Hysterie-Hyäne - Wie damit umgehen?

  • Ich würde das ganz gezielt und kleinstschrittig üben. Egal warum, es ist klar, dass sie immensen Stress hat in der Situation. Flippt sie auch aus, wenn du sie anbindest irgendwo, und dich etwas entfernst von ihr?

  • Ich denke, ich werde auf jeden Fall nochmal unsere Trainerin kontaktieren, ich denke mal, ihr "Verlassensverhalten" draussen und das Problem beim Alleinbleiben Zuhause hängt irgendwie zusammen.

    Wollte von euch vor allem erstmal "Erste Hilfe": Wie würdet ihr reagieren, wenn euer Hund so ausflippt und "schreiend" in der Leine hängt, auf nichts mehr reagiert??? Ich kam mir vorhin reichlich einfalls- und hilflos vor :ops: Zumal Madame mit ihren ~28kg auch nicht leicht zu bändigen war!

    Maanu:
    Also was ich dazu sagen kann ist, dass sie sehr stark meine Stimmung spiegelt. Rege ich mich auf, geht sie schon auf "Hab-Acht-Stellung", viele Probleme die wir früher hatten, konnte ich schnell beseitigen, indem ich einfach ruhiger geblieben bin. Klappt zwar nicht in allen Situationen, aber oft ist es so: Je entspannter ich bin und je selbstverständlicher ich mit allem bin, desto cooler ist sie auch. Da reichts schon, wenn ich jemand Fremdes unsympatisch finde, dass sie die Person teilweise sofort anmotzt.

    Zum Freilauf: Läuft sie frei, auch mit anderen Hunden, folgt sie mir, wenn ich gehe! Früher oder später, mitlerweile gottseidank meist sofort und ohne Aufforderung oder mit kurzem freundlichem Hinweis, dass ich gehe. Eigentlich ist sie immer so in der Nähe, dass sie mich im Blick hat. (Auch hier wieder: Kontrolle oder Verlustangst???)

    Biomais:
    ich hatte auch das bedürfnis, mit dem Unterordnungskram anzufangen, den ich sonst überhaupt nicht leiden kann :dead2: Aber ich will ängstliches Verhalten (falls es Angst ist!) nicht noch mit körperlicher, grober Action noch verschlimmern...

    @nijra:
    Klares Jain. Das habe ich schon mehrfach mit ihr geübt (einfach so irgendwo anbinden mach ich eigentlich nie / ist nie notwendig) - das kann sie mitlerweile recht gut ab, ohne Geschrei. Aber sie hampelt und ist jedenfalls alles andere als entspannt. Komme ich wieder zu ihr, gibts den üblichen "Jahrelang-Nicht-Gesehen-Tanz" :muede2:

  • Zitat

    Biomais:
    ich hatte auch das bedürfnis, mit dem Unterordnungskram anzufangen, den ich sonst überhaupt nicht leiden kann :dead2: Aber ich will ängstliches Verhalten (falls es Angst ist!) nicht noch mit körperlicher, grober Action noch verschlimmern...


    Du musst ja nicht grob sein ;-) Ich glaube gerade einem unsicheren/ängstlichen Hund helfen klare Ansagen besonders. Wenn man ganz klar und konsequent kommuniziert wie es jetzt zu laufen hat hat der Hund einen festen Rahmen, der ihm Halt gibt.

  • Zitat


    In der Situation hätt ich mir den Hund geschnappt und eiskalt mit Unterordnung bombardiert bis er sich auf mich konzentriert. So hab ich bei Ewok ähnliches Verhalten unter Kontrolle gebracht. Ignorieren kann man sowas meiner Meinung nach nicht und wenn das Abbruchkommando nicht ankommt ist es nicht fest genug verankert ;-)

