Wie unterbindet man aggressives Dominanzverhalten

  • Zitat

    Oder Vasopressin, das Partnerschaftshormon.

    Ich kann nur raten, Dir einen Trainer ins Boot zu holen.

    Birgit

    Auch gestern in Bremen gewesen? ;) :D

  • Zitat

    Das Problem bei "Agression" ist halt, dass es häufig gar keine ist.

    aggression: lateinisch aggressiō vom deponens aggredī, „heranschreiten“, „sich nähern“, „angreifen“

    fixieren, drohverhalten u.a. sind aggressive kommunikation, sprich: aggression. nicht mehr und nicht weniger.

    aggression ist erst einmal eine natürliche verhaltensweise und genau wie dominanz (als beziehungskennzeichnender aspekt) gibt es nun einmal auch aggression.

    warum wird sich um dieses wort so gewunden?

    das beschriebene verhalten nicht als aggressionsverhalten einzustufen finde ich ziemlich merkwürdig.

    die gründe für aggressionen jedoch sind vielfältig und bestimmen im endeffekt das weitere vorgehen des hundehalters.

    ob aggression aus frust, ressourcenverteidigung, deprivationsschäden, fehlender beschäftigung, unerzogenheit, angst, oder, oder, oder...es ist und bleibt aggression (das lässt sich nicht wegdiskutieren.), ob nun defensiv oder offensiv.

    und so, wie es hier geschildert wird, hört sich nach offensiver aggression an, schließlich geht der hund gezielt auf andere hunde zu.

    amanite, ich empfehle dir einen trainer aufzusuchen, der fit in verhaltensbiologie ist und weder irgendwelche wörter nicht in den mund nimmt (wie z.b. aggression oder dominanz, führung etc.) noch diese permanent gebetsmühlenartig wiederholt.

    jemand, der wirklich erfahrung mit hunden hat, die dazu neigen, andere hunde stark kontrollieren zu wollen und keine starre methode fährt. jemand, der erfahrungen mit hundeverhalten hat, vielleicht jemand, der auch gassigänger ist udn somit fit im beobachten udn rechtzeitigen unterbrechen von aggressionsverhalten ist (ein zu frühes unterbrechen ist ebenso schädlich, wie ein zu spätes).

    schau dir denjenigen und seine arbeit sehr gut an. ich würde an deiner stelle sehr schnell handeln, bevor sich das verhalten immer mehr etabliert.

  • Es gibt nunmal einfach Sachen die wie Agression aussehen, aber keine sind.
    Ein Hund der einem anderen hund hinterherrennt und ihr durchschüttelt, eventuell auch tötet ist z.B. nicht unbedingt agressiv, es kann sich auch einfach um Jagderhalten mit "Beute machen" handeln.
    Das hat nichts mit Agression zu tun wie man sie im allgemeinen versteht, jetzt mal davon ab wie Wiki oder der Duden diese beschreiben.
    Wir gehen jetzt nicht vom Lateiner, sondern vom normalen Menschen aus. ;)
    Dieser Hund ist natürlich hochgefährlich für andere Hunde und muss davon unbedingt abgebracht werden, ist aber nicht zwangsläufig agressiv in dem Sinne wie man sie im allgemeinen vesteht.
    Das meine ich damit dass " Agression" nicht immer eine solche ist. ;)
    Und natürlcih ist Agression im gewissen Rahmen völlig natürlich, wird ja leider von vielen "Rosa Wolken bewohnenden " Hundehaltern nicht so gesehen. :smile:
    Wichtig wäre zu wissen wie die Mimik und Gestig des Hundes sind.
    Such dir einen Trainer undversuche nicht selber daran rumzuexerimentieren.

  • klar, beutefangverhalten hat nix mit aggression zu tun, da bin ich voll bei dir.

    aber es sieht aber auch nicht im entferntesten wie aggression aus ;)

    einfach weil beim beutefangverhalten keine aggression im eigentlichen sinne im spiel ist. sondern stattdessen eine hohe, spannungsgeladene, eher freudige erregung.

    nach der beschreibung dieses hundes geht dieser allerdings nicht jagdlich motiviert auf die anderen hunde zu (glücklicherweise!!!), sondern fixiert diese und bedrängt sie, fletscht die zähne und droht, zeigt also sehr klar, wie auch immer motiviertes, aggressionsverhalten.

    Zitat

    Dieser Hund ist natürlich hochgefährlich für andere Hunde und muss davon unbedingt abgebracht werden, ist aber nicht zwangsläufig agressiv in dem Sinne wie man sie im allgemeinen vesteht.

    ich weiß, was du meinst. es gibt viele menschen, die denken, dass aggression eine permanente und immer hervortretende grundeigenschaft eines hundes sei.

