Tierheilpraktiker im Test

  • Ich habe den Beitrag gestern im Stern-TV gesehen und war entsetzt.

    Nur ein THP hat sich so verhalten, wie ich es von einem seriösen HP erwarte. Alle anderen haben "herumgedoktert", irgendwelche Mittelchen dagelassen und ordentlich kassiert.

    Das Problem ist halt wirklich, dass die Bezeichnung "Tierheilpraktiker" nicht geschützt ist und sich vermutlich eine ganze Menge schlecht ausgebildete Möchtegernheiler(innen) in diesem Bereich tummeln.

    Wenn dieser Test dazu führt, dass sich Tierhalter sehr genau überlegen, wem sie ihr Tier anvertrauen und nicht blind auf irgendeine teure Masche hereinfallen, dann ist es schon mal nicht schlecht.

    Gut fand ich auch die Tierärztin, die den "guten" THP durch diesen Test kennengelernt hat, nun weiterhin mit ihm zusammenarbeiten wird.

    Bei der einen kam dann noch Tierkommunikation ins Spiel - das ist ja sowieso so eine Sache, die für viele reine Scharlatanerie ist. So wie diese Dame das "praktizierte", kann man dieser Meinung auch nur beipflichten.

    Ich glaube, neben der klassischen Tiermedizin gibt es eine Reihe von Möglichkeiten, wie man seinem Haustier das Leben erleichtern kann. Man muss halt aufpassen, dass man nicht an einen reinen Geldschneider gerät.

    Wenn dem Hund Reiki z. B. hilft - warum soll er es nicht bekommen? Schaden kanns schliesslich nicht. Oder Massagen, Tellington Touches usw. usw. Und wenn Herrchen oder Frauchen ein besseres Gefühl hat, nachdem ein Tierkommunikator mit dem Tier "gesprochen" hat - warum nicht?

    Solange dennoch alle Möglichkeiten ausgeschöpft werden und auch die Schulmedizin nicht aussen vor gelassen wird.... Hauptsache, das Tier (und auch sein Mensch) leidet nicht unnötig.

    Gruss
    Gudrun

  • Es kommt kommt mir so vor als hätte jemand eure Religion beleidigt. :roll:
    Wird etwas gegen Alternative Methoden gesagt, und das viele Leute damit viel Geld verdienen, verspüren sofort einige den Zwang sich rechtfertigen zu müssen.

  • Was schade ist, ist dass viele (damit meine ich jetzt niemanden hier speziell) THP immer direkt als Hokuspokus abstempeln und in eine Schublade stecken. THP sind immer mystische, esotherische Menschen... :roll: Was natürlich völliger Blödsinn ist.

    Ich lerne ja THP. ALLE meine Dozenten sind "normale" veterinärmedizische Tierärzte. Was wir da lernen, hat mit Hokuspokus wenig zu tun, sondern ist sehr fundiert und wissenschaftlich.

    Nur mal so als Beispiel: In der Phytotheraphie oder Homöopathie werden pflanzliche Mittel angewendet, deren Stoffe nachweislich bestimmte Reaktionen im Körper auslösen. Das ist nichts weiter als pure Chemie, Reaktion von Molekülen untereinander. Der Knackpunkt ist, dass diese natürlich gewonnenen Stoffe wesentlich geringer dosiert sind als in chemisch hergestellten Präperaten und deswegen nicht bei jedem Lebewesen unbedingt zu sichtbarem Erfolg führen. Heißt: Viele in der klassischen Veterinärmedizin angewandten Präperate sind nichts weiter als chemisch hergestellte, wesentlich höher dosierte und mit Zusatzmittelchen "gepushte" Moleküle, die genauso in Pflanzen vorkommen. Logisch, denn solche Erkenntnisse kommen ja nicht einfach aus dem nichts, sondern haben sich weiterentwickelt aus früheren Erfahrungen, als es eben nur Pflanzen und Kräuter gab.

    Das ist schon fast der ganze Kern der Sache, leider verstehen viele das nicht bzw. machen sich auch gar nicht erst die Mühe, sich damit auseinanderzusetzen.

