An die "Triebschwein"-Besitzer.....

  • Das mit der Tuere mache ich so aehnlich, allerdings verlange ich von Juri zusaetzlich ein 'Sit'. Dem knallt sonst vor lauter 'Gassi, Gassi, Gassiiiiiii' das Hirn raus und ich will weder diese Unruhe noch eine Klopperei zw. den Hunden. Lee darf z.B. stehen, da ist es mir egal (war es bei Pepps auch). Hauptsache sie ist entspannt..

  • Zitat

    ok, gut.... das ist schon mal was...

    Wenn Du jetzt aber z.B. nen Hund hast, der auch noch schreckhaft ist und Probleme mit Artgenossen/Menschen hat und dann tendenziell gleich nach vorne geht. Also erstmal reagiert und dann erst guckt und überlegt...
    Oder eben auch bei Bewegung, die nicht von Dir kommt, auch einfach nur reagiert und dann erst überlegt (wenn überhaupt) ?
    Oder wenn Du nen Hund hast, der bei Beute gleich so hoch dreht, daß ein Arbeiten mit/über Beute im Grunde unmöglich wird, aber anderes da nicht ran kommt?...
    Wie fängt man dann ganz klein an? Also noch kleiner? Oder bei nem Hund, der eben schon Erfolge/Probleme hatte/hat?

    ich versuch mal unseren kleinsten anfang zu beschreiben:

    also:
    hund kommt - mit solchen oder ähnlichen *angewohnheiten* wie du beschrieben hast
    erstens: ich schaue mir den hund genau an, lerne möglichst viel von ihm kennen. wo geht er wann vor ? warum ? kann man den auslöser zuordnen ? wie geht das ganze von statten ? ist er in der situation ängstlich, panisch, überfordert, aggresiv etc. ?
    natürlich während dieser phase immer gesichert
    zweitens: der hund lernt mich kennen. in ruhigen situationen (anfangs nur zu hause) üben wir das erkennen meiner stimme (komm, fein, seinen namen ....) und körpersprache (beides je nach hund unterschiedlich , es kommt drauf an mit welcher geschichte der hund kommt, ich hab keine lust einen knipser im bein/arm zu haben, aber das sind meine grundpfeiler für den aufbau überhaupt einer gemeinsamen basis)
    drittens: sobald wir einen gemeinsamen nenner gefunden haben zu kommunizieren, nehmen wir das gassi gehen in angriff. d.h. es gibt 3 ansagen. erste: bei mir - heißt bei mir und nirgendwo anders. etabliert wird über körpersprache, ich lasse nicht in die kurze leine laufen und bleibe stehen, ich stoppe den hund und bringe ihn dahin, wo er bei *bei mir* sein soll, quais mit der nase in meiner kniekehle. das kann sich je nach hund entspannen bis zu lockerem neben mir laufen, aber das ist der anfang.

    zweite: geh vor. bedeutet: er hat einen radius um mich herum frei. da kann er vor, neben, hinter mir tun, was er will, aber nicht aus dem radius raus. die messlatte für die größe der radius ist wieder vom hund abhängig. wird etabliert über stimme, körpresprache, schleppleine.
    dritte: ist ein handzeichen für hau ab, mach was du willst. bis dahin schafft es nicht jeder. ist sozusagen die höchste stufe - freiheit :D

    noch kurz wegen beutehochdreher: fange an mit geben und nehmen. d.h. erst gebe ich die beute, er soll halten, dann nehme ich das ding wieder zurück. die sache geht erst weiter, wenn das geben und nehmen in ruhe ausgeführt werden kann, der hund ansprechbar ist und bleibt.

    schöne grüße

  • Naja, meist gehe ich ja nur von der Haustür bis zum Auto. ;) Das sind so 20 Meter und die habe ich dann mit diesem Plan schon komplett durchgezogen. Ablaßventil darf für ihn da sein: Bewegen an der Leine, Schnüffeln, tippeln.... aber es geht halt erst weiter, wenn er wieder ruhiger ist... Anfangs habe ich auch in erster Linie drauf geachtet, daß er sich eben nicht "aufbaut" und in die Gegend stiert auf der Suche nach "Aufregern". Die Ruhe kam dann eigentlich automatisch mit dem "Nicht-rumstieren".

