Briard: Welpe mit 8-9 oder 12 Wochen?

  • Hallo,

    wir stehen kurz davor einen Welpen ins Haus zu holen. Geld und Entfernungen ausgeblendet:
    Würdet ihr euch für einen ca 9 Wochen alten Welpen oder für einen, der 12 Wochen alt ist, entscheiden? Aus welchen Gründen?

    Vielen Dank!

  • Egal.

    Wenn die Verbindung passt - egal welche Rasse - und nervenstarker Nachwuchs zu erwarten ist, wird er sich gut und charakterfest entwickeln, egal ob man ihn mit 8, 12 oder 18 Wochen bekommt.

  • So pauschal kann ich dir das nicht beantworten.

    Das kommt (für mich) auf folgende Faktoren an:

    - welche Linie, welche Verpaarung (ist es die, auf die ich immer gewartet habe, eine, von der ich mir zu mir passende Hunde erwarte?)
    - wie schaut die Sozialisierung beim Züchter aus

    Ich würde mich generell eher für den 9 Wochen alten Welpen entscheiden, außer der 12 Wochen alte Hund wäre wie oben genannt aus meiner Traumverpaarung und der Züchter würde sich Mühe machen mit der Sozialisierung. Wenn die Welpen nur bei ihm daheim im Garten spielen und vielleicht das noch in einer ländlichen Umgebung dann wäre mir ein 8-9 Wochen alter Welpe lieber. Aber das käme wirklich auf die konkreten Umstände an.

  • Auf jeden Fall mit 9 Wochen, weil mit 12 die Prägephase ziemlich vorbei ist. Prägephase bedeutet, daß du deinem Welpen an dir wichtige Dinge, Spiele oder Abläufe gewöhnen kannst. Was er in dieser Phase erlebt, wird ihn ein Leben lang prägen.

  • Zitat

    Auf jeden Fall mit 9 Wochen, weil mit 12 die Prägephase ziemlich vorbei ist. Prägephase bedeutet, daß du deinem Welpen an dir wichtige Dinge, Spiele oder Abläufe gewöhnen kannst. Was er in dieser Phase erlebt, wird ihn ein Leben lang prägen.

    Hier wiederspreche ich eindeutig. Ich hab meinen Hund auch erst geholt, als er schon 15 Wochen alt war und von unwissenden genau den gleichen satz gehört. Ich glaub nicht, dass es meinem Hund geschadet hat, dass ich ihn so spät geholt habe. Vorraussetzung ist natürlich, dass die Aufzucht beim Züchter optimal verläuft.

  • ich habe meinen Bübi mit 12 Wochen bekommen. Die Züchterin war toll, er kannte schon soviel unter anderem auch Restaurantbesuche und Großstadt und dass alles in Obhut seiner Mama und seines Onkels. So die Welt kennenlernen zu dürfen finde ich optimal. So gut kann ein Einzelhundhalter das einfach nicht. Ich würde es wieder so tun wenn ich einen Züchter habe dem ich derart vertraue. Das rudel ringsum ist auch wichtig, souveräne, gelassene Rudelmitglieder helfen den Kleinen zu zu sozialisieren das es nichts besseres gibt.

    Ich selbst habe auch schon Welpen großgezogen und ich muss sagen, die die später ausgezogen sind haben mir immer wieder gezeigt wie wichtig es ist sie lieber noch eine Weile im vertrauten Rudel zu belassen. Sie machen so eine rasante Entwicklung durch erkunden die Welt und alles ist Abenteuer, wenn dann die Althunde da sind bei denen sie sich orientieren können und auch mal einfach anlehnen können ist das einfach nur genial.

    Probleme beim Umzug also Gewinsel kenne ich weder von meinem Babys noch von meinem Bübi. Selbstbewußt betraten sie die neue Welt und hatten keinerlei Probleme.

    Mit 8 wochen finde ich allerdings wirklich zu früh. Denn erst mit 8 Wochen bekommen sie die Impfungen, die kleinen Körper müssen das erstmal verdauen, wenn denn dazu noch gleich ein Umzug erfolgt kann das immens stressig für die Welpen sein. Also wenn dann erst mit 9 Wochen. Früher geht hier keiner und kommt auch keiner. Mein nächster Hund ...irgendwann Jahreswechsel 2012/2013 wird hier, wenn die Planung stimmt,mit 10-12 Wochen einziehen. Bis dahin ziehe ich zu ihm aber irgendwann muss man ja ins Leben zurück und das Leben ist bekanntermaßen kein Ponyhof.

  • 12 Wochen, so alt war unser Hund auch. Er kam aus "gutem Haus" , war schon fast stubenrein und hatte keine Trennungsprobleme, er hat nie nach seiner Mutter gesucht. Er saß allerdings auch nicht beim Züchter in irgendeinem Verschlag, sondern hat am wirklichen Leben teilgenommen. Er kannte Autofahren, den Hundeplatz, Kinder, Haushaltsgeräte und alles, was man sonst noch braucht. Es war einfach viel weniger stressig, denn Hunde können bekanntlich sehr anstrengend sein, wenn sie klein sind.

    Bindungsprobleme hatten wir nicht.

    Später hat mir auch ein alter Dobermannzüchter erzählt, dass er bessere Erfahrungen damit gemacht hat, wenn die Welpen länger bei der Mutter bleiben. Und der war wirklich "alte Schule".

  • Zitat

    Auf jeden Fall mit 9 Wochen, weil mit 12 die Prägephase ziemlich vorbei ist. Prägephase bedeutet, daß du deinem Welpen an dir wichtige Dinge, Spiele oder Abläufe gewöhnen kannst. Was er in dieser Phase erlebt, wird ihn ein Leben lang prägen.


