Schwerhörig, Alzheimer oder einfach Pubertät?

  • Im Moment macht Freddie (sechs Monate) mir das Leben richtig schwer.
    Er hörte eigentlich schon recht gut, kam freudig angelaufen, wenn ich ihn rief, kannte Befehle wie Sitz, Platz etc., doch seit zwei Tagen läuft da so gut wie nichts mehr.

    Er scheint immer sehr beschäftigt zu sein, wenn ich ihn rufe, schaut nicht mal auf. Leckerlies ziehen nicht mehr und auch sonstige Lockversuche machen keinen Sinn, Herr Hund ist anderweitig beschäftigt. Er schnüffelt im Gras, stellt auf taub und wenn ich ihn dann hole, weiß er nicht mal mehr, was Sitz zu bedeuten hat.

    Ich habe es mit Schleppleine versucht, aber die sieht er als Entertainment, schnappt sie sich und 'bekämpft' sie.
    Hin und wieder hört er, bekommt dann sofort ein Superlob und Leckerlie, aber meistens ignoriert er mich.

    Welche Erfahrungen habt ihr mit solchen pubertierenden Rackern und was kann ich tun????? Seine beiden Vorgänger waren lange nicht sooo schlimm und ich weiß mir echt keinen Rat mehr. Ich mag ihn auch nicht immer nur an der Leine halten. (Das klappt wenigstens noch!)

  • Hallo Florentinchen, haargenau die selben Symptome - vom Vergessen wie ein Sitz geht bis hin zur Bekämpfung der Leine - haben wir derzeit mit unserem 7 1/2 monatigen auch. Es gibt Tage, da läuft alles super, andere da sinds nur die letzten 10 min vom Spaziergang und wieder andere, da wird den ganzen Tag über seitens des Hundebengels ignoriert, diskutiert und genervt.

    Aber sieh es von der positiven Seite: es ist wie bei einer Prüfung, je eher man selbst dran ist, desto schneller isses vorbei :-)

    Ich bin übrigens auch ziemlich geschockt wie heftig die Pubertät sein kann, angesichts der Tatsache, dass man Janoschs Vorgänger die Pubertät wirklich nur daran angemerkt hat, dass er plötzlich angefangen hat sein Bein zu heben.

    Aber ich tröste mich immer damit, dass es bei anderen teilweise noch schlimmer ist. Der Hund einer Freundin hat in der Pubertät ein neues Spiel entdeckt: Tapete in Bahnen von der Wand reißen. Und das ganze während Herrchen und Frauchen zu Hause waren, die haben es halt nur gewagt mal kurz nicht aufzupassen. Das ganze Spiel ging ein paar Wochen und ist seitdem nie wieder vorgekommen.

  • Zitat

    Im Moment macht Freddie (sechs Monate) mir das Leben richtig schwer.
    Er hörte eigentlich schon recht gut, kam freudig angelaufen, wenn ich ihn rief, kannte Befehle wie Sitz, Platz etc., doch seit zwei Tagen läuft da so gut wie nichts mehr.


    Ich ueberleg ja grad, ob Du meine Nachbarin von gegenueber bist :D Das Hundilein heisst jedenfalls auch Freddie und war in den ersten Wochen soooo artig und Frau Nachbarin soooo stolz. Ich hab immer wissend genickt und versucht, sie schon mal auf die kommenden "ichmachgarnix" Phasen vorzubereiten.
    Naja, jetzt hilft jedenfalls nur: wenig und einfaches erwarten, dieses Wenige ruhig und konsequent durchsetzen und ansonsten im Kummerkasten ausheulen :rollsmile:

  • Danke für eure Antworten!

    Ich hatte ja schon befürchtet, daß es da kein Patent-Rezept gibt. :hilfe:

    Nee, wahrscheinlich bin ich nicht deine Nachbarin von gegenüber, wir haben hier gegenüber nur Felder! ;-) Aber vermutlich spielen sich solche 'Dramen' jeden Tag tausendfach in Deutschland ab.
    Immerhin reißt er (noch?) keine Tapeten von den Wänden.
    Allerdings hebt er auch noch nicht sein Bein beim Pinkeln, ich hoffe, es wird dann nicht noch schlimmer....

    Heute ging es eigentlich auch ganz gut, wenn man mal davon absieht, daß er vorhin, als ich mit einer Freundin und ihrem Hund spazieren ging, am Ende, als ich wieder nach Hause fahren wollte, gar nicht mehr wußte, daß er überhaupt ein Frauchen hat.
    Ich mußte echt mit dem Auto zu dem Gebüsch fahren, in dem er wichtigen Angelegenheiten nachging. Als er dann das Auto sah, kam er gnädigerweise und sprang sogar ohne zu murren rein.

