Knurren, Beißen, sogar Frauchen.

  • Meine Eltern haben seit knapp einem Jahr eine 3 Jahre alte Hovawart Hündin mit dem Namen Maya. Sie war zuvor in eine Familie in der sie auch groß geworden ist. Die Familie hat sie dann einfach wieder bei der Züchterin abgeladen. Warum weiß leider keiner so genau. Als Bezugsperson ist sie ziemlich auf meinen Vater fixiert, da er meistens mit ihr raus geht und mit ihr spielt.
    Meine Freundin und ich wohnen im oberen Stockwerk und haben dort einen eigenen Haushalt. Wir leben also nicht in der gleichen Wohnung wie Maya aber man sieht sich natürlich oft.

    Im normalfall ist sie eine ganz liebe, bellt zwar ein bischen viel, leckt viel und springt auch gern mal an einem hoch. Letzteres aber hauptsächlich bei meinem Vater. Hat also schon ein paar Macken. Das ist zwar nervig aber an sich ja harmlos und daher nicht das Problem.

    Das große Problem ist ihr teilweise sehr aggressives Verhalten. Ein paar Beispiele:
    Situation 1:
    Wenn mein Vater im Wohnzimmer seinen Mittagsschlaf hält, kann das Zimmer niemand betreten. Weder meine Mutter, noch ich und sonst auch niemand. Sobald man in die nähe der Tür kommt knurrt sie drauf los und hört auch nicht wieder auf, bis man ausser Sicht ist. Geht man auf sie zu und spricht sie an, fletscht sie die Zähne.

    Situation 2:
    Beim Schrank umstellen hat sie meine Mutter auch schonmal gebissen. War im relativ schmalen Flur und mein Vater stand in der Ecke. Meine Mutter halt am anderen Ende vom Schrank und als Maya dann dazu kam, hat sie ihr stumpf in den Arm gebissen.

    Sitation 3:
    Vater sitzt am Küchentisch, Maya liegt unterm Tisch. Wenn dann meine Mutter dazu kommt, ist es schon mehrfach passiert, das Maya plötzlich drauf los knurrt und die Zähne fletscht. Ich weiß nicht genau ob Maya vielleicht geschlafen hat und sich "nur" erschreckt hat?

    Situation 4:
    Vater steht an der Spüle, Maya liegt hinter ihm auf dem Boden. Meistens kein Problem aber es ist schon vorgekommen das sie mich angeknurrt hat als ich sie in so einer Situation streicheln wollte.

    Im großen und ganzen scheinen mir das immer Situationen zu sein, wo mein Vater keine "Fluchtmöglichkeit" hat oder überrascht werden könnte.
    Dazu kommt das sie anderen Hunden gegenüber eigentlich fast immer aggresiv ist und auch bei Fahrzeugen dreht sie zum Teil total durch. Speziell LKW oder Trecker. Autos eher weniger. Da hätte sie meine Freundin schonmal fast gebissen.

    Dieses Verhalten war eigentlich von Anfang an zu beobachten, ist aber meiner Ansicht nach mit der Zeit etwas schlimmer geworden.

    Wenn sowas dann passiert, sieht die Bestrafung so aus, dass eben "Maya aus!" gerufen und ein bischen mit dem Finger gewedelt wird. Nichtmal 1 Minute später wird dann schon wieder gestreichelt und lieb zu geredet.

    Leider konnte ich ihn nicht dazu bewegen mal mit ihr eine Hundeschule oder einen Trainer zu besuchen :( Irgendwie ist er mit der Lage total überfordert und scheint sich auch der Gefahr garnicht bewusst die von seiner Hündin ausgeht. So ein Hovawart ist ja nicht gerade klein und hat ganz schön kraft.
    Wenn ich daran denke das wir in ein paar Jahren Kinder bekommen wollen und meine Eltern die sicher auch mal sehen möchten, wird mir dabei ganz anders :(

    Ich fürchte solange mein Vater nicht aktiv wird, wird sich das auch nicht ändern aber ich bin ja selbst nicht gerade ein Hunde-Profi und und hoffe daher das ihr vielleicht ein paar Tipps für mich habt, woher dieses Verhalten kommt und was wir dagegen tun können?

  • Hmm, es ist nicht schlüssig, was Maya in der anderen Familie erlebt hat und warum sie abgegeben wurde.

