Was mach ich falsch? Stubenreinheit

  • Lieben Dank für die Mühe, die ihr euch macht.

    Ja, so ist es einleuchtend und für mich nachvollziehbar und ich stell fest, es ist nicht so einfach, die richtige Dosierung zu finden. Aber so, wie sie vieles lernen muss, muss ich das auch - also absolut fair :D

    Und ja, jetzt versteh ich auch, was mitunter hier in anderen Beiträgen geschrieben wird, man braucht seine Zeit, um sich aneinander zu gewöhnen.

    Klar ist Pöppi jetzt hier zu Hause und das hat sie auch verinnerlicht, aber genauso, wie sie mich noch nicht wirklich immer einschätzen kann, kann ich das bei ihr auch noch nicht. Das braucht noch mehr Zeit als wie die knapp 6 Wochen, die sie jetzt bei uns ist. Ich denke, sie sendet mir genug Signale, aber öfters versteh ich nicht, was sie will, da muss ich sie noch besser beobachten und herausfinden, warum und weshalb sie dies und das so macht und nicht anders.

    Heute hab ich unseren Abendspaziergang mal völlig relaxt gestaltet.. Wir sind einfach nur gelaufen, quasi jeder für sich, wobei ich sie immer unauffällig im Auge hatte, gerade so, dass sie sich nicht beobachtet fühlt. Sie war ohne Leine, weil keine Gefahren, und ich hab sie einfach mal machen lassen.

    Zu meinem Erstaunen hat das super geklappt. Sie kam mir vor wie an einer unsichtbaren Leine. Sie lief zwar öfters ein Stückchen vor oder hinter mir, aber das war egal. War sie vor mir, drehte sich sie öfters um, war sie hinter mir, ging sie genau dort entlang, wo ich vorher gelaufen bin. Und dort, wo ich sie immer anleine, weil wir zur Straße hin kommen, blieb sie sogar stehen und ließ sich anleinen, obwohl ich nichts, aber auch gar nichts in dieser Richtung gesagt hatte. Fand ich echt klasse.

    So kamen wir auch dann beide völlig entspannt und zufrieden zu Hause an, wo sie sich dann gleich auf einen ihrer Plätze geschmissen hat und nun schläft.

    LG Grit

  • Ja, das stimmt und dafür bin ich sehr dankbar :gut:

    Folgendes Verhalten war heute morgen und ich kann es nicht wirklich deuten. Habe einfach mal nur mit Lob reagiert, weil ich nichts falsch machen wollte, da das Endergebnis das war, was ich eigentlich von ihr wollte.

    Wir waren im Garten. Sie durfte sich lösen und herumschnuppern. Dann hab ich sie gerufen, damit wir reingehen können. Sie schaut zu mir, schaut wieder weg. Na gut, ich schaue erst mal auch wieder weg, beobachte sie aber aus den Augenwinkeln und wiederhole mein Kommando nicht.

    Dann bewegt sie sich gaaaanz langsam in meine Richtung. Schwänzchen ganz nach oben, die Nase am Boden und schnuppernd und ihre Augen von unten auf mich gerichtet. So kam sie dann mit erheblicher Verzögerung bei mir an und ich hab sie gelobt. War das richtig?

    Warum kommt sie so zu mir? Es war keine Angst, keine Demut, es sah lediglich unheimlich gelangweilt aus.

    Bezüglich Bellen. Ich soll sie ja ablenken, bevor sie mit bellen anfangen kann. Gestern abend war sie mit mir im Arbeitszimmer. Unten kamen Leute, die nicht gerade leise waren und sie knurrte leise und hatte die Ohren gespitzt. Ich hab sie gestreichelt und leise "Aus" und dann, weil sie ruhig blieb "Fein Aus, Fein Aus" gesagt. Diese Situation ging ohne Bellen vorbei. War das Streicheln richtig?

    Es wurde geschrieben, ich müsste die Ursache für das Bellen herausfinden. Das ist nicht so einfach, weil sie zwei unterschiedliche Verhaltensweisen zeigt.

    Einmal die ängstliche, wo sie nicht weiß, was sie gerade von allem halten soll (Ohren angelegt, Schwanz nach unten, sie springt einen Schritt vor und zwei zurück)

    Und dann die andere, wo sie gleich in die Offensive geht, nach vorn geht, Ohren spitz, Schwanz nach oben und ohne Zögern drauf zu.

    Muss ich hier, wenn es erst mal zum Bellen gekommen ist, auch unterschiedlich reagieren?

