1 x Hasen gejagt- jetzt nur noch an der Leine??

  • Hallo Ihr,

    Wir hatten gestern mit Lilly ein interessantes Erlebnis. Vielleicht könnt Ihr ja mal etwas dazu sagen, bzw. schreiben, was für Euch die Konsequenzen wären.

    Vorweg: Lilly (6 Mon.) hört im Freilauf ausgesprochen gut, sie darf schon ohne Leine laufen seit sie 9 Wochen alt ist. Kommandos wie "Stop" (Bleibt stehen) und "Hier" kennt sie. Sie hat über Wochen die Hälfte ihres Futters nur draussen beim Spielen/Üben bekommen. Sie lässt sich auch abrufen, wenn sie schon auf dem Weg zu anderen Hunden/Menschen ist.

    So, nun zu gestern: 23 Uhr, letzte Gassirunde. Wir haben sie losgemacht. Sind schon auf dem Rückweg, Hund trottet frei auf meiner Höhe, ich will gerade loben, in dem Moment zischt höchstens 1 Meter vor uns ein Häschen vorbei einen Damm hinauf. Hund startet sofort. Ich (muss zugeben recht lasch) "stop" gesagt und auch nix nachgeschoben, wie "hier", oder was anderes Interessantes, habe mich einfach darauf verlassen, dass sie - wie immer - hört. Hund hält kurz inne (da hätte ich noch mal was sagen müssen) und klettert dann weiter den Damm hinauf. Weg war sie.
    Wir haben natürlich gerufen, aber sie kam erstmal nicht. Mein Freund ist dann durch´s ganze Gestrüpp hochgeklettert und hat sie oben gefunden. Sie stand einfach da rum. :roll:
    Um ehrlich zu sein schätze ich, dass sie Hemmungen hatte da wieder runterzuklettern. Es ist wirklich hoch und sehr steil.

    So, wir natürlich ´nen ordentlichen Adrenalinspiegel... und Hundi total aufgeregt. ;-)

    Was tun wir jetzt? Nehmen wir das zum Anlass, die Madame erstmal dauerhaft an die Leine zu hängen?
    Oder bewerten wir das nicht über, weil das ein Gebiet war, in dem sie freilaufen darf... nur oben auf dem Damm war sie noch nicht. Sonst flitzt sie auch mal einem Vogel hinterher, bleibt aber in Sichtweite. Da war es eben blöd, weil wir sie nicht mehr sehen konnten.

    Was meint denn ihr??

    Liebe Grüße,
    Chrisi :-)

  • Hi,


    nein ich würde sie deshalb nicht ausschließlich an der Leine führen.

    Du schreibst ja selbst das Du nicht richtig reagiert hast. Bzw. nur halbherzig. Wenn sie eigentlich so gut abrufbar ist
    wie du es beschreibst sollte es auch mit dem abrufen bei Hasen klappen.

    Man muß es nur ernst meinen. Ansonsten weiß ich von meinem Hund das er in der Dämmerung oder im Dunkeln eher auf solche Reize anspringt. Das muß man dann noch separat üben.

    Ich würde ein "Superkommando" einführen. Also etwas was nur im äußersten Notfall benutzt wird. Und von dem der Hund weiß das es bei nichtbefolgen ein riesen Donnerwetter gibt. Auf der anderen Seite aber auch die mega super Belohnung wenn er darauf hört.

    Bei mir ist es z.B das Pfeifen auf zwei Fingern.

  • Hallo, ich würde dir raten, sie erst mal in Gebieten mit "Jagdobjekten" an die Schlepp zu nehmen. Und gezielt mir ihr zu üben, dass Hinterherhetzen tabu ist. Egal was sich schnell von ihr wegbewegt.
    Ich habe diese ersten Anzeichen bei meinen beiden nicht ernst genug genommen, da sie sonst ja super gehört haben. Und auch immer schnell wieder da waren bzw. umgedreht sind.
    Jetzt mit 20 Monaten ist unsere größte Baustelle ihr unerwünschtes Jagdverhalten. Sie hören ziemlich gut aber ich kann mich eben nicht darauf verlassen, dass sie bei Hasensichtung etc verlässlich hören.

    Ich rate dir also, deine Kleine von jetzt ab nur noch in sicherer Umgebung von der Leine zu lassen und gezielt mit ihr am Stop bei dieser Ablenkung zu arbeiten.

    Liebe Grüße
    Nele

  • Ja! Wer vernünftiges Schleppleinentraining machen will sollte nicht mehr ableinen, ist natürlich unbequem und unlustig, aber dieses Gezauder wegen der Leine ist in meinen Augen der Grund warum 80% der Hunde hier nicht wildrein sind.

