BARF - Allgemeiner Talk-Thread Teil II

  • Nur weil ein Körper etwas optimal verdauen kann, heißt es nicht, dass es seine Bedürfnisse optimal deckt...

    Zentek gibt zB auch an, dass gekochte Erbsen&Bohnen eine Verdaulichkeit von bis zu 95% erreichen können, dennoch sollte ihr Anteil in der Hundenahrung nur 5-10% betragen.
    Warum wohl?? :hust:


    Wieso hast du gesagt das ich es aufführen muss wenn ich von scheinbarer Verdaulichkeit spreche?
    Muss ich bei Verdauung im Dünndarm auch dazu sagen das es ein Synonym für präzäkale Verdaulichkeit ist? Spielt doch keine Rolle.

    "Nur weil ein Körper etwas optimal verdauen kann, heißt es nicht, dass es seine Bedürfnisse optimal deckt..."

    Geb ich Dir recht. Verdauung und Verwertung ist aber das selbe.


    Weil Erbsen und Bohnen wie schon gesagt Oligosaccharide enthalten, die bei großen Mengen zu weichem Kot führen können (nicht müssen), steht übrigens auch dabei.


    Grüße

  • Wenn du schon so schön auf alles eingehst, dann geh doch auch bitte auf die 50%tierischen Anteil bei ZH ein und ggf noch auf das Vorwort.

    Ansonsten bin ich an dieser Stelle auf der Diskussion raus - für selektives Lesen ist mir meine Zeit zu schade.

  • Nur weil ein Körper etwas optimal verdauen kann, heißt es nicht, dass es seine Bedürfnisse optimal deckt...


    Das was du mit "Bedürfnisse" meinst ist dann der Bedarf an notwendigen Nährstoffen, und gerade Hülsenfrüchte ( Erbsen, Bohnen, Linsen ) haben einen sehr hohen
    Nährstoffgehalt. Steht in jeder Nährwerttabelle bzw. auch im Tabellenanhang des Buches.

    Grüße

  • Wenn du schon so schön auf alles eingehst, dann geh doch auch bitte auf die 50%tierischen Anteil bei ZH ein und ggf noch auf das Vorwort.

    Ansonsten bin ich an dieser Stelle auf der Diskussion raus - für selektives Lesen ist mir meine Zeit zu schade.


    Ich habe mich mit dem Kapitel Zuchthunde noch nicht befasst und kann jetzt auf die schnelle nichts mit 50% tierischen Anteil finden, sorry.
    Was meinst du mit Vorwort?

    Grüße

  • Verdauulichkeit ist aber nicht gleich Verwertbarkeit.

    So viele unterschiedliche Begriffe :smile: Ich versuchs mal mit einer verständlichen Erklärung.

    Bevor ein Protein als Aminosäurequelle dienen kann, muss es verdaut werden. Soweit klar.
    Die Verdaulichkeit des Proteins ist abhängig von der Bioverfügbarkeit und der Verdaulichkeit seiner Aminosäuren. ABER......die Bioverfügbarkeit entspricht nicht der Verdaulichkeit. Das stimmt also.

    Die Bioverfügbarkeit bezieht sich auf die chemische Vollständigkeit der Aminosäuren, d.h. den Widerstand gegenüber Behandlungsmethoden, wie Hitze, hoher pH-Wert u.a. Diese "Methoden" können die Bioverfügbarkeit der essentiellen Aminosäuren beeinträchtigen.
    Allerdings ist die Bioverfügbarkeit auch abhängig von Wechselwirkungen der Aminosäuren mit anderen Nahrungsbestandteilen. Das betrifft z.B. die pflanzlichen Proteine, deren Verdaulichkeit ja anders ausfällt, als die von tierischen Proteinen.
    Beispiel:
    Hülsenfrüchte haben mit rund 25% von allen pflanzlichen Produkten den höchsten Eiweißgehalt. Allerdings haben die schwefelhaltigen Aminosäuren eine vergleichsweise geringe Bioverfügarkeit. Kombiniert man Linse, Bohne und Erbse mit anderen Eiweißträgern wie Milch und Getreideprodukten, Kartoffeln, Ei oder Fisch steigt die Bioverfügbarkeit des Eiweißes. Das bedeutet, dass somit alle lebenswichtigen Aminosäuren, die der Hund benötigt, zur Verfügung stehen.
    Die Verdaulichkeit ist gewährleistet, in dem man die Hülsenfrüchte kocht. Sie erhöht sich dann auf 85-95%.

