Reaktion um Situation zu entschärfen (anstürmender DSH)?
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Hallo liebe Hundenarren,
zur Zeit ist min' Jung in einer schwierigen Phase. Möchte kurz die Situation erleutern, bevor ich die Frage stelle!
Er ist sehr eigenständig, leidet an sehr triebhafter hypersexualität und ist generell sehr schnell im Triebtunnel.
Um die positive Erwartungshaltung immer mehr und mehr zu stärken und so die Aufmerksamkeit und die Bindung in meine Richtung aufzuwerten, versuche ich ihm zu zeigen dass ich unsichere Situationen regele. Da er wie gesagt sehr selbstständig ist, vergisst er diese Option schon mal... Nicht mal ein stück gedörrte Rinderleber (für die würde er normal alles tun), bringt ihn in triebigen Situationen aus seinem Tunnel. Mit Spielzeug, Akustik oder anderen Feinheiten brauche ich dem Herren dann gar nicht kommen :)Er ist ein Traumhund und kann, wenn er gerade nicht voll mit Testosteron ist, hören wie ein großer. Besonders wenn der Aufmerksamkeitslevel in meine Richtung ein solides Maß hat. Für einen so schwierigen Junghund (1Jahr 5 Monate), bin ich manchmal sehr stolz auf ihn.
So viel zur Gesamtsituation (entschuldigt das drumrum Gerede, ich möchte nur dass ihr versteht warum ich frage).
Ich möchte also über die grundlegenden Erwartungshaltung arbeiten, um ihm schon in Alltagssituationen zu zeigen, dass ich suverän und überlegen handele und ihm schwierige Entscheidungen erleichtere.
Nun kommt es oft zu folgender Situation (Eigentliche Frage

Bei uns im Ort ist ein Bauernhof an dem ich öfter vorbei komme. Das riesige Tor steht weit offen und der große Hof ist zu sehen. Auf diesem Hof wohnt ein alter DSH, dessen Verhalten ich auch als nicht ganz astrein empfinde. Denn IMMER wenn sich ein Hund VOR dem Hof und somit Hund bewegt, stürmt er ungesichert aus der Einfahrt und stellt den "fremden Hund". Der Schäfi ist nie gesichert, er kann dort schalten und walten wie er will. Wenn er zuverlässig auf seinem Grundstück bleibt, ist das ja auch okay. Doch er kommt IMMER vom Hof geballert. Aber nicht um freudig zu begrüßen, sondern mit hochgestellter Rute, erhobenem Kopf und grummelnd und bellend. Sobald er vor einem anderen Hund steht versteift er wie ein Felsblock und starrt löcher ins sein Gegenüber, das grummeln ist immer noch zu hören.
Nun ist es so das Batista zum Glück ein sehr sehr sehr intelligenter Rüde ist und auch ein hohes Maß an sozialer Intelligenz besitzt. Er deutet sein Gegenüber und kann schon am Blick des anderen Hundes sehen, dass dieser ihm nicht wohlgesonnen ist. Batista versucht zu beschwichtigen und die Situation zu entschärfen, doch der Stress ist ihm anzusehen! Es ist in diesem Fall wirklich purer Stress für ihn. Ich bin froh das er nicht "rassentypisch" reagiert, sehr viele Staffs sind eben noch mit einer innerartlichen Aggresion geprägt und dem entsprechend oft unverträglich. Batista verhält sich vorbildlich und wird auf dem Hundeplatz immer herangezogen wenn ein problematischer Neuankömmlich auf sein Verhalten geprüft werden soll, gerade weil Batista sich so sauber verhält.
Nun meine Frage! Der DSH steh quasi so nah an Batista, dass er Nasenkontakt hat. Völlig steif.
