Dauerbespaßung daheim, was zählt da rein?

  • Seit 4 Tagen haben wir jetzt unsere fast 10 Wochen alte Aussiehündin Maggy.
    Langsam findet sie sich auch in unseren Tagesrhythmus ein, aber sie ist teilweise immer noch sehr anstrengend und schwer in Bahnen zu lenken. Mich macht das an sich nicht so fertig, aber ich wohne mit meinem Freund zusammen und er setzt sich einfach null gegen sie durch und ist aber immer megafrustriert, wenn sie dann halt doch am Teppich rumnagt statt an ihrem Spieli. Wie auch immer, das ist ja nicht das Thema :headbash:

    Was ich eigentlich wissen wollte: In dem Alter brauchen die Kleinen ja eigentlich für ihre Zähne stets was zum Knabbern, was ja auch der Grund ist, warum sie zuhause scheinbar willkürlich alles kaputtmachen. Wir haben deswegen ein Spieli (so ein Tau) immer rumliegen, das wir ihr immer anbieten, wenn sie irgendwo rumnagen will. Dabei frag ich mich aber: Zählt das auch zur Dauerbespaßung?? Ein Welpe soll ja kapieren, dass er nicht der Nabel der Welt ist und eben auch mal keine Party und Beschäftigung - kurzum, Langeweile angesagt ist. Wenn ihr da die ganze Zeit ein Spieli zur Verfügung steht, mit dem sie über den Boden kullert, ist das dann schlecht? Sie fordert uns jetzt eigentlich nie direkt zum Spielen auf außerhalb ihrer "5 Minuten" sondern kugelt sich halt allein mit dem Tau über den Boden, aber Spaß hat sie ja dabei trotzdem (so blöd das auch klingt :hust: ) und ich dachte es zählt zum Frustrationstraining, dass sie sich halt auch mal nicht beschäftigen kann und rumliegen muss... oder ist da das Argument "die Zähnchen wachsen, sie braucht was zum Beißen" stärker?
    Mit dem Spieli ist es halt natürlich deutlich bequemer für uns, aber ich hab auch mal gelesen, dass man bei überforderten Welpen ruhig mal alle Spielis wegnehmen und nur gezielt ausgeben soll.
    (Maggy ist immer recht aufgedreht, sowohl drinnen als auch draußen, es sei denn sie bekommt gerade mal einen vorbeifahrenden LKW oder etwas anderes Neues geboten)

  • Ich halte gar nichts davon, einen so jungen Welpen zu einem fixen Stundenplan zu verdonnern. Frustrationstraining macht man einige kurze Minuten, nicht stundenlang - es soll nicht ewiges Frust schieben beinhalten.

    Natürlich braucht der Zwerg Regeln, aber wenn er was kauen will, sollte ein Objekt da sein, an dem er dieses Bedürfnis ausleben kann, ohne ständig unterbrochen und korrigiert zu werden. Hier liegen bei einem Welpen immer Spielsachen rum, trotzdem sind meine Hunde angenehme Hausgenossen geworden, die drinnen kaum je rumspassen. wegräumen würde ich es nur stundenweise, wenn der Welpe von sich aus keine Ruhe findet. Allerdings halte ich auch dann für wichtiger, ihm bei der Ruhezeit zu helfen, als ihn zu frustrieren - Frust und Ruhe gehen schlecht zusammen.

    Kurz: mein Welpe durfte allein mit Spielzeug spielen, wenn ihm danach war. Es gab gewisse Regeln, auf deren Einhaltung ich geachtet habe, und manchmal war es notwendig, eine Ruhezeit zu verordnen. Wir hatten es recht bald sehr entspannt daheim. :smile:

  • Deswegen frage ich ja :) Bisher gab es kein gezieltes Frustrationstraining. Aber wir merken einfach bei jeder Kleinigkeit, dass sie sich absolut NICHTS sagen lassen will... wir lassen ihr ihr Kau-Tau jetzt auch die ganze Zeit draußen, die anderen Spielis kommen zum gezielten Spielen zum Einsatz. Wir haben halt seit sie sich langsam einlebt (seit gestern, so kommt's mir vor) immer mehr Probleme mit ihren Radauphasen.
    Wir gehen dreimal am Tag "große" Runden von 10-20 Minuten. Morgens und abends 10 Minuten, meist die gleiche Strecke mit höchstens minimalen Variationen, mittags eher 15-20 Minuten und dabei Prägung (eine Station S-Bahn/U-Bahn, einmal durch die Fußgängerzone, "Stadtkram" halt). Ansonsten inzwischen so alle 1-3 Stunden nur kurz vor's Haus zum Pinkeln lassen, je nachdem wie lange sie schläft.
    Aber egal nach welchem Rausgehen (also Gassirunde oder Pinkeln-lassen), sie dreht jedes Mal total auf in der Wohnung und geht ganz gezielt an die Dinge, von denen sie schon 100 mal weggeführt wurde und schon 10mal "Schluss!" gehört hat. Wir bieten ihr nach jedem Wegführen wieder das Kau-Spieli an, aber das bleibt halt nicht für lange interessant und dann gehts weiter zur nächsten Tabu-Kau-Station (Vorhänge, Teppich, Stuhlbeine...).
    Wenn sie nach ein, zweimal bei jeder Station nicht endgültig bei ihrem Tau bleibt, hatten wir es bisher so gehandhabt dass sie in ihre Box kommt. Da quietscht sie dann kurz und schläft dann auch. Aber ich hab halt echt ein schlechtes Gewissen bzw. bin etwas unsicher, ob sie wirklich JEDES Mal in die Box muss, sobald wir reinkommen :O Anders kommt sie halt nicht zur Ruhe (es sei denn, wir haben eine Monsterrunde gemacht und sie die letzten Meter zur Wohnung zurück quasi zwingen müssen, das kam bisher nur einmal vor und soll auch nicht wieder passieren).
    Daher auch die Frage wegen dem Spieli-wegpacken, weil solange im freien Raum ein Spieli rumliegt, spielt sie auch damit und ruht sich nicht aus. Wenn man ihr hingegen das Spieli mit in die Box packt, ist es dann sofort uninteressant und sie schläft wie gesagt recht schnell. Ich befürchte halt, dass sie das nie lernt, selbstständig Ruhepausen einzulegen, wenn wir sie jedes Mal in die Box packen, weil sie auf Wegführen und böse Stimme nicht reagiert...

  • Das Aufdrehen nach dem Gassi ist völlig normal, das haben meine auch gemacht. Meist sind sie danach allerdings von selber umgefallen. :sleep: Wenn nicht, habe ich mich zu ihrem Ruheplatz gesetzt bis der Schlaf sie übermannt hat.

    Die Box erfüllt denselben Zweck, wobei ich sie allerdings lieber offen lassen würde, bzw. wieder öffnen nach dem Einschlafen. Macht ihr diese "Prägung" täglich? Ist zuviel, würde ich höchstens 3x wöchentlich machen. Es besteht kein Zeitdruck, Qualität ist wichtiger als Quantität. Auch Gassi auf bekannten Routen ist ungeheuer aufregend für so einen Pimpf, da kommt jedesmal Neues dazu. Er braucht Zeit für die Verarbeitung.

    Das mit den Tabu-Stationen kenne ich von Rhian, die hatte es auch richtig drauf angelegt, und genoss die Aufmerksamkeit. Die hiess wochenlang nur Rhiannein! :/ Da würde ich heute auch schneller für Auszeiten sorgen. Splash war diesbezüglich kein Problem - dem habe ich aber auch schon am zweiten Tag ein Tabasco-Erlebnis beim verbotenen Kauspass verschafft. :ahhh:

  • Hi,

    Ich würde es so machen:

    Wenn ihr heimkommt, machst du sie in die Box. Immer.
    Wenn sie sich entspannt hat und schläft, kannst du die Tür aufmachen.

    Mein Aussie-Mix ist auch so ein Kandidat: Es gibt einfach bestimmte Situationen, mit denen kommt sie nicht klar. Z.B. wenn wir draußen andere Hunde treffen, ist sie meist danach so aufgeregt, dass sie dann meinen anderen Hund anpöbelt. Also kommt sie dann halt an die Leine.