    Der qualitative Wert tierischer Eiweißträger für den Hund wird allgemein überschätzt. Was sich durch alle Lehrbücher zieht, ist die Tatsache, dass der Organismus des Hundes in einer ausgewogenen Mischung verschiedenartiger Eiweißträger ( tierisch wie pflanzlich) alle Bausteine findet, die er zum Aufbau des arteigenen Eiweißes benötigt.
    Erst die Einseitigkeit in der Auswahl der Nahrungseiweiße erschwert die Synthese. Insofern halte ich persönlich weder eine vegane noch eine fleischlastige Ernährung für optimal ;)

    Eine vegetarische Ernährung kann ohne Probleme so kombiniert werden, dass der Hund mit allen wichtigen Nährstoffen versorgt ist. Ich besitze einen ovo-lakto-vegetarischen Futterplan vom Zentek-Institut, der bestens funktioniert. Weil mein Hund aber auch moderate Fleischmengen toleriert, füttere ich auch Fleisch.

    Ich denke, dass ein hoher (tierischer) Eiweißanteil, mittlerer Fettanteil und geringer KH-Anteil in der Hundeernährung nicht zwingend notwendig ist. Genauso ausgewogen und mit entsprechender Verdaulichkeit schafft das ein hoher Pflanzenanteil( z.B. gekochtes Gemüse, nicht roh!), ein mittlerer KH-Anteil und ein geringer Fleisch/Fett-Anteil. Mit Sicherheit gibt es noch sehr viele andere Kombinationen, die auch funktionieren und weder tierquälerisch sind noch ernährungsphysiologische "No Go`s" sind.

    Jeder Ernährungsexperte/Biochemiker wird das bestätigen. Der gesamte Koch-Thread hier im DF übrigens auch :D

  • @Audrey II du kannst es immer so schön erklären.
    :applaus:

    Dennoch, wenn ich überlege, dass ich für meine Hunde pro Woche rund 3kg Gemüse brauche, bei 70%/30% Verteilung...
    Rechne ich das jetzt mal hoch, auf eine vegane Ernährung...
    :ugly:

    Es geht ja hier auch nicht um das Indivium, dass zB durch Erkrankungen keinen Nutzwert aus tierischen Protein ziehen kann. Es geht auch nicht um eine vegetarische Ernährung. Es ging in den letzten Seiten um vegane Hundeernährung.
    Was - zumindest in meinen Augen - in nem BARF-Thread so ziemlich am Thema vorbei ist.

    Mir erschließt sich einfach nicht, warum der Mensch meint, gezielt in die Evolution eingreifen zu müssen.
    Die Natur hat sich damals schon was dabei gedacht, dass es Pflanzenfresser und Fleischfresser gibt..

    Es will mir halt einfach nicht in den Kopf, warum man die Ernährung des Hundes an die eigene Ethik anpassen muss. Nur weil er reinzufällig - damit klar kommen kann.

    Ich schau mir das Hundegebiss an, den Magen, die Magensäure, den Darm...
    Und sehe weder Kuh, noch Huhn, noch Affen, noch Menschen vor mir.
    Sondern einen Hund. Und ein Hund wäre - wenn ihm sein Mensch nicht sein Gemüse kocht/gart/püriert - nicht in der Lage durch Gemüse zu überleben.
    Und das ist für mich persönlich der Punkt. =)

  • Du solltest dich erstmal etwas mit dem Thema beschäftigen bevor du solches Halbwissen verbreitest.
    "Ernährung des Hundes" von Meyer/Zentek wäre schonmal ein guter Anfang.

