Was mach ich falsch? Stubenreinheit

  • Vielleicht habt ihr es beide überlesen, aber es war kein böses Beißen. Sie spinnt beim Bürsten rum, spielt und zappelt dabei und macht sich einen Jux daraus, in die Bürste und meine Hände zu beißen (Spieltau etc. interessieren sie in dem Moment nicht).

    Es tut ihr gesichert nicht weh das Bürsten. Ich habe eine Spezialbürste, mit der ich selbst unseren Graugetigerten bürsten kann und der ist der Letzte, der irgendwie still hält, wenn ihm was unangenehm ist. Er genießt es und schnurrt dabei wie sonst was.

    Pöppi hat auch einen praktischen Kurzhaarschnitt vom Hundefriseur bekommen, weil ich es ihr nicht antun wollte, langes Fell mit sehr viel Unterwolle zu bürsten, wo sie es nicht wirklich mag.

    Bürsten muss aber sein und das täglich! Sie hat kein Fell, was sie verliert. Würde ich es nicht täglich bürsten, wäre sie im Handumdrehen verfilzt und hätte Fellknoten bis auf die Haut und das würde ihr mehr als schaden.

    Zudem ist meine Hündin eine, die nicht zimperlich mit Dreck und so weiter draußen umgeht, die durch hohe Gräser hüpft, durch Gebüsche durch usw. und das soll sie auch, sie ist ein Hund und kein Stofftier, aber das heißt für mich dann auch, dass sie eine anständige Fellpflege noch mehr nötig hat als wie ein Hund, der nur in der Stadt seine Gassirunden dreht.

    Seit wir sie vor 6 Wochen bekommen haben, hab ich sie systematisch ans Bürsten geführt. Von erst mal nur Bürste zeigen und anschnuppern lassen über vorsichtiges Bürsten über ihren Rücken. Alles mit Lob und Leckerli. Ich habe sie also nicht blitzartig mit der Bürste überfallen und war der Meinung, sie hat das jetzt zu erdulden.

    Ich weiß nicht, warum ihr es als Machtkampf anseht, dass ich sie bürste, obwohl sie es nicht mag. Es ist nun mal unerlässlich und da muss ich drauf bestehen, egal, wie sie das findet und ja, sie ist ein Hund und deshalb kann ich ihr auch nicht erklären, dass es sein muss, sondern muss es immer aufs Neue mit ihr üben, bis sie es ohne ihre Spinnereien zu lässt.

    Mein Hund knurrt, wenn er sauer ist (was er beim Bürsten nicht tut) und dann respektiere ich diese Grenzensetzung von ihr. Sie hat ja keine andere Möglichkeit, sich mitzuteilen in dem Moment und deshalb unterbinde ich kein Knurren, sondern lass sie, nur so ist gewährleistet, dass sie nicht irgendwann mal so zuschnappt, wenn ihr was nicht passt, sondern vorher warnt, in dem sie knurrt.

    Woraus schließt ihr, dass ich meinem Hund gegenüber nicht einfühlsam genug bin? Weil ich an klaren Regeln arbeite, die unerlässlich sind? Ihr schreibt immer, dass mich mein Hund nicht verstehen kann. Deshalb üben wir, bis es sitzt. Nicht zwanghaft, sondern aus den Situationen heraus, das schrieb ich schon mal.

    Genauso hat sie ihre Pausen, ihre Tobstunden, ihren Schlaf und ihre Ruhe und natürlich ganz viel Schmuseeinheiten, wenn sie das braucht. Aber die Erziehung muss parallel denoch ablaufen, sonst hab ich irgendwann einen erwachsenen Hund, der macht, was er will. Sie braucht ihre Grenzen, wie jeder Hund auch, und an diesen Grenzen üben wir.

