Soll ich mich lieber doch auf mich verlassen?

  • Weiss nicht,welche Überschrift passen könnte...
    Hab ja schon sehr oft geschrieben über unseren Podenco mix, und bin jetzt mal wieder etwas hin und her gerissen.
    Ich fange am Besten mal von gaaaanz vorne an.
    Vor 1 1/2 Jahren kam unser Podi-Bodi mix zu uns (Hundeanfänger mit 2 Kindern damals 2 uns 4 Jahre).
    Oskar war 10 Monate alt kam aus Spanien,wurde mit 4 Wochen im Müll gefunden und liebevoll aufgezogen auf einer Hacienta, bis er nach Deutschland über Ps vermittelt wurde. Er hat so gesehen nichts schlimmes erlebt, bis auf,das er nicht geprägt wurde.
    Haben ihn genommen,weil unser gröstes Kriterium, das Verhalten den Kids gegenüber, passte. Gut heute würde ich auch noch ein paar andere Kriterien mit rein packen bei der Hundeauswahl. Damals waren wir noch nicht so weit, und jetzt ist er nunmal da und wir werden ihn auch um kein Geld der Welt wieder her geben.
    Er ist sehr zurückhaltend uns Erwachsenen gegenüber gewesen, ging mit Eingezogenen Schwanz rückwärts,wenn man ihm Leckerchen geben wollte.
    ZU Hause ist er ein Engel, er ist ruhig, Langschläfer, lieb und geduldig bei den Kindern, kann gut alleine bleiben.
    Draussen sieht es etwas anders aus. Er reagiert bei Rüden, Motorrädern und teilweise Fußgängern agressiv.
    Haben damals eine Hundetrainerin gehabt, die uns gesagt hat, er sucht sich unterweg ein Spiel, wenns Langweilig wird. Also mehr Kopfarbeit, und nassspritzen bei diesen unerwünschten Reaktionen. hab ich also gemacht...
    Dazu gab es ne menge Schleppleinentraining, Handfütterung (teilweise heute noch) und und und.
    Das Pöbelverhalten habe ich allerdings nie richtig in den Griff bekommen, und der Abruf ohne Leine klappt gar nicht.
    So sind wir dann in die Huschu.
    Dort wird jetzt gesagt, ich muss an meiner Stimme arbeiten, soll mich auf gut Deutsch nicht vom Hund verarschen lassen, und zurückpobeln, wenn er pöbelt (körpersprache). Gut, hab ich auch gemacht.
    Jetzt merke ich, die Bindung die sich sehr lange entwickelt hat macht rückschritte, und er wirkt auf mich Agressiver und nervöser unterwegs.
    Ich habe jetzt für mich und den Hund beschlossen, dass diese Methoden bei unserem Hund nicht richtig sind. Er darf nicht mit so einer gewissen Härte erzogen werden, da er so sensibel ist. Oft erinnert er mich an meinen Großen Sohn, der hört auch nur,wenn ich mit ruhigem Ton spreche.
    Langsam bin ich es leid mir Hilfe zu suchen, da ich der Meinung bin, zu wenige leute haben Ahnung von Podencos. Bin auch nicht gewillt so viel Kohle in Trainer zu stecken die uns nicht helfen können. Wollen ja auch noch in den Urlaub fahren usw.
    Unser Ziel ist es, den Hund ableinen zu können und eine gute Bindung zu ihm zu haben. Er soll gut abrufbar sein, auch wenn er einen Hund oder was auch immer sieht, was ihm die Laune verdirbt.
    Erwarte ich zu viel??
    Sollten hier Podenco-Erfahrene Leute sein, die mir ein paar Ratschläge geben können, wäre ich sehr dankbar.
    Würden ja auch ein Einzeltrainig in Anspruch nehmen, bei jemanden, der WIRKLICH Ahnung hat, vorallem bei dieser Rasse

  • Zitat

    Er hat so gesehen nichts schlimmes erlebt, bis auf,das er nicht geprägt wurde.

    Was für den Rest des Lebens ausreichen kann, um niemals einen "normalen" Hund zu bekommen.

    Ich will Dir die Hoffnung nicht nehmen, aber ich befürchte, Du hast das Problem mit den Trainingsschritten, die Du bisher gemacht hast erst richtig etabliert. Und nun sind alle wichtigen Prägephasen gelaufen... Das heißt nicht, dass man das nicht trainieren kann. Allerdings möchte ich Deine Erwartungshaltung etwas dämpfen. Es wird eine Dauerbaustelle bleiben.

    Dein Hund hatte ganz sicher kein Beschäftigungsdefizit, als er mit dem Verhalten begonnen hat. Eher umgedreht...
    Mit schlichtem Verbot wirst Du der Sache auch nicht beikommen, wie Du ja schon bemerkt hast.

