Probleme/Lösungen/Ideen: Meinung erwünscht

  • Hallo,

    ich habe aktuell das ein oder andere Problem mit meinem Hund bzgl. der Erziehung und würde gerne zunächst das Problem schildern und im Anschluss daran die aktuelle Herangehensweise an das Problem. Da es scheinbar zu jedem "Hundeproblem" zehn verschiedene Lösungswege zu geben scheint, dachte ich mir, vielleicht erfahre ich auf diesem Wege auch noch etwas neues bzw. besseres. Mein Hund ist ein recht triebstarker deutscher Schäferhund, 12 Monate alt, Rüde.

    Problem: Aufgedreht

    In der Wohnung ist er absolut ruhig, nimmt sich ab und zu ein Spielzeug, bietet es mir an oder lässt es auch bleiben und ich habe keinerlei Probleme. Ziehe ich ihm das Halsband an, fängt das "gewinsel" an, er möchte raus und das so schnell es geht. Er springt an mir hoch, rennt umher und hat sich kaum unter Kontrolle. Befehle werden nur noch schwer akzeptiert bzw. ausgeführt.

    Lösung bisher:

    Zu Anfang habe ich ihn in seinen Korb ins Platz geschickt, dadurch entsteht jedoch wohl ein "Pressing", also Druck von zweierlei Seiten, einmal der Trieb, er will ja raus und einmal der Zwang meinerseits, dass er sich hinlegen soll. Das hat ihn in der Regel noch nervöser gemacht. Daher ziehe ich ihm aktuell mehrmals am Tag das Geschirr an obwohl es garnicht raus geht, nach ein paar Minuten ziehe ich es ihm wieder aus und er beruhigt sich auch relativ schnell. Klappt mittlerweile ganz gut, ich hoffe es ist der richtige Weg.

    Problem: Leinen ziehen

    Es geht im Treppenhaus schon los, dass er ordentlich in der Leine hängt, draußen angekommen ist er kaum ansprechbar und geht seine Wege, Kommandos werden erst nach dem 10.x ausgeführt und er macht eigentlich was er will.

    Lösung bisher:

    Mein Hundetrainer empfahl mir ihm ein Geschirr und Halsband anzulegen, an beidem hängt auch eine Leine. Also eine Leine die jeweils am Geschirr und Halsband befestigt ist. Der Teil am Halsband hängt länger durch, der Teil am Geschirr auch, jedoch ist da nicht so viel Spielraum. Wenn er nun zieht und sich die Leine am Geschirr spannt, beginne ich ihn mit dem anderen Ende der Leine am Halsband zu "nerven", ich bewege die Leine, sie dreht sich am Hals und es nervt ihn. Hört er auf zu ziehen, gibt es eine Belohnung, geht er wie gewünscht gibt es eine Belohnung, kommt er zu mir, gibt es eine Belohnung, schaut er mich an, gibt es eine Belohnung usw. das Ganze mit sehr ruhiger Stimme und viel positiver Verstärkung. Übe ich seit ca. einer Woche und die Fortschritte sind je nach Ablenkung erkennbar, teilweise aber auch nicht wirklich da bspw. wenn viel drum herum passiert. Ich übe täglich etwa 3x jeweils 10 Minuten.

    Problem: Bellen

    Er hat sich angewöhnt wenn es ins Treppenhaus geht erstmal einen kurzen Laut von sich zu geben, was mir tagsüber noch egal wäre, nachts um 00 Uhr jedoch unangenehm ist.

    Lösung bisher:

    Ich gebe ihm mein Abbruchkommando "Lass das!", versuche ihn abzulenken und verlasse recht schnell das Haus. Klappt in der Regel selten und er bellt immer noch ein wenig leise vor sich hin.

    Problem: Kommando nicht einhalten

    Wenn ich ihn sitzen lassen und mich bewege hebt er oft das Kommando selbst auf, ebenfalls im Platz oder ähnliches. Rufe ich ihn beim Spaziergang, kommt er zwar zu mir, rennt jedoch gleich wieder los, woraufhin ich mehrfach "Hier" rufen muss, damit er jeweils wieder zurück kommt.