    Seit gestern morgen verweigert sie ihr Fressen über den Tag und fängt erst am Nachmittag damit an, wo sie dann bis zum Abend ihr normales Pensum auch gefressen hat.

    Bisher war es so, dass sie morgens bekam und nachmittags - spätestens 17 Uhr. Seit gestern ist es anders. Dachte gestern erst, sie hat keinen Hunger, aber dann hörte ich ihren Bauch knurren, also musste sie Hunger haben. Hab ihr dann kleine Häppchen aus dem Napf aus der Hand gegeben, die sie auch gefressen hat.

    Nun fängt sie aber heute morgen wieder damit an und ich werde sie nicht aus der Hand füttern, dann sitz ich wohlmöglich künftig immer da und muss das tun.

    Sie ist absolut fit und ihr geht es gut, ihre Haufen sind auch völlig normal. Versteh nicht, warum sie jetzt, trotz Magenknurren morgens nicht mehr frisst :???:

    Schönen Sonntag und LG Grit

  • Noch kleiner Nachtrag wegen einer erneuten Pfütze vorhin. Sie hatte dieses Mal auch absolut keinen Streß, weder positiv noch negativ.

    War mit ihr die lange Runde durch die Felder und hab dann, als wir nach Hause kamen, gleich noch im Garten Wäsche aufgehangen, während sie mit im Garten sein konnte. Dann sind wir hoch, sie hat getrunken und ich den Geschirrspüler ausgeräumt und ich komm in den Flur und sie hat eine Pfütze gemacht. Warum :???:

    Zwischen vom Garten hochkommen, Geschirrspüler ausräumen und Pfütze lagen gerade mal 10 Minuten.

    Das man mit einem Welpen, der noch so gar keine Kontrolle über seine Blase hat, nach dem Trinken und Fressen sofort raus muss, ist mir klar, aber doch nicht mit einem 6 Monate alten Hund, der seine Blase sehr wohl und sehr gut unter Kontrolle und bei dem eine Blasenentzündung zweimal durch zwei verschiedene Tierärzte ausgeschlossen wurde.

    Außerdem hab ich mit ihr, als wir sie bekamen, das Programm durchgezogen wie mit einem Welpen, damit sie stubenrein wird, weil sie das ja, im Gegensatz dazu, was die Vorbesitzerin behauptete, ganz offensichtlich nicht war.

    Jetzt sollte es doch mal gut sein, dass sie solche Sachen nicht mehr bringt. Bei Streß okay, hab ich verstanden und das ist nachvollziehbar, aber einfach so, aus einer normalen Situation heraus, obwohl wir gerade ausgibig draußen waren?!

    LG Grit

  • Zitat


    Wir waren im Garten. Sie durfte sich lösen und herumschnuppern. Dann hab ich sie gerufen, damit wir reingehen können. Sie schaut zu mir, schaut wieder weg. Na gut, ich schaue erst mal auch wieder weg, beobachte sie aber aus den Augenwinkeln und wiederhole mein Kommando nicht.

    Dann bewegt sie sich gaaaanz langsam in meine Richtung. Schwänzchen ganz nach oben, die Nase am Boden und schnuppernd und ihre Augen von unten auf mich gerichtet. So kam sie dann mit erheblicher Verzögerung bei mir an und ich hab sie gelobt. War das richtig?

    Ich finde ja.
    Warum?
    Es ist möglich, daß der Hund noch nicht gelernt hat, daß es sich lohnt, immer, und das noch möglichst schnell, zu Dir zu kommen.
    Je mehr positive Erfahrungen er diesbezüglich macht, desto öfters, schneller und freudiger würde er kommen.

    Wenn Du in so einem Moment anfangen würdest, sie für ihr "Zuspätkommen" zu rügen, dann kann es sein, daß Du am Ende einen Hund hast, der beim nächsten Mal noch länger darüber "nachdenkt", zu Dir zu kommen.

    Was Du machen könntest:
    Klappt der Rückruf (noch seid Ihr erst im Aufbau) recht zuverlässig, kannst Du am Zeitfenster arbeiten.
    Für schnelles Kommen gibt es die "Superbelohnung", für ein Kommen generell eine "einfache Belohnung", oder nur freundliche Worte, wie "Toll gemacht".