    "diese und jener hund ist immer aggressiv."

    das ist natürlich bullshit.

    aber deshalb aggressionen wegzudiskutieren, wenn sie situativ nun einmal ausgelebt werden, ist auch nicht korrekt, oder?

    ich weiß, was du sagen möchtest, wir menschen bekommen von klein auf beigebracht, dass aggressionen böse sind und ein aggressiv interagierendes wesen boshaft sei.

    ein verhalten eines lebewesens wird immer sofort als feste charaktereigenschaft angesehen, womöglich sogar als alleinige. und das ist natürlich quatsch.

    und dagegen möchtest du dich aussprechen, richtig?

    aber aggressives verhalten steckt in jedem hund, sollte es zumindest. und jeder hund, wenn er gesund und munter, sowie gut sozialisiert ist, ist fähig aggressiv zu kommunizieren.

    und dieser hund verhält sich nun einmal in dieser beschriebenen situation aggressiv (und nicht freundlich, submissiv oder gar jagdlich motiviert) und er versucht in diesem moment auch über den anderen zu verfügen (engt ihn ein etc.), versucht ihn also zu dominieren.

    deswegen ist dieser hund nicht allgemein aggressiv und auch nicht allgemein dominant. es kommt eben immer auf das gegenüber an ;)

    welches individuum ist das schon?

  • Zitat


    vor ca. nem jahr war er mal zwei wochen in einer hunde kita tagsüber und der dortigen tiertrainerin ist es auch gleich aufgefallen, dass er sofort dominiert. sie meinte dann das geht solange gut, bis er mal an einen rüden gerät, der genauso drauf ist wie er und ebenso meinte, dass er der größte ist, und dann wird es richtig knallen.
    in der kita hat er sich dann aber gut eingeordnet und konnte trotzdem bleiben. sie meinte er hat schnell kapiert worum es dort geht und sich normal eingefügt und spielt ganz normal im rudel.

    wäre sehr dankbar für tips, da ich nicht will, dass es sich erst noch richtig manifestiert. :hilfe:

    danke
    amanite

    siehst du, er kann es doch und hat es auch bewiesen.
    die kita samt trainerin scheint auf den ersten blick was zu taugen.

    das wäre mein tip. ;)


    grüße krusti

  • hey vielen lieben dank für die vielen super antworten. :gott:

    erstmal zu euren fragen:

    also er ist jetzt circa 3 jahre, genau weiß man es nicht, da er auf der straße aufgelesen wurde.


    die frage ob er sich auch so verhält wenn die hündin nicht dabei ist, kann ich kaum sagen, da wir die beiden immer im doppelpack dabei haben. sollte ich vielleicht mal testen!

    aber er war früher alleinhund bei uns und da hat er sich nicht so arg penentrant verhalten. er hat andere hunde erstmal ganz normal begrüßt und dann kam es vielleicht mal bei dem ein oder anderen zu diesem verhalten.
    die hundetrainerin damals hat mich ja aber schon darauf hingewiesen, dass es bei ihm auffällig ist. und damals hatten wir die zweithündin noch nicht. also muss es ja doch irgendwie schon vorher dagewesen sein.
    nachdem sie dann eingezogen war, hat er zuhause gleich klar gemacht, was sie darf und was nicht und das auch mal richtig arg mit zähnefletschen und knurren durchgesetzt. empfand ich aber als normale rangordnung ausloten unter den beiden und hat sich nach ner woche auch alles geklärt gehabt. also denke alles normales verhalten.

    meine vermutung ist immernoch dass er sich aus angst so verhält. in der tierpension hat er nach kurzer zeit ja auch prima sich in das rudel eingefügt. ich denke wenn er merkt, es passiert nix, dass er dann entspannt. bei unbekannten hunden scheint er eher so in panik zu verfallen und aus angst unterjocht zu werden, macht er lieber gleich einen auf dicke hose, damit gleich alle gewarnt sind und garnicht erst auf die idee kommen könnten ihm den rang abzulaufen. man merkt auch, dass er in diesen situationen extrem unter streß steht und kaum noch auf kommandos reagiert, es ist fast schon als wär er weggetreten. unter normalen bedingungen kann ich ihn jederzeit abrufen etc. ... nur in diesen situationen ist er einfach in einer anderen welt.

