Dieb auf der Flucht!

  • Hallo zusammen!

    Ich habe ein Problem mit meinem Hund, das sicher viele von euch kennen. Ich erlebe es jedenfalls ständig mit anderen HH, aber eine richtige Problemlösung habe ich noch nicht gefunden.

    Mein Hund klaut. Am schönsten sind immer die Spielzeuge der anderen Hunde. Stöckchen klaut er nicht, aber Bälle, Frisbees, Seile oder anderes Spielzeug. Wenn ich ihm ein Spielzeug werfe, apportiert er es, aber wirft jemand anderes etwas oder er erbeutet etwas im Spiel mit einem anderen Hund, rennt er damit weg. Rufe ich ihn ran, kommt er maximal auf 5 m an mich ran, läuft dann einen Bogen oder dreht sich um. Manchmal legt er sich auch hin, legt das Diebesgut vor sich ab und sobald ich auf 2 m an ihm ran bin, schnappt er sich das Teil und rennt wieder weg. Auf Beutetausch lässt er sich nicht ein. Ich erreiche höchstens, dass er beim Anblick oder Aussicht auf Leckerchen seine Beute fallen lässt, zu mir kommt, sich einen Keks abholt und sich sofort wieder sein Teil krallt, um damit abzuhauen. Ich kann ihn davon nicht abrufen - und ich kann ihn sogar von Futter abrufen - und ihn mit nichts dazu bewegen, zu mir zu kommen. Auf ein Fangen-Spielchen lasse ich mich natürlich nicht ein. Wir haben auch schon mit dem Befehl "Bleib" gearbeitet, weil ich dachte, so halte ich ihn da, wo er gerade ist und kann ihm sein Diebesgut abnehmen, aber "Bleib" klappt nur, wenn er keine Beute hat.

    Heute hat er sein absolutes Highlight gebracht: Er hat auf der eingezäunten Hundewiese was geklaut, ich wollte gehen, hab ihn gerufen, er kam in meine Richtung, aber natürlich mal wieder nicht zu mir ran - er hat ja was geklaut. Ich bin kommentarlos zur Tür, eine Situation, in der er normalerweise wie der geölte Blitz angerast kommt. Frauchen könnte ja ohne ihn abhauen! Aber heute ist er mit seinem Diebesgut zum anderen Ende der Wiese abgehauen und ich durfte ihn dann mühevoll einsammeln. Ich habe ihn angeleint und er hat so blockiert und das Quietschie angestarrt, dass ich ihn richtig wegzerren musste. Noch 20 m von der Wiese entfernt hat er sich immer wieder nach dem blöden Teil umgedreht.

    Wie kann ich ihm beibringen, mir geklautes zu bringen, wie verhalte ich mich in solchen Situationen richtig? Ich finde das mehr als nervig und besonders peinlich wird es, wenn er sich mit was geklautem irgendwo hinlegt und es genüsslich in seine Einzelteile zerlegt... :(

  • Ich finde das Frech :D .

    Wie gut bleibt dein Hund denn Sitzen ohne Leine, wenn du sein Spielzeug wirfst und ihm verbietest sofort hinterher zu laufen? Wenn das nicht klappt würde ich damit anfangen. Entweder das Nein richtig üben, oder aber das Sitz. das der wirklich Sitzen bleibt, wenn du das Spielzeug wirfst, oder aber wenn du das Spielzeug wirfst und Nein sagst und dein Hund dann sitzen bleibt.

    Alternativ, da du auf 2m rankommst, würd ich ne Schleppleine auf 3-4m zurechtkürzen und dann statt zum Hund, das ende der Schlepp nehmen und damit üben, das der Hund kein Erfolgserlebnis mehr hat. Für deinen Hund ist es sicher nen toller spaß, wenn er was klaut und Frauchen rennt wie doof hinterher.
    Wenn du aber das ende der Schlepp in der Hand hast, er wegrennen will, aber es Funktioniert nicht, tja da wird er doof gucken, dass das Frauchen sich selbst auf Distanz noch durchsetzen kann und das Spiel plötzlich nicht mehr Funktioniert.

  • Hey, hast du heute mal Till mit gehabt? :D Till konnte das auch sehr gut. Ich habe es zu Hause mit ignorieren geübt. Sobald er mit diesem Spielchen angefangen hat, habe ich mich umgedreht und bin aus dem Zimmer gegangen. Das hat Wunder gewirkt. Jetzt ist es kein Problem mehr. Zwar klaut er immer noch mal gerne die Spielzeuge oder Stöckchen anderer Hunde, sobald ich aber gehe, läßt er das "Diebesgut " fallen und kommt mit. Allerdings vermeide ich in solchen Situationen noch sein Rückrufwort sodern sage einfach soetwas wie: "Na, kommst du wir wollen weiter" Also praktisch nur ein aufmerksam machen auf mich und gehen dann einfach weiter. Er kommt dann angeschossen. Manchmal auch mit "Diebesgut" Dann leine ich ihn an und gebe das Spielzeug zurück.
    LG Franziska mit Till

  • An der Leine würde er ja gar nicht erst dazu kommen, etwas zu klauen. Er kann ja nur klauen, wenn er mit anderen Hunden tobt und dann benutze ich keine Schleppleine, wegen der Verknotungsgefahr ;)

    Wir machen Apportierübungen, er muss sitzen, ich werfe etwas und er muss warten, bis ich ihn schicke. Das klappt an manchen Tagen gar nicht und an anderen vorbildlich, je nach seiner Tagesform. Wenn er zu viel kaspert, wird das Training abgebrochen. Vorbildliches Verhalten bestätige ich mit Leckerchen (meist auch in Kombination mit Clicker). Wenn ich ihm etwas werfe, klaut er ja nicht und haut auch nicht damit ab. Wenn jemand fremdes was wirft oder ein anderer Hund ein Spieli mitbringt, das wird dann geklaut. Ich finde das im übrigen auch frech, deswegen lasse ich mich auf kein Jagen ein, sondern ignoriere ihn. Wenn man natürlich von den wütenden Besitzern des Diebesgutes dazu angehalten wird, etwas zu unternehmen, muss ich mir was einfallen lassen. Ich hab auch schon mal eine Leine neben ihn geworfen, als er mit einem geklauten Ball auf ein Feld abgezischt ist, das hat ihn gar nicht gejuckt.