    Wichtig ist nur: Der Hund soll lernen, daß es sich für ihn immer lohnt, zu Dir zu kommen!
    Das geht nur über Belohnung!
    Und bitte darauf achten, daß Du den Hund nicht "bestichst", also Leckerchen in den Händen halten, und rufen wie "Schau mal, was ich für Dich habe, wenn Du kommst" ;)

    Zitat


    Warum kommt sie so zu mir? Es war keine Angst, keine Demut, es sah lediglich unheimlich gelangweilt aus.

    Vielleicht, weil sie weiß, daß sie bei Dir nichts "Schönes" erwarten kann?
    Lohnt es sich für sie zu kommen?
    Oder ist es "frei" doch noch schöner?

    Zitat

    Bezüglich Bellen. Ich soll sie ja ablenken, bevor sie mit bellen anfangen kann. Gestern abend war sie mit mir im Arbeitszimmer. Unten kamen Leute, die nicht gerade leise waren und sie knurrte leise und hatte die Ohren gespitzt. Ich hab sie gestreichelt und leise "Aus" und dann, weil sie ruhig blieb "Fein Aus, Fein Aus" gesagt. Diese Situation ging ohne Bellen vorbei. War das Streicheln richtig?

    Da würde ich eher vorsichtig sein.
    Mit dem Streicheln könntest Du ihr (unbewußt) zeigen: "Hey, toll, was du da machst. Weiter so!"

    Ganz ehrlich?
    Hunde haben eine Menge Gründe zu bellen.
    Auch klingen dann ihre Bellerei jedesmal anders.
    Aus der Ferne läßt sich so etwas wirklich schwer beurteilen.
    Wenn Du Dir so unsicher bist, dann lasse einen Trainer draufschauen.
    Der wird Dir sagen können, warum Dein Hund in dieser Situation so gebellt hat.
    Und es sind oft nicht immer die gleichen Gründe!

    Zitat

    Es wurde geschrieben, ich müsste die Ursache für das Bellen herausfinden. Das ist nicht so einfach, weil sie zwei unterschiedliche Verhaltensweisen zeigt.

    Eben!
    Laß einen Trainer darauf schauen. Der sollte Dir besser helfen können, weil er den Hund live sieht, und auch Euch beiden als Team!

    Zitat


    Muss ich hier, wenn es erst mal zum Bellen gekommen ist, auch unterschiedlich reagieren?

    Meiner Meinung nach, ja!
    Deshalb zieh Dir lieber einen Trainer vor Ort zu Rate.
    Hier im Forum könnte man nur Vermutungen anstellen, die eventuell nicht mal so verkehrt sind.
    Aber trotzdem sehen wir das ja nicht!

    Zitat


    Seit gestern morgen verweigert sie ihr Fressen über den Tag und fängt erst am Nachmittag damit an, wo sie dann bis zum Abend ihr normales Pensum auch gefressen hat.

    Ich weiß nicht, wie oft Du sie am Tag fütterst.
    Wenn sie nicht mehr so oft fressen mag, dann reduziere doch die Futtergabe. Zweimal am Tag reichen vielen Hunden. Es gibt auch welche, die fressen nur einmal am Tag.

    Zitat

    Bisher war es so, dass sie morgens bekam und nachmittags - spätestens 17 Uhr. Seit gestern ist es anders. Dachte gestern erst, sie hat keinen Hunger, aber dann hörte ich ihren Bauch knurren, also musste sie Hunger haben. Hab ihr dann kleine Häppchen aus dem Napf aus der Hand gegeben, die sie auch gefressen hat.

    Paß lieber auf, daß Du sie nicht zu sehr verwöhnst.
    Stell das Futter hin, warte einige Minuten. Wenn sie nichts fressen sollte, dann stell es wieder weg.
    Noch was!
    Sie ist ja ein halbes Jahr alt. Da kann sie in Zahnung sein. Möglich, daß sie deshalb nicht so gut frißt. Du kannst es probieren, ob es besser wird, wenn Du das Futter (wenn Du TroFu verfütterst) vorher mit Wasser etwas einweichst.

    Zitat

    Nun fängt sie aber heute morgen wieder damit an und ich werde sie nicht aus der Hand füttern, dann sitz ich wohlmöglich künftig immer da und muss das tun.

