Die letzte Konsequenz

  • Hallo,

    mein Schäferhund hat in letzter Zeit sehr viel an Schutztrieb entwickelt wo ich jetzt auch dringend dran arbeiten muss. Hierbei stört mich vorallem, dass plötzlich, selbst ihm bekannte Personen, verbellt werden wenn diese auf mich zu kommen oder die Wohnung betreten bspw. ich treffe jemanden auf der Straße, man will sich kurz unterhalten, das ist erstmal gar nicht möglich, weil er permanent bellt, mehr aber auch nicht, er bellt einfach nur.

    Daraus resultierend stelle ich mir die Frage: Was kommt wenn man alles versucht hat ? Also bspw. er bellt und hört auch nicht auf, ich versuche ihn zu beruhigen und sage natürlich "Nein" oder "Lass es!", mein absolutes Abbruchkommando wo er prinzipiell auch alles bleiben lässt. Aber er hört einfach nicht auf, teilweise gehen wir dann schon weiter und es ist kein Reiz vorhanden, er meint aber immer noch mal zwischendurch zu bellen oder grummelt so vor sich hin. Da kann ich 1000x irgendwas sagen oder leicht am Halsband zupfen etc. nichts bringt da etwas.

    Daher meine Frage: Was folgt darauf ? So kommt er mit seinem Verhalten ja quasi durch, meine letzte Konsequenz mit dem Abbruch-Kommando und physischer Annäherung wie bspw. mal am Halsband zupfen oder ihm mal anzustupsen bringt nichts. Aber da muss ja irgendwas folgen womit ich mich durchsetzen kann und er aufhört zu bellen, nur was macht man da ?

    Das ist jetzt nicht spezifisch auf die Situation bezogen, wenn es an der Türe klingelt kriegt er sich momentan auch erst spät wieder ein und sitzt grummelnd in seinem Korb rum, aber ich kann ihm ja schlecht die Schnauze zuhalten oder ähnliches, aber ihn mit seinem Verhalten gewinnen lassen will ich auch nicht, da es ja unerwünscht ist.

    Selbst wenn ich die Situation vorher erkenne und bereits im Vorfeld sage, dass er es bleiben lassen sollen, reagiert er ab einem bestimmten Punkt dennoch darauf.

    Würde mich mal interessieren!

    Gruß,
    Alex

  • Verhält er sich nur bei dir so? Kannst du jemand anderen mit ihm spazieren schicken, wie verhält er sich da?

    Schutztrieb ist halt eine genetisch Anlage, durch einfaches Deckeln wird das nicht besser werden. Der Hund sollte zu bestimmten Zeiten oder an bestimmten Orten wachen dürfen! Er sollte zudem auch lernen wann es unerwünscht ist und DU das regelst, durch klare strukturen und ggf. Rituale. Einem Hund, der mich bewacht, entziehe ich die wichtigste Ressource (mich) und lasse ihn allein - unter Absicherung, dass er nichts und niemanden gefährdet.

  • Zitat

    Verhält er sich nur bei dir so? Kannst du jemand anderen mit ihm spazieren schicken, wie verhält er sich da?

    Schutztrieb ist halt eine genetisch Anlage, durch einfaches Deckeln wird das nicht besser werden. Der Hund sollte zu bestimmten Zeiten oder an bestimmten Orten wachen dürfen! Er sollte zudem auch lernen wann es unerwünscht ist und DU das regelst, durch klare strukturen und ggf. Rituale. Einem Hund, der mich bewacht, entziehe ich die wichtigste Ressource (mich) und lasse ihn allein - unter Absicherung, dass er nichts und niemanden gefährdet.

    Das habe ich noch nicht getestet ob er das auch bei anderen macht bspw. an der Türe wenn es klingelt erlaube ich es ihm auch zu bellen, da darf er mich darauf hinweisen dass dort was ist bzw. es ist von mir ja sogar erwünscht. Kommt dann jedoch das Kommando dass Schluss ist, dann soll er auch wissen "alles klar, hab hier übernimmt Herrchen" und das klappte bisher, aber seit 2 Wochen wird es zunehmend schwieriger. Wenn er was draußen hört, im Treppenhaus oder ähnliches, dann bellt er auch mal kurz auf, kommt dann aber direkt zu mir gerannt und setzt sich vor mich um dann noch ein wenig vor sich hin zu grummeln. Wenn Besuch die Wohnung betritt rennt er bellend auf die zu, wo jeder erstmal Angst bekommt, er freut sich aber lediglich und schnuppert dann, also aggressiv ist das Verhalten keineswegs, auch wenn es sich so anhört. Schicke ich ihn dann in seinen Korb ist auch Ruhe, aber draußen sieht die Sache anders aus, da ist er zwar auch nicht aggressiv, aber er kommt nicht zur Ruhe bzw. hört nicht auf wenn ich es sage und mir fehlt da irgendwie die letzte Konsequenz um mich durchzusetzen, weil alles nicht wirklich hilft.

