sichtjäger? wie abtrainieren?

  • Zitat

    Wirklich viel Wild haben wir eigentlich hier nicht. in 4 jahren Hundehaltung war das heute mein 3ter Hase.

    Weißt du, wenn dein Hund wirklich gut erzogen ist, sich in allen Lebenslagen benimmt und im Schnitt weniger als 1 mal im Jahr hinter einem Hasen herjagt ... nach kurzer Zeit wieder kommt ... dann würde ich mir überhaupt keine Gedanken über ein "AntiJagdTraining" machen.

    Irgendwo bleiben es Hunde, 100% bekommst du nie und diese minimale Wahrscheinlichkeit kurz zu hetzen ! Würde sie danach ewig wegbleiben, der Fährte folgen, etc. dann ... aber so.

    Freu dich über deinen tollen Hund und nehm die Hasenjagd als restliches Canidenerbe hin ;-)

    Gruß, staffy

  • Da kann ich doch für einmal staffy zu 100% zustimmen! :gut: :gut: :gut:

    Du wirst ohne "Übungswild" auch nie die Hasensituation üben können, denn ein echter abgehender Hase ist was ganz anderes als ein Dummy an der Schnur. Halte den Gehorsam weiterhin so in Schuss wie jetzt, und freue dich darüber! :ua_respect:

  • Also bei drei Hasen in 4 Jahren würde ich jetzt auch nicht gezieltes Antijagdtraining machen.
    Guter Grundgehorsam, Impulskontrolle, das sollte reichen.

    Den Superrückruf kann ich bei Schnöselhund vergessen, wenn Wild vor ihm hochspringt. Er ist nunmal ein Sichtjäger und schaltet verdammt schnell.
    Bei ihm ist anhalten einfacher als umdrehen und die Beute aus den Augen lassen. Also deutliches Stop, sofort ein anderes Kommando hinter her (Sitz, oder irgendwas), dann ist der Bann gebrochen und er ist ansprechbar.
    Ich kann mit ihm gemeinsam spielende Kaninchen beobachten, und ich hab ihn auch schon von rennenden Hasen zürückgeholt - aber ich mache mir da nichts vor: wenn er ernsthaft in den Jagdmodus schaltet ist das spannender als alles, was ich aufbieten kann. Da könnte ich mit drei Schnitzeln wedeln und mit Bananen werfen (die liebt er heiß und innig), das wär ihm egal. Also muß ich das im Vorfeld verhindern.

  • Du hast nen Aussi?
    Der wird doch wohl Beutetrieb haben, oder?
    Nimm dir eine Schleppleine, einen Clicker und ein Beutestück.
    Bring ihm zunächst bei auf "Platz " ( oder was auch immer) möglichst schnell runter zu gehen, denn dann kommt der Click und die Beute fliegt, das machste solange bis dein Hund regelrecht zusammen klappt bei und nur noch darauf lauert ins Platz zu dürfen.
    Dann machst du dir eine Hitliste der schlimmsten Ablenkungen und trainierst die ab, mit der einfachsten angefangen.

    So hab ich es mit meiner Puppe gemacht ;) und das ging schnell.
    Viel Erfolg

  • Mmh... nur zum Verständnis: Also, wenn mein Hund - als Treibhund (Appenzeller) - einem Kaninchen übers Feld folgt, aber wenn das Tierchen aus seinem Sichtfeld verschwindet, diesen nicht mehr nachfolgt, sondern glücklich zu uns wiederkommt, soll ich mir keine Sorgen machen und auch kein Antijagdtraining anfangen? :???: Soll ich ihm diese Freiheit lassen? :???:

  • Die selbe Frage habe ich mir auch gestellt. Wenn der Hund nur sehr selten dem Hasen hinterhergeht, aber wieder zurück kommt ist es okay? Oder reagiert ihr gleich drauf und macht dann wieder ein paar Wochen Schleppleinentraining danach?

  • also ich denke ich werd schon trainieren, werd das aber nochmal mit meiner trainerin genau besprechen wie ich das am besten mache, vielleicht hat sie auch ein paar tipps. die helferin am platz hat auch einen windhund und ich denke sie kann mir da vielleicht echt ein paar gute tipps zum antjagdtraining geben.

    Also an die schleppleine mach ich sie jetzt nicht. weil ich echt nicht weiß wann wieder ein hase vorbeiflitzt, das kann ja morgen sein kann aber auch erst nächstes jahr wieder sein! hab jetzt dieses jahr schon 2 hasen gesehn und soviel hab ich hier noch nie gesehn.... wenn hier jetzt mehr hasen wären würde ich sie an die schlepp hängen

  • Zitat

    Mmh... nur zum Verständnis: Also, wenn mein Hund - als Treibhund (Appenzeller) - einem Kaninchen übers Feld folgt, aber wenn das Tierchen aus seinem Sichtfeld verschwindet, diesen nicht mehr nachfolgt, sondern glücklich zu uns wiederkommt, soll ich mir keine Sorgen machen und auch kein Antijagdtraining anfangen? :???: Soll ich ihm diese Freiheit lassen? :???:


    Ich dachte, das wäre eigentlich klar genug gewesen, aber offenbar nicht.

    Es hat niemand was davon gesagt, den Hund einfach machen zu lassen. Natürlich erarbeitet man sich einen soliden Grundgehorsam, und übt Impulskontrolle. Ein erstklassiger Rückruf unter Ablenkung, ein sicheres Stoppsignal, das kommt nicht ohne Training, und damit ist man für das meiste gewappnet. Aber man muss doch die Relationen wahren. Wenn ich mitten in der trockenen Prärie wohne, wozu soll ich denn AJT bei Enten machen? Rhian flippt aus bei Rebhühnern und Fasanen. Bei uns gibt es aber keine - was und wie soll ich da extra trainieren? Wenn ich ein Reh nur einmal jährlich sehe, wie soll ich diesen Fall speziell trainieren? Insbesondere, wenn mein Hund nach 5 Sekunden wieder da ist.... Was soll da SL-Training, wenn sie nur alle 2 Jahre tatsächlich ein Durchstarten verkürzen würde? Was will man denn damit üben? In der Zwischenzeit richtet die Krücke mehr Schaden als Nutzen an.

    Man kann unmöglich für alle seltenen, aber denkbaren Ereignisse speziell trainieren. Autounfall, entgleistes Feuerwerk, Hundekampf, Erdbeben..... All dies und viel mehr kann mal passieren. Halte ich meinen Hund an der Leine, bis wir all dies perfekt trainiert haben? Da wird er wohl nie im Leben frei laufen können. Oder erarbeite ich mir einen ausgezeichneten Grundgehorsam mit recht weit generalisierter Impulskontrolle, und lasse ihn trotz Restrisiko laufen? Wenn ich zwei-, dreimal in seinem Leben Urlaub an Orten mache, wo man ständig über Wild stolpert, behalte ich ihn halt dort an der Leine.

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