    Eben!
    Schau nach, ob sie in Zahnung ist.
    Wenn ja, könnte es was damit zu tun haben.
    Wenn nein, dann gibt es halt mal eben nichts. ;)


    Zitat


    War mit ihr die lange Runde durch die Felder und hab dann, als wir nach Hause kamen, gleich noch im Garten Wäsche aufgehangen, während sie mit im Garten sein konnte. Dann sind wir hoch, sie hat getrunken und ich den Geschirrspüler ausgeräumt und ich komm in den Flur und sie hat eine Pfütze gemacht. Warum :???:

    Da können wir auch nur raten!
    - sie hat getrunken, und mußte deswegen noch mal
    - sie war zu sehr abgelenkt gewesen, und hat "vergessen", daß sie noch mußte
    - sie hat viel getobt, und dadurch wurde ihr Darm angeregt


    Zitat

    Das man mit einem Welpen, der noch so gar keine Kontrolle über seine Blase hat, nach dem Trinken und Fressen sofort raus muss, ist mir klar, aber doch nicht mit einem 6 Monate alten Hund, der seine Blase sehr wohl und sehr gut unter Kontrolle und bei dem eine Blasenentzündung zweimal durch zwei verschiedene Tierärzte ausgeschlossen wurde.

    Nicht unbedingt.
    Da kann mal wieder mit kleinen Kindern vergleichen.
    Die einen sind früher "trocken", die anderen brauchen länger.
    Deine Kleine beginnt gerade erst einmal damit, die Blase zu "kontrollieren".
    Daß es noch nicht so 100% klappt, dazu kann es verschiedene Gründe und Ursachen geben.


    Zitat

    Außerdem hab ich mit ihr, als wir sie bekamen, das Programm durchgezogen wie mit einem Welpen, damit sie stubenrein wird, weil sie das ja, im Gegensatz dazu, was die Vorbesitzerin behauptete, ganz offensichtlich nicht war.

    Zieh es ruhig noch eine Weile weiter durch.
    Schaden kann es nicht.
    Mit der Zeit kommt es von ganz alleine!

    Zitat

    Jetzt sollte es doch mal gut sein, dass sie solche Sachen nicht mehr bringt. Bei Streß okay, hab ich verstanden und das ist nachvollziehbar, aber einfach so, aus einer normalen Situation heraus, obwohl wir gerade ausgibig draußen waren?!

    Bitte,
    denk immer daran, daß Dein Hund mit sechs Monaten noch recht jung ist!
    Und Dein Satz beweist mir nur, daß Du schon wieder dabei bist, zuviel von ihr zu erwarten!
    Sie kann es noch nicht!
    Sie ist noch dabei, es zu lernen. Das kannst Du daran erkenne, daß die "Unfälle" schon weniger geworden sind.
    Das sie es noch nicht kann, siehst Du daran, daß sie noch ab und an reinmacht.

    Halte Dir immer ein Kleinkind vor Augen, welches schon gelernt hat, auf Töpfchen zu gehen.
    Aber trotzdem kommt es noch vor, daß es in die Hosen macht.


    Gruß
    SheltiePower

  • Lieben Dank für die auführlichen Antworten. Finde ich so nett, dass Du Dir die ganze Mühe machst, um mir Hilfestellung zu geben :smile:

    Wegen dem Bellen und Streicheln. Sie hat ja gar nicht erst angefangen zu bellen. Sie hat geknurrt und dann hab ich "Aus" gesagt und sie hörte auf und dann hab ich sie gestreichelt und gesagt "Fein aus, fein aus". Diese Situation ging komplett ohne einen einzigen Beller an uns vorüber.

    Ja, sie zahnt seit ca. 3 Wochen und es sind auch schon fast alle neu.

    Heute hab ich mich nicht breitschlagen lassen und es so gemacht, wie Du vorgeschlagen hast. Futter 10 Minuten stehen lassen, aber sie rührte es nicht an. Hat nur geschnuppert und ist wieder weg.

    Dann hab ich es ihr heute Mittag wieder angeboten und - siehe da - der Napf war im Handumdrehen geleert.

    Heute abend bekommt sie Hühnermägen, die ich ihr vorher natürlich koche. Leider akzeptiert sie in Frischfutter keine Zusätze wie Möhre, Apfel, Haferflocken etc. (das rühre ich ihr dann immer in den jeweiligen Sud vom Frischfutter ein).

    Trofu frisst sie ab und an mal, aber das darf nicht eingeweicht sein, noch nicht mal ein bißchen, weil sie es dann nicht mehr mag.

    Heute erschien in unserem Garten eine fremde Katze. Pöppi kennt und mag Katzen, da wir selbst einen Graugetigerten zu Hause haben (die zwei verstehen sich hervorragend).

