Konsequenz und Treffen anderer HH/unpassende Situationen

  • da gibt es ein relatives blödes Problem bei mir.

    Ich übe sehr gerne Dinge mit Milo. Ich bin auch bereit so gut es geht konsequent, genau und fair zu sein. Ich möchte auch immer alles richtig machen usw.

    ABER bei mir ist es so, dass ich häufig mit einer Bekannten zusammen gehe - Milo und ihr Hund sind beste Kumpel.
    Mein Problem ist, dass ich (wobei es bei dieser Bekannten noch geht) inkonsequenter bin, als ich es allein wäre. Ich lasse schonmal an der Leine ziehen, weil die anderen ja auch weiter gehen. Ich lasse ihm mehr Freiraum und und und...
    Ich habe das ja selbst schon gemerkt und versuche es darum einzugrenzen, aber sobald fremdere Personen dabei sind gehe ich einfach anders mit Milo um. Er merkt das und nutzt es quasi aus. Er weiß, dass ich dann nicht auf perfekte Leinenführigkeit achte, dass er sich weiter entfernen kann, dass er nicht direkt kommen "muss" und das macht mir einfach keinen Spaß!

    Jetzt weiß ich nicht, wie ich das genau ändern soll. Weniger mit anderen gehen, mehr für uns üben, sodass es auch mit anderen anders klappt? Quasi erstmal nen soliden Grund schaffen und die Situationen mit anderen langsam erhöhen und auch da immer 100% so sein wie sonst?
    Aber dann wird er kaum noch Hundebegegnungen haben.. Die gehen wenn überhaupt nur, da und dann, wenn ich sonst mit meiner Bekannten gehe. Ich gehe auch gerne mit ihr, aber ich hab Angst, dass das der Beziehung zwischen mir und Milo schadet - da hat er ja Kumpel - mich braucht er dann nicht.

    Aber momentan ist es so: Kaum gehen wir mit Milos Kumpel zusammen, ist Milo weiter weg, nicht mehr so viel bei mir, hört schlechter... Ich schiebe es zum einen auf die größere Ablenkung, zum anderen aber auch darauf, dass ich inkonsequenter bin.

    Was also tun? Geht es euch auch so, wenn ja was tut ihr um das zu ändern?

  • So ganz spontan, wie gut hört der Hund Deiner Bekannten?

    Was die Leinenführigkeit angeht, könntest Du die Geschirr und Halsband Methode verwenden.
    Sprich, wenn Du nicht ganz da bist, leinst Du ihn am Geschirr an und wenn Du bei ihm bist, dann am HB.
    Geschirr, es darf gezogen werden.
    HB, es darf nicht gezogen werden.

  • Sprich mit deiner Bekannten über das Problem!

    Sag ihr dass ihr vielleicht ein wenig länger braucht, weil du Milo hin und wieder korrigieren musst. Vielleicht ist sie ja auch so lieb und macht dich auch hin und wieder darauf aufmerksam, dass du gerade ein bisschen schleifen lässt - mir geht es zumindest so, dass ich das hin und wieder vor lauter Multitasking selbst nicht merk...
    Arbeite an deiner eigenen konsequenz und besiege den inneren Schweinehund... ;)

    Wenn das mal nicht geht, finde ich Asterix99's Tipp mit dem Halsband und dem Geschirr sehr gut. Habe ich bei meinem auch: Geschirr - kannst ruhig mal ziehen, Halsband - jetzt ist aufpassen angesagt.

  • Oh ja, das Problem kenne ich ...

    Meine beste Freundin und ich sind so ein Duo. Wir quasseln und schnattern, und unsere vier Hunde stecken so nach und nach ihren Freiraum größer. Irgendwann stehen wir da, sehen uns fragend an und fangen an schallend über unsere Unachtsamkeit und die schnelle Handlung unserer Vierbeiner zu lachen.