    Die Mär ist wohl unausrottbar. Hunde sind keine Gänse, sie haben keine echte Prägungsphase, nur eine prägungsähnliche Phase - die aber mit 12 Wochen keinenfalls vorbei ist. Hunde lernen lebenslang, gewöhnen sich lebenslang, sind ja überhaupt sehr flexibel. Richtig ist, dass sie in dieser Zeit sehr leicht lernen, wenn sie anregende Eindrücke erhalten. Sie müssen nicht alles kennenlernen (das ist eh unmöglich, und völlige Reizüberflutung), sie sollten aber das Lernen lernen, die Auseinandersetzung mit Neuem. Haben sie das, können sie das Prinzip später auf andere neue Reize anwenden. Bei einem guten Züchter hat der Welpe diese Lernchance.

    Enorm viel lernt der Welpe in dieser Zeit auch in Hündisch, also Hundesprache. Die Althunde beginnen nun mit der Erziehung, der Welpe lernt neue und verfeinerte Signale von ihnen. Die meisten HH können sowas dem Welpen nicht bieten, einmal die Woche Welpenstunde reicht da nicht. Viele Hunde sprechen heute leider ihre Sprache nur noch schlecht, was dann oft zu Problemen führt - das DF ist voll davon.

    Da in der Schweiz bei anerkannten Zuchtverbänden Welpen frühestens mit 10 Wochen abgegeben werden dürfen (meist werden es 11), hatte ich mit Splash erstmalig einen jüngeren Welpen (neuneinhalb Wochen). Hätte ich nicht eine Althündin gehabt, hätte ich ihn länger bei der Züchterin belassen. Busfahren und solche Dinge kann der Welpe problemlos auch drei Wochen später lernen, oder erst nach einem halben oder ganzen Jahr. Die Lektionen durch erwachsene Rudelmitglieder kann man als Einzelhundhalter aber kaum je ersetzen. Aus schlechter Aufzucht würde ich einen Welpen aber auch eher früher nehmen, da versäumt er ja auch nichts, und kann nur profitieren. Ich würde die Welpenwahl keinenfalls primär vom Abgabealter abhängig machen, aber ein längeres Verbleiben im Familienverband beim guten Züchter immer begrüssen - der Welpe lernt dabei, was ich ihm unmöglich selber beibringen kann. Meine Rhian habe ich übrigens erst mit 18 Wochen vom Züchter übernommen, was absolut kein Problem war. Im Gegenteil, ich hatte noch nie einen so gut sozialisierten Welpen, wie sie mit Hunden umging, war einfach top! Und mit der neuem Umgebung ist sie auch prima klargekommen.

  • Zitat


    Die Mär ist wohl unausrottbar. Hunde sind keine Gänse, sie haben keine echte Prägungsphase, nur eine prägungsähnliche Phase - die aber mit 12 Wochen keinenfalls vorbei ist. Hunde lernen lebenslang, gewöhnen sich lebenslang, sind ja überhaupt sehr flexibel. Richtig ist, dass sie in dieser Zeit sehr leicht lernen, wenn sie anregende Eindrücke erhalten. Sie müssen nicht alles kennenlernen (das ist eh unmöglich, und völlige Reizüberflutung), sie sollten aber das Lernen lernen, die Auseinandersetzung mit Neuem. Haben sie das, können sie das Prinzip später auf andere neue Reize anwenden. Bei einem guten Züchter hat der Welpe diese Lernchance.

    Enorm viel lernt der Welpe in dieser Zeit auch in Hündisch, also Hundesprache. Die Althunde beginnen nun mit der Erziehung, der Welpe lernt neue und verfeinerte Signale von ihnen. Die meisten HH können sowas dem Welpen nicht bieten, einmal die Woche Welpenstunde reicht da nicht. Viele Hunde sprechen heute leider ihre Sprache nur noch schlecht, was dann oft zu Problemen führt - das DF ist voll davon.

    Da in der Schweiz bei anerkannten Zuchtverbänden Welpen frühestens mit 10 Wochen abgegeben werden dürfen (meist werden es 11), hatte ich mit Splash erstmalig einen jüngeren Welpen (neuneinhalb Wochen). Hätte ich nicht eine Althündin gehabt, hätte ich ihn länger bei der Züchterin belassen. Busfahren und solche Dinge kann der Welpe problemlos auch drei Wochen später lernen, oder erst nach einem halben oder ganzen Jahr. Die Lektionen durch erwachsene Rudelmitglieder kann man als Einzelhundhalter aber kaum je ersetzen. Aus schlechter Aufzucht würde ich einen Welpen aber auch eher früher nehmen, da versäumt er ja auch nichts, und kann nur profitieren. Ich würde die Welpenwahl keinenfalls primär vom Abgabealter abhängig machen, aber ein längeres Verbleiben im Familienverband beim guten Züchter immer begrüssen - der Welpe lernt dabei, was ich ihm unmöglich selber beibringen kann. Meine Rhian habe ich übrigens erst mit 18 Wochen vom Züchter übernommen, was absolut kein Problem war. Im Gegenteil, ich hatte noch nie einen so gut sozialisierten Welpen, wie sie mit Hunden umging, war einfach top! Und mit der neuem Umgebung ist sie auch prima klargekommen.

    :gut:

  • Vollkommen egal. Ich würde den nehmen wo das Gefühl einfach sagt "DER ist es". Wenn ich bedenke, dass auch mein 5jähriger TS-Hund problemlos gelernt hat wie man sich in Bus/Bahn/Park/etc. verhält, würde ich die 3 Wochen echt absolut unkritisch sehen :)

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