    Pöppi sah die fremde Katze zuerst, sprang auf wie von der Tarantel gestochen und ehe ich überhaupt ein Wort rausbekam, flitzte Pöppi los der Katze hinterher.

    Ich rief denn gleich "Pöppi, hiiiiiierrrherrrrr". Sie kam zwar nicht zurück, aber sie blieb 10 Meter von mir entfernt stehen. Das fand ich schon mal gut. Immerhin war das eine Situation, wo sie total abgelenkt war und auf mich und mein Rufen hätte locker pfeifen können.

    LG Grit

  • Hallo,

    wie arbeite ich eigentlich an ihrer Frustrationstoleranz?

    Vorhin folgender Vorfall: Ich war im Garten Wäsche aufhängen und sie rannte rum und machte ihr kleines Geschäft.

    Als wir wieder hoch kamen, entdeckte ich eine frische Zecke an ihr, die noch suchend rumkroch, wo sie sich festbeißen kann.

    Also hab ich mir gleich den ganzen Hund vorgenommen und untersucht und gleich gebürstet. Bürsten hasst sie noch immer wie sonst was und windet sich wie ein Aal dabei und beißt (nicht bösartig) in Hände und Bürste.

    Bei der Bürstaktion verwende ich "Bleib", damit sie bei mir bleibt und "Aus" als Abbruchsignal für Beißen.
    Wird es zu arg, quietsche ich "aua" auf.

    Manchmal funktioniert es, dass sie sich dann ergeben recht manierlich bürsten lässt, aber heute war es so gut wie gar nicht möglich und es tat sehr weh, als sie meine Hände als Kauknochen benutzte. Nachdem sie auch von meinem "aua" völlig unbeeindruckt war und noch mal herzhaft in meinen Handrücken biß, hab ich sie leicht weggeschupst, dazu gesagt: "Geh", bin aufgestanden, hab die Bürste weggelegt und sie ignoriert.

    Sie fand das gar nicht toll und war so gefrustet, dass sie mir 1 Minute später eine Riesenpfütze auf die Zimmerschwelle zwischen Flur und dem Kinderzimmer meiner Tochter setzte. Sie hat sich, der Größe der Pfütze nach zu urteilen, so richtig ausgepieselt.

    Ich denke, ich habe richtig reagiert, in dem ich das Bürsten abbrach, sie leicht wegschubste und sie ignorierte, als sie mir zu sehr in die Hand gebissen hat.

    An ihrer Beißhemmung arbeiten wir auch, seit sie bei uns ist und es ist schon sehr viel besser geworden und sie kann sich beim Spiel sehr gut unter Kontrolle haben, in dem sie, wenn sie unbedingt was beißen muss, eines ihrer Spielzeuge dafür nimmt und nicht unsere Hände.

    Nur beim Bürsten tickt sie dann aus und vergißt sich und das toleriere ich nicht. Sie hat mich zu keinem Zeitpunkt zu beißen.

    Das sie dann die Konsequenz dafür bekommt, erscheint mir nur logisch, sonst kann sie es ja nicht lernen, dass ihre Beißaktionen nicht angebracht, sondern sogar strikt verboten sind und sie dann als Bestrafung, wenn sie das nicht interessiert und sie trotzdem weiter beißt, ignoriert wird.

    Sie muss lernen, es auszuhalten, wenn sie sich falsch verhält, dass sie dann keine Beachtung findet und das es der einzige Weg ist, wie sie die Nichtbeachtung umgeht, ihr Fehlverhalten einfach zu unterlassen.

    Wie kann ich ihr da helfen?

    LG Grit

  • Das Bürsten scheint ihr großen Stress zu machen und du hast, meiner Meinung nach, unangemessen barsch reagiert.

    An deiner Stelle würde ich mir ein paar Einzelstunden bei einem Hundetrainer gönnen.
    Einer, der gewaltfrei und über positive Verstärkung arbeitet.

    Du gibst dir sehr viel Mühe, machst dir viele Gedanken, das finde ich auch löblich.

    Ich bin offen und ehrlich:
    Durch Halbwissen gehst du teilweise falsche Wege.
    Du verstehst den Hund und seine Reaktionen nicht wirklich.

    Die anschließende Pipi-Pfütze zeigt mir aus der Ferne deutlch, wie sehr du den Hund wieder mal gestresst hast.

    Ein Hund schnappt beim Bürsten nicht aus Spaß.
    Und ein Hund "hat nicht zu schnappen" ist sicher wünschenswert.
    Aber er kann nun mal kein Deutsch, um mitzuteilen, was mit ihm gerade los ist und wie er fühlt.
    Abschnappen ist seine Sprache.

