Antijagdtraining/Abruf

  • Hallo Leute,

    unser Paul, Laberador-Goldi Mix,1,5 Jahre, hat die Angewohnheit, dass er sich nicht zurückrufen lässt. An der Leine ist er ein super Hund, befolgt alle Komandos. Ist die Leine ab geht auch alles gut bis sich der "Schalter" in seinem Kopf umlegt. Er zieht dann sein Ding durch. Folge: Er hört nicht mehr. Sein Ding durchziehen heißt: Er rennt mal weg, läuft Wild hinterher, läuft Joggern hinterher... Es ist bis jetzt noch nichts passiert. Kurz gesagt, was ich möchte: Der Hund soll abrufbar sein, egal ob Wild oder sonst was in der Nähe ist. Paul kann von mir aus bis nach Timbugdu laufen. Wenn ich ihn rufe soll er aber zu mir kommen. Hat jemand gute Tips für mich? Sollte Schleppleinentraining dazu gehören, bitte ich um eine gute Anleitung.

    Gruß Daníel

  • Hallo,

    in solchen Momenten empfehle ich wirklich die Schleppleine.
    Dein Hund soll ja lernen, daß er keinen Erfolg hat, wenn er nicht auf seinen Halter hört!
    Aber genau das hat er ja!
    Er läuft und läuft, belohnt sich die ganze Zeit über selbst dafür, daß er nicht zu Dir kommt, und das, obwohl Du genau das von ihm möchtest.


    Zur Schleppleine:
    Welche Länge Du nimmst, ist von unterschiedlichen Faktoren abhängig.
    Einmal muß Du Dich selbst damit wohl fühlen. Es ist so, daß man als Mensch ab einer bestimmten Länge "überfordert" ist. Dann lieber eine kürzere nehmen.
    Man sollte aber auch den eigenen Hund im Hinterkopf behalten. Ab einer bestimmten Größe, und Gewicht, kann eine zu lange Schleppleine auch "nachteilig" wirken. Denn im schlimmsten Fall hat der Hund die doppelte Anlaufsstrecke zur freien Verfügung, und dann ruckt es ordentlich, bzw. als Mensch kann man dann seinen Hund eventuell nicht mehr halten.
    Handschuhe sind dabei sowieso ratsam!

    Dann fängst Du "klein" an.
    Das heißt, Du hältst die Schleppleine in der Hand fest. Läßt diese noch nicht schleifen.
    Bitte achte selbst darauf, daß Du die Schleppleine nicht "aus Versehen" als eine überlange Leine benutzt, sprich, es ist ständig Zug am Hund vorhanden. Stoppe den Hund, bevor er das Ende der Schlepp erreicht, indem Du ihn zum Beispiel zu Dir rufst, oder gar eine Art "Warte / Pause" Kommando einfügst.
    Der Hund soll ja lernen, den von Dir vorgegebenen Radius selbstständig einzuhalten.


    Klappt das gut, und funktioniert auch der Rückruf immer besser, kannst Du anfangen, die Schleppleine schleifen zu lassen. Aber auch dabei solltest Du darauf achten, daß der Hund den von Dir vorgegebnen Radius einhält. Ruf ihn also zurück, oder er soll auf Dich warten, was Dir lieber ist.

    Je nach dem, was für einen Hund hast, könnte es sein, daß Du die Schleppleine "langsam ausschleichen" lassen mußt, sprich, die Leine Stück für Stück kürzen.
    Bei manchen Hunden kann man diese sofort abmachen.

    Wichtig ist dabei auch, daß Du darauf achtest, daß der Hund den von Dir vorgeschriebenen Radius einhält.
    Macht er das nicht, dann kommt als Konsequenz die Schleppe wieder dran, und es muß weiter trainiert werden.
    Wichtig ist, daß der Hund in der Zeit zu keinem "Erfolgerlebnis" anderer Art kommt. Er darf nach einem NEIN von Dir nicht mehr jagen können, oder zu anderen Hunden oder gar anderen Menschen können.
    Wenn dies dann doch mal passieren sollte, fängst Du mit dem Training wieder von vorne an.