    kastriert ist er. muss auch schon ziemlich früh bei ihm gemacht wurden sein. als er zu uns kam war er mit 1,5 jahren angegeben. aber er ist nochmal ziemlich in die höhe geschossen, also vermuten wir, dass er doch jünger als ein jahr war. also daher schon früh kastriert wurde.

    ach mann, ich weiß dass ein guter trainer das beste wäre. ihr habt ja so recht. leuchtet mir ja auch alles ein.
    krusti: ja die trainerin war echt top, die würd ich auch gern haben wollen.
    aber woher nehmen, wenn nicht stehlen. momentan isses einfach nicht drin, da unser haushalts budget kopf steht. :mute: (nein bitte keine kommentare dazu, man kann sich das leider nicht immer aussuchen :xface: )

    ich werd wohl mal bei der tierschutz orga anfragen, ob die mir kostenfrei helfen können. die sind da gott sei dank total bemüht und wirklich hilfsbereit was das angeht. und die haben ja viele kontakte.

    danke euch erstmal, ihr seid super :gut:

  • Zitat

    aber er war früher alleinhund bei uns und da hat er sich nicht so arg penentrant verhalten. er hat andere hunde erstmal ganz normal begrüßt und dann kam es vielleicht mal bei dem ein oder anderen zu diesem verhalten.
    die hundetrainerin damals hat mich ja aber schon darauf hingewiesen, dass es bei ihm auffällig ist. und damals hatten wir die zweithündin noch nicht.

    Entschuldige, dann verstehe ich die Einschätzung deiner Trainerin garnicht.

    also muss es ja doch irgendwie schon vorher dagewesen sein.
    nachdem sie dann eingezogen war, hat er zuhause gleich klar gemacht, was sie darf und was nicht und das auch mal richtig arg mit zähnefletschen und knurren durchgesetzt. empfand ich aber als normale rangordnung ausloten unter den beiden und hat sich nach ner woche auch alles geklärt gehabt. also denke alles normales verhalten.

    Für mich hört es sich an als würde Er seine Hündin vor Artgenossen bzw. potentiellen Rivalen verteidigen. Nicht mehr und nicht weniger. Wenn man mit einem zweigeschlechtlichen Paar unterwegs ist, dann können Treffen mit Artgenossen stressiger ausfallen.

  • hej,

    mir ist das ganze viel zu schwarz-weiss.

    Es stimmt auf jeden Fall, dass in der heutigen Verhaltensforschung nicht mehr gross von Dominanz geschrieben wird, weder bei Hunden noch bei Wölfen.
    Dafür gibt es viele gute Gründe, um nur einen zu nennen, das Wort wird falsch gebraucht.
    Richtig gebraucht würde es darauf Hinweisen, dass ein Unterlegner sich submissiv (unterwürfig) verhält und der Überlegene deshalb Dominant ist.
    Es kommt also nicht darauf an, was der "Dominante" macht, sondern wie sich der Unterlegene verhält.
    Siehe Dominanz (Psychologie) Wikipedia als eine Quellenangabe.
    Dies aber nur so am Rande, denn tatsächlich ist es auch so, dass die Sprache sich wandelt und das ein falscher Gebrauch irgendwann richtig wird, wie es schon mit Kritik, Chauvinist und vielen anderen Worten passiert ist.

    Deshalb würde ein Verhaltensforscher nicht behaupten, dass Dein Hund dominant ist, wenn er provoziert und eine Prügelei sucht, denn genau dies macht er mit dem Kopfauflegen.

    Auch ich würde es liebend gerne sehen, wenn Du Dir gute Hilfe suchen würdest aber ich lasse deine finanziellen Nöte nicht als ausrede gelten.
    Dies hat einen einfachen Grund, wenn Du jemanden suchst, der Euch wirklich hilft, dann brauchst Du jemanden, bei dem Euer wohl an erster Stelle steht.
    Deshalb gibt es sogar bei absolut professionellen Trainern immer wieder Möglichkeiten, Hilfe zu bekommen, wenn man wenig oder kein Geld hat.
    Ausserdem gibt es eine grosse Anzahl von Trainern in Vereinen und an anderen Orten, die kein Geld bekommen, für ihre Arbeit, anderst könnten diese Vereine zum Teil gar nicht existieren.