Beide sind angespannt bis zum zerbrechen. Ich will Batista nicht diesem Druck aussetzen! Ich weiß dass die beiden sich nicht beißen, bis jetzt zumindest. Sobald ich uns entferne, zieht sich der Schäfi zurück. Doch ist Batista noch Minuten danach am köcheln und angespannt.Kann ich eine solche Situation nutzen um Batista zu zeigen, dass er sich nicht kümmern muss und ICH das regel? Ich kann den Schäfi nicht gut einschätzen. Ich weiß nicht genau ob er schon gebissen hat. Mit Batista kann ich mich nach kurzer Zeit aus dieser Situation lösen. Ich würde diese Sache allerdings gerne für Batista lösen und ihm die Verantwortung und den Druck nehmen. Ihm zeigen dass ich mich vor ihn stelle und der Schäfi erst an mir vorbei muss, bevor er zu ihm kann.
Ich habe nur Angst dass die Situation dadurch kippt und der Schäferhund das letzte Maß an Fassung verliert. Sie stehen ja so dicht das ich mich quasi dazwischen drängen muss und im vorfeld schon die Richtung blockieren, ist bei den beiden, agilen hunden schwer.
Ist es in dieser Situation trotzdem sinnvoll mich intensiver einzumischen, als einfach die Situation zu beenden? Sollte ich das ganze ohne Kommando seitens Batista machen? Dem Schäfi akustisch klar machen dass er nicht erwünscht ist?
Wie würdet ihr vorgehen?
Bitte entschuldigt den langen Text! Ich hoffe mir wird trotzdem mit Rat zur Seite gestanden :)
Liebe Grüße
- Vor einem Moment
- Neu
Hi,
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hallo,
also ich habe meinem dobi beigebracht auf kommando direkt hinter mich zu gehen und dort zu bleiben. stürmt ein hund auf uns los, schicke ich meinen in das kommando und schirme ihn mit meinem körper vom anderen hund ab, indem ich mich einfach davorstelle. beim entsprechenden hund lasse ich auch mal einen schrei raus, stampfe mit dem fuß auf und verscheuche ihn, ansonsten verhalte ich mich einfach ruhig und motze dann gegebenfalls den halter an wenn der seinen hund nicht einsammelt. will der hund um mich rumlaufen drehe ich mich einfach mit und drehe meinen hinter meinem rücken mit, er ist ja meistens an der leine. ich passe da auf wie ein luchs, dass der von dir beschriebene "nase-an-nase-kontakt" nicht entsteht, weil den finde ich aus eigener erfahrung sehr gefährlich. zumindest bei meinem rüden ist es so, dass er in der situation bei anderen rüden nach vorne gehen würde.
ich an deiner stelle würde den hund wirklich ganz strikt vor dem anderen schützen, gerade weil er so souverän im umgang mit anderen hunden ist, das musst du dir wirklich nicht verbauen, nur weil da irgendjemand seinen schäfi nicht unter kontrolle hat und der irgendwann auf deinen losknallt. mein dobi ist auch erst durch einige übergriffe durch andere hunde etwas heikel im umgang mit größeren rüden geworden, daher weiß ich es nun besser. wäre echt schade, wenn dein hund dir auf diese art und weise "versaut" werden würde.
schlimmstenfalls würde ich einfach die strecke meiden und einen umweg laufen.grüße
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Hast du eine Möglichkeit nicht DIREKT an diesem Hof vorbei zu laufen? Ich würde ausprobieren, wo die imaginäre Reviergrenze vom Schäfi ist und ab welcher Entfernung er sich entspannter verhält.
Für mich klingt diese Situation nach "RAUS AUS MEINEM REVIER!" Der Schäfi duldet keine anderen Hunde, was sein gutes Recht ist. Es geht nicht darum, ihn durch Beschwichtigung milde zu stimmen (sonst würden sich die Begegnungen ändern), sondern sich schnellstmöglich zu entfernen.
Ich würde meinen Hund auf die dem Schäfi-abgewandte Seite nehmen, kein Blickkontakt, keinen Stehenbleiben, ruhig und "ignorant" weitergehen. Wenn es eher frontal zur Begegnung kommt, dreh dich mit deinem Hund vom Schäfi weg und vermeide aktiv (aber ruhig) Schnauzenkontakt. -
Vielen dank für eure schnellen Antworten!
