• Hallo zusammen,

    seit ein paar Tagen beschäftigt mich die Frage, ob es zu enge Bindungen geben kann, bzw. ob man was dagegen tun kann.
    Bei Nele hat es nämlich irgendwie einen Abhängigkeitsfaktor (kanns nicht besser ausdrücken), was ich ziemlich schwierig finde. Im Alter wird es bei ihr natürlich auch nicht besser sondern eher extremer.
    Ich befürchte auch, dass ich mir mit Janosch nochmal so einen Hund erziehe, unbewusst natürlich.

    Ich berichte euch mal kurz wie das bei Nele aussieht:
    Sie ist sehr sehr sehr sensibel und auf mich fixiert. Da ich alleine lebe bleibt ihr auch nicht viel anderes übrig. Und ich denke durch ihre Rasse bzw. Mischung wird das noch gefördert.
    Im Alltag äußert sich das so, dass sie jede meiner Bewegungen registriert. Ich kann nicht aufstehen ohne das sie den Kopf hebt. Auch draußen bleibt sie immer in meiner Nähe, oder etwas zurück.
    Sie reagiert auf die kleinsten körpersprachlichen Signale und auch auf Flüstern. Was ich natürlich auch gefördert habe und eigentlich super finde.
    Ganz schlimm ist es auch, wenn ich mal schlecht drauf bin oder womöglich sauer. Da ist es schonmal passiert, dass sie zitternd unter dem Schreibtisch stand, weil ich geflucht hab und auf die Tastatur gehaun habe :/
    Weiteres Beispiel: Wenn ich mal ausrutsche oder stolpere, zieht sie den Schwanz ein, geht hinter mich, oder bleibt manchmal auch ganz stehen und ich muss sie dann rufen.

    Seit 3 Jahren wirkt sich das ganze auch körperlich aus. Sie hat eine chronische Dickdarmentzündung und wenn sie zu viel Stress hat geht der Durchfall los. Obwohl das auch manchmal durchs Futter bedingt ist. Aber wenns ihr gut geht verträgt sie den Ochsenziemer und wenn nicht bekommt sie Durchfall.
    Gestern mussten die beiden zum Beispiel den ganzen Tag alleine bleiben, was sie sonst nicht müssen, und mein Bruder kam mittags zum spazieren gehen vorbei. Abends als ich wieder kam hatte Nele dann ihren Dünnpfiff, nachts musste sie dann nochmal raus und in der Früh ging es weiter. :sad2:
    Futtertechnisch gabs keine Besonderheiten.

    So jetzt zu meiner Frage ;)
    Kann ich da irgendwie dagegensteuern?
    Und wie siehts aus mit Janosch? Erziehe ich mir da noch so einen heran?

    Und ganz allgemein, glaubt ihr es gibt eine zu enge Bindung und kann sich das auch negativ auswirken, oder seht ihr das anders?

    Freu mich schon auf eure Antworten :smile:

  • Sehr interessant, ich setz mir mal ein Lesezeichen. Fény ist auch sehr auf mich fixiert.
    Ich habe allerdings von vornherein versucht da ein bisschen gegenan zu arbeiten in dem ich ihn nicht so besonders viel beachte oder betüddel und auch versucht habe ihn immer mal wieder bei anderen Leuten zu lassen. Alleine bleiben war bei uns auch ein großes Thema. Ich versuch auch möglichst wenig TamTam drum zu machen wenn ich gehe.. sei es, dass er dann ganz alleine oder bei irgendwem anders bleibt.
    Allerdings ist es so, dass ihn andere Leute in der Wohnun nicht so rasend viel interessieren. Ist meine Mitbewohnerin zuhause liegt er meist weiterhin auf meinem Bett- genau wie es wäre wenn sie nicht da wäre.

  • Ja, das gibt es definitiv!
    Und ja, man fördert das unbewußt...denn irgendwie...zumindest unterbewußt schmeichelt es einem.
    Ich kenne einige Hund-Halter-Kombinationen, die sich beide gegenseitig voneinander abhängig gemacht haben. Das geht soweit, dass die entsprechenden Hunde nichtmal mehr alleine bleiben können.
    Ist man, so wie du, alleinige Bezugsperson ist es natürlich schon schwierig...
    Was fällt mir ein...
    Hunde nicht zu sehr betüddeln...
    Hunde möglichst oft ignorieren...
    Jede Möglichkeit nutzen, in der sie positive Erfahrungen ALLEINE oder mit ANDEREN MENSCHEN machen...
    Viel mehr fällt mir da auch nicht ein.

  • Eine "zu enge" Bindung gibt es meiner Meinung nach nicht -es kommt nur darauf an wie WIR das empfinden!

    Ausserdem ist da jeder Hund anders und das Problem ist dann meistens nur, dass wir es als störend empfinden.

    Deine kleine scheint aber ziemlich ängstlich zu sein -weisst du woher das kommt? Wie alt ist sie? Wie lang hast Du sie schon. Ich sehe eher darin ein Problem: Wenn Nele Angst zeigt, könnte Janosch sich dadurch natürlich auch gleich verunsichert fühlen und sich dieses ängstliche Verhalten "abschauen"

  • ich kann dir auch nur raten sie ab und an mal zu guten bekannten zu geben. für ein stündchen oder noch besser für einen gassigang oder etwas das den hunden spaß macht.
    diese abgöttische liebe schmeichelt sehr, dennoch empfinde ich sie auch als sehr belastend!