    Das mit dem Leinezerren (also mit dem Maul) habe ich in Blueys Jugend ähnlich gemacht, aber ich habe dann nen Kaustrick mit auf die Leinengänge genommen, weil ich das mit der Leine nicht wollte. Und Bluey hat immer erst auf dem Rückweg das Zerren angefangen.

    Oh, mit Bluey habe ich auch so ne Situation, wo er gerne "out of control" spielt: Wenn ich nachmittags nach der Arbeit nach Hause komme, dann gehe ich erst mit Bluey ne Runde um den Block und dann gibt es Futter. Tagesformabhängig ist Bluey dann manchmal seeeeeehr hibbelig, wenn wir uns wieder dem Haus nähern. Sobald wir über die Straße drüber sind und es noch so 30 Meter bis zum Haus sind, fängt der das jingsen an und läuft bis ans Leinenende, steht dann da, wartet bis ich nach komme usw... also, so würde es aussehen, wenn ich ihn ließe... Nun, je hektischer Bluey wird, desto ruhiger und vorallem langsamer werde ich. Bluey hat in solchen Situationen die Tendenz Stereotypien zu zeigen. Er dreht sich dann um sich selbst oder läuft Kreise um mich rum. Kann er das nicht, weil ich ihm ein Kommando gebe, schreit er wie am Spieß. Ich lasse ihn die Kreise laufen oder sich drehen, bleibe dabei selber aber ganz ruhig. Er sammelt sich dann sehr schnell wieder und kommt an meine Seite, dann gehts weiter. Vor der Haustür sowie vor der Wohnungstür muß er sich zurücknehmen. Früher habe ich das nicht so eng gesehen und da ist er mit dem Kopf immer in den Spalt gesprungen und rein gerast. Heute alles immer gleicher Ablauf, immer erst auf Selbstkontrolle von ihm weiter im Text. Während des Futterpanschens soll Bluey auf seine Decke, früher habe ich das mit Kommando getan, das war ein Geschreie und ich mußte ihn ständig korrigieren. Dann ging ich auch hier dazu über, ihm eigentlich eher eine Einladung für seine Decke zu geben und nur weiterzumachen mit Futterpanschen, wenn er eben auf der Decke ist, ob er dort steht, liegt oder sitzt ist mir egal. Anfangs gab das extreme Schreierei und auf der Decke im-Kreisdreherei. Je mehr Hektik er verbreitete, desto langsamer wurde ich, regelrecht zeitlupenhaft. Inzwischen ist es so, daß ich Bluey nur 1-2 mal (wenn überhaupt, manchmal geht das nun ganz von selbst) ganz leise und lieb frage: "Bluey? gehschd Du mal auf deine Decke?" :lol: und er geht auf die Decke und wartet dort ganz ruhig. Die Out-Of-Control-Momente zwischen Block-Runde und Futter gibt es nur noch extrem selten. Aber ich gebe auch ehrlich zu: Das nagt manchmal sehr an meinen eigenen Nerven. Das ist für mich sauharte Arbeit, daß ich mich da nicht von anstecken lasse, von dieser Hektik... Deshalb mein Mantra: Tiiiiieeeeef durchatmen...

  • Zitat

    noch kurz wegen beutehochdreher: fange an mit geben und nehmen. d.h. erst gebe ich die beute, er soll halten, dann nehme ich das ding wieder zurück. die sache geht erst weiter, wenn das geben und nehmen in ruhe ausgeführt werden kann, der hund ansprechbar ist und bleibt.

    Was ist jetzt, wenn Du nen Hund hast, der abschaltet, sobald er Beute im Maul hat? Und damit meine ich nicht: hochdreht, wegläuft oder verteidigt, sondern: sich fallen läßt wie ein nasser Sack, nicht mehr ansprechbar ist und wie irre drauf rumkaut/nuckelt? ..... den Du dann so am Geschirr hochnehmen könntest, der würde sogar die Beine unter sich eingeklappt lassen und den Du so wegtragen könntest? ....