    Wie schön, dass du Meyer/Zentekt schon bei dir zuhause hast. Ich empfehle dann diesen noch mal genauer zu lesen, insbesondere mit eingeschaltetem Verstand und der praktischen Fütterung im Hinterkopf - auf letzteres wird sogar im Buch selbst immer wieder hingewiesen.
    Ebenso wirst du dann u.a. auch herausfinden, welchen Einfluss eine erhöhte Stärke- und Rohfaserzufuhr auch auf die Verdaulichkeit hat. Weitere Nachteile eines zu hohen Getreide- und/oder Sojaanteils finden sich auch recht leicht in weiteren Studien, sofern sie nicht ohnehin bekannt sind.

    Im Übrigen ist das Thema für mich gegessen. Meinen Standpunkt habe ich jetzt lange genug klar gemacht und auch, dass ich eine vegane Ernährung dem (gesunden) Hund gegenüber für ethisch mehr als fragwürdig, eigentlich für völlig indiskutabel halte.

  • Wie schön, dass du Meyer/Zentekt schon bei dir zuhause hast. Ich empfehle dann diesen noch mal genauer zu lesen, insbesondere mit eingeschaltetem Verstand und der praktischen Fütterung im Hinterkopf - auf letzteres wird sogar im Buch selbst immer wieder hingewiesen.
    Ebenso wirst du dann u.a. auch herausfinden, welchen Einfluss eine erhöhte Stärke- und Rohfaserzufuhr auch auf die Verdaulichkeit hat. Weitere Nachteile eines zu hohen Getreide- und/oder Sojaanteils finden sich auch recht leicht in weiteren Studien, sofern sie nicht ohnehin bekannt sind.

    Im Übrigen ist das Thema für mich gegessen. Meinen Standpunkt habe ich jetzt lange genug klar gemacht und auch, dass ich eine vegane Ernährung dem (gesunden) Hund gegenüber für ethisch mehr als fragwürdig, eigentlich für völlig indiskutabel halte.


    Eine erhöhte Stärkezufuhr beeinträchtigt die Verdauung der Proteine nur, wenn die Stärke schwer verdaulich ist, wie z.b bei rohen Kartoffeln, rohe Bananen.
    Im Allgemeinen kann der Hund Stärke aber sehr gut verdauen.
    Deshalb wird im Buch auch geschrieben:
    "Der ausgewachsene Hund verfügt, wie Enzymbestimungen und praktische Erfahrungen zeigen, über eine hohe Kapazität für den Abbau von Stärke und ihre Teilstücken, sodass bis zu zwei Drittel der Gesamtfutterenergie in Form von Stärke zugeteilt werden können. Durch allmähliche Gewöhnung lässt sich der Abbau der Stärke infolge vermehrter Amylasebildung verbessern."

    Wobei es bei Rohfaser fermentierbare und nicht fermentierebare Fasern gibt, und vor allem die nichtfermentierbaren Fasern ( Lignin, Keratin )
    beeinträchtigen die Verdaulichkeit anderer Nahrungskomponenten.

    Grüße

  • Wie schön, dass du Meyer/Zentekt schon bei dir zuhause hast. Ich empfehle dann diesen noch mal genauer zu lesen, insbesondere mit eingeschaltetem Verstand und der praktischen Fütterung im Hinterkopf - auf letzteres wird sogar im Buch selbst immer wieder hingewiesen

    Ohne Veganer insgesamt angreifen zu wollen, aber wer seinen Hund (ohne medizinische Gründe, rein aus "Tierliebe" :hust: :hust: :hust: )vegan ernährt, pflegt sich sehr selektiv durch Lektüre zu arbeiten, nur zu sehen, was nicht alles vegan geht und ist für keine Hinweise auf schlechte Zusammensetzung für Carni-Omnivore zu haben.

    Eine Diskussion bringt in aller Regel nichts, deswegen bin ich da auch schon ausgestiegen ;)

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