    Heute wollte ich ja auch einfach gehen, er kam ein Stück mit, dachte sich dann wohl, "Och nöö, soll die Alte mal ruhig ohne mich gehen, mit dem geklauten Spieli ist es viel lustiger!" und ist wieder abgedampft. Mit ganz viel Glück komm ich nah genug an ihn ran, dass ich ihn festhalten kann. Im Idealfall kommt der Hund, dem das Spieli gehört, in Othellos Nähe und verpasst ihm eine Ansage, dann lässt er nämlich alles fallen und geht nicht mehr ran.

    Ach, wie ich das an ihm hasse...

  • Haha, das kenne ich :hust: Ja, es ist definitiv ziemlich frech. Und Anjou kann/konnte das auch gut...
    Es wird bei ihm aber immer weniger. Mittlerweile ist es länger nicht passiert und das letzte mal bei so was total coolem, sprich, Vogelskelett :ugly: Ich hab es bei ihm auf Junghundgetue geschoben und abgewartet, da bin ich ganz ehrlich. Nicht drauf eingelassen, weiter gelaufen, dann war es uninteressant. Und es lässt ja wirklich nach.
    Und "nein" bzw. "schluss" war eigentlich das, was er von Anfang an am Besten und zuverlässigsten gemacht hat.
    Nur bei Fleischwurst oder so, die irgendwo rumliegt, mache ich mir da keine Illusionen...

    Hätte es nicht nachgelassen hätte ich vermutlich versucht Dummyarbeit sauber aufzubauen und es dann irgendwie über die Kommandos zu machen mit ner tollen Belohnung. Also es auf gemeinsames Spiel/ Arbeit umzulenken. Aber es war für Anjou wirklich eins der coolsten Spiele überhaupt bzw. ist es noch (er will immer, dass andere Hunde ihm seine Sachen klauen), deswegen keine Ahnung, ob es darüber geklappt hätte, wenn er wirklich die gleiche Begeisterung mir gegenüber beibehalten hätte.

    Ich habe in der Zeit jedenfalls bewusst solche Spiele auch außerhalb der Situationen nicht mitgemacht, auch wenn´s schwer fiel. Also dieses "abjagen". Heute lasse ich mich darauf ein bzw. ich initiiere solche Spiele schon mal, weil er sie so toll findet. Aber dabei gibt es dann eben auch Übungselemente "Schluss" usw. und wenn er es abgibt, darf er dann gleich wieder hinterher jagen oder so. Nur wenn er da ganz klar unterscheidet, wann ich es ihm spielerisch abjagen will und wann ich wirklich will, dass er es abgibt, gibt es solche Spiele. Sonst breche ich sofort ab (und würde das auch wieder lassen erstmal).

  • :???:


    Wenn die normalen Wurfspiele, bzw. das Apportieren bei Euch ganz gut klappt, also mit eigenem Spielzeug,
    könnte es sein, daß sich an Deiner Körpersprache gegenüber dem Hund etwas ändert, sobald er "klaut"?

    Immerhin schreibst Du ja, er bleibt im "Sicherheitsabstand" zu Dir stehen, so daß Du nicht an ihn rankannst.
    Bist Du vielleicht auf 180, oder zumindest leicht zornig drauf, daß Du es ihm auch deutlich zeigst?
    Beim Spielen hast Du bestimmt eine komplett andere Körperhaltung drauf.


    Wäre das eine Möglichkeit für sein Verhalten?


    Schöne Grüße noch
    SheltiePower

  • Er kennt kein Kommando, dass er mir etwas bringen soll, weil wir nie mit Situationen üben, in denen er etwas hat, was ich haben will. Wenn ich ihm seinen Dummy schmeiße, schicke ich ihn mit "Hol!", wenn im Wasser ein Stock treibt mit dem wir spielen wollen und an den ich nicht rankomme, zeig ich in die Richtung und sage "Wo ist das Stöckchen?", dann springt er hin und bringt es. Aber ein "Komm her und bring mir das, was du da gerade hast" haben wir nicht. Er kennt mein scharfes "AUS!", bei dem er mir Hamburger, Fleischwurst und Pferdeäpfel vor die Füße spuckt, aber bei Diebesgut ist ihm das völlig gleich :muede:

    Und er haut auch ab, wenn ich völlig freundlich, offen und entspannt da stehe, mich vielleicht sogar hinhocke und ihn mit meiner säuseligsten "komm zu mir und ich hab was gaaaaaanz feines für dich!"-Stimme locke... Er hat einfach Spaß daran, zu klauen und weiß ganz genau, dass er etwas verbotenes tut. Neulich allerdings hat er sich eine Frisbee geschnappt und die direkt zu mir gebracht, die hab ich ihm ein paar Mal geworfen, er hat sie jedes Mal geholt, da fand er das Spiel besser als "klauen und verkrümeln". :???:

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