Wie unterbindet man aggressives Dominanzverhalten
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amanite -
6. Mai 2011 um 00:53
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hallo,
unser rüde macht in letzter zeit vermehrt probleme wenn wir auf andere rüden treffen.
unsere hündin geht immer ganz freundlich schwanzwedelnd und begrüsst alle anderen hunde und fängt an mit denen zu spielen. wenn dann unser rüde hingeht um den fremden hund auch mal unter die lupe zu nehmen, dann sieht das ganze anders aus. er geht ziemlich frontal drauf zu, macht sich dann total steif und drückt seine pupillen richtig groß extrem raus und dann geht er sofort an die seite und drückt seinen kopf über die schulterblätter vom anderen rüden, also fänft sofort an zu dominieren. wenn derjenige sich dann wehrt, meistens indem er sich wegdreht und ihn bissel anknurrt, dann rastet unser rüde sofort aus, fletscht die zähne und knurrt und macht sofort einen auf aggro und man denkt jedesmal gleich gibts bisswunden. wenn der andere sich nicht gleich wehrt, dann wird unserer richtig penetrant und geht mit den pfoten auf den rücken drauf und versucht übelst zu dominieren, spätestens dann kassiert er auch vom geduldigsten ne dicke abfuhr.
seitdem ich angefangen hab, dazwischen zu gehen - und ihn sobald er versucht den kopf aufzulegen, erst ein paar mal mit nein vorwarne und dann ihn direkt runterziehe- ist es noch schlimmer geworden. er geht immer mehr auf andere rüden los.
vor ca. nem jahr war er mal zwei wochen in einer hunde kita tagsüber und der dortigen tiertrainerin ist es auch gleich aufgefallen, dass er sofort dominiert. sie meinte dann das geht solange gut, bis er mal an einen rüden gerät, der genauso drauf ist wie er und ebenso meinte, dass er der größte ist, und dann wird es richtig knallen.
in der kita hat er sich dann aber gut eingeordnet und konnte trotzdem bleiben. sie meinte er hat schnell kapiert worum es dort geht und sich normal eingefügt und spielt ganz normal im rudel.die letzten monate hatten wir eher weniger kontakt zu anderen hunden, und seitdem ist es eher schlimmer geworden. selbst wenn wir mit einem uns schon lange bekannten rüden gassi gehen, dann behaken die beiden sich stundenlang und wir müssen immer mal dazwischen. er gibt einfach keine ruhe und muss immer wieder dominieren.
ich vermute dass der eigentliche ursprung daher rührt, dass er von einer tierauffangstation aus dem ausland kam, und sich dort sicherlich gut verteidigen musste. er war damals als angsthund angegeben, was wir aber ansich gut behoben haben, im normalen alltäglichen umgang merkt man davon nichts mehr.
aber wenn er auf andere rüden trifft, scheint es mir so, als wenn er meint, er muss sich gleich aufspielen, damit ja keiner meint, dass er der schwächere sein könnte. also einfach gesagt, er will seine angst überspielen und gleich klarmachen, mit mir nicht. er wirkt dabei nämlich null souverän, sondern eher unsicher und schon fast schauspielernd.meine frage wäre nun, wie verhalte ich mich richtig. sollte ich mit ihm unterordnungsübungen machen und diese dann anwenden, wenn er auf andere rüden drauf geht? oder wie mache ich ihm am besten klar, dass ich sein verhalten nicht dulde und dass er sich nicht aufzuspielen hat wie ein möchte-gern-haudegen?
mit meinem bisherigen wegholen und zurecht weisen und ihm sagen, dass er sich hinzusetzen hat und ruhig sein soll, ist es bisher immer schlimmer geworden. also scheine ich mit der tour ja genau das gegenteil zu erreichen.wäre sehr dankbar für tips, da ich nicht will, dass es sich erst noch richtig manifestiert.

danke
amanite - Vor einem Moment
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Hallo,
hast du hier Wie unterbindet man aggressives Dominanzverhalten schon mal geschaut ?*
Dort wird jeder fündig!-
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Such dir einen guten Trainer der analysiert was der Hund tut und warum er es tut und mit dir trainieren kann.
Kommt er mit der Dominanztheorie, renne schnell weg, dann hat er keine Ahnung.Momentan gibt es von Günther Bloch und Udo Gansloßer die Happy Dog Tour durch Deutschland, das wäre sicher auch was für euch.
Die haben auch ein neues Buch über Agression geschrieben, ich hab leider gestern vergessen es mir zu holen, der Vortrag über das Thema war sehr interessant.
Etwas was wie Agression aussieht, ist nicht unbedingt Agression.
Es kann genauso gut sein dass dein Hund einfach nur nicht erzogen ist.Ich finde Tips hier übes Forum bei sowas kontraproduktiv.
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ich habe momentan leider absolut nicht die möglichkeit an einen trainer ranzukommen.
daher auch die frage hier im forum. mir ist bewusst dass das hier nicht die gold methode ist, aber es ist immernoch besser als garnichts zu machen und abzuwarten bis er das erste mal knallt.was genau meinst du mit "kommt er mit der dominanztheorie ... dann hat er keine ahnung". wäre lieb, wenn du mir das nochmal genauer erklären könntest

Bei der Happy Dog Tour steht bei allen Terminen schon ausgebucht drin, da haben wir dann also leider auch kein Glück.
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Hallo!
