Die erste Nacht und ein paar Fragen

  • Hallo zusammen,

    ich heiße Chris, bin 29 Jahre alt und komme aus dem Raum Düren. Seit gestern haben wir ein neues Familienmitglied bei uns. Sie heißt Milli und ist eine 6,5 Monat alte Mischlingshündin (ca. 43 cm groß).

    Wir haben uns sehr lange Gedanken über einen Hund gemacht und nun passte alles und das auch langfristig. Die Wohnung und wir waren vorbereitet und so lief es gestern auch sehr ruhig ab. Milli hat erstmal die ganze Wohnung abgecheckt, wir waren spazieren, sie hat die ersten Nachbarshunde kennengelernt...alles weit unkomplizierter als wir es uns vorgestellt hatten. ;). Sie schlief auch ruhig und hat mich heute morgen um 5.30 Uhr aus dem Bett geworfen zum Gassi gehen.

    So weit alles super,ich habe zwar einige Bücher durchgeackert..aber wie es so ist Praxis und Theorie sind halt Unterschiedlich und nun bleiben mir als Ersthundebesitzer noch einige Fragen:

    1. Die Hunde die wir gestern beim Spazieren gehen getroffen haben waren alle sehr lieb, aber wie reagiere ich als Hundehalter wenn wir mal auf einen Hund treffen bei dem es nicht so ist. Oder besser..wie führe ich Hunde angemessen und richtig zusammen.

    2. Milli "junkst" hin und wieder. Ist ja auch verständlich weil sie wurde ja ihrer gewohnten Umgebung entrissen. Sollte man darauf eingehen oder es eher ignorieren. Also ich wollte ihr es schon nicht zur Angewohnheit lassen werden.

    3. Thema Autofahren..die Pflegefamilie wohnte gut eine Autostundeentfernt..Milli musste sich während der Fahrt mehrmals übergeben. War es Aufregung, verträgt sie das Autofahren nicht, kann man es mit ihr trainieren? Weil einige schöne "Spaziergehwege" (Baggersee, Sophienhöhe) sind 5-15 Autominuten entfernt. Wäre schade wenn man diese Reviere nicht erkunden könnte.

    So das wars erstmal.

    Grüße
    Chris

  • Hi,

    danke schonmal für deine Antwort. Mit dem ignorieren sind wir dann auf dem richtigen Weg. Mit dem Auto werd ich es dann mal so versuchen, wenn sie sich vernünftig eingelebt hat.

    Vielen Dank,
    Chris

  • zu dem Auto fahren, - bitte nicht vorher füttern - denn dann brechen sie auch leicht mal.

  • Hallo,

    also das janken würde ich auch ignorieren und in keinster Form drauf eingehen.Das Autofahren kannst du wenn der Hund Stress damit hat üben.Also erst mal eine positive Sache daraus machen d.h sie ins Auto legen und einfach mal abwarten was passier,viel mit Leckerchen machen wenn das für sie später normal ist im Auto zu sein, den Motor mal anmachen aber nicht los fahren auch hier viel Leckerchen. Wenn das dann auch gut klappt kannst du bisschen rum fahren besonders gut ist es ja wenn die schönen Spaziergehecken nicht so weit weh sind. Sollte sie dennoch trotz üben immer wieder erbrechen gibt es so homöopatische antistress.tropfen oder ne salbe. Drück dir die Daumen :gut:

    Gruß Jenni u.Tammy

  • Ein Hund dem es beim Autofahren superschlecht wird, wird keine Leckerlies nehmen.

    Autofahren ist eine Gewohnheitssache. Mein Rüde musste es mit gut nem Jahr auch erstmal lernen. Wichtig dabei ist:

    1) Autofahrten NICHT vermeiden, sondern gezielt den Hund ins Auto packen und fahren
    2) Belastungsgrenze erkennen! Nicht so lange rum fahren, bis der Hund brechen muss, sondern schon vorher positiv beenden. Das heißt mit viel (ruhigem) Lob und einem schönen Spaziergang
    3) Erkennen, wo sich der Hund am liebsten aufhält im Auto. Manchen wird auf dem Beifahrersitz schneller schlecht als im Kofferraum oder anders herum
    4) Ausprobieren ob es der Hund besser verträgt NICHTS von draußen zu sehen (das heißt ihm die Sicht nach draußen nehmen), oder ob er es besser verträgt wenn er draußen alles sehen kann
    5) vorher nichts zu fressen geben
    6) Nachtfahrten ausprobieren (bei meinem waren diese der Durchbruch. Er konnte alles sehen, aber doch nicht soviel wie am Tag).
    7) Geduld. Wenn der Hund anfangen sollte sich gegen das Auto zu streuben, nicht drauf eingehen. Meiner musste mit, ob er wollte oder nicht.

