Angst und Flucht
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callean -
13. Dezember 2011 um 12:00
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Hallo,
Emil ist ein Jahr alt und etwas sensibel bei manchen Hunden. Wonach er da selektiert, weiß ich nicht. Aber groß/schwarz sollten sie schon mal nicht sein. Wenn uns nun im Feld so ein Hund, oder mehrere entgegen kommen, bleibt Emil erstmal stehen und sondiert die Lage. Nun ist es sehr wahrscheinlich, dass er bockt und nicht weiter will. Wenn die entgegenkommenden auch noch laut bellen, ist es ganz vorbei, da will er den Rückzug antreten. Ist wohl noch ein Überbleibsel aus dem TH, wo er im Rudel wahrscheinlich die unteren Ränge bekleidet hat. Wenn Hunde irgendwo streiten/bellen, ist das Alarm für Emil.
Ich muss ihn dann an der Leine halten, da er mir schonmal weggelaufen ist, als zwei Hunde (eher als Spiel) hinter ihm her waren, und ich fand ihn erst nach 20 Minuten mitten auf der Hauptstraße wieder nebst Totalstau. Das ist also nicht ungefährlich.
Wie gehe ich damit um? Schnörkellos auf die Hunde zu (und Emil also hinter mir herziehen) nach dem Motto, der Chef zeigt damit, es gibt hier keine Gefahr? Letztlich muss ich ihn auch hinter mir herziehen, sonst müssten wir warten. Oder ausweichen, falls möglich.
Oder auch ganz konkret bei engen Wegen, wo man sich nicht aus dem Weg gehen kann?
Ich rede Emil am Anfang solcher Situationen nun schon immer ein, dass da was ganz tolles feines kommt, Party!!!! Aber nützt nicht immer etwas. Leckerchen nimmt er nicht an, wenn er aufpasst.Wenn wir die Hunde dann getroffen haben und die Leute etwas Zeit haben, dann beruhigt sich Emil eigentlich und fordert irgendwann zum Spiel auf.
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Hallo,
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Hallo!
Ich werde mal auf einzelne Stellen eingehen.
ZitatHallo,
Wie gehe ich damit um? Schnörkellos auf die Hunde zu (und Emil also hinter mir herziehen) nach dem Motto, der Chef zeigt damit, es gibt hier keine Gefahr? Letztlich muss ich ihn auch hinter mir herziehen, sonst müssten wir warten. Oder ausweichen, falls möglich.
Ich würde nicht direkt auf die Hunde zugehen.
Lieber, wenn möglich, einen kleinen Bogen laufen.
Sagen wir mal, Du läufst links, und die andere Person mit Hund dann von Dir aus gesehen rechts.
Dann wäre es ideal, wenn Du Deinen Hund links führen würdest, und einen kleinen Bogen links weg laufen könntest.
Die andere Partei sollte es idealerweise ähnlich halten.
Viele Hunde fühlen sich schon sicherer, wenn sie zwischen sich selbst und dem "Feind" den eigenen Halter als "Abschirmung" haben.Zitat
Ich rede Emil am Anfang solcher Situationen nun schon immer ein, dass da was ganz tolles feines kommt, Party!!!! Aber nützt nicht immer etwas. Leckerchen nimmt er nicht an, wenn er aufpasst.Könnte es sein, daß Du dabei einen leichten Fehler gemacht hast?
Könnte es sein, daß Du ein bißchen zu viel redest?
Ihn eventuell dabei in seinem Verhalten bestärkt hast?Ein Hund, der sich im Streß befindet, der wird nichts fressen.
Eher wirst Du solche Begegnungen langsam aufbauen müssen.
Eine Trainingsmöglichkeit wäre zum Beispiel, daß Du noch in großer Distanz zum "Feind" befindest.
Solange Dein Hund noch normal auf Dich reagiert gehst Du vor und bestätigst ihn in seinem Verhalten.
Merkst Du, daß er "abschaltet", gehst Du aus der Situation heraus indem Du dich umdrehst.So kann er sich wieder beruhigen. Ist er wieder vom Kopf her bei Dir, kannst Du Dich abermals umdrehen, und langsam auf den "Feind" zugehen. Aber nicht direkt, also frontal, sondern im Abstand, und wenn es geht, mit einem kleinen Bogen.