    Wir sprechen uns ab. Es ist klar eine ganz bestimmte Strecke wird mit voller Konzentration gelaufen. Hunde nah bei uns, kein ziehen und blödeln an der Leine. Bei allen vieren! Und wenn wir für eine kurze Strecke ne ganze Stunde brauchen - dann ist das eben so.
    Und dann, wenn das "Ziel" erreicht ist, werden die Leinen gelockert (oder ganz entfernt) und die Hunde dürfen auch mal kurz ziehen, oder rennen und toben.

    Im großen und ganzen klopfen wir uns gegenseitig auf die Finger, und das ist auch gut so.
    Denn die Vierbeiner sollen ja nicht lernen das sie Narrenfreiheit haben wenn das andere Ende der Leine Gesellschaft hat ...

  • Oje, das Problem kenne ich.
    Wenn ich in Gesellschaft unterwegs bin hat Motte auch immer einen wesentlich größeren Aktionsradius, als wenn wir allein gehen.
    Manchmal stört es mich, je nachdem, wieviele Leute um uns herum noch unterwegs sind, da rufe ich sie dann auch ran und wer nicht hört kommt an die Leine.
    Ansonsten stört es mich meist gar nicht. Sie kann machen, was sie will, sie weiß ja, wo ich bin und hält auch den losen Kontakt. Sie macht dann Hundesachen, ich Menschensachen. Funktioniert prima und tut unserer Beziehung keinen Abbruch.

  • Ich würde ganz anders ansetzen: Gezieltere Motivation! :)
    Wenn es etwas gibt, auf das dein Hund tooootal abfährt (sei es Ball oder Katzenfutter), dann gib es ihm als Belohnung. Undzwar nur dann, wenn die Reizlage so hoch ist, dass er auf das Normaloprogramm freiwillig verzichtet (anderer Hund, inkonsequente Führung, eine intressante Fährte).
    Er soll etwas machen, dass in der Schwierigkeit ein Stück höher liegt, dementsprechend sollte die Belohnung angepasst werden.

  • ich würde auch mit der Bekannten reden, dass sie vielleicht ab und an mal wartet

    alleine gehen ist quatsch, dabei lernt er doch nichts
    aber für deine Konsequenz bist nur du verantwortlich, da kann dir keiner hier helfen

  • Huhu Sandra :hallo:

    wenn es Dich so sehr stört, dass Du bei solchen Spaziergängen nicht konsequent genug bist,
    dann trefft Euch doch zum Trainieren und nicht zum Quasseln- das könnt ihr ja hinterher immer noch
    machen :D

    Ich würde nicht weniger mit anderen gehen, sondern mehr.
    Wenn Du die Möglichkeit hast öfter mit mehreren zu gehen, ist das doch super zum Üben.
    Und wenn Milo mit seinem Kumpel tobt und sich weiter entfernt, als Du das eigentlich möchtest,
    ruf ihn öfter zu Dir, das übt auch gleich den Rückruf ;)

    Ansonsten, wenn Milo nicht zu sehr über die Stränge schlägt, einfach die Spaziergänge mit Deiner
    Freundin als Trainingsauszeit für Euch beide nutzen.
    Manchmal hilft auch einfach mal Pause vom Trainieren machen.
    Ging mir mit Fines Leinenführigkeit und Pöbelei genauso, wir haben trainiert und trainiert und nochmal trainiert.
    Naja mit mäßigem bis gar keinem Erfolg - dachte ich - und hatte keine Lust mehr.
    Dann haben wir eine zeitlang einfach gar nichts gemacht und siehe da, wir sind ohne ausrasten an anderen Hunden
    vorbeigekommen, an der Leine ganz prima gelaufen, als ob ein Knoten bei uns beiden geplatzt ist.
    Ist vielleicht nicht der Supertipp, aber manchmal hilfts :-)

    Liebe Grüße Ina

  • Hier sind viele sinnvolle Ideen zusammengekommen, aus denen du dir dein Gesamtkonzept basteln kannst. =)

    Eine weitere Möglichkeit wäre, die Momente zu bestätigen, wo dein Hund sich ganz von sich aus an dir orientiert,
    durch rankommen, Blickkontakt.. (Leberwursttube ;) ) und wie schon erwähnt, den Rückruf intensiv bestätigen.

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