    Lösung bisher:

    Ich habe das "befreiende Kommando" "Okay" eingeführt, meistens setze ich mich auf den Boden, nehme sein Spielzeug, lasse ihn sitzen und werfe es. Er muss so lange sitzen bleiben bis ich "Okay" sagen und darf es dann erst holen. Selbiges wenn er sein Essen bekommt, erst nach meinem "Okay" darf er ran. Funktioniert immer besser, kommt aber auf die Trieblage an, dann kriegt er es einfach nicht hin sitzen zu bleiben.

    Mich würde nun interessieren ob ihr meine Lösungen für richtig haltet oder ob es für den Hund ggf. einfachere Möglichkeiten gibt die das gewünschte Verhalten abstellen. Mein Problem bzw. was mich SEHR stört ist die Tatsache, dass er mich in diversen Situationen völlig ausblenden kann, als sei ich nicht da und ich versuche momentan ihn mehr auf mich zu fixieren, meistens über das Futter, dass es sich lohn bei mir zu sein und ich interessant für ihn bin.

    Befinde mich aktuell in einer Spirale aus der ich raus muss, denn er blendet mich aus, ich versuche jedoch mein Kommando konsequent (mit normaler ruhiger Stimme) durchzusetzen und nach vielen Versuchen oder bspw. in blöden Situationen wie nachts im Treppenhaus bellen werde ich selber auch unruhig und er wird sofort mit unruhig und es funktioniert garnichts mehr bzw. ich muss die Situationen beenden. Das nimmt mir momentan ein wenig die Energie und den Spaß an der Sache.

    Ansonsten alles gut, nur diese Momente rauben mir momentan den Spaß an der Sache, weil ich das Gefühl habe er steht sich selbst im Weg mit seiner aufgedrehten Art.

    Zur Auslastung: Mittags ca. 45 Minuten schnüffeln, mit anderen Hunden spielen etc. ansonsten 3x pro Tag 10 Minuten Training an der Leine und Abends nochmal für 15-20 Minuten aufs Feld, das wäre eigentlich meine Abendrunde, aber durch das Training komme ich nicht so weit und ihn ziehen lassen will ich nicht mehr. Ansonsten machen wir Fährte und sind in den Anfängen der ZOS.

    Würde mich über eine sachliche Diskussion freuen und ggf. auch über Verbesserungsvorschläge wie ich es ihm leichter machen kann zu verstehen was ich möchte.

    LG,
    Alex

  • Hallo Alex,

    mal sehen ob ich dir was helfen kann :)

    Zu Punkt 1 Aufgedreht:

    Hab ich mit meinem Jungspund genauso und ich gehe ähnlich vor wie du: immer wieder mal (in meinem Fall) Halsband anziehen ohne das was passiert, auch ich ziehe mir immer mal wieder Jacke, Schuhe etc. an, ohne dann rauszugehen. Ich bestehe auch darauf, dass Bootsmann mir nicht im Weg rum"titscht", fängt er damit an, schicke ich ihn auf seinen Platz. Los geht´s auf jeden Fall immer erst, wenn er Ruhe gibt. Das klappt inzwischen ganz gut. Von daher, würde ich so weiter machen wie bisher.

    Punkt 2: Leine ziehen.

    Schwierig, wenn sowas sich mal "eingebürgert" hat. Ich würde als erstes mal weg vom Geschirr und dem Hund ein Halsband anziehen. Machs ihm nicht zu bequem das ziehen!!! Dann würde ich so arbeiten, dass der Hund mit ziehen definitiv nicht dahin kommt, wo er hin will. D.h. Hund zieht an der Leine, Du drehst Dich um und gehst ist genau die entgegengesetzte Richtung. Achte darauf, dass wenn du die Leine aufnimmst, diese erst mal locker ist. Der Hund sollte nicht das Gefühl haben, dass der Druck von dir verursacht wird! Wenn der Hund mal ein Stück an lockerer Leine gelaufen ist: Loben, loben, loben.
    Bau viele Richtungswechsel ein und mach dem Hund klar, dass er auf Dich achten muss, wenn er es nicht unangenem haben will (Zug am Hals). Ich wünsche Dir viel Erfolg. Leinenführigkeit ist ein schwieriges Thema, das viiiiiel Geduld erfordert! (P.S. Die Lösung von Deinem Trainer scheint mir zuu kompliziert ;) )