  • Danke schonmal für eure Antworten :smile:

    @Tjani
    Also alleine bleiben ist an sich kein Problem für Nele. Nur wenn es ca. 6 Stunden am Tag überschreitet wird es langsam kritisch. Ich mach da auch kein Aufhebens drum, geht ja nicht anders.
    Wenn ich zu hause bin passiert in der Wohnung auch nicht viel. Da werden beide nicht wirklich beachtet. Außer wir legen mal eine kleine Clickerübung ein. Die dauert aber dann höchstens 5 min.
    Öfter bei anderen lassen ist schwierig, jedenfalls wenn es öfter als 1x im Monat sein soll.

    Sleipnir
    Betüddelt wird Nele eigentlich nur wenn sie verdauungstechnische oder andere gesundheitliche Schwierigkeiten hat. Aber dann auch nicht übermäßig. Ignoriert wird sie seit Janosch da ist ziemlich viel, da er fast meine gesamte Aufmerksamkeit beansprucht, zumindest draußen.
    Andere Menschen findet sie prinzipiell super, sie freut sich bei vielen ganz arg. Aber auch wenn sie sie mag, würde sie draußen nicht so mit ihnen mitlaufen wie mit mir. Sie latscht dann hinterher und wirkt eher lustlos, macht auch manchmal ihren Haufen nicht.
    Und ja irgendwie bin ich auch abhängig von ihr. Sie ist mein Seelenhund und wenn es ihr schlecht geht mach ich mir auch Sorgen und denke viel an sie.

    balaika
    Sie war schon immer sehr sensibel und ängstlich. Ich denke auch, dass wir als sie jung war einiges falsch gemacht haben. Zu grob erzogen usw. Obwohl wir da noch eine Hündin hatten und Nele immer braver war und deshalb die Schelte nur am Rande mitbekommen hat. Das hat ihr aber schon gereicht.
    Nele ist jetzt 13 1/2 und wir haben sie seitdem sie 8 Wochen alt ist. Ihre Mutter war auch schon eine eher ängstliche Hündin.
    Dass Janosch sich da was abschauen würde (im Bezug auf die Ängstlichkeit) bezweifle ich. Er ist vom Gemüt her grundverschieden. Und er orientiert sich nicht viel an Nele und sie nicht an ihm.


    Übrigens, am besten ging es Nele als wir auf der Jugendfarm ein halbes Jahr gearbeitet haben. Da war sie eigentlich nur auf sich gestellt und konnte ein richtiger Hofhund sein. Ich hatte da gar nicht die Zeit mich großartig um sie zu kümmern.

  • Jepp, gibt es sicherlich.
    Bei Bibo habe ich bewusst mehr drauf geachtet, dass sie von mir "abhängig" ist, da ich mit Dusty eine extreme Jägerin hatte und sowas mit Bibo nicht haben wollte.
    War auch soweit prima, bis Dusty gestorben ist.
    Die ersten Monate waren okay, sie konnte auch mal alleine bleiben, kein Thema, allerdings hat sie sich viel extremer gefreut, wenn ich wieder kam, was mich schon überrascht hat.
    Dann kam die Zeit vor unserem Umzug.
    Ich muss viel in der neuen Wohnung machen, seeeeeeehr viel und war entsprechend auch mehr unterwegs wie die Monate zuvor.
    Resultat war eine Magenschleimhautentzündung inkl. Koliken :/
    Seit wir umgezogen sind, wobei sie mir in der neuen Wohnung ständig hinterher lief und nicht zur Ruhe kam, weil ich könnte ja schon wieder gehen und alles war fremd, ist es wieder in normalen Bahnen.
    Püppi ist zwar nicht der Hund, der draußen aufs erste Wort hört (wird auch langsam schwerhörig) aber wenn sie mich aus den Augen verliert, dann kommt sie im Schweinsgalopp angelaufen.
    Sie wird im Februar 12 Jahre und ist halt leider auch nicht besonders gesund, was noch untertrieben ist.
    Aktuell bin ich froh, dass ich zu Hause bin, denn obwohl sie schläft, wenn ich nicht da bin, merke ich, weil ich sie wecken muss, wenn ich wieder da bin, weil sie es einfach nicht mehr hört, ist sie doch sehr aufgeregt.
    Ob ich das so nochmal machen würde, ich denke nicht, ich würde wohl einen Schritt zurück schrauben :ka:

  • Wenn der Hund dich auf Schritt und Tritt in der Wohnung verfolgt, heisst das aber leider auch, das sie nicht zur Ruhe kommt.Sie kann nicht ausgiebig entspannen, was wiederum zu Stress führt und Stress wieder zu Durchfall und anderen Dingen.
    Dem kannst du durchaus gegensteuern. Sie sollte einen festen Platz bekommen ,der positiv aufgebaut wurde.
    Wenn sie dir folgen will, weil du dir z.B ein Brot holen willst, solltest du sie wieder ruhig ,aber bestimmt, auf den Platz zurück schicken. Zur Not, wenn es nicht gleich klappt, das "Bleib" ganz neu aufbauen.
    Nur so wird sie lernen auch mal entspannt zu bleiben, wenn du mal zur Toilette musst.
    Damit würde ich als erstes anfangen ;O)

  • Sie folgt mir nicht auf Schritt und Tritt ;) Sie beobachtet nur jede kleinste Bewegung von mir. Und wenn ich zu Hause bin entspannt sie auch ganz normal und liegt eigentlich die ganze Zeit auf ihrem Platz.

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