    Was ich gar nicht abstreiten möchte, ist, dass viele natürlich diesen ungeschützen Beruf für sich nutzen, um damit Schindluder zu treiben und Geld zu kassieren. Das ist extrem ärgerlich und tut sicher auch sein Übriges, dass THP allgemein so gerne belächelt werden. Denn solche Leute haben natürlich keine Ahnung und da kann dann auch nichts gutes bei rauskommen... Schade für die, die wirklich gut sind.

  • Bei mir persönlich wurde weder eine "Religion" beleidigt, noch falle ich auf Scharlatane herein (denke ich zumindest ;) )


    Aber was mich echt stört: warum um alles in der Welt wird nur auf den THP "herumgehackt"?
    Ja, sicher gibt es auch hier viele, die die Bezeichnung wirklich nicht verdienen!

    ABER: das gibt es auch bei den Tierärzten - ich habe da schon Erfahrungen machen müssen, die meiner Katze fast das Leben kostete!
    Trotzdem würde ich nie auf die Idee kommen, nun einen "Rundumschlag" auf TÄ zu führen und sie alle, oder mind. die meisten schlecht machen zu wollen!

    In diesem Falle hier wird den "guten" THP wirklich Unrecht getan - oder ist es so, das man die THP generell gar nicht will? Das nur die Schulmedizin anerkannt werden soll...?
    Das hoffe ich nicht, denn ich denke mal wir alle hier wollen doch nur das Beste für unsere geliebten Fellnasen, oder ;) und dann ist es doch egal, mit welchen Methoden, hauptsache es geht ihnen gut/besser, nicht?


    Wie geschrieben, es gibt überall gute und schlechte - und man hat als Tierhalter die Verantwortung eben die "Spreu vom Weizen zu trennen" - egal wem man sein Tier bzw. Hund anvertraut: sei es TA, THP, Hundeschule, Hundepension, Futter ect. ect.

    Aber meiner Meinung nach trägt ein solcher Thread gerade dazu nicht bei sondern eher zu Unstimmigkeiten.

  • Zitat

    Was schade ist, ist dass viele (damit meine ich jetzt niemanden hier speziell) THP immer direkt als Hokuspokus abstempeln und in eine Schublade stecken. THP sind immer mystische, esotherische Menschen... :roll: Was natürlich völliger Blödsinn ist.


    Das stimmt natürlich. Ich habe nichts dagegen, wenn sich Leute intensiv mit Tieren und ihren Wehwehchen auseinandersetzen und dann damit eine "Praxis" eröffnen. Allerdings beinhalten insbesondere alle mir bekannten (ich beschäftige mich schon recht lange mit dem Thema) Ausbildungen ziemlichen Unsinn, der dann eben von den Leuten weiterverbreitet wird.

    Zitat


    Ich lerne ja THP. ALLE meine Dozenten sind "normale" veterinärmedizische Tierärzte. Was wir da lernen, hat mit Hokuspokus wenig zu tun, sondern ist sehr fundiert und wissenschaftlich.


    Auch unter TA gibts solche und solche ;) Das soll nicht heißen, dass alle Tierärzte, die was mit THP zu tun haben nichts können aber es sind schon viele schwarze Schafe dabei.

    Zitat


    Nur mal so als Beispiel: In der Phytotheraphie oder Homöopathie werden pflanzliche Mittel angewendet, deren Stoffe nachweislich bestimmte Reaktionen im Körper auslösen. Das ist nichts weiter als pure Chemie, Reaktion von Molekülen untereinander. Der Knackpunkt ist, dass diese natürlich gewonnenen Stoffe wesentlich geringer dosiert sind als in chemisch hergestellten Präperaten und deswegen nicht bei jedem Lebewesen unbedingt zu sichtbarem Erfolg führen.


    Der Knackpunkt ist gerade, dass in der Homöopathie eben kein einziges Molekül der entsprechenden Stoffe verarbreicht wird. Also bekommen die Tiere und Menschen einfach teures nix (bzw Zucker) verabreicht. Die These "..und deswegen nicht bei jedem Lebewesen unbedingt zu sichtbarem Erfolg führen." ist die typische Homöopathie-These um alles zu belegen...

    Zitat


    Was ich gar nicht abstreiten möchte, ist, dass viele natürlich diesen ungeschützen Beruf für sich nutzen, um damit Schindluder zu treiben und Geld zu kassieren. Das ist extrem ärgerlich und tut sicher auch sein Übriges, dass THP allgemein so gerne belächelt werden. Denn solche Leute haben natürlich keine Ahnung und da kann dann auch nichts gutes bei rauskommen... Schade für die, die wirklich gut sind.