    Genauso ist sie wahnsinnig aufgeregt, wenn wir Besuch bekommen. Die erste halbe Stunde ist sie dann halt in einem anderen Zimmer oder wird angeleint, lässt man sie danach Kontakt zum Besuch aufnehmen, ist sie gesittet, springt nicht hoch, winselt nicht etc.

    Wenn ich weiß, eine bestimmte Situation regt sie auf, sichere ich sie von vornherein, so dass sie auch selbst wieder durchatmen und runterkommen kann. Dann gehts auch wieder.

    Zusätzlich würde ich auch nicht täglich in neuen Gegenden spazieren gehen, ist furchtbar anstrengend für den Zwerg. 1-3 x pro Woche reicht locker.

    Irgendein Kauzeug darf sie ruhig immer haben. Wenn sie nicht wahnsinnig verfressen ist, kannst du ihr auch n Rinderohr oder n Ochsenziemer geben, da kann sie dann immer wieder dran rumkauen.
    Meine Hündin ist extrem verfressen und wenn sie sowas dann nicht am Stück fressen kann, trägt sie es dauernd durch die Wohnung und versteckt es mal hier, mal da, bewacht dann die Verstecke und kommt gar nicht zur Ruhe. Wenn dein Hundi aber mit der Situation klarkommt, kann sie ruhig auch sowas haben.

    Spielzeug ist auch ok, ich würde nur speziell bei der Rasse nicht zu viel mit ihr spielen.

    lg,
    Sanne

  • Vor allem brauchst du erst mal ein: ganz viel Geduld und Verständnis. Ihr habt den
    Zwerg vier Tage und fangt schon an genervt zu sein. Was hattet ihr euch denn
    vorgestellt? Bleibst mal locker, setzt klare Grenzen bei Dingen die ihr nicht wollt.
    Notfalls wegräumen, erst mal. Wenn sie sich selbst was zum spielen sucht, prima,
    lasst sie wenn es das richtige ist.
    Ein Grundprinzip solltet ihr immer im Hinterkopf behalten. Fragt euch immer mal wieder
    wer bei euch agiert, sprich Aktivitäten startet, und wer reagiert. Ihr solltet überwiegend
    die sein, die agieren und nicht die, die auf die Aktionen eures Hundes reagieren.

  • Spielzeug würde ich auch nicht wegräumen. Bei uns liegt alles (um die 10 verschiedenen Spielsachen) verteilt rum und seit wir ihn haben ist er an nix verbotenes mehr als ein paar mal ran gegangen. Dann sind wir ihm hinterhergeschlichen ohne dass er uns bemerkt hat und es kam ein deutliches "nein". Leicht erschreckter Welpi hat es so ganz schnell verstanden, dass er an nix außer sein Spielzeug dran darf. Mittlerweile ist er 5 Monate und zu Hause ein kleines Engelchen (draußen sieht das aber schon anders aus :) ) Wenn er in Spiellaune ist schnappt er sich eins der Sachen und beschäftigt sich selber.
    Ich habe auch von Anfang an mit meinen Hund in der Wohnung gespielt (auch rennen und toben) allerdings immer nur auf meine Aufforderung hin. Wenn er mal seine 5 Minuten hatte durfe er auch wie Wild durch die Wohnung flitzen. Alles kein Problem, er hat sich trotzdem zu einem ruhigen Hund entwickelt, der die meiste Zeit zu Hause ruht und sich Super alleine beschäftigen kann.

  • Ich glaube du erwartest nach 4 tagen ein bißchen zu viel,meinst du nicht?
    In 4 Tagen kann kein Welpe lernen,was er nicht darf und was nicht.
    Und das du schon so viel mit ihm machst,wie U-Bahn,S-Bahn und Stadt,finde ich viel zu viel.
    Ich bin mit Buddy fast 2 Wochen lang erst einmal bei uns die Einfahrt hoch und runter und habe ihn an dei Autos gewöhnt.Und dann bin ich erst mit ihm direkt an der Strasse entlang gegangen.

    Also ich habe kein Spielzeug rum liegen.Wenn ich das hätte,würde bUddy sich den gnazen tag allein nespaßen,denn er kennt seine Grenzen ganz und gar nicht.Er meint,er muss den ganzen Tag in Action sein.Das einzige,was hier rum liegt ist so ein kauknochen,den kann er sich nehmen wann er will.Und auch der fliegt mal durchs Haus.

