolle - die Haltung, das Aussehen..
    Früher hat sie aus Angst gebellt - diese ganzen Sachen, die ich im ersten Beitrag beschrieben habe.. Das haben wir nun im Griff.. Jetzt ist das etwas Anderes.. Hunde, die ihr tatsächlich ungeheuer oder komisch sind, ignoriert sie ausdrücklich, auch wenn diese Hunde sie anbellen..

  • Zitat

    Wie reagiert sie wenn du dich von der Situation enfernst?
    Bsp: Fremder Hund in sichtweite, merkst das dein Hund angespannt ist, umdrehen und andere Richtung laufen....

    Am Besten bevor deine Maus bellt!

    Vlt kannst du sie auch mit Futter oder einem tollen Spieli ablenken? Sprich den Ball oder das obermegahammer-Leckerlie gibt es nur noch in solchen Situationen...

    Wenn ich mich umdrehe und die Richtung wechsele, folgt sie mir natürlich.. wenn der anderer Hund uns schon sehr nah war, dreht sie sich einige Male zurück, um zu gucken, ob der Hund uns nicht hinterher läuft.
    Ich lenke sie mit Leckerlis ab, das hilft aber auch mit mäßigem Erfolg. Sprich sie versucht meistens gleichzeitig den Hund anzubellen und Leckerli von mir zu bekommen - das macht dann auch kein Sinn mehr, nicht dass sie sich für ihr Benehmen belohnt fühlt..

  • Zitat

    Also ignorieren bringt bei meiner gar nix. Ich verbiet es ihr. Wenn sie nicht hört, hol ich sie zu mir und verbiet es strenger. Danach versuch ich sie abzulenken, um sie auf andere Gedanken zu bringen (idR mit Sitz machen, Leckerlie etc)
    Wenn Sie etwas richtig ordentlich bedrohlich findet nützt das aber alles nicht. Sie ist halt ein kleiner Hund und wenn ihr etwas partout nicht geheuer ist wird das eben angebellt. Ich kann dann noch versuchen, mich dazwischen zu stellen aber letztlich muss die Situation aufgelöst werden. (Meist durch Weitergehen oder Weggehen) In Öffis würde ich ihr die Schnauze zuhalten (natürlich nicht mit aller Gewalt). Dann wuffelt sie evt noch ein bisschen, weiss aber, dass ich WIRKLCIH nicht will, dass sie bellt.

    So ungefähr gehe ich auch vor. Also direkt verbieten funktioniert nicht besonders, ich sage ihr, wenn sie sich gut benimmt und noch nicht kläfft, dass sie sich genau so zu benehmen hat, wenn das gut geht und sie den Hund nur anstarrt, versuche ich sie auch abzulenken (wenn wir gehen, dann mit Leckerlis, wenn wir irgendwo stehen, dann mit "Sitz" und dann Leckerlis) In Öffis ist das aber am schlimmsten, da hilft nur, wenn der hund kommt und sie beschnüffeln sich gegenseitig - das ist aber ja genau in Öffis selten der Fall. Irgendwann beruhigt sie sich von alleine, dann lobe ich sie, nächstes mal geht das Gleiche aber wieder von vorne. Und das ist wieder von Hund zu Hund Unterschiedlich - manche Hunde braucht sie nicht mal sehen, der Geruch reicht schon, bei den Anderen knurrt sie nur usw..

  • huhu!
    wir haben es so gemacht:
    jedes kleine richtige verhalten lohnen, auch wenn der hund noch weit weg ist. nicht stehen bleiben sondern ein stück näher, wenn du merkst es wird zu eng, lauf einen bogen und lob sie während sie ruhig ist. für jeden blick der ruhig in die richtung des anderen hundes geht gibts n lecker.

    es dauert aber es hilft. sunny ist auch unsicher bei anderen hunden aber mittlerweile (nach knapp nem jahr training) können wir zu 90% ohne leine im freilauf an anderen hunden vorbei ohne dauergekläffe. sie kann ohne leine deutlich besser kommunizieren und wenn ich ihr schon anseh das das kein kandidat ist den sie näher kennenlernen will laufen wir einen kleinen bogen, oder aber ich geh in die hock und biete ihr schutz an bis der andere vorbei ist. manchmal zittert sie sogar dabei vor aufregung...

    an der leine ist es bei uns noch nicht besser, also in der stadt. da seh ich die hunde kaum kommen und das ist dann immer blöd..

    ich habe aber auch gemerkt das das verbieten bei uns was bringt. wir haben zwar von der trainerin gesagt bekommen wir sollen es nicht verbieten weil sie die angst äußert aber ich habe bemerkt das sie sich dann gar nicht so reinsteigert sondern eben ruhiger bleibt und gelassener.
    vielleicht sieht sie mein "ruhe" ja auch als kommando alla "is alles klar an" :lol:
    ich sage nur in einem passenden ton "ruhe!" mehr nicht. das reicht meistens!

  • Ich hab hier so einen Sheltie in Dauerbellmodus,zumindest was andere Hunde angeht.Ihr unheimliche Dinge werden ebenfalls angebellt.Es ist nicht möglich in ein Geschäft zu gehen,wenn sich dort ein weiterer Hund aufhält.Sie hört nicht auf zu bellen.
    Gehe ich beim Spaziergang in die andere Richtung,schaut sie dauernd zurück und läuft nicht mehr wirklich.Achtet also nicht so sehr auf mich.Ich merke auch,wie aufgeregt sie wird,sich der ganze Körper anspannt.
    Bisher schafft sie es noch nicht mich bei der Begegnung anzuschauen,wir wechseln auch die straßenseite meist,wenn uns ein Hund entgegen kommt.

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