Leinenführigkeit - mach ich´s so richtig?

  • Dann möchte ich mal meine Erfahrungswerte weitergeben:

    1. Im Geschirr ist der Hund noch viel stärker und spürt die Einwirkung über die Leine kaum, daher würde ich hier auch zum Halsband raten, außer bei einem Welpen natürlich.

    2. Richtungswechsel, stehen bleiben etc. bringt alles nicht, dreht man sich um, rennt er ein Stück vor und zieht gleich munter weiter.

    3. Trainieren nachdem der Hund sich gelöst hat. Meiner zieht immer stark wenn er dringend muss, danach ist es in Ordnung und ich mag die Spannung in der Leine auch etwas, ist mir lieber als ein Hund wo die Leine über den Boden schleift.

    Vesuch es vielleicht mal mit einer Retrieverleine, das hat bei mir ganz gut geklappt, wenn man die richtig einstellt, dann merkt der Hund schnell, dass ziehen nicht wirklich toll ist. Tut dem Hund nicht weh und er kommt von alleine darauf bzw. merkt es. Ansonsten hat es mir geholfen, dass er gelernt hat bei Fuß zu gehen ...

  • Zitat

    3. Trainieren nachdem der Hund sich gelöst hat. Meiner zieht immer stark wenn er dringend muss, danach ist es in Ordnung und ich mag die Spannung in der Leine auch etwas, ist mir lieber als ein Hund wo die Leine über den Boden schleift.

    Hatte ich vergessen : Training nicht sofort starten, wenn man zur Tür rausgeht (erst nach gewissen Übungseinheiten kann auch hier etwas "Impulskontrolle" trainiert werden), da ja "die große, weite Welt" zunächst interessant ist und die Blase auch erstmal geleert werden muss.

    Zitat

    Ansonsten hat es mir geholfen, dass er gelernt hat bei Fuß zu gehen ...

    Und wie hat er das gelernt? Meinst du das BH- Fuß ?

    Wenn ja, dann ist das auf Dauer auch nicht so toll...weil es viel zuviel Konzentration vom Hund verlangt (ich stelle mir gerade einen Stadtbummel vor - ca. 30 min), davon abgesehen ist mir zuviel "Drill" dabei - ich würde nicht wollen, dass mein Hund aus Meideverhalten bei mir an der Seite läuft....ist aber nicht böse gemeint, sondern nur meine Meinung.

  • Das ziehen an der Leine ist ja nur ein Ausdruck dafür wie wenig ihr von Regeln und Konsequenz haltet.

    Ihr solltet an der Grundstimmung arbeiten...echte Trainingsinhalte definieren..trainieren....anders ausgedrückt - euch gemeinsam etwas erarbeiten...dabei solltest du die Bedingungen aufstellen, zugeschnitten auf euer Leben. Du musst für den Hund mitdenken, du solltest seine echten Bedürfnisse kennen deine natürlich auch und dementsprechend die Trainingsinhalte legen.

    Dem HUnd beibringen nicht an der Leine zu ziehen ist nur ein kleiner Teil des Trainings.

    Nimm doch einfach mal 5 Einzelstunden bei einem Hundetrainer... er wird dich auf den richtigen Weg bringen...

    ...man gibt soviel Geld für Kinkerlitzchen aus...gönn dir das doch mal

    Viel Spass wünsch ich euch beim "Team werden"

  • Also bei uns hat die Stehenbleib-Methode etwas mehr gebracht als der Richtungswechsel, der führte nur dazu, dass Janosch total gestresst wurde und wir beide danach voll fertig waren.
    Das stehen bleiben versteht er, aber es ist trotzdem nicht immer umsetzbar und da liegt die Schwäche. Solange der Hund manchmal erfolg hat, wird er es immer wieder versuchen. Und den Erfolg kann man gar nicht verhindern. Man muss mal schnell wohin, oder über die Straße usw.

    Zurzeit machen wirs so, dass Janosch an der Leine nur 2x am Anfang pinkeln darf, danach wird das und schnüffeln unterbunden. Funktioniert ziemlich gut :smile: Ihm wird so quasi der Grund zum Ziehen genommen.

  • Zitat

    Dann möchte ich mal meine Erfahrungswerte weitergeben:

    1. Im Geschirr ist der Hund noch viel stärker und spürt die Einwirkung über die Leine kaum, daher würde ich hier auch zum Halsband raten, außer bei einem Welpen natürlich.