    Zum Bellen kann ich leider keine Tipps geben, zum Kommando selbst auflösen:
    steckt die Ansprüche nicht zu hoch! Du hast einen jungen Hund, der langsam in die Pubertät kommt. Heb die Kommandos selber auf, bevor er es tut und verlängere die Zeiträume immer ein bisschen....

    Ansonsten: vielleicht überdenkst Du Dein Tagesprogramm dahingehend, dass es ein bisschen weniger schnüffeln und andere Hund gibt zugunsten etwas mehr Spaß mit Herrchen, Apportieren fällt mir spontan ein!

    Viel Erfolg,

  • Ich finde deine Lösungen ganz gut und denke, du bist großteils auf dem richtigen Weg. Das hier:

    Zitat

    Problem: Aufgedreht

    In der Wohnung ist er absolut ruhig, nimmt sich ab und zu ein Spielzeug, bietet es mir an oder lässt es auch bleiben und ich habe keinerlei Probleme. Ziehe ich ihm das Halsband an, fängt das "gewinsel" an, er möchte raus und das so schnell es geht. Er springt an mir hoch, rennt umher und hat sich kaum unter Kontrolle. Befehle werden nur noch schwer akzeptiert bzw. ausgeführt.

    Lösung bisher:

    Zu Anfang habe ich ihn in seinen Korb ins Platz geschickt, dadurch entsteht jedoch wohl ein "Pressing", also Druck von zweierlei Seiten, einmal der Trieb, er will ja raus und einmal der Zwang meinerseits, dass er sich hinlegen soll. Das hat ihn in der Regel noch nervöser gemacht. Daher ziehe ich ihm aktuell mehrmals am Tag das Geschirr an obwohl es garnicht raus geht, nach ein paar Minuten ziehe ich es ihm wieder aus und er beruhigt sich auch relativ schnell. Klappt mittlerweile ganz gut, ich hoffe es ist der richtige Weg.

    kenne ich von Belli auch. Ich persönlich hab es zusätzlich noch so gemacht, dass ich mich angezogen hab, rein in die Gassiklamotten - und ab auf die Couch damit. Hat gut funktioniert, es dauert eben seine Zeit. Ist ja völlig normal.

    Nur das hier gefällt mir nicht:

    Zitat

    Problem: Leinen ziehen

    Es geht im Treppenhaus schon los, dass er ordentlich in der Leine hängt, draußen angekommen ist er kaum ansprechbar und geht seine Wege, Kommandos werden erst nach dem 10.x ausgeführt und er macht eigentlich was er will.

    Lösung bisher:

    Mein Hundetrainer empfahl mir ihm ein Geschirr und Halsband anzulegen, an beidem hängt auch eine Leine. Also eine Leine die jeweils am Geschirr und Halsband befestigt ist. Der Teil am Halsband hängt länger durch, der Teil am Geschirr auch, jedoch ist da nicht so viel Spielraum. Wenn er nun zieht und sich die Leine am Geschirr spannt, beginne ich ihn mit dem anderen Ende der Leine am Halsband zu "nerven", ich bewege die Leine, sie dreht sich am Hals und es nervt ihn. Hört er auf zu ziehen, gibt es eine Belohnung, geht er wie gewünscht gibt es eine Belohnung, kommt er zu mir, gibt es eine Belohnung, schaut er mich an, gibt es eine Belohnung usw. das Ganze mit sehr ruhiger Stimme und viel positiver Verstärkung. Übe ich seit ca. einer Woche und die Fortschritte sind je nach Ablenkung erkennbar, teilweise aber auch nicht wirklich da bspw. wenn viel drum herum passiert. Ich übe täglich etwa 3x jeweils 10 Minuten.