Der Hof grenzt an einen riesigen "Bürgersteig", ist eher eine Art gepflasteter Anliegerbereich. Erst 10m weiter unten verläuft die Straße. Der Schäfi scheint also teretoriale Ansprüche zu besitzen, welche eines Weltherrschaftsszenarios gleichkommen :) Denn selbst mit maximalem Abstand vom Hof (8m von der Einfahrt entfernt), ist man nicht vor ihm sicher. Klar könnte ich eine andere, weniger schöne Route gehen, aber ich dachte mir diese Situation evtl. Trainingstechnisch nutzen zu können, einfach um Batista zu zeigen das Herrchen das managed. Natürlich nur sofern ich eine Übersprungshandlung ausschließen kann (wobei man das wohl nie kann).
Ich habe bis jetzt versucht nicht groß akustisch und mit meiner Erscheinung einzugreifen, weil ich nicht einschätzen konnte, dass das nicht das Fass zum Überlaufen bringt. Bis jetzt hat Batista das sauber geregelt. Aber genau das möchte ich ihm nun abnehmen. Eure Tipps sind schon mal genau dass was ich wissen möchte. Mir geht es da um eure persönliche Einstellung was solche Situationen angeht.
Ein einfaches Weitergehen würde in ein "hinter sich herziehen" ausarten, da auch Batista stehen bleibt. Ein auffälliges locken oder rufen habe ich bis jetzt vermieden, um nicht zu reizen. Werde wohl erst mal durch meine körperliche Erscheinung eine Barriere bilden und dann, sofern der Schäfi nicht um mich rumhüpft, versuchen schnell weiterzukommen. Nahen Kontakt also vermeiden.
Ich danke euch schon mal!
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Hallo,
wir kennen die Problematik mit territorialen Hunden.
Wenn du an diesem Hof unbedingt vorbei mußt, versuche mit deinem Hund Blickkontakt zu halten. Gehe zügig weiter und ignoriere den Alten. Es darf auf keinen Fall zu einem gegenseitigen Fixieren kommen.
Eventuell mit dem Besitzer sprechen: Es könnten ja auch mal Gassigänger mit Kind dort vorbei gehen...
Du hast einen richtig tollen Hund.
Liebe Grüße -
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Wäre der andere Rüde "still" und würde nicht direkt mit gebell auf sich aufmerksam machen, hätte ich gute Karten Batistas Aufmerksamkeit zu bekommen und schnell vorbeizulotsen. Sobald sie sich sehen, ists aber vorbei, dann habe ich keinen Zugang mehr zu meinem Dicken.
Werde mal versuchen im Vorfeld, bis wir beidem Hof sind, ein höchstmaß an Aufmerksamkeit über positive Erwartungshaltung aufzubauen und dann mal schauen wie schnell ich Batista aus dem Tunnel rausbekomme, wenn sich die Hunde doch sehen und fixieren.
ZitatDu hast einen richtig tollen Hund.
Danke!!

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Wenn uns jemand anstürmt, dann geht die Leine in der linken Hand mit Hund dran hinter mich, während ich zwei Schritte nach vorne mache, die rechte Hand flach ausstrecke zum Bremsen und gleich anschließend den ankommenden "freundlich" zum Gehen auffordere, indem ich den Rückweg zeige. Hat bis jetzt immer funktioniert.
Gleichzeitig bleibt meine unsichere Hundenase hinten und lässt mich da vorne machen.
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Zitat
Vielen dank für eure schnellen Antworten!