    Normalerweise "bearbeitet" man einen Hund so, dass er nicht schnappen muss.
    Das hat nichts mit Frusttoleranz zu tun.

    So, nun suche dir einen guten Trainer, der dir den Umgang und die Sprache des Hundes erklärt.

    Nach wie vor:
    Du stresst sie!

    Gruß
    Leo

  • Hallo,

    die Leo hat Recht!
    Du streßt Deinen Hund.

    Du vergleichst die Beißhemmung beim Spielen,
    mit dem Streßbeißen beim Bürsten.
    DAS sind zwei verschiedene Paar Schuhe!

    DU weiß, daß sie Bürsten nicht mag.
    Okay, viele Hunde mögen das nicht. Meine auch nicht!
    Aber Du bürstes sie einfach weiter und erwartest noch, daß sie es so einfach über sich ergehen läßt.

    WARUM?
    Sie hat Streß damit.
    Du weißt es.
    Sie zeigt es Dir sogar an, indem sie auf Deine Hände "rumkaut".
    Was soll sie denn noch machen?

    Klar, beißen soll sie nicht, weil der Mensch das nicht will.
    Aber beißen wird die nächste Stufe sein, wenn der Mensch bis dahin nicht verstanden haben will, was der Hund im Vorfeld schon "gesagt" hat.

    Aber genau dieses Anzeigen hast Du ignoriert!


    Du mußt das Bürsten genauso langsam aufbauen, wie alles andere auch.
    Gegebenfalls das Ganze sogar "schönfüttern".
    Vielleicht "hilft" es Euch auch, wenn sie während sie gebürstet wird, auf ein Kauseil herumkaut, um Streß abbauen zu können.

    Möglich wäre aber auch, daß Du das falsche Werkzeug benutzt und Du ihr beim Bürsten richtig weh tust.
    Hast Du schon mal daran gedacht?
    Ein Hund kann nicht "Aua" sagen, so wie Du.
    Er zeigt es durch "Windungen wie ein Aal" an, daß ihm was nicht gefällt. Gegebenfalls mit seinen Zähen, indem er auf Deine Hand "herumkaut".


    Ich tendiere auch, daß Du Dir einen Trainer nimmst.
    Du wirst lernen müssen, Deinen Hund zu verstehen!
    Du bist ein Mensch, der erst einmal etwas "hündisch" lernen muß.


    Gruß
    SheltiePower

  • Du erwartest von deinem jungen Hund bestimmte Verhaltensweisen in gewissen Situationen, die er überhaupt nicht erfüllen kann, weil es einfach "nur" ein Hund ist.
    Du verstehst seine Sprache noch nicht.
    Er versteht deine nicht.

    So wie du alles beschreibst:

    -Deine Ansprüche
    -Deine Vorstellungen des Zusammenlebens
    -Die für dich erwünschten Reaktionen des Hundes
    -Das 99%ige Ausführen der Kommandos
    -Die Stubenreinheit (und wieder hat dein Hund aus Stress gepieselt)

    ... klingt alles nach einem krampfhaften Machtkampf

    All deine Ziele und Wünsche erreichst du nicht mit Druck und Machtkämpfchen (das Bürsten).
    Nur mit Ruhe, Gelasssenheit und Einfühlungsvermögen dem Hund gegenüber.
    Du wirkst im Grunde sehr unsicher, aber das wiederum versuchst du mit Durchsetzungsvermögen zu überspielen, damit du nicht "verlierst".
    "Der Hund hat zu..." (unterlassen, gehorchen, nicht einzupieseln)
    "Der Hund hat nicht zu..." (schnappen).

    Liebe Grit,

    gönne dir und deinem Hund ein paar Einzelstunden, bei einem einfühlsamen Hundetrainer.
    Der dir gewaltfrei den angemessenen Umgang mit dem Hund zeigt, dir deine Unsicherheit nimmt und das 1x1 des Hundeverhaltens erklärt, umso schneller kommt ihr voran.
    Im Alleingang solltest du nicht weiter vorgehen.
    Ein Hund wird etwa 15 Jahre alt und kein Mensch wurde als Hundeguru geboren.
    Eine Anleitung durch einen Profi ist sehr hilfreich, bevor du dich und dadurch den Hund noch weiter stresst.

    Auch Literatur ist empfehlenswert.

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