    Ich denke nicht, dass es vermessen ist, dass mein Ziel ist, dass mein Hund meine Regeln akzeptiert und nicht ich die seinen. Um sie dahin zu bekommen, wird sie weder geschlagen noch gedemütigt noch angeschrieen, noch ignoriere ich sie ewig lange (das Ignorieren ist immer nur ganz kurz, damit der Zusammenhang für sie noch begreiflich ist).

    So übe ich mit ihr tagtäglich durch Wiederholungen, Zeigen, Gesten alles immer wieder zur Festigung. Damit überfordere ich sie ganz bestimmt nicht.

    Wo steht, dass ich 99 % von meinem Hund erwarte? Hab ich nie geschrieben, hatte nur nach Tipps gefragt, die mir diesen Weg erleichtern.

    Da ihr ja der Meinung seit, wie ich es mit ihr halte, mach ich es falsch, wäre es doch schön, mir einfach mal aufzuschreiben, wenn ihr Lust habt, wir ihr eure Hunde erzieht und wie ihr in entsprechenden Situationen reagiert und wie eure Hunde dann auf was reagieren und so weiter.

    Das würde mir mehr helfen, als wie mir einen Trainer vorzuschlagen.

    LG Grit

  • Grit,

    nimm dir bitte 'nen Trainer.

    Ich denke, fünf Seiten Romane mit Erklärungen, Erläuterungen und Hilfestellungen haben nicht gereicht.
    Und ich habe ehrlich gesagt, auch keine Lust, noch einen 50seitigen Roman zu verfassen, wie ich meine Hunde erziehe und wie ich in bestimmten Situationen reagiere.
    Andere verfassen darüber 400 Seiten Bücher.
    Jeweils über

    *Hundeverhalten
    *Hundesprache
    *Erziehung

    Das sprengt echt den Rahmen.
    Und wenn ich es machen würde, heißt das noch lange nicht, dass es zu dir und deinem Hund passt, geschweige denn, dass du es in die Praxis umsetzen kannst.
    Du musst doch erst mal lernen, deinen Hund zu verstehen.
    Es gibt keinen Schalter beim Hund.

    Der Schalter sitzt bei dir und ein HT hilft dir, ihn anzuklicken.

    Die Bücher helfen dir zusätzlich.

    Viel Erfolg!

  • Also,

    ich habe, ehrlich gesagt, ziemlich lange überlegt, ob ich hier überhaupt noch etwas schreiben, oder es doch lieber gleich bleiben lassen soll.
    Denn wir drehen uns die ganze Zeit über im Kreis.

    Auf der einen Seite liest man ein "Danke", was hier echt selten ist. Aber mit jedem weiteren Satz, den Du schreibst, kann man ganz deutlich erkennen, daß wohl doch nicht so viel von dem, was man hier geschrieben hat, auch wirklich verstanden wurde.
    Und wenn es doch inhaltlich verstanden wurde, dann hältst Du es vielleicht für "falsch".

    Damit kann ich sehr gut leben.
    Du bist natürlich nicht dazu "verpflichtet", mir einfach so zu glauben.
    Aber dann brauche ich mir auch nicht mehr weiter die Mühe machen, überhaupt noch etwas zu schreiben! ;)

    Ich kann auch nur vom dem, was Du hier schreibst, versuchen, mir die Situation vorzustellen.
    Und daraus leiten sich auch meine Erklärungsversuche ab.
    Natürlich bin ich nicht dabei, und kann Euch als Team beobachen. Das wäre besser, weil man nur beim Zugucken, das gemeinsame Agieren von Halter und Hund, ziemlich viel beobachten und daraus ableiten kann.
    Jetzt bin ich nur auf Vermutungen angewiesen.
    Darum ist bei Dir wirklich ein Trainer vor Ort sinnvoll.


    Aber mal ganz ganz ehrlich.
    Was ist denn von dem, was Du geschrieben hast, noch falsch zu verstehen?

    Jetzt schwächst Du auf einmal ab:

    Zitat

    Vielleicht habt ihr es beide überlesen, aber es war kein böses Beißen. Sie spinnt beim Bürsten rum, spielt und zappelt dabei und macht sich einen Jux daraus, in die Bürste und meine Hände zu beißen (Spieltau etc. interessieren sie in dem Moment nicht).

