Sinn und Unsinn der Schleppleine (oder Leine allgemein)

  • Huhu,

    ich muss da nun einfach mal nachfragen, weil ich immer wieder die Schleppleine hier sehe und sie ja auch oft empfohlen wird.
    Ich bin ja kein so großer Freund der Schleppleine, glaube aber, dass das einfach daran liegt, dass ich den Sinn und Zweck einer Schleppleine nicht sehe. Ich mag wirklich niemanden verurteilen oder angreifen und auch keine Diskussion anzetteln.
    Aber mag mir das vielleicht irgendjemand näher erklären?

  • Schleppleine wird hier genutzt um einem Hund der NICHT 100% abrufbar ist
    1. im Fall der Fälle kontrollieren zu können
    2. um einen Rückruf ggf. durchzusetzen und somit zu trainieren
    3. dem Hund etwas mehr auslauf zu gönnen als es nur an der Leine gegeben wäre

  • Ist die Frage ernst gemeint?
    Was der Sinn einer Schleppleine ist?
    Gerade für jagende Hunde ist die Schleppleine sehr gut geeignet.
    Der Hund hat einen größeren Bewegungsfreiraum (10-20m) und ist dennoch unter Kontrolle das er nicht abhauen kann, da angeleint.
    Mit einer Schleppleine kann man sehr gut den Abruf üben - da der Hund gesichert ist, aber dennoch sie etwas weiter entfernen kann.
    Mit einer Schleppleine fühlen sich die HH von jagenden/nicht abrufbaren Hunden sicherer - und haben somit den Hund meist besser im Griff.
    Selbst wenn die Leine wirklich "schleppt" (also am Boden schleift) ist die Wirkung nicht zu verachten. Psychologisch, da der HH weiß "da ist noch was, wo ich im Notfall packen kann) - was sich widerum auf den Hund überträgt, da sicherer HH -> sichere Kommandoausgabe.
    Physiologisch, da Hund spürt "da ist noch was - ich bin noch mit Frauchen/Herrchen verbunden".

    Und unabhängig von Hund und Halter: In Naturschutzgebieten ist nunmal Leinenpflicht, dort benutze ich sehr gerne die kürzere 8m Schleppleine, und befolge somit das Gesetz.

    Das sind jetzt nur meine eigenen Erfahrungswerte.

  • Weil mein Hund unerzogen ist *lach*

    Oder weil er einen großen Jagdtrieb hat und nicht genug Impulskontrolle, um in bestimmten Gegenden so bei mir zu bleiben.
    Weil ihr langweilig wird, wenn wir länger an einem Fleck, wie z.B. Badestrand sind und ich sie daher sichern muss.

    Ganz praktisches Mittelchen

  • Aber:
    Nehmen wir an man hat einen Hund der nicht 100%ig abrufbar ist. Gehen wir mal von einem 70kg Neufundländer aus. Den kann man doch im Leben auch nicht halten an einer Schleppleine. Da fliegt man eher selber hinterher oder die Leine reißt. Und selbst wenn ein Dobermann losrennt oder ein anderer mittelgroßer Jagdhund...AlexiundBurli beschreibt ja eben dieses mit dem Leinereißen auch bei ihrem Dobermann...
    Und den Rückruf "gewaltsam" durchsetzen? ist es nicht sinnvoller das positiv aufzubauen? Sich interessant machen, loben, locken, etc.? Erst in gewohnter Umgebung, zu Hause, dann unter Ablenkung, etc.?

  • Hm... hattest du schon mal einen Hund mit Jagdtrieb?
    Dem bist du schnurzpiepegal, wenn er Wild vor der Nase hat. Da könntest du dir Steaks und Würstchen an die Kleidung tackern...
    Um überhaupt an den Punkt zu kommen, dass dein Hund dich und deine Ansage wichtiger nimmt als seinen Trieb, braucht es viel Geduld, Zeit und die Schleppleine, damit Hund nicht immer wieder Erfolgserlebnisse hat.

    Liebe Grüße
    Nele

  • Sicherlich ist positiv aufbauen gut. Gewaltsam durchsetzen ist jetz schon krass ausgedrückt. Wenn der Hund aber gar ned ansprechbar ist kann ich ihn so auf mich überhaupt erstmal aufmerksam machen...dann kann ich noch immer loben und locken. Und laufe niemals die Gefahr dass der Hund durchstartet und dann weg ist...klar bei nem 70kg Hund weiß ich ned wie man den am besten hält aber bei unseren Schäfis gings immer recht gut...da wurde ich GsD nie mitgerissen XD
    Aber was machen bis der Rückruf wirklich sitzt? Der Hund muss ja raus und bis zur 100% dauerts je nach Hund Monate. Nur Leinenknast? Manche Jagthünde würde so niemals auch nur ein bissel laufen können.

  • Ich pers halt von Schleppleinen nicht viel.
    Die Dinger sind mir zu unbequem, z B in Sträuchern hängenbleiben und bei schlechtem Wetter das einsauen.
    Ich nehm lieber meine 8m Flex. ( und Ja, ich kenn das für und wider von Flexleinen hier im DF )
    Vorraussetzung ist natürlich, das der Hund leinenführig ist. ;)

  • Doch ich kann meinen Neufundländer halten, wenn fast 50 Kilo auf 20 Meter in die Schleppleine rennen. Man gewöhnt sich an Techniken :p

    Und warum die Schleppleine benutzt wird, steht ja überall. Vor allem bei jagenden oder nicht hörenden Hunden :smile:

  • ich verteufel die Schleppleine.. Ich hasse dieses dreckige, sperrige, sich verknotende und überall hängenbleibende Ding.

    Aber, ich kann mich in manchen Gebieten nicht auf meinen Hund verlassen (Jagen) und darum ist sie halt einfach wichtig für mich.
    Ich kann den Stinker ja nicht nur noch an der kurzen Leine führen... Und an der Schleppleine hat er recht normalen Auslauf, ich kann im Notfall aber mal schnell festhalten oder drauftreten. Bei ihm hab ich kein Problem mit dem Halten ;)

    Natürlich sollte man den Rückruf positiv aufbauen - aber für den Notfall ist die Schleppleine super :)

    Und rein positiv bin ich einfach nicht, wenn so ein pubertierender Jungrüde meint, mich einfach mal ganz dezent überhören zu müssen ;)

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