Nur Kontra beim Thema kastrieren?

  • das thema fett-werden lässt sich meistens noch sehr gut mit angepasster ernährung und viel bewegung lösen, es sei denn, der hund hat durch die kastra ein ernsthaftes schilddrüsenproblem bekommen. dann können sher oft nur noch schilddrüsenhormone abhilfe schaffen.

    ganz anders sieht es jedoch mit verhaltensproblemen, die für den hund selbst extrem schlimm sein können, aus. ein hund, der vorher schon leichte unsicherheiten zeigt zu kastrieren ist für das verhalten bzw. die psyche es hundes eventuell katastrophal.

    so erschafft man sich eventuell einen verhaltensproblematischen begleiter, der aus seinen ängsten eventuell nicht mehr verauskommt.

    bei hündinnen findet z.b. in den ersten drei läufigkeiten im gehirn stück für stück eine zuständigkeitsverlagerung für das situative verhalten statt. war vorher im juvinelen alter das limbische system (der ort, der u.a. für gefühle zuständig ist) entscheidungsträger (und dementsprechend die aktionen und reaktionen von hoher emotionalität), so verlagert sich die zuständigkeit u.a. durch östrogene immer mehr in die stirnhirnrinde, welche für das rationale, überlegte handeln zuständig ist.

    der hund wird erwachsen.

    werden die östrogene nicht ausreichend ausgeschüttet, z.b. durch eine kastra, wird dieser prozess geblockt.

    frühkastrierte hündinnen wird somit die möglichkeit genommen, ihr gehirn reifen zu lassen.

    die entscheidungen bleiben jugendlich bzw. emotional gerichtet.

    ich wünschte, ich hätte das früher gewusst :/

    gerade unsichere hündinnen profitieren von ihren läufigkeiten, da sie erstens hormonell reifen udn zweitens lernen, sich durch zu setzen.

    bei rüden kommen noch andere dinge hinzu, sie werden von anderen rüden nicht mehr als das gesehen, was sie sind. gerade sehr statusbewusste rüden kommen da schnell in "schwulitäten" und reagieren gereizt auf die annäherungsversuche anderer rüden, die verliebt vor ihnen stehen. aggressives verhalten lässt sich so wunderbar verstärken. hinzu kommen wechselwirkungen der hormone cortisol und testosteron. testosteron wirkt hemmend auf das stresshormon cortisol. nimmt man das männliche sexualhormon können sich stress- udn angstreaktionen ungehindert breit machen.

    auch das elternhormon prolaktin wird durch testosteron gehemmt. dieses hormon bewirkt die verteidung schutzbefohlender (familie, kinder, der hundegruppe...in ungünstigen situationen auch mal die halter) und kann ohne testosteron ungehindert schalten und walten. sozialmotivierte aggressionen können hier stark zunehmen.

    hier mal ne nette seite hierzu:

    http://rr-mashambani.npage.de/kastration_bei…n_54557385.html

  • Luca, diese Erkenntnisse waren noch vor ein paar Jahren relevant.
    Mittlerweile weiß man, dass die pubertäre Hirnmodulation des Volumenverhältnisses von präfrontalem Cortex und limbischen System unabhängig von den Geschlechtshormonen läuft.
    (An Menschen mit fehlenden Geschlechtdrüsen untersucht)

    Wachsende Ängstlichkeit hat fast immer seine Ursache in den Schilddrüsenhormonen.

  • Zitat

    bist du dir da sicher? dr. gansloßer spricht aber immernoch darüber...und untersuchungen an menschen lassen sich bestimmt nicht 100%ig auf andere spezies übertragen.

    Ja ganz sicher, ist mittlerweile auch für andere Säugetiere gesichert :smile: . (aber erst seit ca. einem Jahr)
    Wenn du möchtest, kann ich dir auch entsprechende Studien besorgen, dann muss ich aber erstmal dem entsprechenden Prof auf den Keks gehen :D .

  • Zitat

    Was ist, wenn der Hund wirklich mit der Zeit (denn das muss nicht sofort nach der Kastra der Fall sein, sondern kann sich schleichend entwickeln) etwas gemütlicher wird, Futter besser ansetzt, irgendwie älter wirkt, einfach nicht mehr ganz so spritzig ist, Tendenz abnehmend... Wäre das für dich problematisch, hättest du noch genauso Freude an deinem Hund?

    8O Was, Freude an einem trägen fetten Hund? Tzes... Sobald das Tier zu gemütlich wird, weiß ich ja, wo das Tierheim ist... :ironie2: Ich glaub's ja nicht, als wäre das mein einziges Problem. Eindrücke haben hier einige... :rollsmilie3:

    Ich habe mir viele Gedanken gemacht. Zum Beispiel auch darüber, was ich mache, wenn mal ne läufige Hündin in unser Café spaziert. Uuups, ich vergaß, Hunde dürfen ja nicht im Café frei rumrennen :roll: Ich habe mich ausgiebig mit unserer Züchterin und meinem Tierarzt darüber unterhalten, beides Personen, auf deren Meinung ich viel gebe, und meine Frage bezüglich des träge werdens bezog sich eher darauf, dass ich mir nicht vorstellen kann, dass man diese Regel - Kastration = träger fetter Hund - nicht so aufstellen kann. Jedes Tier reagiert unterschiedlich. Freunde von mir haben zwei Freigängerkater, die sind gleich alt, haben einen Napf und kriegen jeden Tag die gleiche Menge Futter hingestellt, zudem fangen sie sich draußen was. Der eine Kater ist dick wie ein Ballon und der andere rank und schlank. Beide Tiere leben im gleichen Haushalt unter absolut identischen Bedingungen.