    Ich verstehe denn Sinn der Lösung nicht und weiß nicht, was diese Leinenrucke bringen sollen.
    Ich hab die Leinenführigkeit mit der "Stehenbleib-Methode" erfolgreich erarbeitet: Immer, wenn sich die Leinen spannte, bin ich stehen geblieben. Wortlos und solange, bis Belli sich auf mich zubewegte, dann ging es sofort weiter. Ja, auch das dauert seine zeit, und ja, ich bin oft saudämlich rumgestanden ;) Aber es hat sich gelohnt.
    Andere arbeiten mit Richtungswechsel, also sofort in die andere Richtung gehen, wenn sich die Leine spannt, auch davon liest man hier immer wieder Gutes.

    Zitat

    Problem: Bellen

    Er hat sich angewöhnt wenn es ins Treppenhaus geht erstmal einen kurzen Laut von sich zu geben, was mir tagsüber noch egal wäre, nachts um 00 Uhr jedoch unangenehm ist.

    Lösung bisher:

    Ich gebe ihm mein Abbruchkommando "Lass das!", versuche ihn abzulenken und verlasse recht schnell das Haus. Klappt in der Regel selten und er bellt immer noch ein wenig leise vor sich hin.

    Ach, das kenne ich auch von Belli. Ich vermute, es hängt mit dem Aufgedreht-sein vor dem Gassigehen zusammen. Zumindest bei meinem. Ich hab das immer so gehandhabt, sobald Belli loslegte mit Bellen, gings sofort zurück in die Wohnung. Geschirr aus, kurz hinsetzen. Und neuer Versuch ;)

    Aber wie gesagt, ich find, insgesamt liest sich das Ganze nicht schlecht - grad für das pubertäre Alter!

  • Hi, Alex,

    hmmmmm - also das mit der Beschäftigung hört sich eher noch nach zu viel als zu wenig an.... 30 Minuten Training täglich, auch wenn auf 3mal verteilt, Spiel mit anderen Hunden, ZOS und Fährten. Könnte durchaus sein, daß der Hund durch ein Zuviel an Beschäftigung so wenig runterkommt drinnen. Aber ist nur eine Überlegung, das kannst Du besser einschätzen, oder einfach mal austesten: paar Tage fast nix tun, und sehen, ob er drinnen ruhiger wird.

    Für das Grummeln im Haus: könntest Du ihm ein Spielzeug mitnehmen für unterwegs, das er evtl. selbst mit rausträgt? Wer den Mund voll hat, bellt evtl. nicht..... Bei meiner funktioniert´s....

    Zu dem OK: Hmmmm - gute Idee mit der Freigabe, aber blödes Wort. Hab nämlich dasselbe..... *gg Stell Dir vor, Du triffst Bekannte, willst mit denen reden. Nach viiiel Mühe sitzt der Hund endlich ruhig, und Du fängst an, Dich mit denen zu unterhalten: "OK - also, wo waren wir doch gleich...".....*ggg oder: Hund sitzt endlich nach dem 3. Kommando an der Straße ab, Auto kommt gerade, und Du sagst erleichtert: "OK, so is fein!"....... Schon sprintet der Kerl los..... Solche Situationen passieren dann im Laufe der Zeit öfter, und das kann ziemlich gefährlich werden. Wenn Du also noch am Anfang damit bist, vielleicht fällt Dir ja noch ein besseres Freigabe-Kommando ein... ich hab´s erst im Laufe der Zeit gemerkt, daß das nicht so wirklich ideal ist.