    Ich bin mir immer noch sicher, das Dein erster Eindruck richtig ist. Darum hast Du auch den Beitrag davor so verfaßt.
    Die Abschwächung zeigt mir aber wiederum, daß Du noch nicht gelernt hast, Deinen Hund richtig zu verstehen!

    Das Kauen auf Deiner Hand ist kein Spiel.
    Es kann zwei Ursachen haben.
    - Dein Hund baut grad den Streß ab, den er beim Bürsten erleidet.
    - Dein Hund maßregelt Dich grad, weil Du nicht darauf eingehst, daß es ihr nicht gefällt.

    Aber für Dich ist es jetzt auf einmal alles nur ein "Spiel", obwohl Du ganz genau weißt, daß dein Hund das Bürsten (immer noch) haßt. :???:
    Da sehe ich keinen Sinn drin.


    Ich lese sehr viel bei Dir,
    daß Dein Hund funktionieren muß.
    Und das auch noch möglichst schnell.
    Besser schon gestern, als morgen.

    Ich frage mich: Warum?
    Was ist so schlimm daran, wenn Dein Hund sein Trainigsziel beim vernünftigen Aufbau erst übermorgen erreicht?
    :ka: Ein Hund kann locker 15 Jahre alt werden, und ein Hund kann sein Leben lang lernen.
    Wozu also diese Eile?


    Zitat

    Wie kann ich ihr da helfen?

    Diese Frage kommt sehr oft von Dir.
    Ich finde es auch gut, daß Du ihr, so gut es geht, helfen willst.
    Aber dazu mußt Du erst einmal Deinen Hund und ihre Art und Weise, sich Dir gegenüber auszudrücken, verstehen lernen.


    Und Du hilfst ihr wirklich am allermeisten, indem Du ihr beim Lernen die Zeit gibst, die sie die sie offensichtlich zu brauchen scheint.

    Natürlich ist es toll, daß Du jetzt schon genau weiß, wie Dein Hund später werden soll.
    Natürlich ist es gut, daß Du so konsequent bei der Sache bleibst.
    Natürlich braucht ein Hund seine Regeln und Grenzen.
    Natürlich will man einen alltagstauglichen Hund am Ende haben.
    Alles gar keine Frage.

    Nur,
    das Ergebnis am Ende ist stark abhängig vom Weg, den man wählt.
    Es gibt natürlich viele "Methoden", mit dem Hund zu trainieren.

    Bei Dir lese ich, sehr viel Druck heraus.
    Klappt irgendetwas nicht so, wie es Deiner Meinung nach klappen sollte, dann kommt noch Frust von Deiner Seite hinzu. Dann ist Dein Ehrgeiz gepackt und Du verdoppelst Deine Anstrengung, damit Dein Hund auch ja versteht, was Du von ihr willst.
    Deine Erwartungshaltung steigt.
    Durch die Erwartungshaltung setzt Du Dich, und natürlich Deinen Hund noch mehr unter Druck.
    Und so ein Druck ist in der Erziehung eher kontraproduktiv.

    Noch mal die Frage: Warum diese Eile?

    Auch ein Mensch lernt sämtliche Dinge, die er im Laufe seines Lebens wissen muß, in Stufen.
    Es ist alles dem Alter angepaßt.
    Was meinst Du, warum ein Kind durchschnittlich 10 Jahre lang eine Schule besucht. Manche sogar freiwillig länger, weil sie hörere Abschlüsse haben wollen?
    Man könnte es sich doch auch "einfacher" machen, und sagen, die Kinder sollen nur fünf Jahre zur Schule zu gehen. Das sollte reichen, und sie können in dieser Zeit immer noch alles lernen, was sei brauchen.

