An die Mali-Experten....

  • Hallo Ihr Lieben,

    ich hab den Thread hier mal reingetan, weil ich denke, daß es unter "Haltung und Erziehung" paßt...
    Liebe Mods, ich hoffe, das ist ok so.

    Mich würde mal was interessieren und ich hoffe, daß mir die Mali-Experten da auch ehrlich antworten und ausführlich berichten. Also Murmelchen, Krambambuli usw...

    Wie läuft das mit der Entwicklung bei den Malis so ab? Wann sind die "fertig"? Wann kommen größere Schübe? Wann werden die "ernster"?

    Mein Jabba (ACD, kein Mali) ist ja nicht der "einfachste", viele "Macken" sind wie ich denke "Mali-ähnlich". Mit 2 Jahren war der dann richtig gut. Ich war sehr zufrieden mit ihm und dachte, wir hätten das schlimmste hinter uns. Doch dann so mit 2,5-3 Jahren wurde es nochmal richtig richtig schlimm. Er wurde halt ernster. Aus dem bißchen Gepöbel der Junghund-Zeit wurde nun doch deutlich ernsteres nach vorne gehen. Und das, wie gesagt, wo er zwischendrin schon mal richtig "gut" war. Inzwischen ist er (wieder) super, kann mich nicht beklagen. Er wird nun erwachsen, abgeklärter....

    Wie ist das da so mit den Malis? Wie ist das mit dem Zusammenleben mit anderen Hunden? Wenn sie da schon in früher Jugend Probleme haben, wird das wieder gut/besser? Wie händelt Ihr das? ... Welche Probleme/Baustellen/Herausforderungen gab es da, wie habt Ihr daran gearbeitet?....
    Wie handhabt Ihr Beutespiele? Wie sieht bei Euch die "Auslastung" aus? ... Mir fällt so nach und nach bestimmt noch mehr ein. Wie ist eben so das Zusammenleben mit nem Mali, nicht die lustigen Anekdoten, sondern die "Probleme" und wie man damit umgeht.

    Ich weiß, ich weiß, ich bin bisweilen kritisch und grad so mancher Mali-Mensch und ich waren uns nicht immer ganz grün. Doch hier will ich wirklich nur Infos haben, Berichte, Erzählungen. Wirklich mega-ehrlich und ohne rosa Brille. Ich zerpflück auch nix, will nur Input...

    Also bitte: Erzählt....

  • Kein Experte aber ich antworte mal für Juri :^^:


    Ernst war er nicht und wird er wohl auch nie werden bzw. ich kann es mir nicht vorstellen (abgesehen von seiner Schußaggression. Da ist er augeblicklich ernst). Es passt einfach nicht zu seinem Wesen.

    Mit anderen Hunden ist es..joa.. Er ist der nette Onkel, der extrem viel durchgehen läßt. Mir deutlich zu viel. Und wenn er dann reagiert, dann sehr zaghaft. Wobei sich das momentan ändert, was aber sehr wahrscheinlich an seinen Schmerzen liegt. Schmerzfrei ist er zu anderen Hunden frendlich oder ignorant. Ich kann bei ihm jeden hund hier rein packen, bis auf einen. Der eine Hund komt trotzdem, aber das passt Juri nicht (was er aber dennoch zu dulden hat).
    Beutespiele gibt es, aber nicht so wie bei Pan und Lee. Er hat seinen Konflikt noch immer und daher sind wir noch immer beim Thema 'Mensch + Beute = supergeil und es passiert dir nichts'.
    Auslastung momentan: so gut wie nichts (wegen dem Rücken). Ansonsten suchen lassen (Futterdummys, Spielzeug), UO (auch da erstmal ihm die Ängste nehmen), laufen. Richtig müde machen ihn 15 Minuten in der Nähe vieler Menschen (wobei viel = 10). Aber das ist keine Auslastung.