    Ich denke, hier muss ein Trainer ran, der wirklich weiß wie man mit Leinenaggression umgeht. Ich hoffe, Du findest einen solchen noch. Vielleicht kommen da ja noch ein paar Tipps - Du müsstest dafür aber vielleicht mal grob angeben, wo Du in etwa wohnst.

    Viele Grüße
    Corinna

  • Zitat

    Ich denke, hier muss ein Trainer ran, der wirklich weiß wie man mit Leinenaggression umgeht.

    Es liegt meiner Meinung nach nicht an der Leine, denn wenn er an der Schleppleine ist, die er auf dem Boden locker hinter sich her zieht, ist er ganauso.
    Habe ich also recht damit,dass ich mit den Ratschlägen der Huschu ( zurückpöbeln mit Körpersprache, und mehr Druck in der Stimme) mehr kaputt mache bei diesem Hund? Ihr finde ihn wesentlich enspannter, wenn ich mit ruhiger Stimme NEIN sage.

  • Hallihallo,

    bevor ich hier meinen "Senf" dazu gebe, möchte ich ein wenig mehr Hintergrundinformationen. ;-)

    Zum einen, wie ist er denn auf der Hacienda aufgewachsen? Hatte er schon von anfang an Hundekontakte oder ist er isoliert aufgewachsen?
    Zum Thema Leinenagession. Wie reagiert er denn? Was macht er in welchen Situationen?

    Du schreibst, er ist ein sensibler, und ich denke auch sehr unsicherer Hund. Wie äußern sich denn seine Unsicherheiten?

    Wie meine Vorschreiberin schon geschrieben hat, du wirst dich damit abfinden müssen, dass dein Hund einfach anders ist als alle anderen. Keine Bange, ich habe hier auch so eine sensible Dramaqueen sitzen und mit viel Arbeit, Geduld und Nerven kann man noch einiges trainieren. :gut: Wir sind das beste Beispiel was möglich ist, wenn man umdenkt, sich andere Wege sucht und nicht auf jeden guten Ratschlag vertraut. Ich habe meine Dramaqueen seit einem Jahr und wir arbeiten stetig an der Begleithundprüfung. Also nur Mut.... :gut:

    Beste Grüße

  • Zitat


    Habe ich also recht damit,dass ich mit den Ratschlägen der Huschu ( zurückpöbeln mit Körpersprache, und mehr Druck in der Stimme) mehr kaputt mache bei diesem Hund? Ihr finde ihn wesentlich enspannter, wenn ich mit ruhiger Stimme NEIN sage.

    Geht es denn hier um recht haben?

    Ich meine: Du siehst doch, beobachtest doch, daß es dann schlimmer wird. Also kann es wohl kaum der richtige Weg für Euch sein.

    Lies bitte mal durch den Link, den ich Dir weiter oben angegeben habe...

  • Zitat

    Zum einen, wie ist er denn auf der Hacienda aufgewachsen? Hatte er schon von anfang an Hundekontakte oder ist er isoliert aufgewachsen?
    Zum Thema Leinenagession. Wie reagiert er denn? Was macht er in welchen Situationen?

    Du schreibst, er ist ein sensibler, und ich denke auch sehr unsicherer Hund. Wie äußern sich denn seine Unsicherheiten?

    Auf der Hacienta ist er mit anderen Hunden und Pferden aufgewachsen. Er wurde dort betüddelt und hatte denke ich allerdings auch viele Freiheiten, er war bis zu seinem 7. lebensmonat da.

    Die Leinenagression ist so, dass er Hunde schon von weitem anfixiert, und dann, wenn der Hund parallel zu uns ist, wird er verbellt. Dabei hat er stets einen Iro. Bei Motorrädern ist es ähnlich.

    Die Unsicherheit bezieht sich zum einen auf Hundekontakte. Wenn z.B. ein Hund mit offensichtlicher Spielabsicht auf uns zu gerannt kommt, dann spielt er zu 90 % immer mit, egal, ob Rüde oder Hündin. Ist ein anderer Hund ruhiger, und Oskar hat mehr zeit sich reinzusteigern, gibt es zoff.
    Außerdem ist er Menschen gegenüber unsicher, er tastet sich sehr vorsichtig an leute ran, und schreckt zurück, wenn diese ihn Streicheln wollen. Das ist auch noch teilweise bei uns so.

  • Hallo,
    nun sind Podencos und sehr "podencige" Mixe schon eine Nummer für sich, was Ausbildung und Erziehung angeht.