    Na ja, das würde aber wohl ziemlich rüde aussehen, wenn sich Ice´s Hund in seinen eigenen Stressmodus flasht.
    Bei uns ist "bleib" sehr vielfältig:
    - das kann während UO-Übungen sein
    - zur Impulskontrolle, wenn ich etwas werfe und sie erst auf Kommando los darf
    - wenn sich jemand von uns versteckt bis sie anfangen darf denjenigen zu suchen
    - vor dem Metzger (keine Angst, ich sehe sie durch die Türe). Da hatte sie zwar anfangs Muffe (Schwanz zwischen den Beinen), aber mittlerweile setzt sie sich einfach hin - bis Frauchen mit den Standard "5 Brocken kleingeschnittenes Rindfleisch) wieder kommt
    - wenn wir irgendwo hingehen und sie erwartungsvoll guckt, ob sie mit darf, dann sagen wir: "Du musst leider Zuhause bleiben, Betonung auf "bleiben"....

    Alles in allem hat es sich sehr gefestigt als ein "okay, ich muss jetzt warten", aber es lohnt sich....

    Vor allem konnte man es so gut in zeitliche (Fort)Schritte verpacken....

  • Wenn ein Hund wirklich im höchsten Maß gestreßt ist erreicht man mit massiver Unterordnung gar nichts, da man von einem so gestreßten Hund die UO nicht mehr im normalen Ton/normalen Umgang erreicht und ein Hund der von sich aus nicht folgen kann, weil der Streßlevel es nicht erlaubt kann nur mit rüderen Methoden zur UO gebracht werden, dies widerrum führt zu mehr Streß, Streß blockiert das lernen und zack hast du einen Negativkreislauf in dem der Hund gar nicht lernen kann.

    In welchen Situationen ist der Hund denn noch gestreßt, wie händelst du solche Situationen und wie sah dein mißlungener Abbruchversuch aus?

  • Einen ausflippenden, schreienden Hund lasse ich an Ort und Stelle runterkommen, wenn der Auslösereiz nicht mehr da ist, und unterstütze das mit dem Entspannungssignal. Ist das nicht möglich, und der Hund auch nicht über Gehorsam ansprechbar, nehme ich ihn physisch raus aus der Situation, und fahre ihn am nächstmöglichen Ort runter. Ich greife da direkt ins Geschirr/Halsband und halte ihn sehr eng an mir, so geht das auch kräftemässig besser.

  • Das "bleib" in dem Sinne beherrscht sie zugegebenermaßen nicht sooo gut... Setze ich sie irgendwo ab (z.b. am Feldweg) und gehe weg, bleibt sie recht gut sitzen, folgt mir aber ab einem bestimmten Abstand dann doch wieder. Da übe ich aber dran, ist schon von ca 5 meter auf 50 meter "hochgelernt".

    Wo es gut funktioniert ist in gewohnter Umgebung: Sie ist ja z.b. öfter abends bei meiner Mutter in der Kneipe, die sie quasi schon immer kennt. Wenn ich gehe, sage ich deutlich "Shira BLEIBT" und dann folgt sie mir auch nichtmehr, auch nicht ausser Sichtweite etc. Selbiges wenn ich sie zu meiner Mam heim bringe oder zu J.(der Lieblingssitterin). Da gibts dann auch kein Theater.

    Was meint ihr denn zu dem Vorschlag, sie absichtlich öfter in solche super-streßsituationen zu bringen?? (Siehe Seite 1)

    Fanta: Wirklich gestreßt ist sie, in DIESEM Maße, eigentlich wirklich nur, wenn ich weggehe (Ausnahmen + Handling siehe oben). Händling... naja, alleinbleiben üben bis zum erbrechen, Ruhezonen schaffen und ihre übermäßige Aufregung nicht mit Aufmerksamkeit bestärken sondern eher ignorieren und selbst möglichst ruhig bleiben (ruhiger Tonfall, Rumgehampel ignorieren, mögl. klare Ansagen)
    Wie gesagt war ich vorhin selbst dann ziemlich gestreßt, habs mit klarem "NEIN" (das kennt sie normalerweise, vor allem die Tonlage!) und fixieren/festhalten versucht, brachte leider garnichts... Ich hatte eher das Gefühl, was ich sage, erreicht sie überhaupt nichtmehr und ich hätte sie genausogut irgendwo anbinden können, statt selbst die Leine zu halten :verzweifelt:

    Ich glaube, dass sie SO arg ausgerastet ist, lag auch mit daran, dass sie sowieso schon ziemlich aufgeregt war: J. dabei, 2 fremde Männer, fremde Umgebung, Kinder und Hunde rundherum, vorher toben im Wasser...
    Nachdem sie sich wieder halbwegs beruhigt hatte und auch wieder auf freundliche Ansprache reagiert hat, bin ich dann auch heim gegangen.