    Schöne Grüße noch
    SheltiePower

  • Super, danke. So hab ich mir das gedacht, kurz und knackig :gut:

    Ganz kurz noch: Die einzelnen "Phasen" mach ich so lange bis Paul sie anstandslos macht!?

    Zu der Sache mit dem Ausschleichen: Die Leine Wochenweise immer ca. einen Meter kürzen?


    Gruß Daniel

  • Zitat

    Ganz kurz noch: Die einzelnen "Phasen" mach ich so lange bis Paul sie anstandslos macht!?

    :???:
    Welche "Phasen" meinst Du denn?


    Zitat

    Zu der Sache mit dem Ausschleichen: Die Leine Wochenweise immer ca. einen Meter kürzen?

    Das kann man leider nicht so pauschal sagen.
    Ich persönlich würde es vom Hund selbst abhängig machen.

    Wie gesagt, es gibt Hunde, da kann man die Schleppe von heute auf morgen abmachen, und die "nutzen ihre Freiheit" nicht sofort wieder aus. Und andere Hunde nehmen diesen Unterschied angeleint, abgeleint, eben als extrem großen Unterschied wahr. Da ist dann das Kürzen der Schlepp ein weiterer Schritt für den Halter.

    Und, in welchem Zeitraum mit welcher Länge gekürzt werden soll, ist wiederum vom Hund abhängig.
    Bei manchen kannst Du sofort auf die jeweils halbe Länge kürzen, bei anderen geht das "nur" Zentimeterweise voran. Und auch, ob es nun Tage, oder gar Wochen dauert. Das ist dann halt auch ein wenig von der eigenen Konsequenz abhängig.

    Da hilft es Dir nur, indem Du auf Deinen eigenen Hund achtest. Du wirst ihn eh Lesen lernen müssen, damit Du ihn in bestimmten Situationen besser einschätzen kannst. Der Rest ist Vertrauensverhältnis.
    Ist Dein Vertrauen in Deinem Hund groß, gehst Du anders an die Sache heran, als wenn da immer noch Restzweifel vorhanden ist.


    Schöne Grüße noch
    SheltiePower

  • Hallo Daniel,

    vielleicht zusätzlich zu den Ratschlägen von SheltiePower was bei uns funktioniert hat:
    Angewöhnen den Hund nur einmal zu rufen kommt er nicht sofort reagieren und verstecken oder weglaufen bis er einen nicht sieht (nur im gesicherten Gelände oder mit sehr langer Schleppleine). Immer loben wenn er kommt :) aber niemals Ihm hinterherlaufen. Ich habe diese Taktik am Anfang für total bescheuert gehalten aber es klappt tatsächlich bin quasi "Buschsspringprofi" geworden :D. Reagiert Hein verzögert bin ich sofort weg ohne Kommentar ohne erneutes rufen. Dies hat zur Folge dass er mich nicht aus den Augen lässt selbst wenn es interessante Dinge gibt bleibt ein Auge bei Frauchen damit SIE nicht flüchtet.

    Liebe Grüße

  • Zitat

    Ich beschreibe solche Trainingsschritte immer in Phasen:

    1. Phase: Leine in der Hand halten

    2. Phase: Leine schleifen lassen

    3. Phase: Leine ausschleichen


    Okay,
    verstanden.


    Wenn Du konsequent bleiben willst, wirst Du das schon so lange machen müssen, bis Dein Hund das in Deinen Augen "richtig" macht.
    Gibt es "Rückschläge", dann kommt die Schleppleine wieder dran, bzw. es geht wieder einen Schritt zurück.
    Der Rest geht nach Deinem Bauchgefühl.


    Schöne Grüße noch
    SheltiePower

  • CorinnaS: Das mit dem Blickkontakt funktioniert schon sehr gut. Wenn er uns anschaut wird er gelobt.

    Ich bedanke mich vielmals bei euch und werde heute abend anfangen das Training bis zum Erbrechen durchzuziehen.

    Gruß Daniel

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