    Mein Hund zieht am Halsband auch weniger. Aber wenn ein Reiz groß ist, würgt er sich ohne Rücksicht auf Verluste. Bevor wir in der HuSchu waren, hatte er auch die Angewohnheit, immer mal wieder ohne Ankündigung nach vorn zu rennen, richtig mit Kawumms in die Leine rein, weil da gerade ein Büschel Gras ja soooo interessant war :muede: Und weil ich diese Marotten von meinem Hund kenne, habe ich ganz schnell damit aufgehört, ihn zeitweise am Halsband zu führen. Mir wurde auch vorgeschlagen, die beiden Systeme zu verwenden (am einen darfst du ziehen - für Wege, auf denen man nicht üben kann/will, und am anderen wird vernünftig gelaufen) und da mein Hund dauerhaft am Geschirr laufen soll, sollte er eben am Halsband ziehen dürfen. Mein Hund hustete nach 3 Schritten, zog weiter, würgte und spuckte ein bisschen Schaum auf den Weg. Schwupps war er wieder am Geschirr. Wenn er wirklich wo hin wollte, hat er sich auch mit dem Brustgeschirr die Luft weggedrückt, aber das war nicht so heftig schlimm wie am Halsband.
    Ich hatte bei meinem großen Hund dann auch richtig Probleme, ihn zu halten, mittlerweile hatte ich körperliche Schmerzen, nachdem der Hund zweimal so in die Leine gestartet ist, dass es in die Schulter ruckte. Dann sind wir in die Hundeschule gegangen und haben das mit der Balanceleine gelernt. Hier hab ich es schon mal mit Fotos erklärt, im weiteren Verlauf des Threads werden auch viele Fragen beantwortet. Sollte doch noch jemand irgendwelche Infos haben wollen, gerne PN an mich :smile: Link: https://www.dogforum.de/kummerkasten-f…0.html#p9282601

    Meiner muss sich auch lösen können, bevor sein Kopf frei ist fürs vernünftige laufen. Wenn ich ihn "ungelöst" bei mir halte und versuche, mit lockerer Leine zu seiner Pipistelle zu laufen, pinkelt er auf den Weg :headbash: Da er bei uns vor dem Haus drei feste Lösestellen hat, jogge ich jetzt immer mit ihm da hin, dann ist die Leine auch locker und wir ersparen uns "Rückschläge".

  • ich habe eine 16 Wochen alte border Collie Hündin und wenn sie an der leine ist zieht sie schon ganz schön. jetzt bin ich mir aber unsicher ob ich schon jetzt mit dem Training anfangen soll? :???:
    im moment ist auch alles andere draußen so spannend das sie mich gar nicht registriert wenn ich fuß sagen und zurück an der leine ziehe. wenn sie frei läuft hört sie schon perfekt. im moment hat sie ein halsband. meine frage sollte ich ein geschier lieber ihr kaufen? und sollte ich jetzt schon mit dem Training anfangen? :???:

    LG :smile:

  • Mein Rat wäre immer: Geschirr. Wenn alles spannend wird, blendet der Hund einen würgenden Schmerz am Hals schnell mal aus und kann sich schwere Verletzungen zufügen. Sicherer führst du deinen Hund am Geschirr :smile:

  • Zitat

    Ich habe einen Schäferhund aus der Leistungszucht mit sehr stark ausgebildetem Spieltrieb und konnte ihm das darüber gut beibringen, also kam das nicht durch Meideverhalten, sondern über positive Verstärkung. Er lief neben mir und jedes Mal wenn er zu mir hoch schaute bekam er sein Spielzeug geworfen, nach kurzer Zeit konnte ich die Strecken schon verlängern und mittlerweile läuft er gut bei Fuß ohne permanent hoch zu schauen. Das hat sich bei mir auch positiv auf die Leinenführigkeit ausgewirkt. Möchte auch nicht, dass er permanent Fuß neben mir läuft, das würde mich selbst auch irgendwie einschränken.

    Zitat

    Mein Rat wäre immer: Geschirr. Wenn alles spannend wird, blendet der Hund einen würgenden Schmerz am Hals schnell mal aus und kann sich schwere Verletzungen zufügen. Sicherer führst du deinen Hund am Geschirr :smile:

    Wenn alles viel zu spannend wird macht es in diesem Moment vermutlich keinen Sinn zu trainieren, vorallem wenn man noch am Anfang steht, später wenn das Kommando sitzt und der Hund es kennt kann man es natürlich auch in Spannungssituationen abfragen. Denke aber immer noch, dass ein Geschirr für das Vorhaben die falsche Wahl ist, da der Hund damit wesentlich mehr Kontrolle bekommt und die Einwirkung über die Leine kaum bemerkt, kommt aber vermutlich auch auf die Rasse bzw. Größe des Hundes an.