    Ich habe ja zwar nur einne Aussie Mix.Aber vom Verhalten her ist er zu 90 % Aussie!!
    Lasst ihr Zeit und habt Geduld!!
    Je ruhiger ihr seid,desto ruihger wird er auch werden.Bin ich mit Bussy allene,schläfte er auch mehr.Sind die anderen da (meine Mutter,mein mann,meine Tochter),denkt er auch,das er den Clown spielen muss!!

  • Zitat


    Wir gehen dreimal am Tag "große" Runden von 10-20 Minuten. Morgens und abends 10 Minuten, meist die gleiche Strecke mit höchstens minimalen Variationen, mittags eher 15-20 Minuten und dabei Prägung (eine Station S-Bahn/U-Bahn, einmal durch die Fußgängerzone, "Stadtkram" halt). Ansonsten inzwischen so alle 1-3 Stunden nur kurz vor's Haus zum Pinkeln lassen, je nachdem wie lange sie schläft.

    Ich würde einen Spaziergang weglassen. Den "Prägungsspaziergang" würde ich nicht täglich machen, sondern alle zwei bis drei Tage, damit mindestens ein Tag dazwischen ist, an dem das verarbeitet werden kann.

    Zitat

    Aber egal nach welchem Rausgehen (also Gassirunde oder Pinkeln-lassen), sie dreht jedes Mal total auf in der Wohnung und geht ganz gezielt an die Dinge, von denen sie schon 100 mal weggeführt wurde und schon 10mal "Schluss!" gehört hat.

    Ich würde sie nicht sofort zur Ruhe verdonnern, aber so nach zehn Minuten sollte Ruhe herrschen. Wenn Du mit Box arbeitest, dann überleg Dir gut, ob Du die nur zur Nachsorge oder auch zur Vorsorge einsetzen möchtest ;)

    Das Kaubedürfnis eines Welpen ist groß, klar. Aber den ganzen Tag kauen, kauen, kauen, ist schon etwas viel. Ich würde ihr aber nicht das Spielzeug wegnehmen, sondern eher überlegen, warum sie dauernd einen Nuckel braucht ;) Also vielleicht doch mehr "erzwungene" Ruhephasen und, wie schon gesagt, die aufregenden Runden dosieren.

    Wichtig ist eine immer wieder erkennbare Tagesstruktur für den Hund.

    Viele Grüße
    Corinna

  • Erstmal danke für die ganzen Rückmeldungen!
    Finde es schön, dass hier auch unterschiedliche Meinungen zustande kommen :)

    Wir hatten heute einen kompletten Ruhetag, rausgehen meist nur zum Pinkeln (heute vormittag zehn Minuten die übliche Runde) und es war - meinem Gefühl nach, vielleicht bilde ich's mir auch nur ein - schon viiiieeel besser mit dem Aufdrehen. Und sie hat auch echt viel geschlafen heute, obwohl sie auch schon die Nacht durchgeschlafen hat.
    Sie hatte heute Nachmittag nochmal ein bisschen am Rad gedreht, aber da haben wir sie dann doch in die Box gepackt und wieder raus gelassen, sobald sie sich abgefunden hatte und hingelegt hat. Dann kam sie zwar wieder raus, aber hat sich nur zu uns aufs Sofa gelegt.

    Nach eurem Input fällt es mir auch fast wie Schuppen von den Augen, dass wir echt viel zu viel mit ihr gemacht haben, und sie zeigt es ja auch deutlich genug. Morgen holen wir uns auch ENDLICH Wurst, damit wir sie mal geistig so richtig auslasten können (Clickern).

    Und nochmal zur Box: Also gerade waren wir ca. 30 Minuten draußen, 20 davon auf einer Wiese stehend, während die Kleine mit zwei anderen hunden gespielt hat. Jetzt merkt man ihr deutlich an, dass sie schön ausgelastet-müde ist, aber sie findet trotzdem nicht so richtig einen Platz zum Liegen, sondern legt sich immer mal hin, sieht irgendwas, geht hin und spielt nochmal ein bisschen (Schuhe, anderer kleinkram,...). Insofern habe ich das Gefühl, dass sie die Box schon auch braucht im Moment...

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