Jagdtrieb kontrollierbar machen
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Hey,
eins vorweg, ich bitte euch um eine sachliche Diskussion mit Für und Wider, aber ohne Angriff und unangemessenes Rumgemotze
Und noch etwas zu mir: Ich bin eine von denen, die Starkzwang in jeglicher Form grundsätzlich ablehnen, genauso übertriebene Härte, Leinenruck und Hunde, die sich selbst vor lauter Ziehen am Halsband strangulieren.
So, nun aber: Mein kleiner Fureto (Spanier, 7 Jahre alt, der junge Mann in meinem Profilbild) hat Jagdtrieb. Allerdings hält sich dieser in Grenzen. Wenn er eine Fährte in der Nase hat, ist er (wenn ich schnell genug bin) noch abrufbar, sieht er allerdings etwas, ist er weg - und kommt in der Regel nach spätestens 2-3 Minuten wieder (ich glaub, sein Maximum überhaupt lag bei etwa 10 Minuten). Ich übe mit ihm immer wieder das Zurückrufen, beschäftige ihn mit dem Futterdummy und wir sind viel mit anderen Leuten und ihren Hunden unterwegs. Soll heißen, ich bin um Auslastung bemüht und gebe ihm mit dem Dummy auch die Möglichkeit, zu "jagen" (und er geht total drauf ab, er liebt es). In Sachen Gehorsam würde ich behaupten, sind wir ein super Team, die Bindung ist total super, er ist auf mich fixiert und reagiert auf kleinste Laute von mir mit absoluter Begeisterung - außer, er sieht etwas...
Ich war selbst immer der Meinung, wir müssen einfach weiter üben, das wird schon noch, etc., aber so recht glaube ich nicht mehr daran. Er ist in jeder Lebenslage (und an der Schleppleine) total händelbar, bis auf diese eine.
Nun ist mittlerweile meine Theorie, dass ich diesen Restfunken Abrufbarkeit nur über negative Maßnahmen in den Griff kriegen kann (ein "NEIN" reicht einfach nicht). Das ganze dann natürlich mit Alternative und viel loben - ich denk, die Theorie dazu ist mir klar.
Nun ist nur die Frage, was machen. Das "nein" nochmal konditionieren, bringt vermutlich nichts, er weiß, was "nein" bedeutet, in Nicht-Jagd-Situationen klappt das (er gehört eh zur Marke Sensibelchen, was das Ganze einfacher macht). Trainingsdiscs (die ich moralisch, richtig angewendet, durchaus vertretbar finde) kommen für mich nicht in Frage, weil wir vor Kurzem einen Angsthund übernommen haben, dessen Weltbild die Discs vermutlich zerstören würde (natürlich trainiert man sowas anfangs alein, aber irgendwann sollte es ja möglich sein, mit allen Hunden wieder gleichzeitig rauszugehen und die Discs sind noch dabei).
Aus diesem Grund kam ich gestern auf Sprühhalsbänder. An sich war ich immer gegen diese Dinger (seit der Hundenanny sowieso), aber jetzt bin ich ernsthaft am Grübeln, ob das (wohl bemerkt, sehr gezielt, genau und bewusst eingesetzt) unsere Lösung sein könnte. Ich könnte mir sogar vorstellen, dass so ein Halsband, 2-3 mal angewendet, das Thema erledigen könnte.
Mein Grundgedanke ist einfach, dass mein Zwerg einer von den Hunden ist (meine anderen beiden sind es nicht, deshalb ist es für mich so besonders), die man theoretisch immer und überall ohne Leine laufen lassen könnte - jetzt ist das nicht möglich, weil er jederzeit eine Katze entdecken könnte und losdüst (klar nicht lang, aber für ein Auto zur falschen Zeit am falschen Ort oder einen ungnädigen Jäger könnte das reichen) und das finde ich wahnsinnig schade für ihn bzw. uns beide...
So, nun bin ich gespannt, was ihr zu meinem Roman meint. Danke fürs Zulesen

lg Naddl
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Hi,
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Hallo,
von diesen Halsbändern halte ich persönlich nichts, da der Laie oftmals nicht genau den richtigen Zeitpunkt erwischt und dann geht der Schuss nach hinten los.
Mein Tipp ist 1. die Impulskontrolle und
2. zu beobachten, ob der Hund vorsteht. Das tun in der Regel alle Hunde und als HH muss man nur wissen, wie der Hund anzeigt "Frauchen , da ist was"
Wenn Du diesen Moment erwischt, den Hund dann lobst, hast Du seine Aufmerksamkeit und kannst ihn entweder abrufen oder ins Sitz/Platz bringen.aus meiner Erfahrung heraus, habe ich damit die besten ERgebnisse erzielt.
