Dringend Hilfe benötigt!

  • Hallo,

    also .. Du kannst ja nix dazu, das die Organisation da einfach falsch vermittelt hat. Nun machst Du einfach das beste draus ..

    Bitte besorg Dir morgen aus der apotheke Homöpatische TROPFEN gegen Angst und Streß für Hunde.. Die kannst Du ihr über das Futter Tröpfeln oder Leberwurst egal...Hauptsache rein damit!
    Hast Du eine Duftlampe? Besorg Dir Melisse und bedufte sanft dein Haus (Bitte Abstand von 20 Minuten nach den Tropfen einhalten).
    Bewegt Euch so Normal wie möglich. Den HUnd nicht bedrängen, oder bestärken mit betüddeln. Hast Du einen sozialen hUnd im Bekanntenkreis? Trefft euch zum Gassi gehen. Das wird ihr helfen. Sichere die Maus unbedingt doppelt oder am besten mit einem Sicherheitsgeschirr (Doppelgurt siehst auf meiner HP HappyPfote.Hundephysio.de) Bis dahin am besten Leine mit Halband UND Geschirr koppeln!

    Lg Simona

  • Hunde aus dem Ausland (auch wenn sie dort schon auf einer PS waren) kennen sehr oft kein Haus, keine Treppe etc. Geduld haben, mit Leckerchen üben. Bietet ihr Wasser im Garten an, sie kennt wahrscheinlich keinen Wassernapf, dann soll sie eben im Garten aus einem Eimer trinken, aber immer Wasser im Haus bereit stellen, irgendwann wird sie auch dort trinken.
    Gassi gehen, auch wenn nur kurz, immer doppelt gesichert, d. h. Halsband und Geschirr, am besten eine Leine um den Körper, die andere in die Hand. Auch im Garten sichern, manche sind regelrechte Kletterkünstler bzw. ein Labbi kann recht hoch springen.
    Gebt ihr Zeit, 2 Tage sind gar nichts. Und bitte nicht versuchen, schon jetzt groß Kommandos etc. zu üben, das ist zu früh, sie muss sich langsam eingewöhnen.
    Auch beim Sauber werden wird sie Zeit brauchen, Pflegestellen im Ausland sehen oft so aus, dass die Hunde dort im Rudel draußen leben, sie kann also noch nicht sauber sein. Am besten alle 2 Stunden (doppelt gesichert) raus, wenn sie was macht, belohnen...
    Es gibt Auslandshunde, die hierher kommen und ins Haus reingehen, als wären sie mal kurz in Urlaub gewesen. Und es gibt eben auch Hunde, die Zeit brauchen um anzukommen. Lasst ihr die Zeit, überfordert sie nicht mit Außenreizen, also auch Spaziergänge nicht zu ausgiebig gestalten, nicht zu viel mit ihr unternehmen, sie braucht Ruhe und Sicherheit und einen gleichbleibenden, geregelten Tagesablauf. Je ruhiger und entspannter es bei euch zugeht, desto schneller wird sie sich eingewöhnen.
    Und ja, super Orga, mal wieder einfach vermittelt und nicht nachgedacht - die Vermittlungsquote muss ja stimmen...

  • Ganz grundsätzlich:
    Ich würde sie nicht mit Leckerli locken. Locken ist immer doof! Weil sich der Hund dann auf das Leckerli konzentriert, sich aber nicht mit der Situation auseinandersetzt. Sprich: Er lernt da nix, außer das Leckerli zu fressen ;)
    Leckerlis sollten als Verstärkung eingesetzt werden, nachdem der Hund etwas Richtiges gemacht hat. (Es wird ihm nicht wie einem Esel die Möhre vors Gesicht gehalten.)

    ZB hieße das für eure Situation: Der Hund bekommt oben, in der Wohnung, ein Leckerli, dann wird sein Hineingehen belohnt.
    Oder ggf. Teilschritte belohnen, wie das Sich-auf-die-Haustür zubewegen. Aber erst muss der Hund das machen, dann erst das Leckerli (nicht umgekehrt, erst Leckerli zeigen).


    Aber ich würde hier gar nicht mit Leckerli arbeiten. Ich würde den Hund liebevoll beherzt zu seinem Glück zwingen. Er steht sich hier in meinen Augen selbst im Wege.

    Ich würde mich erst mal selbst überprüfen, ob nicht auch bei mir schon ein Vermeidungsverhalten eingesetzt hat, sprich ob ich nicht schon erwarte, dass der Hund vor der Tür "bockt". Hab ich selbst diese Erwartungshaltung, pusht das den Hund in genau diese Richtung.
    Deshalb ggf. das eigene innere Bild ändern: "Es ist normal, dass der Hund einfach mit in die Wohnung kommt."
    Deshalb gibt's da kein Federlesen, wir gehen normal in die Wohnung. Sträubt sich der Hund, würde ich ihn beherzt liebevoll mitschleifen. Dazu nehmt ihr die Leine(n) so, dass der Hund mit euch mitmuss.
    - Achtung, bitte nicht als Starkzwangsmaßnahme verstehen, so meine ich das nicht. Ich meine es so, dass ihr den Hund sicher durch die ihm unsichere Situation führt. Dass ihr ihm zeigt, wie die Situation zu meistern ist.