    Murmelchen: Meine sind da glücklicherweise nicht so... Bluey geht saugesittet raus. Und Jabba ist auch nicht wirklich hektisch, der "baut sich halt auf", also macht dicke Arme und sucht nen Aufreger... aber auch erst vor der Tür... also Jabba wird nicht hektisch, sondern einfach nur mordsmäßig angespannt...
    Merkst Du denn bei Juri da ne Verbesserung bei dem Arbeiten mit dem "Sit"? Also bietet er es von sich aus an? Wird er ruhiger mit der Zeit und dem "Ritual"?

  • Was ist jetzt, wenn Du nen Hund hast, der abschaltet, sobald er Beute im Maul hat? Und damit meine ich nicht: hochdreht, wegläuft oder verteidigt, sondern: sich fallen läßt wie ein nasser Sack, nicht mehr ansprechbar ist und wie irre drauf rumkaut/nuckelt? ..... den Du dann so am Geschirr hochnehmen könntest, der würde sogar die Beine unter sich eingeklappt lassen und den Du so wegtragen könntest? ....

    *lach* schöne beschreibung :lol:

    hab bei meinem satz das ich vergessen, also: ich fange an ...

    ehrlich: erstmal hab ich keine vorstellung. will er denn die beute und was macht er bevor du sie ihm gibst ?

    will nix falsches sagen, aber eventuell den hundesport wechseln ? ich hab hunde, die dafür den dummy zu bekommen bildlich gesprochen morden würden, also alles zeigen von superaufmerksam, kennen ihren namen und wissen, was getan werden muss um das ding zu bekommen, erfreuen sich auch an dem ding, aber weiter gehts einfach nicht. egal wie rum man die sache aufzieht, da ist schluß gewesen.
    also haben wir uns umentschieden, machen mit den hund was anderes und die hunde sind mit freude dabei. die anderen können ja gerne dummy und da fange ich wie beschrieben an.

  • Zitat

    Das mit der Tuere mache ich so aehnlich, allerdings verlange ich von Juri zusaetzlich ein 'Sit'.


    Blue sitzt auch bis zur Freigabe (die kommt erst wenn ich draußen den 'Vorgucker' gemacht habe und sie entspannt ist).
    Sie setzt sich spätestens DANN, wenn ich die Türklinke in der Hand habe.

  • Wenn ich das hier so durchlese , habe ich glaube ich auch ein Triebschwein zuhause :roll:
    Meiner ist absolut Beutetriebig würde ich jetzt sagen , zusätzlich ein nervöser Hektiker und draußen Aufdreher. Es ist aber schon besser geworden , ich will garnicht an früher denken. An ihm ist ein 1A Mali verloren gegangen :lol:
    Ich mache bei ihm auch sehr viel über Abwarten bis zum Freigabekommando , bei Beutespielen wie beim anziehen fürs Gassigehen , vor der Tür warten und beim Füttern auch.

  • Zitat


    Murmelchen: Meine sind da glücklicherweise nicht so... Bluey geht saugesittet raus. Und Jabba ist auch nicht wirklich hektisch, der "baut sich halt auf", also macht dicke Arme und sucht nen Aufreger... aber auch erst vor der Tür... also Jabba wird nicht hektisch, sondern einfach nur mordsmäßig angespannt...
    Merkst Du denn bei Juri da ne Verbesserung bei dem Arbeiten mit dem "Sit"? Also bietet er es von sich aus an? Wird er ruhiger mit der Zeit und dem "Ritual"?


    Ja er wird langsam ruhiger. Er ist noch immer angespannt, lernt aber sich zusammen zu reissen. Bis er wirklich ganz entspannt ist wird es noch dauern.
    Er bietet es noch nicht immer von sich aus an, ausser abends. Da sitzt er um 21:55 Uhr im Flur und wartet (es geht jeden Abend um 22 Uhr raus). Tagsueber muss ich ihn ab und an noch an das Ritual erinnern.

Jetzt mitmachen!

Du hast noch kein Benutzerkonto auf unserer Seite? Registriere dich kostenlos und nimm an unserer Community teil!