Huendin in Dauerangst - verzweifelter Rat gesucht

  • hallo und guten tag,

    ich habe mich heute hier registriert, um vielleicht doch noch input zu bekommen, was unsere huendin angeht.

    Sie ist eine jacki-huendin die diesen monat 6 jahre wird, davon ist sie seit ihrem 5ten monat bei uns.
    Leider war sie schon immer sozial unsicher, was sich durch wildes bellen an der leine beim anblick von hunden auesserte, anfangs war sie ein regelrechtes frettchen, sie hat sich gedreht und aufgefuehrt, das war nicht lustig.
    aber nach ein paar monaten hat sich das gelegt, es war nie ganz weg, aber sie fuehlte sich wohler bei uns.

    nun leben wir seit 3 jahren auf dem land, bekannte hunde begruesste sie freudig erregt, bei noch unbekannten
    ist sie unsicher, und eher aengstlich wie aus dem lehrbuch, schnauze lecken, anbieten, hinsetzen, etc.
    wir konnten damit leben, unsere anfaenglich hoffnung, sie wuerde sich am 'bilderbuch-ersthund' orientieren
    hat sich zwar erledigt, aber mit leckerchen und ablenkung konnten wir schon manche hundebegegnung meistern.
    rueden sind problemloser als huendinnen, obwohl sie kastriert ist, und unabhaengig ob die anderen kastriert sind.

    unser problem ist allerdings seit neuestem Inhouse:
    bei einem geraeusch, wie tueren knallen, laufen in den oberen stockwerken, oder dem weinen meiner tochter,
    faengt sie an zu hecheln, verkriecht sich, will nicht mehr vom garten ins haus,
    schnauze lecken, pinkeln, zittern, alles ist dabei.

    mittlerweile ist unser mitleid schon einem gewissen 'genervt'-faktor gewichen, weil sie diese phasen nahezu taeglich hat. dann zwischen den fuessen rumlaeuft, unter dem tisch sitzt und hechelt, unangenehm riecht, usw.

    ausserdem habe ich den eindruck das es auch langsam ein problem zwischen den hunden gibt, da der grosse, der eigentlich kein leader ist, in den letzten tagen schon eindeutig mehr aktivitaet an den tag gelegt hat, wenn es ums
    verteidigen von spielzeug und resourcen (mich) geht.

    was hat sich veraendert?
    okay, meine tochter ist jetzt im kleinkindalter. der umgang ihrerseits ist nicht immer zimperlich, weil sie sie so dolle lieb hat, drueckt sie sie schon mal, nimmt sie auf den schoss, etc.
    der grosse bleibt weitestgehend davon verschont, da er ja 10kg wiegt, die huendig ist allerdings mit 6kg recht handlich, und vorallem laesst sie sich alles gefallen. Intensive zahnmedizinische untersuchungen, hut aufsetzen inklusive.
    sie hat es nicht immer leicht, koennte jedoch jederzeit gehen, was sie aber nicht tut.

    wenns was zu futtern vom baby gibt, ist augenblicklich die angst vorbei, dann kommt sie auch angelaufen und
    'benimmt' sich normal.
    wenn dann wieder irgendwo durchzug ist, und eine tuer knallt, faengt es augenblicklich wieder an.

    ich hab echt keine ahnung, was wir machen sollen. Ignorieren geht fast nicht, weil man sie zwischen den fuessen hat, in ein seperates zimmer setzen, quasi zum entspannen, bringt leider auch nichts, weil sie sich dann ausgeschlossen fuehlt, und auch das hecheln verstaerkt.
    Schimpfen probier ich erst garnicht, dann folgt sofort die pfuetze auf dem boden.

    wenn sie vom garten abends nicht ins haus will, hab ich sie auch schon dort gelassen, dann legt sie sich in die wiese und schlaeft (zumindest sieht es so aus) aber eigentlich ist das keine alternative fuer mich, ich habs nicht so gern, die hunde unbeobachtet im garten zu lassen.
    andere male hat sie im garten, einfach mit starren blick aufs wohnzimmer fenster, weiter gezittert.

    sie tut mir leid, ohne frage. aber ich kann beim besten willen nicht durchs haus schleichen, damit es frau hund gut geht.

    hat jemand eine idee? globulis? tellington?

    many thanks

    mena

  • Das zwischen den Beinen rumlaufen ist weil Sie deinen Schutz sucht. Den du wie es sich anhört nicht bereit bist zu geben? Was aber schon wichtig ist, das Sie eine Bezugsperson hat, die ihr Schutz bietet.

    Ausserdem würde ich deinem Hund beibringen auf Kommando auf einen gesicherten Platz zu gehen, vielleicht eine Box aufstellen. Wo dein Kind unter garkeinen umständen den Hund nichtmal ansprechen darf, wenn Sie dadrin liegt.