    Das ist bestimmt richtig. Wobei man definieren sollte, was einen guten THP ausmacht. In meinen Augen wäre das jemand, der sich dessen bewusst ist, einfach Erfahrungswerde was Tiererziehnung etc angeht weiterzugeben und nicht jemand, der irgendwelche Wunderwasser, Fernheilungen oder was auch immer verkauft.

    Zur Klarstellung: Von mir aus kann gerne jeder zum THP gehen und in vielen Fällen ist es auch angebracht aber bei bestimmten Grenzen (bewusste Täuschung durch teure Placebos - fehlende Kompetenz um wirkliche Erkrankungen zu erkennen und zum TA zu schicken etc) ist es bei vorbei ;)

    Gruß!

  • Ich habe den Bericht gestern auch gesehen und war geschockt das es anscheinend so viele "schlechte" THP gibt.
    Wir waren mit unserem noch nie da, aber dieser Bericht hält mich jetzt nicht davon ab das einmal auszuprobieren. Es hat mit nur gezeigt das man vorher gut prüfen sollte wen man an sein Tier lässt.
    Ich würde auf jeden Fall keinen an meinen Hund lassen der schon auf seiner Homepage schreibt er könnte mit Hamstern reden (oder mit leeren Spinnenhäuten :D )

    Allerdings fand ich auch das sich in dem Bericht die Grundstimmung "Tierheilpraktik ist Hokuspokus" breit gemacht hat. Der Meinung bin ich definitiv nicht.

    Zitat

    Ich schließe aus dem Bericht nur, dass der THP nun mit der Tierärztin liiert ist, das ist doch auch mal was!
    Somit hat der Bericht auch was Gutes :D .

    Das war allerdings auch sehr interessant :hust:

  • Ich habe diesen Beitrag auch gesehen.

    Bevor ich Lara kennengelernt und mich in Foren erkundet habe, hatte ich genau dieses Vorurteil gegenüber THP.

    Die hier in der Gegend die ich kenne, reden mit Bäumen oder meditieren in ihren mit Stoff ausgekleideten Buddharäumen.

    Ich finde es schade, dass durch solche Beiträge wieder ein zT falsches Bild übermittelt wird... Auch noch diese esoterische Hintergrundmusik...

    Ich finde es schade, denn ich glaube, dass diese Art von Arzt in manchen Fällen wirklich hilfreich sein kann!


    Ich werde demnächst zu Lara gehen. So viel steht fest!

  • Zitat

    Verstehe ich auch nicht ganz... :???:

    Es gibt gute TÄ, es gibt schlechte TÄ. Es gibt gute THP, es gibt schlechte THP.


    Ich bezweifle stark, dass die Bilanz bei 6 zufällig ausgewählten TA so krass ausgefallen wäre. Immerhin haben die mal ein Staatsexamen abgelegt....

    Und wenn ich bedenke, wie heftig hier oft gegen die geldgierigen TAs vom Leder gezogen wird, ist es wirklich erstaunlich, wie reagiert wird, wenn ein Test feststellt, dass die Mehrheit der THP wenig bietet für viel Geld.

  • Ich habe den Beitrag gestern abend auch gesehen und war sehr enttäuscht. In erster Linie galt meine Enttäuschung aber der sehr oberflächlichen und einseitigen Berichterstattung.

    Ganz ehrlich: 6 Fälle sind doch nicht repräsentativ. Dann frage ich mich auch, nach welchen Gesichtspunkten wurden die "Therapeuten" ausgewählt. Ich will nichts unterstellen, aber wer hier ergebnisorientiert selektiert, hat doch leichtes Spiel. Mich hätte interessiert, wie die Behandlungserfolge gewesen wären, wenn man sich um seriöse Therapeuten bemüht hätte. Wie man solchen findet, wurde ja im folgenden Gespräch thematisiert. Dann erst, könnte man meiner Meinung nach vergleichen.

    So hat das Ganze nur einen verfälschenden und verunsichernden Charakter. Natürlich gibt es Scharlatane. Aber die gibt es doch in jedem Bereich / Beruf. Ist doch nix Neues.

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