    Auch wenn er bzgl. Aggression total anders ist, sehr weich ist usw. ist er anstrengend durch seine Angst. Das kommt urplötzlich und er findet schwer einen Ausweg. Vom Wesen her mag ich ihn unglaublich, aber nochmal so einen Angsthund brauche ich nicht..

  • Zitat

    ist er anstrengend durch seine Angst. Das kommt urplötzlich und er findet schwer einen Ausweg. Vom Wesen her mag ich ihn unglaublich, aber nochmal so einen Angsthund brauche ich nicht..

    Ach ja...wusste ich gar nicht.
    Kennst du den/die Auslöser für seine Ängste?
    Mangelhafte Sozialisation/Habituation in der Welpen-/Junghundzeit oder was anderes?

  • Zitat

    ist er anstrengend durch seine Angst. Das kommt urplötzlich und er findet schwer einen Ausweg. Vom Wesen her mag ich ihn unglaublich, aber nochmal so einen Angsthund brauche ich nicht..

    Wem sagst du das..

    *Lesezeichen*

  • Wir können es nur vermuten. Er sollte wohl Diensthund in Ungarn werden und das hat nicht geklappt. Männer sind ein riesen Problem, wobei er generell Angst bei fremden Menschen hat.
    Gestern war es wieder typisch..
    Ich hab ihn vermessen. Das kennt er und es niemals etwas schlimmes dabei passiert, bei mir. So und gestern bricht der Hund total zusammen. Er liegt da, krallt sich in den Boden und man bekommt den Hund nicht wieder hoch. Also weggehen, in Ruhe lassen, nach 5 Minuten ihn rufen und dann klappt es *sfz*
    Selbst Menschen die er kennt und mag, dürfen ihn nicht ableinen weil er sonst panisch abhaut. Wohl gemerkt, er kennt diese Menschen, schmust mit ihnen, spielt mit ihnen, usw. Außer mir kann ihn nur mein Bruder ableinen. Bei allen anderen besteht zu 99% die Gefahr das er in Panik wegrennt..

  • Murmel, Danke für Deinen Bericht.
    Hätte da noch paar Fragen:

    Was meinst Du mit Schußaggression? Was passiert da? Wann? Wie?...

    Wie lange gehst Du so mit ihm spazieren? Wieviel "übst/trainierst" Du so mit ihm?

    Was genau meinst Du mit Konflikt bei Beute?... Wie sieht das aus?.

    Ich hoffe ja, daß sich auch noch "die andern" zu Wort melden und ein wenig erzählen.... :hilfe:

  • Sobald ein Schuß fällt (oder es knallt), schaltet er um und wird ernst. Das sieht man ihm an. Er scannt dann die Umgebung nach dem Feind. Er ist dabei 2x gegen meinen Bruder, weil der ihn im dunkeln nur angefasst aber nicht angesprochen hat (einmal ohne MK gepackt und einmal mit MK zugestoßen) und hat nen Busch zerstört weil er drauf los ist.
    Er kennt das als Arbeit und der Schuß/Knall ist das Startsignal (so wie für Pepper das anziehen der Kenndecke das Startsignal zur Arbeit war). Das was er da zeigt ist definitiv keine Unsicherheit!

    Konflikt.. Er hat schlechte Erfahrungen gemacht, davon gehen wir einfach aus. Er wird mit Beute am Mensch hektisch, hackt auf der Beute rum, quietscht (Streß), schüttelt hektisch. Er verbindet den Menschen zusammen mit Beute nicht gut bzw. der Mensch in der unmittelbaren Nähe der Beute. Er gibt auch bis heute nur sehr schwer etwas direkt in die Hand. Allerdings wirft er es jetzt schon 10cm vor mich und nicht mehr 2 Meter.
    Das gleiche haben wir bei der Fußarbeit. Er weicht dem Bein/Fuß extrem aus, wobei wir das durch Futtertreiben und GS halten schon ganz gut wegbekommen haben.