Was die Dominanztheorie angeht, ist das Wort ja mittlerweile zum Unwort des Jahres mutiert und sobald jemand das Wort Dominaz erwähnt, heißt es gleich, vergiss es , vergiss den Trainer, der dieses Wort auch nur benutzt, dominante Hunde gibt es nicht usw.
Richtig, DEN dominanten Hund als solchen gibt es wirklich nicht, das heißt aber nicht, dass ein Hund nicht trotzdem Dominanz zeigen kann und zwar abhängig von Situation und Hunde-Konstellation.
Also würde ich jetzt nicht pauschal empfehlen, vor jedem Trainer wegzulaufen, der das Worrt Dominanz auch nur in den Mund nimmt, auch wenn viele hier im Forum mittlerweile richtiggehend allergisch auf dieses Wort reagieren.
Ich habe aber den Eindruck, dass es inzwischen schon soweit ist, dass beim Wort Dominanz ein völlig unreflektierter Standartsatz hier abgespult wird.
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Ein Trainer wäre mit Sicherheit keine schlechte Idee, denn er hat die Möglichkeit deinen Rüden live zu erleben.
Ich kann dir nur empfehlen dringend am Abruf und Verhaltensabbruch zu trainieren und voerst keine unkontrollierten Kontakte zustandekommen zu lassen. Mit jedem "Erfolgserlebniss" wird sich dieses Verhalten verfestigen.
Ich würde erstmal den freien Kontakt unterbinden, solange ich meinen Hund nicht abrufen, oder stoppen kann. Die wenigsten Hunde lassen sich so ein Verhalten gefallen und das auf den Rücken steigen ist einfach dreist und fordert ja geradezu eine Konsequenz des anderen Hundes.
Laß das nicht zu und zeig deinem Hund ganz deutlich, daß so ein unverschämt-provozierendes Verhalten von dir nicht geduldet wird.Zitatselbst wenn wir mit einem uns schon lange bekannten rüden gassi gehen, dann behaken die beiden sich stundenlang und wir müssen immer mal dazwischen. er gibt einfach keine ruhe und muss immer wieder dominieren.
Wir haben auch eine Hündin mit der meine Zicke eher weniger gut zurechtkommt. Wir machen es immer so, daß wir die beiden Mädels erstmal ein Stück an der Leine laufen lassen, jedoch keinen Kontakt zulassen.
Anschließend lassen wir sie von der Leine und beobachten die beiden aber sehr genau, so das sie sich nicht zu Nahe kommen und den Abstand zueinander schön einhalten. Das funktioniert i.d.R. sehr gut -
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Wie alt ist denn Dein Hund?...ist er noch jung?
ich vermute einfach der Hund ist 1. unsicher und 2. temperamentvoll
Soviel ich weiß erreichen Rüden mit circa 4 Jahren ihr "schlimmstes" Alter.Ich würde auch sagen, das dein Hund erstmal abrufbar werden muß...trainieren,trainieren...notfalls mit der Schlepp.
Verhält sich dein Rüde auch so wenn du alleine ohne die Hündin spazieren gehst?...vielleicht ist es auch eine Art Rudelverhalten.
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Zitat
Verhält sich dein Rüde auch so wenn du alleine ohne die Hündin spazieren gehst?...vielleicht ist es auch eine Art Rudelverhalten.
Gute Frage
Ist er kastriert?
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Zitat
was genau meinst du mit "kommt er mit der dominanztheorie ... dann hat er keine ahnung". wäre lieb, wenn du mir das nochmal genauer erklären könntest
Damit meine ich Trainer die dir erstmal erzählen dass dein Hund dominant ist und dir ann solche Sachen empfehlen wie vor dem Hund durch die Tür zu gehen, vor ihm zu essen, ihn nicht aufs Sofa zu lassen und ihm zu zeigen dass man der Rudelführer ist, ihn stunden- oder tagelang nicht zu beachten...
Die ganz Schlimmen unter ihnen erzählen dann was vom zu Boden drücken, den Hund mit der Alfarolle auf die Seite oder den Rücken zu drehen usw.
Das sind Leute die noch in Konrad Lorenz´Zeit leben und besser mal ein aktuelles Buch über Verhaltensforschung lesen sollten.
Ein Hund ist nicht grundsätzlich dominant, Dominanz ist immer ein Verhältnis zwischen 2 Individuen.
Das Problem bei "Agression" ist halt, dass es häufig gar keine ist.
Häufig ist es Frust, Angst, Ressourcen Verteidigung oder einfach fehlende Sozialisierung. Jeder dieser Gründe muss anders behandelt werden.
Deswegen würde ich einen guten Trainer suchen, alles andere geht mit ziemlicher Siherheit in die Hose wenn man keine Erfahrung hat und nicht sehr gut im Lesen seines Hundes ist. -
Oder Vasopressin, das Partnerschaftshormon.
Ich kann nur raten, Dir einen Trainer ins Boot zu holen.
Birgit
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Zitat
Ein Hund ist nicht grundsätzlich dominant, Dominanz ist immer ein Verhältnis zwischen 2 Individuen.
Das Problem bei "Agression" ist halt, dass es häufig gar keine ist.
Häufig ist es Frust, Angst, Ressourcen Verteidigung oder einfach fehlende Sozialisierung. Jeder dieser Gründe muss anders behandelt werden.
Deswegen würde ich einen guten Trainer suchen, alles andere geht mit ziemlicher Siherheit in die Hose wenn man keine Erfahrung hat und nicht sehr gut im Lesen seines Hundes ist.
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