Hund immer ableinen, wenn unangeleinte heranstürmen??

  • Zitat

    Also fürchte ich mich ein wenig vor dem Ableinen, was kann passieren wenn ich ihn nicht ableine bzw. was würdet ihr mit einem noch nicht wirklich abrufbaren Hund tun, wenn unangeleinte Hunde auf uns zustürmen?


    Ich würde die Situation nutzen um a) deinen eigenen Hund zu trainieren, dass er sich zB hinter dich stellt, so dass du b) den anderen Hund blocken kannst und der nicht zu deinem stürmt, sondern stattdessen wartet bis du c) den anderen HH dazu aufforderst, seinen Hund von dir weg zu holen, was d) eine Diskussion entfachen wird was dir aber e) egal sein sollte. Immerhin geht es nicht darum, dem Willen anderer HH nachzukommen, sondern die Verantwortung über deinen Hund zu übernehmen.

    Wie schon erwähnt wurde, wird die Diskussion dahin ausarten, dass du ja ein intolerante HH bist, die ihren Hund nicht die Freiheit schenkt, die er braucht und das alles viel einfacher wäre, wenn die Hunde das unter sich ausmachen würden. Im Grunde will dir der andere HH aber damit sagen, dass er einfach nur unfähig ist, seinen Hund zu erziehen und das so kompensiert, dass er die Schwachstelle bei dir sucht. Typisch menschliches Verhalten also :-)

    Um solchen Situationen gelassener zu begegnen kannst du im Vorfeld viel mit der Schleppleine den Abruf üben (wurde ja schon erwähnt) und parallel trainieren, dass Hundi auf Kommando neben dir oder hinter dir bleibt, bis du ihn freigibst.

    Wenn sich dein Hund dann irgendwann sicher abrufen lässt, dann kannst du natürlich je nach Tageslaune auch einfach mal die Leine abmachen und ihn toben lassen.

  • Zitat

    Wenn mein Hund an der Leine ist, hat das immer auch einen Grund. Kommt ein anderer Hund angestürmt wird dieser von mir geblockt und weggeschickt. Ich erwarte von meinem Hund so viele Dinge, da finde ich es nur fair, wenn mein Hund auch von mir erwarten darf, dass ich solche Begegnungen regle.

    Viele Grüße
    Frank

    Sehe ich ganz genauso, seitdem wir so handeln ist Laska auch viel entspannter bei Hundebegegnungen.

  • Hallo!
    Ich hab noch eine "lustige" Story zum Thema Hundbegegnungen: ist schon ca. 2 Jahre her, ich bin meinem Dackelmix gassi gegangen, da kam uns ein unbekannter Hund (BC) + junges Mädchen, ca. 18 J. entgegen. Ich hab meinen angeleint, und das Mädel rief, Sie können ihn laufen lassen, meine ist ganz lieb. Das hab ich getan, der BC war wirklich ganz freundlich, und meiner ist auch recht problemlos. Es war wirklich super! Die zwei spielten, machten Rennspiele, echt, ich hab meinen Kurzen noch nie so schnell sausen gesehen. Derweil unterhielt ich mich mit der HH, bis diese so nebenbei erwähnte, "meine is grad läufig". Ich hab dann gemeint, meiner ist ein intakter Rüde. Sie: das macht nix, meine lässt keinen fremden Rüden ran, nur andere Borders!! Just in diesem Moment bremst ihre Hündin ab und mein Kurzer natürlich voll Begeisterung an ihr Hinterteil.
    Ich weiß heut noch nicht, wie ich's geschafft habe, so schnell dahin zu rennen und meinen Knirps noch rechtzeitig da runter zu pflücken. Sagen konnte ich der HH nix mehr, dafür war ich zu sehr am keuchen. Gesehen hab ich sie seitdem nie mehr, und weiß also nicht, ob sie mal einen UPS-wurf bekommen hat!
    LG Blackpoodle

  • Soooooo viele Antworten, vielen vielen lieben Dank!!! :smile:

    Ich bin erstmal beruhigt, dass ich den Hund beruhigt angeleint lassen kann ohne dass ich ihm damit schade, wie gesagt, Angst zeigt er bei Hundebegegnungen nicht, ich nehme an, durch seine Straßenhundvergangenheit hat er die Hundesprache ganz gut drauf. ;)

    Mir ist ähnliches, was Franziskas Doggenfrauchen passiert ist, auch schon passiert. Tobi lief fröhlich kilometerweit mit dem anderen Hundi und HH mit. Ich hinterher, irgendwann kam ich keuchend an, habe mich aber höflichst entschuldigt. Dem anderen HH noch Vorwürfe zu machen, weil ich meinen eigenen Racker nicht im Griff habe, kam mir nicht in den Sinn. Und dass man irgendwann mal weiter möchte, als HH mit dem hörenden Hund ist ja wohl auch nachvollziehbar. Leider war die andere HH leicht genervt und ist auch auf meine Entschuldigung nicht wirklich eingegangen. :ops:

    Ich werde mich jetzt versuchen interessanter für Tobi zu gestalten. Er reagiert nicht auf Spielzeug, aber mit Futter bin ich für ihn die interessanteste Person auf der Welt :lol:
    Zusätzlich werde ich mit der Schleppleine arbeiten und den doppelten Rückruf trainieren, das finde ich eine echt gute Taktik. Ich habe ab nächster Woche Urlaub, werde evtl auch mal einen Hundetrainer besuchen, da dieser einen eingezäunten Hundeplatz hat und ich da nicht immer Blut und Wasser schwitze, da Tobi ja nicht auf die Straße etc. gelangen kann.
    Ich möchte, dass Tobi in Zukunft entspannt frei laufen kann, denn auch wenn er eher ein Faultier ist, nach ein paar Metern freilaufen, dreht er so schön auf und fetzt glücklich durch die Gegend. Dafür kann er ja im Training auf ner Wiese auch an der Schlepp sein oder?