    Ich kann mir verschiedene Ursachen vorstellen:

    Mayas Vergangenheit

    Ein gesundheitliches Problem oder mehrere. Was sagt denn der TA zu Maya und wie sehen ihre Schilddrüsenwerte aus?

    Gab es iwann iwelche Unfälle mit Kopfverletzung?

    Unsichere Erziehung in Verbindung mit wenig Kenntnis über die Rasse und wozu sie ursprünglich mal gezüchtet wurde.

    Auslastung entweder die falsche oder zuwenig.

    So wie es jetzt ist, ist es gefährlich und ja, ich würde einen Hundetrainer empfehlen, der ins Haus kommt und die ganze Situation mit und um Maya beurteilt.

    So aus der Ferne ist Rat und Hilfe m.E.n. nicht möglich und auch gefährlich.

  • Hmmm...ihr kommt nicht drumrum einen Trainer zu holen der deinem
    Vater!!! mal ansagt, was falsch läuft.

    Solange ER nicht eingreift, wird der Hund sein Verhalten nicht ändern...
    im Gegenteil :sad2:

    Grüße
    Susanne

  • Die Rasse stellt besondere Anforderungen, die Exemplare, die ich kenne, wurden alle nur mäßig souverän geführt und dementsprechend gab es auch Schwierigkeiten mit den Hunden bzw. Hündinnen.

    Ich finde das Verhalten , das du beschreibst , bedenklich, und ohne Trainer wird es wohl kaum gehen.

  • Wenn du deinen Vater nicht dazu überredet bekommst einen Trainer zu suchen. dann mach ihm klar, das wenn du ein Kind hast der Hund nur mit Maulkorb und Leine in deine und die nähe deines Kindes darf.

    Hab ja auch son verkorksten Hund hier und wenn ich meinen Neffen Besuche ist Maulkorb und Leine selbstverständlich. Da könnte sonstwas passieren, weil ich die Vergangenheit von meinem auch nicht kenne. Mein Bruder meinte beim ersten Besuch auch ich könne den Maulkorb abnehmen. Aber bei nem Hund der wirklich zubeißt ist Vorsicht besser als Nachsicht.

    Männer sehn sowas glaub ich alles oft lockerer als es wirklich ist. Mein Ex hatte schon nach einer Woche vergessen, das er Jack wieder zurück ins TH bringen wollte als der mich gebissen hatte.

  • Klingt für mich, als ob sie Deinen Vater wie eine Ressource betrachtet. Er ist nicht ihr "Rudelführer", sondern hat den selben wert wie ein großer, leckerer Knochen. Und das macht sie allen klar. Es wird nicht mehr lange dauern, dann wird sie das nicht nur mit Knurren klar machen, sondern zubeißen.

    Wenn Dein Vater an dem Problem nicht arbeiten möchte, dann darf dieser Hund nur noch mit Maulkorb unter die Menschen gelassen werden. Hovawarts sind Spätentwickler und sie wird erst jetzt das Selbstbewusstsein entwickeln "ihr Lieblingsspielzeug" richtig zu verteidigen.

    Ich persönlich würde die Wohnung nicht mehr betreten, solange der Hund sich dort so "frei entfalten" darf.

    Viele Grüße
    Corinna

  • Das klingt für mich sehr stark nach Beschützerinstinkt. Ganz schnell einen Trainer suchen, vor allem, weil Dein Vater sich anscheinend nicht darum kümmert, das Problem zu händeln.
    Und die Wohnung betreten würde ich auch nciht mehr, ganz klar.

    Viel Glück!

  • Zitat

    Das klingt für mich sehr stark nach Beschützerinstinkt.

    Naa....so naiv sind Hunde nicht..ich tippe da eher wie Corinna auf uebersteigerte Ressourcenverteidigung.

  • Zitat

    Ich persönlich würde die Wohnung nicht mehr betreten, solange der Hund sich dort so "frei entfalten" darf.

    Viele Grüße
    Corinna

    Musst dich halt nur vom Babba entfernt halten :D

    Aber ernsthaft......red' Tacheles mit deinem Vater das er um einen Trainer der ins Haus kommt (keine Hundeschule) nicht herumkommt wenn er auch in den naechsten paar Jahren mit dem Hund noch zusammenleben moechte....von selbst stellt sich dieses Verhalten nicht ab, es steigert sich lediglich und festigt sich.

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