    Aber ich würde dir aufjedenfall zu einem Trainer raten, weil die Angst scheint ja immer schlimmer zu werden. Ich glaub da gibts grad ne menge Kommunikations und Verständigungs Probleme. Und das es dich schon nervt, glaub ich das du wirklich jemand an die Seite brauchst, der dir genau sagt wie du richtig damit umgehen musst.

    Weil wenn man weiß was man zu tun hat Nervt einen ein "problem" Verhalten nicht mehr.

  • okay, bisschen informiert ueber Schilddruesen-Erkrankungen beim Hund.

    Was dafuer spricht:
    - sie hat schon immer leicht traenende Augen, wurde vom TA auf eine Allergie Bereich Pollen/Graesser zurueckgefuehrt. Im Winter wurde es auf die trockene Heizungsluft 'geschoben'.

    - sie kratz sich m.A.n. haeufig, gleiche diagnose s.o. meinerseits hab ich das aber schon auf ihre macke geschoben. da sie sich am liebsten ausgiebig kratzt, wenn ihr etwas nicht in den kram passt, z.b. runter von der couch
    sie leckt auch gerne an ihren fuessen, und knabbert an den beinen

    dagegen spricht, das wohl am haeufigsten mittelgrosse Rassen davon betroffen sind.

    Abchecken ist sicher eine Kleinigkeit,

    was mir aber an dieser 'These' am wenigsten gefaellt, ist der umstand, das sie von jetzt auf gleich umschalten kann, sprich, ein aktenordner faellt vom tisch: hechel hechel, zitter zitter
    es geht zum spazieren: stop hechel & zitter, los rennen

    welche symptome koennten noch bestaetigen, das ein organisches problem vorliegt?

    hat jemand erfahrungen mit einem schilddruesen-kranken hund?

    danke

    Mena

  • hallo,

    ich hatte im letzten sommer einen hundetrainer hier, primaer um mir tipps zu holen, sie draussen sozial sicherer zu machen.
    sein tipp war eigentlich, sie staendig mit fressen, also leckerchen abzulenken, und jede huendische begegnung
    mit einem vollen hundemaul vorbeiziehen zu lassen.
    da dies nach ein paar tagen sich wandelte in 'leckerchen fangen, klaeffen, weiterlaufen' wahlweise 'leckerchen suchen, liegen lassen, klaeffen, dann leckerchen futtern' empfahl er sie draussen per hand das nassfutter zu geben.

    das risiko das sie ihr futter verteidigt, ist aber enorm, da es hier jede menge freilaufender hunde gibt, die angesichts von haehnchenherzen doch schnell vergessen, das herrchen ruft.
    eine beisserei wollte ich nicht risikieren, dass haette mir gerade noch gefehlt. ausserdem haette ich dann mit beiden hunden einzeln gassi gehen muessen, denn der senior ist ebenfalls dauerhungrig.

    fazit: vielleicht waren seine ansaetze gut, aber fuer mich so nicht umsetzbar.

    eine box haben wir hier stehen, aber dann muss ich sie tatsaechlich in ein sep. zimmer stellen, und die tuer schliessen, und richtig beruhigen tut sie sich in der box so schnell nicht.

    wie lange lass ich sie da drin?
    Soll ich es trotzdem weiter so versuchen?

    mena

  • Ehrlich gesagt hört sich das Problem für mich an, als ob zwischen eurer Hündin und euch einige Missverständnisse liegen?!? Z.B. deine Tochter knuddelt sie heftig, nunja.....ich finde muß nicht sein! Dann läßt du sie im Garten..., auch unserer will manchmal einfach liebevoll beachtet und schon mal geholt werden....! Dann beim Hundegang mit Leckerchen ablenken...funktioniert auch bei uns nicht. Da müssen wir beide, Frauchen und Hund, dem Feind ins Auge sehen. Gemeinsam kommen wir durch....dieses Gefühl muß ich Balu geben, ansonsten würde er ausrasten...! Und okay, ein Gesundheitscheck einschl. Schilddrüse ist auch ratsam, aber ich denke ehrlich es ist eher ein Problem zwischen Hund-Mensch?!? Alles Gute!

  • Ja, hier gibt es viele Erfahrungsberichte zu schilddrüsenerkrankten Hunde, geh mal über die Suchfunktion. Rein von dem beschriebenen Verhaltensweisen würde eine Schilddrüsenunterfunktion schon passen. Wichtig wäre jetzt erst mal die Diagnose via Bluttest und dazu bitte "das große Schilddrüsenprofil" erheben, lass dich vom TA nicht mit nur 2 Werten abspeisen, du brauchst alle 4 und zwar sofort, nicht erst auf den 2. Blick!
    Hier ein guter Link mit Interpretationsbeispielen für die Blutwerte:
    http://www.dghunde.de/subklisdu.pdf

    Was ich aber bei euch ehrlich gesagt eher als problematisch ansehe, sind die gesamten Lebensumstände, die, so macht es vom Lesen her den Anschein, für die Hündin Stress bedeuten.
    Insofern würde ich auch einen Trainer kommen lassen, der sich die Situation vor Ort ansieht und der klare Regeln für den Umgang mit dem Hund aufstellt mit euch. Struktur hilft gegen Stress, klare Regeln für Hund und Menschen.