    Auch die Frage, wie Du jemand finden kannst, der nicht ganz ungeschickt und unmöglich ist, kann ich Dir beantworten, frag in einem Tierheim in der Nähe.
    Ganz gute Tierheime haben sogar ihre eigenen Leute um bei Verhaltensproblemen zu helfen, schliesslich ist das einer der wichtigsten Gründe, weshalb Hunde dort abgegeben werden und wenn man nicht will, dass ein Tierheimhund sofort wieder im Tierheim landet, macht es sehr viel Sinn, dafür zu sorgen, dass der Hund so wenig wie möglich Verhaltensprobleme hat.
    Tatsächlich gibt es sogar Tierheime, die Angefangen haben solche Spezialisten zu vermitteln, um zu verhindern dass sie andauernd überfüllt sind.
    Auf jeden Fall sollte aber jedes Tierheim einigermassen Bescheid wissen, welche fähigen Leute in der Nähe sind und welche davon auch bereit sind für wenig oder kein Geld zu helfen, schliesslich sind sie ja selber solche Bittsteller.

    Was nun den falschen Gebrauch vom Wort Dominanz angeht, beurteile die Menschen nicht nur danach.
    Leider ist es wirklich so, dass der grösste Teil der Trainer, die immer noch die veralteten Bezeichnungen gebrauchen, schlicht unfähig sind.
    Aber es gibt auch Andere, solche die vor Jahrzehnten ausgebildet wurden und die ganze Zeit in der Praxis gelernt haben, diese erkennt man daran, dass sie mit sehr viel Einfühlungsvermögen vorgehen, egal welchen Quatsch sie dabei erzählen.

    Es gibt nur eine Sorte, bei der Du gleich wieder gehen kannst.
    Das sind die, die nur sagen, "Dein Hund ist dominant" und dann sich so verhalten, als ob das Problem damit gelöst ist.
    Das ist natürlich Quatsch, genau so gut könnte der sagen, "dein Hund ist blau", es würde Dir gleichviel helfen.
    Dafür hat das ganze aber einen sehr unguten Unterton.
    Am Besten kommt man dahinter, wenn man das mit einem anderen bekannten Satz vergleicht, "Zeig Deiner Frau, wer der Mann im Hause ist".
    Wenn man diesen Spruch hört, denkt doch niemand, dass der Sprücheklopfer einen anderen Mann damit auffordern will, den Müll rauszutragen, das ist eine versteckte Aufforderung zur Gewalt.
    Der Spruch, "der Hund ist dominant" gehört genau in diese Kategorie, wobei man immer darauf achten sollte, was anschliessend kommt.
    "Zeig deiner Frau, wer der Mann im Hause ist und mähe den Rasen" hat eine ganz andere Wirkung.
    So auch, "Dein Hund ist dominant, Du musst die Führung mehr übernehmen, damit er lernt, dass Du keinen Streit willst.", dies kann man nähmlich machen, ohne dass man irgendeine Form von Gewalt anwendet.
    Deshalb, schau hin und frage Dich immer, ob die Erziehungsform, die Dir angeboten wird, für Dich auch Sinn macht.
    Unnötige Gewalt finde ich bei einem reinen Familienhund so blödsinnig, wie es nur sein kann, denn schliesslich sollen Familienhunde Sozialpartner für uns sein, in erster Linie.
    Seine Sozialpartner sollte man aber nie Gewalt aussetzen, wenn dies nicht vollständig unumgänglich ist, egal ob es sich dabei um einen Ehegatten, Kind oder auch nur Hund handelt, dies tut weder dem Sozialpartner gut, noch uns als Tätern.

    Zu guter letzt, ich nenne mich nicht Experte, sondern Agilit-Trainer, weil das bin ich auf jeden Fall und ich würde nie in einem Forum schreiben, wenn ich nicht bereit wäre, über meine Meinung zu diskutieren.
    Trotzdem wäre ich froh, wenn man dabei nicht gleich persönliche Angriffe starten muss ;)

    Liebe Grüsse aus dem Norden

  • Zitat

    Oder Vasopressin, das Partnerschaftshormon.

    Ich kann nur raten, Dir einen Trainer ins Boot zu holen.

    Birgit

    Vaso...was?...was ist denn das schon wieder? :???:
    ...wahrscheinlich einfach ein Hormon das besagt:" laß meine Partnerin in Ruhe!"...oder wie? :lol:

  • Ja ich denke auch das ist pure Unsicherheit gepaart mit den Rüdenhaften Verhalten.
    meine Hündin ist auch so eine Unsicherheitskanone...bei Ihr bin ich mir auch nicht sicher ob sie in diesem Alter irgendwann handgreiflicher wird.
    Dein Rüde ist auch jetzt im "Hochalter", da kommt es sehr häufig zu solchen agressiveren Verhalten.

    Das mit der Orga ist eine sehr gute Idee :gut:

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