  • Ich denke es ist nicht nötig sie dauerhaft an die Leine zu nehmen. Wenn du dein Verhalten etwas korigierst solltest du das auch ohne Schleppleinentraining in den Griff bekommen.
    Als erstes solltest ihr euch klar darüber sein, daß schon mit dem fixieren eines Objektes das Jagdverhalten eines Hundes beginnt. Deshalb würde ich euch dringend raten auch das schon zu unterbinden, Genau so wie das hinterherlaufen von Vögeln. So lernt sie, daß Jagen prinzipiell nicht erwünscht ist. Wenn sie einen Vogel anvisiert sprecht sie an und ruft sie zu euch, oder laßt sie sich ablegen, wie ihr möchtet, belohnt sie; und dann geht es weiter.
    Die anderen Punkte hast du ja schon selbst erkannt.

    LG Franziska mit Till

  • Ihr Interesse an Hasen wird nun sicher geweckt sein. Von daher gilt es, besonders aufmerksam unterwegs zu sein, um mögliche Jagdobjekte vorher zu sehen. Ich würde auch das Jagen von Vögeln verbieten. Und vor allem würde ich einen Hund grundsätzlich im Dunkeln nicht mehr ableinen, wenn man mit Wildbegegnungen rechnen muss.

  • Für mich wäre das kein Grund für Dauerleine. Im Gegenteil, den Rückruf aus dem Freilauf monatelang nicht mehr zu üben, würde ich für sehr kontraproduktiv halten.

    Allerdings kommt es auf deine Gassigegenden an. Da, wo öfters was rumhoppelt, würde ich gezielt mit SL sichern, und dort auch üben gehen. Da, wo keine oder kaum Gefahr besteht, auf Wild zu stossen, wüsste ich nicht, was eine Schleppleine bewirken sollte. Ausser Gewöhnung an eine Krücke, die man dann wieder ohne Erfolgsgarantie abbauen muss.

  • Hallo Ihr Lieben,

    vielen Dank für Eure Antworten! :-)

    Wir werden eine Art Mischmasch versuchen: Sie darf weiterhin in recht sicheren Gebieten freilaufen, im Dunkeln aber nicht mehr. Auch das Jagen von Vögeln werden wir abbrechen.
    Wir müssen jetzt wohl einfach vorausschauender sein.
    Eine Schleppleine wird auch angeschafft, benutzten wir bis jetzt gar nicht - lediglich eine ausgeliehene zum Mantrailing. :hust:

    Danke noch mal.
    Liebe Grüße und einen schönen Sonntag! :-)
    Chrisi

  • Zitat

    Für mich wäre das kein Grund für Dauerleine. Im Gegenteil, den Rückruf aus dem Freilauf monatelang nicht mehr zu üben, würde ich für sehr kontraproduktiv halten.

    Allerdings kommt es auf deine Gassigegenden an. Da, wo öfters was rumhoppelt, würde ich gezielt mit SL sichern, und dort auch üben gehen. Da, wo keine oder kaum Gefahr besteht, auf Wild zu stossen, wüsste ich nicht, was eine Schleppleine bewirken sollte. Ausser Gewöhnung an eine Krücke, die man dann wieder ohne Erfolgsgarantie abbauen muss.


    Ich bin der gleichen Meinung.

    Anfügen möchte ich noch was zu dem Punkt, dass du dich innerlich drauf verlassen hast, dass sie schon hört.
    Sie ist jetzt genau im richtigen Alter um anzufangen auszutesten.
    Also nicht drauf verlassen, dass es so weitergeht und dranbleiben.
    Aber das machst du ja eh.
    Wünsche weiterhin viel Spaß und Erfolg.

  • Zitat

    Anfügen möchte ich noch was zu dem Punkt, dass du dich innerlich drauf verlassen hast, dass sie schon hört.
    Sie ist jetzt genau im richtigen Alter um anzufangen auszutesten.
    Also nicht drauf verlassen, dass es so weitergeht und dranbleiben.
    Aber das machst du ja eh.
    Wünsche weiterhin viel Spaß und Erfolg.

    Ja, das habe ich auch gemerkt. Es war richtig komfortabel! ;-) Vielleicht ist es aber auch ganz gut, dass sie jetzt ein Mal kurz abgewischt ist, so sind wir wieder aufmerksamer.
    Wir machen uns jetzt draussen auch wieder verstärkt interessanter.
    Dass sie einen Jagdtrieb hat, glaube ich aber nicht. Ich denke, das war einfach nur der Bewegungsanreiz direkt vor ihrer Nase.

    Danke Dir. :-)

    Gruß,
    Chrisi

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