Auf diese Weise kannst Du mit Deinem Hund daran arbeiten, daß andere Hunde nicht "schlimm" sind. Die Distanz kannst Du dann langsam verkleinern. Dein Hund "sagt" Dir schon, wie weit er mit der neuen Situation klar kommt.Schöne Grüße noch
SheltiePower -
Zitat
Ich würde nicht direkt auf die Hunde zugehen.
Lieber, wenn möglich, einen kleinen Bogen laufen.
Sagen wir mal, Du läufst links, und die andere Person mit Hund dann von Dir aus gesehen rechts.
Dann wäre es ideal, wenn Du Deinen Hund links führen würdest, und einen kleinen Bogen links weg laufen könntest.
Die andere Partei sollte es idealerweise ähnlich halten.
Viele Hunde fühlen sich schon sicherer, wenn sie zwischen sich selbst und dem "Feind" den eigenen Halter als "Abschirmung" haben.
Das mache ich schon, nur reicht Emil das manchmal nicht aus. Ich müsste schon einen großen Bogen machen, also übers Feld laufen, aber eben das wollte ich vermeiden.ZitatKönnte es sein, daß Du dabei einen leichten Fehler gemacht hast?
Könnte es sein, daß Du ein bißchen zu viel redest?
Beides nein, haha, ich kenne schon die Hundetherapeutischen Gedankenspiele von wegen "der Halter strahlt in der Situation aus, dass irgendwas besonderes ist". Tat ich bisher aber nicht. Kein Gerede, einfach schnörkellos voran, so habe ich es lange gehalten. Nur das klappte eben nicht und das mit dem Party machen mache ich erst seit wenigen Tagen.ZitatEine Trainingsmöglichkeit wäre zum Beispiel, daß Du noch in großer Distanz zum "Feind" befindest.
Solange Dein Hund noch normal auf Dich reagiert gehst Du vor und bestätigst ihn in seinem Verhalten.
Merkst Du, daß er "abschaltet", gehst Du aus der Situation heraus indem Du dich umdrehst.So kann er sich wieder beruhigen. Ist er wieder vom Kopf her bei Dir, kannst Du Dich abermals umdrehen, und langsam auf den "Feind" zugehen. Aber nicht direkt, also frontal, sondern im Abstand, und wenn es geht, mit einem kleinen Bogen.
Argh, das ist schon eine harte Methode, "rausnehmen und Aufmerksamkeit durchsetzen" hasse ich ... Das läuft dann nämlich so: Emil wird wiederholt versuchen, irgendwie an mir vorbeizuschauen, um die Lage zu sondieren. Na ja und im Prinzip gibt man ja Bestätigung, wenn man mal Aufmerksamkeit für eine Millisekunde bekommt. Schnell reagieren und so... Oh und konkret im Feld werden wir uns wahrscheinlich dann vor- und zurück, (mehr zurück) bewegen, man mag da denken, es kommen Autisten an...
ZitatDein Hund "sagt" Dir schon, wie weit er mit der neuen Situation klar kommt.
Daran habe ich keinen Zweifel. Der werte Herr sagt immer mal Bescheid, wenn ihm etwas nicht passt.Danke
Micha -
Zitat
...so, blau war ich... und finde SheltiePower hat es gut beschrieben! Versuch das doch mal eine Weile ganz konsequent und möglicherweise hast Du ja auch Hunde in Deinem Umfeld, auf die er nicht so reagiert und mit denen kannst Du doch solche Begegnungen erst mal stressfrei üben.
Viel Erfolg.LG der kampfzwerg
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Zitat
Das mache ich schon, nur reicht Emil das manchmal nicht aus. Ich müsste schon einen großen Bogen machen, also übers Feld laufen, aber eben das wollte ich vermeiden.Danke
MichaSo, ich nochmal.
Versuch es doch mal mit dem größeren Bogen.
Wenn das eine Weile ohne Stress geht, kannst Du den Bogen langsam verkleinern und bis dahin kann Dein Hund verinnerlichen, dass Hundebegegnungen nichts bedrohliches sind.Es ist nun mal unnatürlich, dass Hunde frontal aufeinander zugehen, bzw. sogar eine Kamfansage. Warum da nicht erst mal Distanz und Entspannung reinbringen. Vermutlich reagiert der Begegnungshund auch nicht so ganz freundlich, starrt, macht sich groß, "friert ein" oder kommt frontal auf Euch zu. Dass müssen unsere Hunde erst lernen, wenn sie enge Wege mit uns gehen und nicht ausweichen können.