    Und in ferner Zukunft wünsche ich mir, mit ihm soweit zu sein, dass er nach Absprache auch mit Hundekumpis toben kann und ich entspannt daneben stehe, weil ich weiß, dass er auf den Rückruf reagiert. Es ist noch ein langer Weg dahin, aber irgendwo muss man ja anfangen, nicht wahr? :smile:

    Vielen Dank nochmal für eure Hilfe!

  • Zitat

    Sehe ich ganz genauso, seitdem wir so handeln ist Laska auch viel entspannter bei Hundebegegnungen.


    So händle ich das auch. Musste ich auch, da Louis als Welpe schließlich noch nicht gehört hat und hätte ich ihn jedesmal abgeleint, hätte ich ihn wohl nicht so schnell wiedergesehen. Außerdem hatte ich Angst, dass der andere Hund ihm so noch mehr weh tun könnte, er war ja nur so ein kleiner Wurm als Welpe. Ich habe Louis angeleint hinter mich buxiert und den anderen Hund abgeblockt und die HH sowas von zusammengeschissen :P und das waren eine Menge Leute gewesen, die meinten Ihre Töle kann jeden belästigen: Ich spreche solche Leute gleich direkt an, mit nehmen Sie bitte ihren Hund weg, wir möchten nicht belästigt werden. Und nein meiner darf nicht spielen gehen, und nein es gibt KEINEN kontakt an der Leine. Mache ich heute, wo er gut hört auch noch so. Treffen wir jemanden, wird meiner angeleint und wir gehen stur weiter, außer mir ist der andere sympathisch und wir beide wollen das die Hunde spielen. Man darf sich da von anderen nicht beirren lassen ;) Wenn ich etwas nicht will, wird das auch nicht gemacht. Man macht sich zwar Feinde damit..aber dafür habe ich meinen Willen bekommen!

    Viele Grüße

  • Zitat

    Naja, es ging hier ja nicht um aggressive Hunde, die auf einen zugestürmt kommen. Daher sollte man vielleicht nicht gleich mit Kanonen auf Spatzen schießen, sondern meist reicht da auch ein direktes Wort zum HH bzw. ein zielgerichtetes Weitergehen. ;)


    es geht mir darum dass sich mein hudn an der leine sicher fühlen soll und dass ich dafür sorgen muss dass der andere meinem angeleinten hudn nicht zu nehme kommt. leider richt da oft ein wort an die HH nicht, wil deren hunde meist nicht hören.

  • So, die erste Trainingseinheit ist vorbei und ich will mal kurz berichten:

    Es lief gut und Tobi wie auch ich sind sehr ko :)

    Stefan hat sich zu allererst ein Bild von mir und Tobi zu Hause gemacht, wir haben den Hundekorb an eine passendere Stelle gerückt und haben festgestellt, dass ich Tobi daheim viel zu viel Aufmerksamkeit schenke, dass dies höchstwahrscheinlich der Grund dafür ist, dass er draußen nicht auf mich achtet. Er achtet nämlich selbst beim normalen Gassi-an-der-Leine NULL auf mich. Also ist der erste Schritt, dass ich ihn drin auch mal ignoriere und einfach mein Ding mache.

    Draußen gings dann weiter an der Schleppleine und dies war nach anfänglichem "interessiert mich gar nicht was Frauchen macht" sehr interessant und erfolgreich.
    Ich habe sehr viel über Tobis Körpersprache bei Hundebegegnungen gelernt, weiß nun besser, wann und wie ich ihn bestätige und am Ende der ersten Lehreinheit hat der Rückruf auch schon sehr passabel geklappt.

    Wir sehen Stefan in zwei Wochen wieder. Bis dahin hat er mir seine Schleppleine dagelassen und ich habe mir inzwischen viel aufgeschrieben, um auch mit meinem Freund konsequent an der Schlepp weiter zu üben.
    Da Tobi ein kleiner Fresssack ist, kann man ihn gut über Futter konditionieren, ausserdem gabs ein paar Tipps für Futtersuchspielchen, da Tobi ein "normaler" Spaziergang offensichtlich viel zu langweilig ist.


    Viele Grüße
    jana+tobi

  • Hallo,

    das klingt ja gut bei dir!

    Wir haben auch einen noch nicht ganz so perfekten Junghund hier, der aber immer besser folgt.

    Diese Futtersuchspiele sind super - heute früh im Wald habe ich in hohlen Baumstämmen Leckerlis versteckt und Joschi suchen lassen, das hat ihm total Spaß gemacht.

    Liebe Grüße,

    Ingo

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