    Oh laufen und Training ist unterschiedlich, je nachdem was ansteht. UO macht er meist nur so 5 Minuten. Er ist da wie ein Welpe/Junghund der alles erst lernt. Laufen zw. 1,5 und 2 Stunden am Tag. Dabei dann suchen lassen, Abruf üben, usw. Wobei wir das suchen lassen jetzt völlig einstellen werden bis nach dem MRT am 15.2. oder ich verbuddel es, so das er es nie sehen kann.

  • Ich erzähle mal von meinem ersten Mali. Er war 9 Monate alt als er zu uns kam und super lieb, absolut verträglich. Mit ca. 12 Monaten wurde er dann ernster mit allem. Er mochte keine Rüden mehr, beschütze alles was zu uns gehörte und ging dabei notfalls auch nach vorne. Er konnte nur schwer allein bleiben, also alles was ein unausgelasteter Mali so tut :headbash: . Bei uns hat sich das erst gelegt als wir dann in den SV eingetreten sind. Wir haben gefährtet, UO und Schutzdienst gemacht 3-4 mal die Woche volles Programm. Er hat dann gelernt seine Aggressionen, die ja eigentlich keine waren umzuleiten.

    Sobald wir auf dem Platz waren und er den Figuranten bzw. die Peitsche gehört hatte war völlig auf Arbeit eingestellt und in der Freizeit der absolute couch potato mit Kuschelsucht.

    Ein toller Hund mit dem man dann auch wieder vernünftig vor die Tür gehen konnte :D

  • Zitat

    Mein Jabba (ACD, kein Mali) ist ja nicht der "einfachste", viele "Macken" sind wie ich denke "Mali-ähnlich". Mit 2 Jahren war der dann richtig gut. Ich war sehr zufrieden mit ihm und dachte, wir hätten das schlimmste hinter uns. Doch dann so mit 2,5-3 Jahren wurde es nochmal richtig richtig schlimm. Er wurde halt ernster. Aus dem bißchen Gepöbel der Junghund-Zeit wurde nun doch deutlich ernsteres nach vorne gehen. Und das, wie gesagt, wo er zwischendrin schon mal richtig "gut" war. Inzwischen ist er (wieder) super, kann mich nicht beklagen. Er wird nun erwachsen, abgeklärter....

    Nur mal am Rande: Das ist eigentlich relativ normal. Je nach vorangeganemen Problempotential haben alle Hunde kurz vor dem Erwachsenwerden nocheinmal so eine Phase. Manchen Hundehaltern fällt die nicht auf, weil sie wegen des unproblematischen Naturells "schwach" ausfällt, aber das ist bei allen Hunderassen und Mixen so.

  • Zitat

    Konflikt.. Er hat schlechte Erfahrungen gemacht, davon gehen wir einfach aus. Er wird mit Beute am Mensch hektisch, hackt auf der Beute rum, quietscht (Streß), schüttelt hektisch. Er verbindet den Menschen zusammen mit Beute nicht gut bzw. der Mensch in der unmittelbaren Nähe der Beute. Er gibt auch bis heute nur sehr schwer etwas direkt in die Hand. Allerdings wirft er es jetzt schon 10cm vor mich und nicht mehr 2 Meter.
    Das gleiche haben wir bei der Fußarbeit. Er weicht dem Bein/Fuß extrem aus, wobei wir das durch Futtertreiben und GS halten schon ganz gut wegbekommen haben.

    Muss nicht an schlechter Erfahrung liegen. Manche Hunde haben einfach ein immenses "Gefühl" für meine Beute - Deine Beute und vielleicht ist bei ihm genetisch bedingt schon von Anfang an der Konflikt da, dass er das klar getrennt haben möchte und daher in Stress gerät, wenn zwei Individuen sich so nah an einer Beute befinden, dass nicht klar abzugrenzen ist, wem die gehört. Es gibt in meiner Hundeschule immer mal wieder Hunde, bei denen definitiv keine schlechten Vorerfahrungen da sind und die mit so einem Stress reagieren - da sieht man dann die Veranlagung dazu. Das Gute: Man kann das trainieren, wie Du es ja bereits machst.

    Viele Grüße
    Corinna

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