  • Hi,

    Zitat

    Die Methode "bei Leinenzug stehen bleiben und warten bis sich die Leine lockert" (klassische Konditionierung) kann auf längere Dauer für beide Seiten doch recht frustrierend sein und bringt erfahrungsgemäß nur wenig Erfolg.

    Kannst du mal erklären, wo genau in der Stehenbleib-Methode klassische Konditionierung ist?

    Wo ist im ersten Fall der unbedingte Reiz+unbedingte Reaktion, wo der neutrale Reiz, der dann zum bedingten Reiz führt? Zur klassischen Konditionierung gehört doch auch, dass keine Kontrolle über die Reaktion vorliegt (wie eben z.B. die Pawlowschen Hunde mit dem Speichelfluss, sie hatten ja nicht unter Kontrolle dass sie irgendwann bei der Glocke angefangen haben zu speicheln).

    Aus meiner Sicht ist das doch beides operante Konditionierung, der Hund zeigt ein Verhalten, hier: an der Leine ziehen. Es folgt eine Konsequenz aus der Umwelt, hier: Mensch bleibt stehen oder dreht um. Der Hund lernt: das Verhalten lohnt sich nicht, da es eine mir unangenehme Konsequenz nach sich zieht: ich komme nicht weiter.

    Aber vielleicht steh ich grad total aufm Schlauch :???:

    Zitat

    Was die Kehrtwende betrifft (operante Konditionierung) sollte evtl. beachtet werden, diese nicht zuvor anzukündigen.
    Eine Kehrtwende sollte für den Vierbeiner unvorhersehbar sein, um seine Aufmerksamkeit zu erregen.
    Erst zu fortgeschrittenen Ausbildungsstand wird ein Signal eingeführt.... (ja/ nein Methode alias Michael Grewe).

    Hast du mal nen Link wo diese Methode erklärt wird?
    Ich kenne von Michael Grewe eigentlich nur eine Methode: die Leinenführigkeit nach CANIS.
    Hier beginnt man die Übung mit einem Ritual: der Hund macht sitz neben dem Hundehalter, die 3-fach verstellbare Leine wird auf ganz kurz umgehakt.
    Man geht los, Hund muss neben dem Hundeführer bleiben, darf nicht schnuppern etc. Läuft Hund nach vorne, gibt es einen Leinenimpuls und der Hundehalter dreht um.
    Ist die Übungseinheit zu Ende, wird die Leine wieder auf lang gehakt und der Hund gelobt.
    Während der Einheit wird der Hund nicht angeschaut, nicht angesprochen, nicht gelobt etc.
    Aber dass ein Signal eingeführt wird, kenne ich nicht. Finde das aber interessant, kannst du das mal erklären?

    Zitat

    Ich würde allerdings niemals darauf bestehen, dass mein Hund mich permanent anschaut - es geht hierbei (oder mir persönlich) nicht um eine perfekte Fußübung, sondern nur um ein vernünftiges "an meiner Seite laufen".
    Dabei ist meinem Hund durchaus gestattet, gelegentlich hier und da zu schnüffeln.

    Für mich sind anschauen und schnüffeln dürfen zwei Paar Schuhe. Es gibt durchaus mal Momente, da will ich gehen und Hund soll locker nebenher gehen und nicht schnüffeln etc. Anschauen muss mich Hund deswegen trotzdem nicht...

    Fibi2011: Du solltest definitiv mit deinem Hund Leinenführigkeit trainieren! Bei so einem Verhalten sollte man gar nicht erst warten bis es sich verfestigt hat sondern von Anfang an dran arbeiten, dass es sich der Hund gar nicht erst angewöhnt!

    lg,
    Sanne

  • Mein Tipp:

    Nimm das Ende der Leine und schwinge es vor dir rum - wie einen Propeller. Oder nimm einen Zweig und verwende ihn wie einen Blindenstock.
    Der halbwegs kluge Hund wird nicht reinrennen, weder in Stock, noch in die Leine. Zumindest wird er nicht oft reinrennen.
    Er wird sich den Bereich suchen, in dem er angenehm laufen kann und das ist NICHT vor dir. Ganz einfach.
    Und wenn er doch vorläuft wird er merken, dass es angenehmer ist neben dir zu laufen, wo er gelobt wird und nicht in den Ventilator rennt.
    Und er wird lernen, dass du immer dann propellerst, wenn er wieder vor will und wird es lassen.

    Das geht innerhalb weniger Minuten.
    Das Leinenende hast du immer dabei und kannst es jederzeit verwenden.

    Ein schlechtes Gewissen ist nicht angebracht, es ist für euch beide schöner, wenn er nicht an der Leine zieht.

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