Der Hof grenzt an einen riesigen "Bürgersteig", ist eher eine Art gepflasteter Anliegerbereich. Erst 10m weiter unten verläuft die Straße. Der Schäfi scheint also teretoriale Ansprüche zu besitzen, welche eines Weltherrschaftsszenarios gleichkommen :) Denn selbst mit maximalem Abstand vom Hof (8m von der Einfahrt entfernt), ist man nicht vor ihm sicher. Klar könnte ich eine andere, weniger schöne Route gehen, aber ich dachte mir diese Situation evtl. Trainingstechnisch nutzen zu können, einfach um Batista zu zeigen das Herrchen das managed. Natürlich nur sofern ich eine Übersprungshandlung ausschließen kann (wobei man das wohl nie kann).
Ich habe bis jetzt versucht nicht groß akustisch und mit meiner Erscheinung einzugreifen, weil ich nicht einschätzen konnte, dass das nicht das Fass zum Überlaufen bringt. Bis jetzt hat Batista das sauber geregelt. Aber genau das möchte ich ihm nun abnehmen. Eure Tipps sind schon mal genau dass was ich wissen möchte. Mir geht es da um eure persönliche Einstellung was solche Situationen angeht.
Ein einfaches Weitergehen würde in ein "hinter sich herziehen" ausarten, da auch Batista stehen bleibt. Ein auffälliges locken oder rufen habe ich bis jetzt vermieden, um nicht zu reizen. Werde wohl erst mal durch meine körperliche Erscheinung eine Barriere bilden und dann, sofern der Schäfi nicht um mich rumhüpft, versuchen schnell weiterzukommen. Nahen Kontakt also vermeiden.
Ich danke euch schon mal!
ich finde deine einstellung da absolut richtig.
wie schon gesagt, mein rüde war auch absolut super, bis es ein paar blöde begegnungen mit anderen großen rüden gab, bei denen er zum teil auch verletzt wurde und seitdem ist er einfach nicht mehr so unkompliziert mit anderen rüden und hat sogar schon ansätze zum leinenpöbeln gezeigt, die ich aber gott sei dank im ansatz unterbinden konnte.
sei froh dass dein hund so toll im umgang mit anderen ist und versuch ihn vor schlechten erfahrungen zu schützen, damit das auch so bleibt. ich würde die strecke vielleicht sogar wirklich komplett meiden. deinem hund kannst du auch auf andere art und weise zeigen, dass du ein souveränes herrchen bist und situationen für ihn regelst, da brauchst du keine "experimente" an einem so riskanten übungsfeld machen...weißt, im endeffekt ists dann ja leider eh so, dass du mit staff wahrscheinlich der depp vom dienst bist, wenn was passiert. ist bei mir ja schon ähnlich, da hat doch "mein großer schwarzer böser dobermann den armen lieben golden retriever, der ja nur vorbeigucken und schnuppern wollte einfach ganz böse angeknurrt. wahrscheinlich ist der auch nur deshalb an der leine, weil er so aggressiv und böse ist... bla bla bla...."
und mal ehrlich, so hart das klingt, aber wenn der hund eh schon so alt ist wird sich das problem sowieso über kurz oder lang von selbst lösen... -
Ich würde die Situation so nicht weiterhin in Kauf nehmen, denn da steckt Entwicklung drin.
Ich würde die Strecke meiden, wenn mit dem Schäfibesitzer nicht zu reden ist,
es sei denn, ich wäre wirklich in der Lage, die Situation für meinen Hund zu regeln.
Es sieht allerdings für mich nicht danach aus, als wäre das unter diesen Umständen möglich.Viel Erfolg!
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Zitat
Bis jetzt hat Batista das sauber geregelt. Aber genau das möchte ich ihm nun abnehmen.
Warum um Gottes Willen willst du deinem Hund das "saubere Verhalten" abnehmen? Er macht das doch ganz prima so. Never change a running system! Du wirst niemals, gerade in der zwischenhundlichen Kommunikation, so gut arbeiten wie dein Hund.
Ich jedenfalls wäre sehr zeitnah ohne Hund auf den Hof gegangen und hätte den Besitzer des Hofes/Hundes eher unsauber zusammengefaltet, weil er seinen Hund nicht sichert.
- Vor einem Moment
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