Ich habe diese Seite heute schon mal empfohlen, vielleicht auch was für Euch:
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OK danke, ich werde beides anwenden. Ja, calming signals sind mir bekannt, kommt man ja nicht drumherum...
Jaja, das Thema "was werden die anderen denken" :) -
Oh, das gleiche Problem habe ich mit meiner Mia auch... Bögen haben bei uns leider gar nichts genutzt, bzw. waren meist nicht weit möglich. Das mit dem Zurückgehen habe ich jetzt größenteils vermieden, eben weil die Menschen sich dann wundern, aber ich werde es jetzt mal versuchen. Was mache ich denn, wenn Hundi trotzdem weiter beobachtet und sich nur hinter mir her schleifen lässt?
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Also prinzipiell musst Du ihn so rausnehmen, dass Du ihn nicht hinter Dir herziehst sondern eher vor Dir rausdrehen, bis die Aufmerksamkeit da ist. Ist aber leichter gesagt als getan. So habe ich es jedenfalls von unserem Hundetrainer gelernt.
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Ich möchte noch ergänzen: Bitte sichere deinen Hund gut!
Denn er wird noch eine ganze Zeit auf Flucht "programmiert" bleiben, bis sich ein neues Verhalten etabliert hat.
Ich persönlich würde ihn mittels Schleppleine absichern - denn letztlich weiß man ja nicht, wann wo plötzlich ein Hund auftaucht...Und ich würde parallel dazu Hundekontakte suchen, also regelmäßig mit anderen Hunden laufen. Du kannst auch einfach hinter Leuten mit Hund herlaufen. Dass er sich an die Präsenz von Hunden gewöhnt und lernt, dass er nichts tun (weglaufen) muss, es auch andere Verhaltensweisen gibt.
Aber am meisten lernt ein Hund, wenn er regelmäßige Sozialpartner hat. Mit denen kann er auch gewisse Kommunikationsverhaltensweisen "nachholen" oder neu einüben (klingt ja danach, dass deiner nicht das volle Verhaltensrepertoire drauf hat, es hier also einer "Nachschulung" bedarf).Ich würde zudem Leinenkontakte nicht zulassen. Und wenn deiner an der Leine ist, auch andere Hunde erst mal blocken. Damit der Hund lernt, dass er bei dir und an der Leine sicher ist. (Wobei ich hier Schleppleine und normale Leine unterscheide, weil SL ist ja eher wie Freilauf "mit Zugriffsmöglichkeit" zu handhaben.)
Dass er in deiner Nähe ist, während ihr die anderen Hunde passiert, ohne dass ihm Schaden zugefügt wird, ist wichtig! Denn es stärkt eure Bindung, euren "Teamgeist". Denn ein Hund, der wegläuft, läuft ja auch von dir weg. Zwar nicht vor dir, aber von dir. Heißt, er baut nicht auf dich, sondern zeigt da den Einzelkämpfer. Er muss also ggf. erst lernen, dass es sich lohnt, in deiner Nähe zu bleiben. Und da geht es nicht um Leckeres, in der Situation! Da will er Sicherheit und nix Süßes
Bei einem Hund mit ausgeprägtem Fluchtverhalten kann das dauern, bis er sich in neue Verhaltensweisen eingeübt hat. Dabei ist das Fluchtverhalten Stress für den Hund. Ich würde deshalb darauf achten, Hunde nicht zu meiden und auch keine Gebiete, in denen man vielen Hunden begegnet. Aber ich würde ihm auch immer mal wieder hundefreie Strecken gönnen, in denen er runterkommen kann von dem Stress.
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Prinzipiell klar. Leinenkontakte lasse ich aber schon zu, und zwar, wenn Emil den anderen Hunden freudig gegenübersteht - das kommt ja glücklicherweise häufiger vor. Danach können sie dann aber auch von der Leine. Leinenbegegnungen, die Emil nicht will, also ich bleibe stehen und Emil wird bedrängt und will weg, das vermeide ich.
Wie ist es mit dem Aspekt "ICH gehe auf den fremden Hund zu" und diene da als Vorbild? Den kann ich ja eigentlich kaum einbringen, wenn mein Hund sich sperrt. Bzw. scheint es mir so, als kann er da mein Vorbild nicht sehen...
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