    Und, bleiben wir mal beim Beispiel Kinder und Schule:
    Für die einen ist der festgelegte Lehrplan genau richtig.
    Es gibt sogar noch Ausnahmen, und für diese Kids ist der festgelegte Zeitplan viel zu langsam. Sie können mehr leisten, wenn man sie nur machen läßt.
    Und dann gibt es noch Kinder, die packen selbst den "leichten" Lehrplan nicht.

    Diese letzte Gruppe ist nicht dumm. Sie haben nur eine andere Art, den Inhalt zu verarbeiten.
    Wie diese Kinder vorankommen, liegt dann beim Lehrer.
    Ein guter Lehrer, der seinen Plan nicht so eng sieht, und die "Nischen" gut ausnutzen kann, ist in der Lage, diesen Kindern zu helfen, daß sie trotzdem nicht ihren Anschluß verpassen.
    Ein schlechter Lehrer hält sich an seinem Lehrplan fest und ackert alles Punkt für Punkt ab.
    Hat dann jemand nicht verstanden?
    Pech gehab!
    Denn der Lehrplan sieht es vor, daß es eben bis dato verstanden sein muß! Ohne Gnaden!

    Und das sind dann Kinder, die ständig gestreßt sind.
    Sie haben keine Hilfe, dort wo sie es am nötigsten hätte.
    Sie müssen sogar noch nach der Schule lernen, wo andere Kinder draußen miteinander spielen dürfen, nur damit sie ihren Anschluß nicht verpassen.
    Und glaube mir, diesen Kindern macht das Lernen nicht so großen Spaß, wie den Kindern aus der ersten Gruppe.
    ;)

    So,
    das sollte jetzt von meiner Seite aus reichen.
    Viel Erfolg beim Training!

    Gruß
    SheltiePower

  • Also, ehrlich, inzwischen weiß ich schon gar nicht mehr wo dein Problem liegt. Dein Hund ist 6 Monate und noch im Kindergarten - na ja, vielleicht gerade eingeschult worden. Da wirst du noch eine ganze Weile irgendwelche Baustellen haben und es wird noch sehr lange dauern, bis alles perfekt funktioniert - wahrscheinlich wird es das aber auch nie. Es gibt in der Hundeerziehung keinen Königsweg. Es ist für alle Beteiligten mühsam. Du bist sehr ehrgeizig und willst alles perfekt und vor allem schnell erreichen. Wenn etwas länger dauert, denkst du sofort, dass da was nicht stimmen kann. Manche Sachen dauern halt, manche wirst du vielleicht bei deinem Hund nie erreichen.

    Was diese Bürsterei betrifft - meine liebt diese Bürstenarie. Wenn ich den Schrank wo die Bürsten drin sind nur aufmache, hüpft sie vor Freude schon wie ein Flummi durchs Zimmer. Wenn ich sie dann bürste, hält sie aber nicht still, sondern benimmt sich wie deine. Sie windet sich wie ein Aal, beißt in die Bürste, in die Hände, verkriecht sich unter sie Decke und macht mir die Arbeit nicht wirklich leicht. Für sie ist es ein tolles Spiel. Ich gebe ihr dann immer eine andere Bürste, mit der sie rumbolzen kann und versuche während dessen an irgendeine Körperstelle zum Bürsten zu kommen. Das Ergebnis ist zwar nicht ganz perfekt, aber warum soll ich sie quälen und sie zwingen, absolut still zu sitzen? Das wäre eine Tortur für sie. So haben wir eine Menge Spaß, die perfekte Erziehung ist mal wieder im Eimer, aber alle sind glücklich.

    Nach solchen aufregenden Ereignissen hat meine dann auch oft irgendwo eine Pfütze hingelegt. Is' eben auch Stress - wenn auch positiver. Sieh nicht immer Probleme wo keine sind und werde lockerer. Vieles wird sich von alleine erledigen wenn deine Maus älter wird. Die perfekte Erziehung gibt es nicht. Sie will in dem Alter in erster Linie Spaß. Lass öfter mal Fünfe gerade sein.

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