  • Die Frage ist vielleicht blöd, aber bist Du Dir draussen z.B. sicher das es Schutztrieb ist und nicht gerade Frust?!

  • Ich kenne das bei meinem (von früher) wenn ich mich teilweise auf der Straße unterhalten habe.

    Das stehnbleiben und warten, keine Aufmerksamkeit zu bekommen etc.pp. hat sich in gesteigertem Bellen geäußert - Frust.

    Deshalb habe ich gefragt, da diese Situation häufig auch bei anderen HH vorkommt, ob Du sicher bist, dass es sich um Schutztrieb handelt.

  • So blöd es klingt: die letzte Konsequenz ist ein Trainer. Denn wenn man alles versucht hat, was in seiner Macht steht, es ist aber (bei solchen hier angesprochenen Themen) kein Erfolg zu verzeichnen, kommunizieren Mensch und Hund aneinander vorbei. Dann sollte jemand draufschauen, wo die Missverständnisse liegen. Wenn die Kommunikation sauber ist, brauchst Du auch keine anderen/immer stärkeren Konsequenzen mehr. :)

  • Zitat

    So blöd es klingt: die letzte Konsequenz ist ein Trainer. Denn wenn man alles versucht hat, was in seiner Macht steht, es ist aber (bei solchen hier angesprochenen Themen) kein Erfolg zu verzeichnen, kommunizieren Mensch und Hund aneinander vorbei. Dann sollte jemand draufschauen, wo die Missverständnisse liegen. Wenn die Kommunikation sauber ist, brauchst Du auch keine anderen/immer stärkeren Konsequenzen mehr. :)


    :gut: :gut:

  • Meiner z.B. fängt nach einer Weile Rumstehen aus Frust an zu bellen. Ich merke, dass es Frust ist, an seiner Körpersprache. Er schaut mich an, er bellt mich an und er macht nen Knicks (Po nach oben, die Vorderbeine wie bei einer Spielaufforderung eingeknickt) und er hat ein Funkeln in den Augen... ;) Es ist so ein forderndes Gebell.
    Wie sieht die Situation bei Euch aus?!

  • Zitat


    Schutztrieb ist halt eine genetisch Anlage, durch einfaches Deckeln wird das nicht besser werden. Der Hund sollte zu bestimmten Zeiten oder an bestimmten Orten wachen dürfen! Er sollte zudem auch lernen wann es unerwünscht ist und DU das regelst, durch klare strukturen und ggf. Rituale. Einem Hund, der mich bewacht, entziehe ich die wichtigste Ressource (mich) und lasse ihn allein - unter Absicherung, dass er nichts und niemanden gefährdet.

    Erstmal müsstest Du herausfinden, was seine wichtigste Ressource ist, dass muss in diesen Situtationen ja nicht generell Du sein. Das kann ja auch der Raum um ihn herum sein, oder die Situation an sich. Und eine Vereinsamung des Hundes, was soll das bringen? Der Hund lernt lediglich, dass der Mensch weg ist, ob er dass dann angebunden in dem erforderlichen Konditionierungszeitraum mit dem Verbellen verkünpft, bezweifele ich. Zumal nicht klar ist, ob der Hund das aus Unsicherheit oder tatsächlichem Schutztrieb macht.

    Ich denke Du solltest dem Hund in diesen Situationen eine Aufgabe geben, dass kann alles mögliche sein. Ziel soll es werden, dass der Hund diese Aufgabe unbedingt durchführen möchte, weil er dafür bestätigt wird. Die Bestätigung kann je nach dem wie Dein Hund drauf ist, mittels Spiel, Futter oder Zuwendung erfolgen. Der Hund muss zu dem Schluss kommen "bevor ich jetzt verbelle, biete ich etwas an, für das ich belohnt werde".

    Du musst dem Hund letztlich ein Alternativverhalten anbieten, wenn Du keine Zwangsmittel einsetzen willst.

    Aber wie beschrieben, man müsste erstmal die Situation und den Hund sehen, bevor man das wirklich nachhaltig beurteilen kann.

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