Sozialverhalten des Rottweilers
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Hallo liebe Rottweilerbesitzer,
wir haben seit drei Jahren eine Rottweilerhündin. Sie ist leider sozial meistens überhaupt nicht verträglich, bis auf wenige Ausnahmen,wo wir wissen dass es gut geht, hat sie also fast gar keinen Hundekontakt außerhalb des Hauses.
Früher war das anders, da war sie aufgeschlossen allen Hunden gegenüber, hat gespielt usw. Nach der ersten aber spätestens nach der zweiten Läufigkeit war dies dann vorbei. Sie pöbelt bis heute an der Leine und ohne Leine ist sie auch nicht verträglich. Wir wissen natürlich dass ein Rottweiler eben kein Labrador o.ä. ist, der freundlich und aufgeschlossen ist, aber so extrem hatten wir uns das dann doch nicht vorgestellt.
Wir wollen auch gar nicht dass sie mit jedem spielt und auf jeden anderen Hund freudig zustürmt, aber mittlerweile ist ganz normales spazierengehen fast nicht mehr möglich.
Wir wohnen hier an einem riesen Hundeauslaufgebiet und würden das natürlich auch sehr gerne nutzen, aber im Moment gleicht jeder Spaziergang eher einem Spießrutenlauf. Wenn man von weitem einen anderen Hund sieht, biegt man eben ab oder läuft noch ein Stück weiter, aber das kann es ja auch nicht sein. :/
Vor allem jetzt bei dem guten Wetter, sind alle Hundebesitzer draußen und da gehen wir schon extra später am Abend oder früher am Morgen oder auch mal im Regen, um ja niemandem zu begegnen.Vor unserer jetzigen Hündin hatten wir auch schon 13 Jahre lang eine Rottweilerhündin, und sie war auf keinen Fall so extrem wie unsere Jetzige. Es ist also nicht so dass wir blauäugig an diese Rassen herangegangen sind oder so.
Mit ihr wäre es jetzt noch nichtmal möglich mal eben in die Stadt zu gehen und etwas zu erledigen, da sie auch sehr sehr stark auf schreiende Kinder, bmx Räder, Skateboards etc reagiert. Und was man dann für ein Aufsehen mit einem Hysterischen Rottweiler erregt, ist alles Andere als schön.
Dabei weiß ich einfach nicht was schief gelaufen ist :/ wir waren in allen Grundkursen der Hundeschule, haben sie von einem guten Züchter, der die Welpen alle schon früh an alle möglichen Außenreize gewöhnt hat, haben sie von Welpe an überall versucht hin mitzunehmen, damit sie Eindrücke sammeln kann (bsp, restaurant, einkaufscenter etc), hatten Hundekontakte, die Nie, nie negativ waren...Bisher haben wir schon 2 Trainings gemacht, einmal bei unserem Hundetrainer und dann zusammen mit unserem Züchter und seiner Trainerin. Damit liefs auch einige Zeit besser, und wir haben sie zB bei hundebegegnungen mit einem Leckerchen oder Ball abgelenkt, aber mittlerweile hilft das meistens auch nicht mehr. Sie ist dann einfach außer sich, nicht mehr ansprechbar und klinkt richtig aus. Dabei ist es ihr auch egal ob es ein uralter Hund ist, oder ein junger der rumspringt oder so. Nur die ganz kleinen so Dackelgröße sind ihr meistens egal.
Leider hat sie es auch schon mal geschafft sich auf einen anderen Hund zu stürzen, da sie sich aus ihrem Halsband rausgewunden hat, es ist zum Glück, bis auf einige schrammen und ein wenig Fellverlust, nichts weiter passiert.Mich macht es halt einfach traurig, dass sie so geworden ist, denn hier im Haus ist sie lammfromm, lässt alles mit sich machen. Wir haben noch eine zweite Hündin, die tanzt ihr regelrecht auf der Nase rum, von ihr lässt sie sich alles gefallen, das ist gar kein Problem.Aber draußen ist sie nicht wieder zu erkennen.
Was ich eigentlich fragen wollte ist, ob ihr die gleichen Probleme habt, oder ob wir doch eine Ausnahme sind
Wie handhabt ihr das? Welche Halsbänder/geschirre benutzt ihr um eure Rottis gut im Griff zu haben?
Ich habe hier bei einigen gesehen, dass sie auch zwei Hunde haben und zusammen mit denen rausgehen, wie organisiert ihr das? Das wäre bei uns undenkbar, beide zu halten bei einer Hundebegegnung.
Denn hier gibt es leider sehr wenige Rottweilerhalter, zum Austauschen. - Vor einem Moment
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Hi,
Schau mal hier: Sozialverhalten des Rottweilers*
Dort wird jeder fündig!-
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such mal unter Leinenaggression. Da findest Du jede Menge Leidensgenossen und auch viele gute Tipps.