    Mit dem Rausgehen: gute Idee. Andere Möglichkeit: sobald er im Treppenhaus zieht/winselt etc., stehenbleiben, bis er wieder ruhig ist. Wenn das nicht passiert, zurückgehen, Jacke aus, Schuhe aus, Leine ab, hinsetzen. 5 Minuten später 2. Versuch. Mußt halt machen, wenn Du viel Zeit hast. Irgendwann kapiert er, wenn er hochdreht, geht´s nicht raus oder wieder rein... ;-)

    Solange er draußen auch nicht auf einen Abruf hört, würde ich ihn nur an der Schlepp laufen lassen. Kommt er aufs erste Mal, darf er wieder laufen. Wenn nicht, stehenbleiben, bis Du seine Aufmerksamkeit hast ("warum geht´s nicht weiter?"), dann nochmal heranrufen (ich hab den Verdacht, daß der Kerl im Kopf so "weit weg" ist, daß er Deinen Ruf einfach nicht wahrnimmt), erst wenn er da ist, bestätigen und weiterlaufen (weiterlaufen allein reicht auch, da das ja das ist, was er eigentlich will und damit die beste Bestätigung überhaupt!). Und er kommt so lange nicht ans Ziel, bis seine Aufmerksamkeit bei Dir ist. So lernt er, daß er ohne auf Dich zu achten nirgendwo hin kommt, daß er Dich für seinen Erfolg "mitnehmen" muß, sprich auf Dich achten muß.

    Was ich dabei aber gerne mache (v.a. am Anfang des Lernprozesses, wenns der Hund so noch nicht kennt, daß er gesittet gehen soll): ich lasse meinen Irren (Terrier) erst ne Runde laufen und sich ausrennen, bevor ich anfange, Aufmerksamkeit zu verlangen. Erstmal die überschüssige Energie abtoben lassen, pieseln lassen, dann kanns losgehen, und er tut sich leichter mit der Konzentration. Weiß aber nicht, ob das auf Dauer beim erwachsenen Hund kontraproduktiv ist (kommt auf den Hund an): er könnte verknüpfen, daß beim Rausgehen statt gesittet zu laufen immer erstmal rennen angesagt ist, und überall/immer geht das halt nicht, und Du willst ja vor allem auch im Hausflur schon Ruhe haben und kein "gleich darf ich rennen" im Hinterkopf. Wenn Du z.B. in der Innenstadt an der Straße wohnst oder so, ist ja erstmal gesittet laufen angesagt, bevor eine Spielwiese erreicht werden kann. Aber dort dann erst ne Runde rennen, bevor er dann wieder Aufmerksamkeit zeigen muß, das geht ja auf jeden Fall. Und ausgepowert lernt sich einfach besser als mit Hummeln im Poppers - geht ja uns Menschen nicht anders: wenn ich weiß, ich muß in ein-zwei Stunden weg, vorher noch Haare fönen und Klamotten raussuchen, brauch ich mich gar net erst hinzusetzen, weil der Kopf einfach nicht beim Lernen ist.

    Um draußen interessanter zu werden für´s Terriertier, hab ich ne Zeit lang immer Spielzeug oder Leckerli mitgenommen. Dann zwischendurch immer mal wieder was "verlieren", was der Hund suchen darf, oder heranrufen für ein Leckerli, kurze Spielrunde oder freudige Unterordnungsübung (und wenns nur ein Sitz mit Leckerli nach der Ausführung ist) etc., halt einfach was Tolles mit MIR, dann wieder laufenlassen. So lernt der Hund, daß es bei Dir immer spannend ist und jederzeit ne tolle Überraschung von Dir aus kommen kann, und wird sich auf Dauer mehr nach Dir ausrichten, als nur nach außen. Du mußt einfach interessanter werden als die Umwelt, und das geht halt nicht, wenn Du einfach nur rumgondelst mit ihm, nichts machst außer die Natur zu genießen, und den lieben Gott den guten Mann sein läßt, wie man so schön sagt. Bei meinem Pudeltier geht das, das Terriertier macht dann auch, was er will ;-)

    Ich nehme heute noch ab und an ein Spieli mit, oder verstecke die Leine im Gebüsch am Wegrand, die er suchen darf (anschließen Zerrspiel), oder eben Leckerli. Oder ich mach Unterordnung/"Tricks" mit beiden (Impulskontrolle für den Terrier): er sitzt ab, die Kleine darf um ihn rumrennen auf Kommando, er liegt im Platz, die Kleine spielt Zerrseil, oder er liegt und ich renne an ihm vorbei mit Ball in der Hand und er darf nicht aufstehen, sowas halt, eben spaßig aufgezogen, also keine langweilige Fuß-Übung oder so mein ich. Was cool ist: Kommandos ohne Stimme üben. Erst gucken sie komisch ("is die sauer?"), dann aber kriege ich die ganze Aufmerksamkeit (Kunststück für Dich dabei: freu Dich ohne Stimme, nur körpersprachlich, so daß Hund es versteht.... *gg).