    Ich hab selbst eine (ehemalige) Angsthündin und musste mich in das Thema Angsthunde reinarbeiten. Und einen Hauptfehler im Umgang mit Angsthunden sehe ich in einer mangelhaften, unsicheren Führung. - Aber das ist ein komplexes Thema.
    Hier der Thread widmet sich eigens Angsthunden:
    https://www.dogforum.de/der-angsthund-…hilit=Angsthund
    (Für Fragen/Austausch kannst du auch quer einsteigen, ohne den ganzen Thread gelesen haben zu müssen. - Wobei das Lesen sehr lohnenswert ist :smile: )

    Zum Fiepen in der Wohnung: Ich würde sie wortlos auf ihren Platz bringen. Ihr also wieder zeigen, was sie tun soll: Sich auf ihren Platz legen.
    Auch beim Fiepen ist es wichtig, sich bewusst nicht in die Empathie fallen zu lassen ("Oh Gott, was hat sie nur?" zB) und selbst mit unsicher zu werden. Bleib stattdessen "in deiner Mitte". Mach dir klar, dass der Hund es bei dir gut hat (hat er doch, oder nicht?). Es ist ein bisschen wie mit dem Wetter: Sich nicht die Laune davon verderben lassen. - Das hilft deinem Hund am meisten, weil du ihm dann Sicherheit vermittelst. Lass dich nicht von seiner Überforderung anstecken, sondern es soll umgekehrt funktionieren, dass deine Sicherheit auf den Hund abfärbt.

    Ich weiß nicht, warum deine Hündin fiept. Nur klar ist, dass sie gerade ungemein viel zu verarbeiten hat. Sie wird vermutlich üppig Stresshormone im Blut haben. (Wir kennen das selbst, das kann sich anfühlen wir Muskelkater, wenn wir zB einige Stunden angespannt waren zB beim Warten auf Prüfungsergebnisse oder so.)
    Diesen Stress wird sie durch Träumen los (vermutlich "zappelt" sie viel im Schlaf?) und ansonsten am besten durch Bewegung und gezielte Entspannung.
    Habt ihr die Möglichkeit, mit ihr reizarm spazieren zu gehen? Dass sie min. 1 Std. am Tag draußen entspannen kann - das geht nur in einem Gebiet, wo wenig Einflüsse auf sie niederprasseln, wo einfach nur viel "Landschaft" ist, mehr nicht.
    Da sie noch nicht abgeleint werden sollte, wäre Bewegung wie zusammen Joggen oder sie am Rad laufen lassen gut. Das würde auch eure Bindung stärken, weil sie sich auf deinen Takt einlassen muss. - Das würde ich jetzt nicht überstürzen, sie kann ruhig noch einige Tage einfach bei euch ankommen, völlig ohne extra Action.
    Nur wäre Joggen/Radfahren und "einsame Spaziergänge" bei eurem Hund Teil seines "Therapieprogrammes", keine normale Bespaßung, und insofern würde ich nicht zu lange damit warten.


    Und zum Schluss möchte ich dir noch Mut zusprechen :smile: Auch wenn ein Angsthund eine echte Herausforderung ist: Es ist machbar, einen glücklichen Hund aus ihm zu machen. Es dauert, aber wenn sie erst einmal begriffen haben, dass es sich für sie lohnt, sich ihren Menschen anzuvertrauen (weil die Welt dann weniger gruselig ist), sind sie ungemein treue und liebenswerte Gefährten.
    Nur dauert das "Team-Building" halt länger als bei anderen Hund-Mensch-Teams.
    Mitunter kann es sein, dass ein Hund spezielle, auf ihn zugeschnittene Lebensverhältnisse braucht. Nicht jeder Angsthund wird zB in der Stadt glücklich.
    Nur Hunden angeboren ist ihr ungemeine Anpassungsfähigkeit. Insofern würde ich es jetzt als verfrüht betrachten, Prognosen abzuliefern. Man wird erst nach einigen Monaten (!) sehen, wie sich der Hund in seinen neuen Lebensverhältnissen entwickelt hat.

    Falls ihr gar nicht in einen Alltag mit ihr hineinfindet, könntet ihr auch einen Trainer hinzuziehen, der sich mit Angsthunden auskennt. Mit ihm könntet ihr wichtige Weichen stellen für den grundsätzlichen Umgang mit eurem Hund.
    So einen Trainer kann man jederzeit anrufen und hinzuziehen - ich finde, der Gedanke beruhigt und entlastet von eigenen "Ich schaff das nicht, ich weiß nicht weiter"-Gefühlen.

    Alles alles Gute euch!

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