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Ich denke, dass hat weniger mit der Rasse, als viel mehr mit der "Erziehung" zu tun... Es gibt nun mal Hunde die nicht unbedingt mit jedem fremden Hund können und dann ist es Sache des Halters dem Hund klarzumachen, dass der Halter das regelt und eben nicht der Hund. Und wenn man das hat, kann man auch mit einem unverträglichen Hund den spaziergang genießen... aber das ist viel Arbeit! Ich denke nicht (!!!), dass das mit der Rasse zusammen hängt...

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Also ich würde doch nochmal nach einem guten Trainer suchen. Sie reagiert ja anscheinend nicht nur auf Hunde, sondern auch auf Skatebords, Kinder und was noch?

Wie alt ist sie denn jetzt?
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Ich bin mit einer Howavarthündin aufgewachsen, die war auch absolut unverträglich mit Artgenossen, bis auf vielleicht 3 Ausnahmen. Meine Eltern hatten auch sonst überall Baustellen mit ihr, z.B. wenn Besuch ins Haus kam. Damals waren wir auch bei vielen Trainern und es gab schon Besserung. Heute denke ich, wir hätten noch weiter suchen sollen, denn mit dem richtigen Trainer hätten wir noch viel mehr erreichen können. Jetzt wüsste ich, wo ich hingehen würde mit Problemhund.
Was ich damit sagen will? Gebt den Hund nicht jetzt schon auf und sagt: 'Sie ist halt so!' Auch daran könnte ihr noch arbeiten!
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Zitat
Ich bin mit einer Howavarthündin aufgewachsen, die war auch absolut unverträglich mit Artgenossen, bis auf vielleicht 3 Ausnahmen. Meine Eltern hatten auch sonst überall Baustellen mit ihr, z.B. wenn Besuch ins Haus kam. Damals waren wir auch bei vielen Trainern und es gab schon Besserung. Heute denke ich, wir hätten noch weiter suchen sollen, denn mit dem richtigen Trainer hätten wir noch viel mehr erreichen können. Jetzt wüsste ich, wo ich hingehen würde mit Problemhund.
Was ich damit sagen will? Gebt den Hund nicht jetzt schon auf und sagt: 'Sie ist halt so!' Auch daran könnte ihr noch arbeiten!
Genau!
Und mit der Rasse hat das m.M. nach gar nichts zu tun,da muss irgendwas schief gelaufen sein in der Erziehung,wenn auch natürlich nicht bewusst.Versteht mich nicht falsch-eure Erziehung bzw. euer Umgang mit ihr klingt super,aber mit dem Ergebnis MUSS ja was verkehrt gelaufen sein und sie denkt sie muss das regeln.
Also weiter mit guten Trainern üben! -
Ja, es gibt Leidensgenossen hier. Ich hab genau das Gleiche wie Du hier in Rüde liegen und kann genau nachvollziehen wie Du Dich fühlst

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Hi,
du sagst, ihr hab sie seit drei Jahren, sie war auch umweltsicher und mit der zweiten Läufigkeit ist es gekippt?
Es wurde besser nach gezieltem Training, mit der Zeit haben sich aber alle funktionierenden Techniken abgenutzt?
Klingt für mich spontan nach einer versteckten Spirale. Also dass einer der Hundeführer oder beide unbewusst die Problematik verstärken. Das dreht sich dann mehr und mehr hoch.
Wie hat sich denn die Aggression gegenüber anderen Hunden zuerst geäußert? Was war das erste Ereignis in dieser Richtung? Wie habt ihr reagiert?
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Zitat
Wir wollen auch gar nicht dass sie mit jedem spielt und auf jeden anderen Hund freudig zustürmt....... im Moment gleicht jeder Spaziergang eher einem Spießrutenlauf. Wenn man von weitem einen anderen Hund sieht, biegt man eben ab oder läuft noch ein Stück weiter, aber das kann es ja auch nicht sein. :/
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Mich macht es halt einfach traurig, dass sie so geworden ist, denn hier im Haus ist sie lammfromm...Wirkliche Tips kann ich Dir nicht geben aber ich hab mal was aus Deinem Beitrag rausgepickt, was mir bekannt vorkommt: Selbsterfüllende Prophezeiung, unbewußte Erwartungen, Angst = Teufelskreis.