    Am Ende wird man belohnt. Meiner schläft heute sogar während der Fahrt. Aber ich achte noch immer (4 Jahre später) darauf, dass er nicht mit vollem Magen eine lange Fahrt antreten muss.

  • Fini hat sich anfangs auch immer übergeben, auch wenn es nur 10 Minuten waren. Wenn wir früh genug draußen waren, kotzte sie halt auf den Parkplatz :/

    Setz dich mit Milli einfach mal ins Auto und lass sie schnuppern. Wenn sie sich entspannt hat, steigt ihr wieder aus und geht spazieren oder sonst was. Beim nächsten Mal kannst du ihr ja ein Leckerli geben, wenn sie sich entspannt, wenn sie länger liegen bleibt, etc.
    Habt ihr sie eigentlich in ner Box oder angeschnallt?
    Fini war anfangs angeschnallt und da ist ihr immer schlecht geworden! Seit sie in der Box liegt und sie nicht mehr rausschauen kann, ist es viel besser geworden! Sie sabbert sich auch nur noch ganz selten voll.
    Also vielleicht liegt es auch an sowas.
    Wenn sie mal gechillt ins Auto einsteigt und dort auch ruhig bleibt, dann könnt ihr eine Runde mit ihr um den Block fahren und dann gleich irgendwas ganz tolles machen - Futter danach, spaziergen gehen, spielen - vollkommen egal.

    Ihr solltet halt regelmäßig fahren, aber ich fände jeden Tag am Anfang übertrieben, falls es ihr wirklich viel Stress macht.

  • Noch mal zum Fiepen: Vielleicht fiept sie aus einer gewissen Orientierungslosigkeit heraus.
    Dann kann es helfen, ihr kurz zu zeigen, was von ihr erwartet wird, sie zB auf ihren Platz zu führen und zu loben, wenn sie da liegen bleibt (ohne zu fiepen).

    Ich meine damit nicht, dass sie Aufmerksamkeit für ihr Fiepen bekommen soll. Sondern dass man ihr Führung angedeihen lässt, damit sie weniger "im luftleeren Raum rumhängt", jetzt, so frisch nach ihrer Lebensweltumstellung.

    Mit den anderen Hunden: Wie reagiert sie denn auf andere Hunde?
    Und: Geht es um Hunde, die ihr häufiger trefft/treffen werdet (Nachbarschaftshunde zB), oder um Zufallsbegegnungen?
    Ich würde da unterscheiden. Hunde sind Gruppentiere. Ich würde feste Hundekontakt suchen, aber ein Jeden-Hund-begrüßen gar nicht erst einführen. Denn: Da haben die Hunde nix von, außer einem Instant-Spaßfaktor (der sich auch gegen einen wenden kann, wenn zB andere Hunde wichtiger sind als das andere Ende der Leine...). Hunde profitieren von festen Sozialpartnern, mit denen sich ein Beziehungsgefüge aufbauen kann.

  • Hallo, zu deinen Fragen wie wir es machen:

    1. Hundebegegnungen:
    An der Leine gibt es bei uns keinen Hundekontakt. Beim Spiel zwischen zwei Hunden im Freilauf bin ich immer dabei und gehe notfalls dazwischen, falls ein Hund gemobbt wird oder Angst hat. Hundebegegnungen im Freilauf gibt es bei uns nur noch kontrolliert, da Joschi zu sehr auf andere Hunde und zu wenig auf mich fixiert ist.

    2. Jammern
    Joschi jammert auch. Hier muss man genau einschätzen lernen. Ist ein manipulatives Jammern, weil er etwas will, so habe ich es anfangs ignoriert, war aber bei uns keine Methode. Mache jetzt ein Ssschht! so weiß er, dass ich es nicht will. Hat geholfen. Das Jammern ist viel weniger geworden.

    3. Autofahren
    Joschi hat am Anfang im Auto auch gekotzt und gejammert. Wir sind einfach immer weiter Auto gefahren. Hat sich dann schnell gegeben.

  • Hallo,

    erstmal vielen dank für die ganzen Tipps. Also das "junksen" hat aufgehört ,). Wir sind nun täglich 2-3 mal am Tag einfach 2-3 Minuten Auto mit ihr gefahren (ich hoffe ich bin nicht zu übereifrig), aber mittlerweile legt sie sich einfach auf die Rücksitzbank und alles ist gut ;).

    Beim Spazieren gehen hab ich nun gemerkt das Milli kaum, bis kein Interesse an anderen Hunden zeigt. Kommt ein Hund auf sie zu, setz sie sich und beobachtet erstmal das Geschehen. Auch spielen will sie nur mit 2-3 von 10 Hunden.

    Grüße
    Christian

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