    Sobald ich merke, alles Andere ist mal wieder super-interessant, pack ich das Spieli/Leckerli dann einmal aus, und schon merke ich, wie sich der Hund für den Rest des Spaziergangs wieder mehr an mir orientiert. Du mußt also nicht Dauerbespaßung machen, sondern der Hund muß einfach nur nach ner Weile verinnerlichen, es KÖNNTE ja Spaß geben beim Herrchen.

    So, mehr fällt mir net ein - ist eh schon ein halber Roman ;-)

    Viel Spaß beim Ausprobieren!

    LG,
    BieBoss

  • Vielen Dank für eure Antworten, die waren wirklich sehr aufschlussreich und haben mich ja auch teilweise bestätigt, dass es der richtige Weg ist.

    Kurz noch etwas zum Auslasten: Die aufgezählten Dinge passieren nicht alle an einem Tag. Wir fahren häufiger auch mal zum Feld, gehen 30 Minuten und treffen auf keinen anderen Hund. Fährte und ZOS steht max. 1x pro Woche jeweils an und nicht öfters, wobei ich die Fährte auch nicht mehr so mache und lieber nur beim ZOS bliebe, da man es überall machen kann und keinen Ärger vom Bauern bekommt ;)

    Die Versuche mit stehen bleiben und Richtungswechsel habe ich bereits hinter mir. Er fing mit 8 Monaten etwa an sich zu verändern, zu ziehen, Kommandos zu überhören etc. und macht aus meinen Richtungswechseln recht schnell ein Spiel, da ich mich häufig drehen muss, weil er direkt wieder in die Leine rennt.

    In der Wohnung oder in der Tiefgarage klappt es auch ganz gut, da ist nichts drum herum, aber sobald es raus geht blendet er mich komplett aus und zieh sein Ding durch.

    Eine Frage hätte ich noch an euch: Momentan springt er noch auf die Rückbank bis im Frühjahr ein Hundefreundlicheres Auto kommt und auf der Hinfahrt zum Spaziergäng ist er die ganze Zeit am jammern, bellt andere Hunde aus dem Auto raus an etc. und lässt sich auch nicht ins Platz rufen, er steht direkt wieder auf. Sollte ich da einfach öfters mit ihm eine Runde fahren und es geht nicht zum Wald, aufs Feld etc. dass er das raus gehen aus der Türe und das Auto fahren nicht direkt mit spazieren gehen verbindet ?

  • Zitat

    Eine Frage hätte ich noch an euch: Momentan springt er noch auf die Rückbank. Wo befindet er sich denn beim Transport :???: bis im Frühjahr ein Hundefreundlicheres Auto kommt und auf der Hinfahrt zum Spaziergäng ist er die ganze Zeit am jammern, bellt andere Hunde aus dem Auto raus an etc. und lässt sich auch nicht ins Platz rufen, er steht direkt wieder auf. Sollte ich da einfach öfters mit ihm eine Runde fahren und es geht nicht zum Wald, aufs Feld etc. dass er das raus gehen aus der Türe und das Auto fahren nicht direkt mit spazieren gehen verbindet ? Würd ich so machen :gut:

    OT : Glückwunsch, selten so einen reflektierten zielgerichteten Eingangsbeitrag gelesen :gut:

  • Zitat

    OT : Glückwunsch, selten so einen reflektierten zielgerichteten Eingangsbeitrag gelesen :gut:

    Er befindet sich aktuell auf der Rückbank. Ich hatte bis vor kurzem noch einen alten Kombi worin er in einer Hundekiste im Kofferraum war. Der Wagen ging jedoch leider kaputt und jetzt muss er erstmal bei mir auf die Rückbank, dort ist er angeschnallt am Geschirr. Geplant ist der Kauf eines neuen Autos wo er dann wieder im Kofferraum mitfahren wird.