    Mein Hund wird bei mir sicherlich ein ganz fürchterliches Leben haben, weil er nicht mehr geliebt werden wird, sobald er sich nicht mehr bewegen mag, oder, weil er natürlich vom Bus überfahren wird, wenn ich ihn mal ohne Leine laufen lasse. Vielleicht wird er mir auch vom Ordnungsamt weggenommen, weil er bei uns im Café frei herumläuft oder aber er bleibt mit allen vier Pfoten gleichzeitig in der Rolltreppe stecken und überlebt seine Verletzungen nicht. :rollsmile: Das Thema dieses Threads ist "Nur Kontra beim Thema Kastration?" - den Thread habe ich übrigens über die Suchfunktion gefunden - und dazu habe ich eine Frage gestellt. Ich brauche niemanden, der meine Entscheidungen hinterfragt, diese Dinge habe ich schon vor Monaten mit anderen Menschen diskutiert, von deren Kompetenz ich überzeugter bin als von der irgendwelcher Onlinegestalten in einem Internetforum. Jeder hat seine Meinung, natürlich gibt es einiges, was dagegen spricht, aber wie überall im Leben, es sprechen auch viele Dinge dafür. Ich kenne unseren Tierarzt lange genug, ich vertraue auf seinen Rat. Würde ich zu der Tierärztin bei mir in der Straße gehen, wäre Othello übrigens schon im Alter von 5 Monaten kastriert worden. Sie meinte nämlich, "mit 6 Monaten ist es schon viel zu spät!"

  • Ach der Cafe-Hund... :D

    Deine Meinung steht ja eh fest, aber ganz ehrlich? Lass ihn kastrieren, denn so wie du auf deinen Hund achtest und bei deiner Einstellung zu anderen Hundebesitzern dürfte das der beste Weg sein.

    Ob dein Hund damit Probleme bekommt, das ist dir eh egal, also was solls.

    LG
    das Schnauzermädel

  • Zitat

    Ach der Cafe-Hund... :D

    Deine Meinung steht ja eh fest, aber ganz ehrlich? Lass ihn kastrieren, denn so wie du auf deinen Hund achtest und bei deiner Einstellung zu anderen Hundebesitzern dürfte das der beste Weg sein.

    Ob dein Hund damit Probleme bekommt, das ist dir eh egal, also was solls.

    LG
    das Schnauzermädel

    Mhmm, denke ich ähnlich...

    Und wenn gejammert wird, dass Hundi zwar schlank ist, aber die Bemuskelung halt nicht mehr so wie denn mal war.... Man kann ja dann Bilder schauen wie hier: https://www.dogforum.de/kastriert-und-…ht-t130677.html

    Und sich auch das schönreden.

  • Zitat

    Ob dein Hund damit Probleme bekommt, das ist dir eh egal, also was solls.l

    Wenn es mir egal wäre, ob mein Hund mit irgendwas Probleme bekommt, dann hätte ich ihn nicht wochen- und monatelang die Treppen im Haus getragen, ich hätte ihn nicht nach dem Fressen ruhen lassen, ich würde nicht mit dem Mitjoggen und am Rad laufen warten, ich würde mir keine Gedanken um sein Futter machen und ich würde auch nicht mit ihm zum TA fahren, wenn er hustet und Durchfall hat.
    Ich finde manche Leute hier einfach dreist, sich die Frechheit herauszunehmen, sich ein Urteil über andere zu bilden, nur, weil sie eine andere Meinung vertreten und die einem nicht ins Weltbild passt. Nur, weil ich meinen Hund kastrieren lassen will, sollen er oder sein Wohlbefinden mir egal sein?

    Sind Esotheriker unter uns, die mich dafür abwatschen wollen, dass ich meine Küche blau und grau gestrichen habe? Oder Sportler, die was daran auszusetzen haben, dass ich dreimal in der Woche laufen gehe? Oder Windows-Anhänger, die was gegen meinen Mac zu sagen haben?

    Übrigens irgendwie schon witzig, wenn ich mich auf der Hundewiese oder auf der Straße mit Menschen über das Thema unterhalte, sind die immer Pro-Kastration. Bis auf den einen Kumpel hab ich noch keinen getroffen, der so vehement dagegen war wie einige Leute hier ;)

  • Das liegt aber einfach daran dass sich die meisten Leute nicht über die Risiken und die gesundheitlichen Folgen informieren, sondern immer noch auf dem tumben Wissensstand sind dass mit Kastra alles gut wird und es keine negativen Folgen hat. "Hat man ja schon immer so gemacht".
    Frei nach dem Motto "ich mache mir die Welt wie sie mir gefällt". ;)
    Jeder muss selber entscheiden was er in punkto Kastra tut, aber ein Bisschen stichhaltigere Argumente als "die Leute auf der Hundewiese sagen ja" sollten es schon sein.

Jetzt mitmachen!

Du hast noch kein Benutzerkonto auf unserer Seite? Registriere dich kostenlos und nimm an unserer Community teil!