    Naja, da müssen wir wohl durch... :verzweifelt:

  • Hallo,

    ja, die Pubertät ...

    Joschi ist jetzt fast ein Jahr alt und steckt mitten in der heißen Erziehungsphase.

    Das Desinteresse und die Befehlsverweigerung kenne ich nur zu gut!

    Was wir machen (in Zusammenarbeit mit meiner Hundetrainerin):

    - Schleppleinentraining (Joschi hat sich gut an die Leine gewöhnt, das hat aber etwas gedauert, die 5m-Leine ist immer dran und schleift hinter dem Hund her, sage "Stopp" und "Sitz" oder "Hier hin", wenn er den Radius verlässt oder zu einem anderen Hund will)

    - Clickertraining (Click & Keks, wenn er mir freiwillig seine Aufmerksamkeit schenkt, dafür zu Hause ganz unregelmäßig Futter und manchmal vor einer Trainingseinheit fällt die Mahlzeit komplett aus; Clickertraining auch für das Erlernen von Tricks)

    - Handfütterung (haben wir mal ganz konsequent gemacht, ist eine wirklich gute Idee, wenn der Hund gar nicht bei einem ist, bei Thomas Baumann gibt es eine prima Anleitung dazu)

    - Verstecken (im Wald, wenn Joschi ohne Schleppleine läuft und zu weit weg ist, aber richtig verstecken, damit der Hund echt Panik bekommt)

    Das sind so die wichtigsten Bausteine. Außerdem haben wir gerade mit Longieren angefangen.

    Eine Bekannte war auch ganz stolz auf ihre Junghündin - als ich sie einmal sah, folgte die Hündin ohne Leine perfekt bei Fuß, beim nächsten Treffen ist sie dann abgehauen und ließ sich nicht einfangen. Diese Wechsel gehören wohl dazu.

    Bilde mir ein, dass Joschi schon etwas mehr auf mich achtet als noch vor ein paar Wochen - aber das kann ja wieder schlechter werden.

    Also Augen auf und durch! :smile:

    Liebe Grüße,

    Ingo

  • Danke, das sind gute Tipps und vor allem mit dem Clicker-Training werde ich mich mal auseinandersetzen.

    Verstecken braucht man sich bei Freddie gar nicht. In fremder Umgebung kommt er sofort hinterher gelaufen, wenn man die Richtung wechselt. Ich mache das öfter, auch ohne ihn vorher zu rufen, damit er sich daran gewöhnt, sich an mir zu orientieren, anstatt umgekehrt. Das klappt auch zu 100%, allerdings nur in fremder Umgebung.
    Hier in der Nähe des Hauses und auch bei meiner Freundin ist es ihm egal, da kennt er sich aus und ich interessiere ihn sehr oft gar nicht. :grumbleshield:

    Ich habe auch schon überlegt, ob ich ihm sein Trockenfutter nur draußen geben sollte, damit er es verdienen kann, habe aber irgendwo Zweifel, ob er mit seinen sechs Monaten nicht noch zu jung dafür ist.

    Naja, und mit der Schleppleine müssen wir arbeiten, da muß er sich dran gewöhnen. Im Moment sieht es noch so aus, daß er sie bekämpft, sie anknabbert und sich eigentlich nur auf die Schleppi konzentriert. Da gibt es wohl noch viel zu tun.

  • Zitat

    Ich habe auch schon überlegt, ob ich ihm sein Trockenfutter nur draußen geben sollte, damit er es verdienen kann, habe aber irgendwo Zweifel, ob er mit seinen sechs Monaten nicht noch zu jung dafür ist.

    Unsere Trainerin meinte, ihr Welpe bekommt sein Futter nur aus der Hand. Scheint ihm nicht zu schaden.

    Liebe Grüße,

    Ingo

  • Das ist interessant...

    Aber vielleicht auch nur logisch, denn wenn en wilder Hund (z.B. Dingo) ein halbes Jahr alt ist, wird er wohl auch nicht mehr von der Mutter versorgt, sondern muß weitestgehend für sich selber sorgen und seine Beute oder das Aas wird er wohl nicht zu regelmäßigen Zeiten finden.
    Vielleicht versuche ich es einfach mal.

    Hat noch irgendwer Erfahrung mit der Handfütterung bei so jungen Hunden?

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