Das mit der "Spirale" würde ich auch mal vermuten und das kenn ich von einem meiner Hunde in anderen Situationen. Neulich ist mir das erst wieder aufgefallen: Beim Gassi gehen wir immer an einem Grundstück vorbei, auf dem ein Terrier "tobt". Und meine keift zurück. Normalerweise bin ich schon vorher in Gedanken an der Stelle und was wohl passiert. Und es passiert immer das gleiche: Terrier keift, meine will sich von außen gegen den Zaune werfen. Neulich hab ich mal was probiert: Ich hab meinen Fokus - meine Konzentration - nicht auf das Grundstück gelegt sondern auf die nächste Kurve: DA wollen wir hin! Sind wir auch! In aller Ruhe!
Ich finde es immer wieder faszinierend wie das, was ich erwarte, vom Hund gelesen und umgesetzt wird. Im Guten wie im Schlechten.Nur im Gegensatz zu Deinem Problem waren wir ja "sicher". Kann nix passieren aber es nervt halt!
Ich würde mir an Deiner Stelle nochmal einen guten Trainer suchen und intensiv daran arbeiten. Vielleicht gibt es "Management-Maßnahmen", die Dir die nötige Ruhe geben. Vielleicht ist das einfach nur ein Maulkorb, vielleicht das "Zeigen und Benennen", das hier im Forum beschrieben ist. (Hab ich selber noch nicht gemacht aber ich kenne vom Erzählen den positiven Effekt, daß man selber Hundebegegnungen als positiv sieht als eine tolle Chance für Training.) -
Zitat
Mit ihr wäre es jetzt noch nichtmal möglich mal eben in die Stadt zu gehen und etwas zu erledigen, da sie auch sehr sehr stark auf schreiende Kinder, bmx Räder, Skateboards etc reagiert. Und was man dann für ein Aufsehen mit einem Hysterischen Rottweiler erregt, ist alles Andere als schön.
Was macht sie denn da? Will sie die fressen? Oder will sie Dich "beschützen"?
Was passiert wenn Du Dir Versuchsopfer suchst die mit nem Skateboard auf euch zufahren und anhalten wenn der Hund dreht? Du verwickelst die Skateboarder dann in ein Gespräch, beachtest den Hund net und wenn der Rotti ruhig wird freust Du dir nen Ast und zeigst ihr das auch ;).Ich bin auch so'n leidgeplagtes Rottweilerfrauchen und hab mit meiner viiiiel durch und teilweise noch verschlimmert durch rumdoctoren. Hab's gehasst wenn ich mit ihr rausmusste weil es einfach so GARkein Spaß mehr gebracht hat. Wollt Hunde fressen, wollt Menschen und Kinder fressen, hat Autos fressen wollen, Übersprungshandlungen von A-Z, nen Hund der sich gegen das Frauchen stellt.. hach.. ich könnt Dir Storys erzählen
Erste Besserung war wirklich eine ganz tolle Trainerin (meine kam von Canis) und viiiiiiiel üben.
Die passende l.m.a.A.-Menthalität hat auch noch positiv mit reingespielt ^^.Jez sind wir zumindest soweit, dass die Dicke an vielen Hunden ruhig (nicht entspannt!) vorbeigeht und zudem netmehr jeden x-beliebigen-Hund fressen will (bestimmte Feindhunde hat sie aber nach wie vor, ist aber netmehr so wütend, zeigt nur noch sehr selten Übersprunghandlungen aber lässt sich deutlich schneller beruhigen bzw. tickt eben netmehr aus wie wenn's kein Morgen mehr geben würde). Mitnehmen geht auch. Restaurant und Freizeitparks macht sie brav mit. Man frisst auch keine Menschen mehr wenn man gewisse Regeln beachtet, man läuft entspannt an Rollern/Kickboards vorbei etc.
Canis allein hat's net gebracht weil ich unfähig war das gescheit umzusetzen. Ich hab jez irgendwie nen wilden Mix aus vielen Lösungen - aber es hilft. Mit Leckerchen werfen oder dem Hund den Feindköter noch zu zeigen kam ich aber net weit
Net aufgeben! Und ganz wichtig: erstmal gaaaanz tief durchatmen! Auch wenn's extrem schwer fällt und man genau weiß, was der Hund macht ^^
edit: ach, genau
Angefangen hat's bei meiner im gleichen Alter wie bei Deiner. Nach der 1sten oder 2ten Läufigkeit. Vorher ein Lamm das sich hat anmucken lassen, das alles toll fand.. naja.. und dann ging's los. Ich ohne Plan, ohne Hilfe, und es wurd natürlich noch schlimmer. Hund belohnt sich dauernd selbst weil's ja geil ist und wenn man das dann Monate oder Jahre mitmacht ist der Teufelskreis natürlich sowieso da. Aber wirklich; es geht! Auch wenn ich sie manchmal gern am nächstbesten Baum aussetzen würde 
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