    Mit "zurückpöbeln" wird man bei einem sensiblen, oft hochintelligenten, sehr eigenständigem Hund nicht gerade die Bereitschaft zur Mitarbeit fördern. Das hast Du schon ganz richtig erkannt.

    Aber nur mit heititei kommt man bei den Podencos/ihren Mixen auch nicht klar - dann nehmen sie einen überhaupt nicht mehr für voll. Sie brauchen mehr als manch andere Hunderasse einen Halter, der ihnen in einem machbaren Rahmen eine gewisse Eigenständigkeit zugesteht, sie nicht ständig mit Kommandos drangsaliert (sie lernen gut und schnell, aber schnöder Gehorsams-Drill ist ihnen einfach zu blöd) und dem Hund nur dann einen begrenzenden Rahmen vorgibt, wenn es nötig ist. Das gilt ganz besonders für den Abruf und für den Umgang mit dem Jägertier Podenco.

    Im Grunde sind Podencos eine Mischung aus Jagdhund, Katze, Esel und Philosoph. Eine wirklich gute Zusammenarbeit mit einem Podenco/mix braucht einen sehr verständnisvollen, geduldigen, konsequenten Halter, der den Hund in der goldenen Mischung aus souveräner Führung und dem Zugestehen von Eigenständigkeit zu nehmen weiss.

    Podenco-Rüden sind übrigens nicht gerade berühmt dafür, mit anderen Rüden zurechtzukommen. Da ist meist noch etwas mehr Arbeit erforderlich.
    Auch, wenn die Suche ein wenig länger dauert - sicher wäre es für Dich und Oskar von Vorteil, einen Trainer zu finden, der mit solchen Mixen öfters arbeitet. Solche Trainer gibt es - einfach mal bei Tante Google suchen...

    Hier z. B. http://www.podencocoach.de/Inhalt/loesungen.htm - aber wirklich nur als Beispiel, Erfahrungen damit habe ich nicht.

    LG, Chris - mit Podenco Janosch seit 10 Jahren glücklich

  • Zitat

    Hier z. B. http://www.podencocoach.de/Inhalt/loesungen.htm - aber wirklich nur als Beispiel, Erfahrungen damit habe ich nicht.

    Danke für den Link, hab mal kurz durchgelesen, und festgestellt, dass ich mit meinem Bauchgefühl richtig liege. Ich muss einfach jemanden finden,der sich mit dieser Rasse auskennt.
    In dem Link ist auch nochmal der Podenco-Auslauf in Solingen aufgeführt, der gar nicht so weit weg von uns ist. werde da mal hin fahren und bekomme bestimmt auch da noch einige gute Ratschläge.

  • Ich hab hier auch so ein Sensibelchen sitzen(Dobermann-Windhund)
    Obwohl er viel mit Hunden zusammen war, hatte sich eine Angst-Aggression entwickelt. Ich war dickköpfige Labbis gewöhnt und hab das Ganze auch eher schlechter als besser gemacht. Entspanntes Spazieren gehen war kaum möglich. Er ging aggressiv nach vorne. Ich hab dann angefangen, erst mal auszuweichen, im zweifel die Straßenseite gewechselt. Kein Pöpeln geduldet. Aber nicht mit selber pöpeln, sondern ihn wegdrängen, nicht aggressiv, sondern nur sehr bestimmt. Als Mittel der Wahl hat uns ein schlüssel geholfen, diesen brauch ich heute kaum noch.Blieb er ruhig gabs leckerchen, und ganz viel verbales Lob. Ich hab allerdings den Vorteil, dass er sehr fixiert ist. Heute kommt er er, wenn er einen Hund sieht sofort auf mich zu, schaut mich an und ist froh, dass er die Situation nicht regeln muss und bleibt freiwillig bei mir. Aber er hat keine Lust auf fremde Hunde, und notfalls vertreibe ich diese auch. Ich muss allerdings nicht mehr die Straßenseite wechseln, sondern nur noch zwischen ihm und dem Hund sein. Ich habe mir angewöhnt, auf mein Bauchgefühl zu hören, meinen Hund gut beobachten, was tut ihm gut, wie lernt er gut, ohne sich überfordert zu fühlen.
    Ich habe aber auch eine Podencomixhündin, sehr selbstständig, zum glück sehr verträglich, aber wir hatten einige andere Probleme. Bei ihr war immer Fingerspitzengefühl angesagt, überreden und konsequenz. Werde ich zu gestresst, bin zu hart, dann zieht sie ihr eigenes Ding durch. Ich hab 4 Jahre gebraucht um sagen zu können, wir sind ein Team. Heute ist sie mein Traumhund schlechthin =)
    Ich hab viel über Futter erarbeitet, dafür würd sie kopfstand mit rolle rückwärts machen :headbash:

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