    Dass deine Hündin sich nicht immer selbst aus ihr unangenehmen Situationen befreit, sich zB nicht von deiner übergriffigen Tochter abwendet - kann ein Zeichen für die Ambivalenz der Hündin sein (dass sie zB innerlich abwägt, ob nicht doch ein Leckerchen abfallen könnte bei dem Kind, wenn sie nur den Stress mit dem Kind lange genug aushält...) oder es ist Angststarre und der Hund kann sich nicht mehr rühren vor Panik? Oder er weiß nicht, wohin er sich flüchten kann? (s. Lernmodell "Erlernte Hilflosigkeit")
    - Für mich liest sich das jedenfalls sehr kritisch, was deine Tochter da mit dem Hund veranstaltet. Der Hund sollte sich jederzeit auf seinen Platz zurück ziehen können und dort vollkommen ungestört sein, auch von deiner Tochter. Dem Kind ist das genauso beizubringen, wie zB den TV oder den Herd in Ruhe zu lassen.


    ich kann deinen Unmut dem Hund gegenüber durchaus nachvollziehen. Aber: Er wird sicher kein "Showhecheln" zeigen, er will damit nichts durchsetzen oder um Aufmerksamkeit buhlen - Stress ist eine vegetative Sache. Wenn die Stresssysteme erst mal hochgefahren sind, ist der Hund denen ausgeliefert und dann braucht er deine Hilfe, um da rauszukommen. Deshalb mein dringender Rat an einen Trainer, denn alleine kommt ihr ja nicht klar, du beschreibst ja, wie es eskaliert (sich verschlimmert).
    Evt. kommt man auch zur Ansicht, dass der Hund nicht der Typ Hund ist, der in einem Kleinkindhaushalt glücklich werden kann.

  • Das mit dem Platz mein ich nicht das der Hund dadrin weggesperrt wird. Das ganze übst du nur in ruhigen momenten wo deine Hündin eh entspannt ist. Da muss die einfach gerne drin liegen. Wenn Sie sich von selbst darein legt dann kannst ihr auch ab und an nen Leckerlie hinwerfen und das ganze auch mit einem Kommando verknüpfen.
    Die soll da richtig gerne drin liegen und dort ausser das Leckerlies geflogen kommen komplett ruhe dadrin haben. Also Nur üben, wenn Sie schön entspannt ist und nicht wenn Sie Panik hat darein zwingen.

    Die Ansätze vom Trainer sind naja ganz ok schonmal gewesen. Aber vielleicht gibts bei dir noch andere Trainer in der nähe, die sich besser mit Angst Hunden auskennen. Mir hatte eine Trainerin eine möglichkeit beigebracht, wo ich keine Leckerlies für brauchte. Was ich bei jeder Hundebegnung anwenden konnte.
    Menschen hab ich meiner Hündin aber auch schön gefüttert. Bzw. fremden Leckerlies in die Hand gedrückt und die durften ihr dann die Leckerlies zuwerfen.

    Gibt bei Hundetrainern unterschiede wie Tag und Nacht. Vielleicht wäre ein Trainer besser wo weniger mit Leckerlies gemacht wird und mehr an deiner Beziehung zu deiner Hündin. Weil das war bei der Trainerin die mir geholfen hatte, der hauptaspekt. Die Angst selber war garnicht so sehr bestandteil des Trainings. Klare Regeln, Führung übernehmen, Vorrausschauend denken. Die Trainerin hat mir beigebracht wie ich es schaffe das mir meine Hündin vertraut und folgt. Die mit Leckerlies vollstopfen gehörte nicht dazu :roll: .

  • Bzgl. liebevoll holen: sie rennt davon, wenn man auf sie zugeht, will also nicht 'geholt' werden, und wenn man sie dann doch quasi einfaengt, dann klemmt sie den schwanz ein. und dabei packe ich sie nicht, sondern trage sie einfach rein.

    Ich moechte nochmal klarstellen, das sie sich zurueckziehen koennte, wenn sie wollte, unser haus hat 4 stockwerke, und so schnell ist meine Tochter nicht. Aber sie moechte immer dabei sein, das wollen beide hunde, was ich auch nicht als vorwurf verstanden haben moechte. wir wollen beide hunde nicht ausschliessen.

    aber tatsaechlich funktioniert es nur mit verschlossenen tueren, das die hunde mal nicht das kind verfolgen.

    einem hundetrainer stehe ich nach der gemachten erfahrung kritisch gegenueber. das gebe ich ehrlich zu.
    da muss mein leidensdruck noch ein gutes stueck wachsen, bevor ich bereit bin, diesen nochmal zu kontaktieren.

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