    @ Tuuka

    Vielen Dank für den Tipp, schaue ich mir direkt mal an.

  • Also Turid Rugaas empfiehlt zu gähnen, also den Hund zu beschwichtigen mit Signalen! Hab das Buch gerade gelesen und mich damit befasst, jetzt versuche ich es mal in den Alltag einzubauen!! Kannste ja mal lesen ist kurz und einfach geschrieben! Wenn es so funktioniert, wie es in dem Buch steht und Frau Rugaas geht wohl Fest davon aus dann müsste es dir helfen!
    Und ich denke auch, zuviel Action, es sollte auch immer mal ein Tag geben an dem nichts statt findet, nur raus zum Toilette gehen. Fällt mir auch schwer aber dem Hund tut es gut (auch wenn ich immer denke der arme Hund) :verzweifelt: Der Hund muss sich auch mal entspannen können!

  • Zitat

    Eine Frage hätte ich noch an euch: Momentan springt er noch auf die Rückbank bis im Frühjahr ein Hundefreundlicheres Auto kommt und auf der Hinfahrt zum Spaziergäng ist er die ganze Zeit am jammern, bellt andere Hunde aus dem Auto raus an etc. und lässt sich auch nicht ins Platz rufen, er steht direkt wieder auf. Sollte ich da einfach öfters mit ihm eine Runde fahren und es geht nicht zum Wald, aufs Feld etc. dass er das raus gehen aus der Türe und das Auto fahren nicht direkt mit spazieren gehen verbindet ?

    ich finde es ganz toll, dass du an diesem problemen arbeiten möchtest,
    der weg ist sicherlich sehr mühsam und erfordert vom halter einiges an selbstbeherrschung und persönlicher zurücknahme.

    für mich sind das alles die gleichen symptome (nicht warten können, wenns raus geht; bellen; leine ziehen; fiepen...) eines hundes, der aufgrund seiner erwartungshaltung/druckes nicht zur ruhe kommt.

    wenn du an allen mit gleicher konsequenz und eigener emotionaler ruhe arbeitest, wird es sicherlich zum erfolg führen und dein hund lernt, sich auch in solchen situationen zurückzunehmen bzw. nicht in stress zu verfallen.
    vielleicht liest du dich auch mal über das thema impulskontrolle ein.


    bei autofahren, wie auch beim rausgehen, würde ich ihn ausschließlich zum erfolg kommen lassen, wenn er ruhiges verhalten zeigt. das ganze in winzige teilschritte unterteilt, so dass er auch merkt WORUM es tatsächlich geht.
    hier brauchst du viel geduld und zeit, aber dann werden eben die spaziergänge kürzer.
    ausgelatet ist dein hund nach diesen übung auf jeden fall :D

    eine freundin von mir hatte großen erfolg mit folgender methode:
    das autofahren wird in teilschritte unterteilt!
    fahren, anhalten, motor ausstellen, abschnallen, tür öffnen, aussteigen, hund absitzen lassen, hundetür öffnen, hund aussteigen lassen,....
    sobald gefiept, unerwünschtes verhalten gezeigt wird, gehts wieder auf 0 und du fährst weiter, sobald der hund ruhig ist, hälst du wieder an und machst einen schritt nach dem anderen.
    an den ersten tagen ist man schon eine weile im auto unterwegs,
    bis der hund eine ahnung von deiner strategie hat-

    wenn dein hund allerdings NIE ruhig ist beim fahren,
    also schon aufdreht, bevor es eigentl. losgeht,
    muss man noch viel früher ansetzen:
    ins auto einsteigen, nicht losfahren, austeigen sobald er ruhig/entspannt ist-
    wenn dies zuverlässig klappt, motor anmachen ohne zu fahren usw....
    ein gutes buch und ne wärmflasche sind dann sinnvoll :D

    deinem hund muss aus seiner erwartungshaltung herausgeholfen werden!

    vielleicht passt diese herangehensweise zu euch-
    viel glück

    anja

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