  • Hallo,
    klinke mich mal kurz ein. Sie macht das nur bei Menschen, die sie besonders mag?
    Wie begrüßen diese Menschen Deinen Hund, wenn sie ihn sehen? Ist großes Brimborium oder wird
    der Hund eher ignoriert? Wie begrüßt Du Deinen Hund, wenn Du Heim kommst? Ich denke, es wird
    viel verändern, wenn der Hund erst einmal nicht begrüßt wird sondern erst einmal ignoriert.
    Wenn er sich ruhig verhält, eine kleine, ruhige Begrüßung.

    Wenn er anfängt sich so aufzuregen kann eine kleine Rütteldose, im richtigen Moment, ihn aus
    diesem Verhalten reißen und für ein Kommando öffnen.

    LG HildaDobby

  • Hilda:

    Richtig Theater macht sie nur bei Menschen, die sie besonders mag (entweder auf Anhieb, oder nach mehrmaligem Treffen). In der Wohnung haben alle Gäste Anweisung, ihr Rumgehampel und Gejodel zu ignorieren und nur ruhig zu begrüßen, wenn sie wieder halbwegs ruhig ist. Meist schicke ich sie direkt in ihren Kennel und warte, bis sie dort ruhig liegt, bevor sie nochmal kontrolliert Hallo-sagen darf.

    Wie sie mich begrüßt: Dazu muss ich anmerken, dass sie sogut wie nie alleine zuhause ist, sondern bei meiner Mam oder nem Sitter, da sie -wie gesagt- aufgrund ähnlich gearteter lautstarker Streßsymptome nicht gut alleine bleibt, woran wir arbeiten.
    Aber wenn ich sie irgendwo abhole oder sie doch mal 5 Minuten alleine war, verhält sie sich immer, als hätten wir uns ewig nicht gesehen: Gejodel, gefiepse, abschlecken, Zeugs apportieren. Ich ignoriere das völlig, gehe einfach an ihr vorbei und beachte sie erst, wenn sie runtergekommen ist. Mache ich schon immer so, also seit über 1 1/2 Jahren, aber ihre übermäßige Widersehensfreude hat sich dadurch nicht gelegt, aber es ist einen Tick besser geworden. Früher ist sie an mir hochgesprungen und hat richtig geheult, mitlerweile..naja siehe oben, nicht "ruhig" aber "ruhiger".
    Das legt sich übrigens aber auch sehr schnell wieder, sagen wir, 10 Sekunden Aufstand, dann sucht sie sich einen Liegeplatz und ist wieder völlig entspannt.

  • Zitat


    In der Situation hätt ich mir den Hund geschnappt und eiskalt mit Unterordnung bombardiert bis er sich auf mich konzentriert. So hab ich bei Ewok ähnliches Verhalten unter Kontrolle gebracht. Ignorieren kann man sowas meiner Meinung nach nicht und wenn das Abbruchkommando nicht ankommt ist es nicht fest genug verankert ;-)

    Wie macht man mit einem Hund, der kaum mehr ansprechbar ist vor Stress, UO? (Soll nich provokativ klingen, interessiert mich wirklich)
    Mein Hund wird tatsächlich durch die TrainingsDisc (ähnlich wie Rappeldose, nur klein), wenn ich diese kurz vor ihm auf den Boden werfe, wieder ansprechbar..
    Damit haben wir gute Erfolge erzielt, aber er ist auch überhaupt nicht ängstlich oder verbindet damit etwas böses oder so..es holt ihn wirklich nur zurück auf den Boden in dem Moment..
    Aber ich denk das kommt auch ziemlich auf den Hund an

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