Notfall Rückruf aufbauen

  • Zitat

    Ich fänd es bspw. absolut spannend in einem eigenen Thread über die Möglichkeiten und Grenzen des Training mit Verhaltenshemmung und Strafreizen zu diskutieren...ich befürchte aber...und hab es ja auch selbst schon erlebt...das in diesem Forum dazu keine sachliche Diskussion möglich ist...


    Ich wäre sofort dabei :smile:

  • Zitat

    Es gibt auch noch etwas Drittes. Grenzen werden akzeptiert und eingehalten, wenn man dem anderen vertraut.

    Yap...ich konnte immer darauf vertrauen: wenn Jill ein Reh sieht, ist sie wech :lol:
    (wollte nur mal ein wenig mit Humor hier starten, ich mache mich über niemanden lustig!)

    Bei Wild sind Jill und ich nach Zeiten des Übens den Kompromiss eingegangen, dass wir beide an die Leine kommen und ich dafür hinterherhechte...
    Was das Jagen angeht, bin ich in voller Länge ein Versager gewesen...herrje, Asche auf mein Haupt.

    Einen Notfall-Rückruf hatten wir nie, aber wir haben ein Superwort.
    Das heißt "Leckerlie" und da steht Madame auch heute noch stramm und bricht jedes Verhalten ab (außer Jagen :D ). Ob das Leckerlie nun Wurst oder TroFu oder Super-Duper-Kauartikel sind, ist ihr immer egal gewesen.

    Aufgebaut habe ich das ganze so:
    - "Leckerlie!" => Leckerlie vors Maul gehalten => Schmatzen seitens Jill
    - so lange bis ich nur "Leckerlie!" sagen musste und Jill schon erwartungsvoll neben mir stand und alles andere ausblendete
    - dann begann ich nur noch intermittierend Leckerlie zu geben, sprich: "Leckerlie!" => Jill kommt an meine Seite => "Supi, Spatz!" (ich weiß, ich bin ja sowas von ein Warmduscher ;) ) und das zwei-/dreimal und dann wieder "Leckerlie!" => Jill kommt und schaut mich erwartungsvoll an => Leckerlie schmatz

    Und wehe hier zerflückt mich jetzt jemand, weil ich das nicht so super erklären kann....dem zeige ich dann meine ganz persönliche "negative Strafmöglichkeiten"-Sammlung :fies:

  • @ Sara: Das normale Zusammenleben ist voll von Verstärkung und Strafe, ob wir wollen oder nicht. Aber wenn wir die Lerngesetzte kennen, dann können wir sie bewußt anwenden oder uns zumindest erklären, warum es gut oder schlecht läuft.

  • Zitat

    Yap...ich konnte immer darauf vertrauen: wenn Jill ein Reh sieht, ist sie wech :lol:

    Die Kunst ist daher einfach, das Reh vor dem Hund zu sehen. :D


    Zitat

    @ Sara: Das normale Zusammenleben ist voll von Verstärkung und Strafe, ob wir wollen oder nicht. Aber wenn wir die Lerngesetzte kennen, dann können wir sie bewußt anwenden oder uns zumindest erklären, warum es gut oder schlecht läuft.

    Das sehe ich absolut genauso. :)

  • Hi,
    hab jetzt nicht alles gelesen, daher weiß ich nicht ob jemand das Notfallsignal genauso aufgebaut hat wie ich. also chuma hört auf hierher, allerdings nicht bei extremer ablenkung (hase, andere Hunde im Spiel). Hab mit der Pfeiffe geübt und das klappt 1A!. Angefangen hab ich in der Küche. Hab ein schönes Stück Wurst (Gelbwurst) in die Hand genommen, Chuma war neben mir, hab gepfiffen und ihm sofort das Stück Gelbwurst ins Maul geschoben. Chuma konnte sein Glück nicht fassen. Das hab ich in den nächsten paar Tagen wiederholt. Immer zu Hause, Pfiff, Wurst in den Rachen schieben ohne, dass er was dafür tun musste. Dann hab ich das Gleiche mal beim Gassi gemacht, Chuma steht neben mir, Wurst rausholen, Pfiff und Wurst. Chuma fand das Klasse. Dann hab ich gepfiffen, als er eh grad auf mich zulief (kein hierher vorher), Wurst als Belohnung. So nach 5 Tagen hat er es schon gecheckt. Bei Pfiff lohnt es sich angerast zu kommen und er kam angerast im wahrsten Sinne des Wortes. Statt Gelbwurst hatte ich auch öfter ein 80g Schalchen Schääba :) Katzenfutter dabei zum Auslecken. Die Pfeiffe wirkt prima, wobei ich zum Glück noch keine gefährliche Notsituation hatte. Abpfeiffen im Hundespiel ist kein Problem da kommt er her, man muss ihn dann nur halten, damit er nicht wieder abdüst wenn er die Wurst bekommen hat. Beim Hasen musste ich es noch nicht testen, da gibt er die Jagd zum Glück sofort auf, wenn er den Hasen nicht mehr sieht, da musste ich noch nicht pfeiffen weil er so wiederkommt und auch noch keine gefahr drohte wie Hase rennt über die Straße oder so. Also ich fühl mich sehr sicher wenn ich die Pfeiffe dabei hab, dass ist ein gutes Gefühl.
    Grüße
    csaui

  • Csaui, du beschreibst den klassischen Aufbau des Supersignals, Notfall Rückrufs, wie immer genannt. Funktioniert tatsächlich in vielen Fällen, nur gibt es leider auch recht viele spektakuläre Versager mit der Zeit. Was dann?

    Manche suchen ihr Heil in Abbruchsignalen, manche in etwas anders konditioniertem, verbesserten Rückruf. Darum hat sich die Diskussion hier gedreht, wie kann man es noch besser machen.

  • Zitat

    @ Sara: Das normale Zusammenleben ist voll von Verstärkung und Strafe, ob wir wollen oder nicht. Aber wenn wir die Lerngesetzte kennen, dann können wir sie bewußt anwenden oder uns zumindest erklären, warum es gut oder schlecht läuft.

    :???: Sorry, aber genau das ist doch das, was Staffy die ganze Zeit zu erklären versucht. Jedenfalls hab ich sie so verstanden.

    Ich habe festgestellt, dass sich bei meinem Hund bezahlt macht, vor den Rückruf ein Abbruchsignal zu setzen. Das funktioniert zu 90%. Eine Versagerquote gibt es immer, jedenfalls bei Hunden die nicht einen absoluten "Will to please-Charakter" besitzen.

  • Zitat

    :???: Sorry, aber genau das ist doch das, was Staffy die ganze Zeit zu erklären versucht. Jedenfalls hab ich sie so verstanden.

    Jain...

    Ich sprach von dem, was einfach passiert. Wenn ich nicht sehe, dass mein Hund dicht hinter mir steht und ihm auf die Pfote trete, dann ist das - lerntheoretisch gesehen - eine positive Strafe.

    Wenn Lotte eine Maus ausbuddelt und fängt, ist das eine positive Verstärkung, wenn sie zu langsam ist und die Maus entwischt, ist es eine negative Strafe.

    Nichts davon würde ich so anstreben um es gezielt zum Training meines Hundes einzusetzen. Dennoch kann ich nicht vermeiden, dass es passiert.

    Und da unterscheiden sich Staffys und mein Weg, ich verwende im Training keine positive Strafe und versuche so gut es geht zu vermeiden, dass sie einfach passiert. Staffy setzt sie - wenn ich sie richtig verstanden habe, was mir nicht so oft gelingt - gezielt und bewußt ein.

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