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Hi, ich denke auch, daß so ein Halsband nichts bringt. Versuche es mit einer Umwandlung. Wenn er losrennt, kommt ein Befehl: Platz! Das kannst du unterwegs bei jedem Spaziergang üben. Auch in Begrüßungen oder wenn er zu einem Familienmitglied laufen will. Wenn das Kommando Platz sitzt, dann wird er zumindest stehen bleiben bei Sicht einer Katze.
Also bei uns klappt das meistens. Nur, es dauerte Monate. -
Also...;)
So ein Sprühhalsband kann,wenn richtig eingesetzt,wahre wunder vollbringen...Ich finde,lieber sprüch ich 3 mal richtig,sprich mit richtigem Timing und anwendung,als wenn ich den Hund ein leben lang an der leine lasen muss,weil er nicht richtig kontrollierbar ist!
Es wird hier von "meistens" gesprochen...da liegt ja wieder das problem...:was macht der hund,wenn er dann gerade nicht hört?Kein hund der welt hört zu 100%...Aber es gibt viele Hunde,die den 100 % richtig nah kommen...Tipp an dich:
schleppe dran,und los gehts...Übe bevor du ein Sprühhalsband verwendest du richtige anwendung!(gerne auch mit mir:))
Überlege dir ein Wort,dass du dem Hund als Befehl geben kannst,zB zurück,oder Back...
Versuche mal ein Trainingstagebuch...:)Viel glück mit Fu;)
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Hi,
egal, welches Hilfsmittel, es ist und bleibt ein Hilfsmittel und das ist immer nur so gut wie der, der es anwendet. Ich würde da mal einen guten Trainer drüber gucken lassen.
Evtl. kannst Du es doch mit Discs machen und zwar dann, wenn es so gut eintrainiert ist, dass Du sie nicht mehr brauchst, sondern ein Abbruchkommando im Ernstfall ausreicht.LG Kerstin
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Ein Sprühhalsband ist für den Hund übrigens genauso schlimm und stressend, wie ein hoch eingestelltes Elektroreizgerät. (gibt entsprechende Studien dazu http://www.vetmed.auburn.edu/uploads/f8/34/…rol-Collars.pdf)
Das sollte man sich vielleicht einmal vor der Anwendung durch den Kopf gehen lassen.
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Huhu,
danke für eure Antworten. Einen Trainer drüber gucken lassen, logisch, einfach so allein würde ich das nicht mal eben ausprobieren, wenn, dann mach ichs schon überlegt.Beobachten wenn er vorsteht, klar, das mache ich schon, aber entweder bin ich zu langsam oder dieser Winzling reagiert einfach zu schnell, ein blinzeln (und mehr ist es wirklich nicht, wenn er Wild direkt vor Augen hat) und der Punkt ist vorbei. Bei Sharky (meine alte Dame) funktioniert das sehr gut, also probiert haben wirs...
Die Sache mit dem Platz in jeder Situation werd ich auf jeden Fall mal (unabhängig, von unserem weiteren Anti-Jagd-Training) in Angriff nehmen, schadet ja generell nichts. Aber ob das ausreicht? Ich zweifle...
Artikel wird auch gelesen (aber erst heut abend, bin auf der Arbeit) und auf dein Angebot komme ich ggfs. zurück Aurora

lg Naddl, völlig verwirrt...
PS: Nur mal in den Raum geworfen (ich hab wirklich keine Erklärung), wo ist der Unterschied zwischen Discs und nem Sprühhalsband? Richtige Anwendung vorrausgesetzt? Beides arbeitet mit dem Schreckmoment, nur ist (denke ich, ich hab beides bisher nicht benutzt) die Wahrscheinlichkeit, den Punkt perfekt zu treffen, doch bei einem Halsband höher oder nicht? (Flugzeit der Discs, man muss vorher zielen um den Hund nicht zu treffen etc.).
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...oder... viele verwenden Wasserspritzpistolen, um Hunden irgendetwas unangenehm zu machen. Wo ist der Unterschied? Außer in der Moral... *grübelgrübel*
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Hi,
ich habe da keine moralischen Probleme. Es las sich für mich so, als würdest Du lieber Discs nehmen als ein Sprühhalsband.
LG Kerstin
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Hey Kerstin,
vielleicht hab ich mich falsch ausgedrückt oder so *hihi* Aber nein, ich möchte Discs auf jeden Fall vermeiden, weil unser lieber Panikbodo an die Decke gehen würde, würden mir die Discs ausversehen runter fallen (und genau das sehe ich auch als Problem bei den Dingern - wir sind alle nur Menschen, man kann immer mal was fallen lassen). Ausversehen einen Knopf drücken (wenn der Effekt am Ende der Gleiche ist) passiert nicht so schnell, denke ich
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