wie reagieren wenn Hund alles aufnimmt; wie üben?

  • Hallo ihr,

    ich weiß, es gibt schon eine menge Threads über das Thema, aber bei uns hilft wirklich überhaupt nichts... Das Ganze ist eine "nie endende Baustelle" bei uns. Das Problem ist dass Luna IMMER hungrig und auf Futtersuche ist. Egal ob sie gerade was zu essen bekommen hat oder nicht. Typisch Labbi/Goldi halt. Nur ist das Problem dass in meiner Nachbarschaft nun bereits drei Hunde (!) an einer Vergiftung gestorben sind. Und Luna sucht immer nach was Fressbarem wenn wir unterwegs sind... Ich lasse beim Gassigehen meine Augen nicht von ihr. An der Leine ist das kein Problem, vorausgesetzt ich sehe Brötchenreste etc. vorher, dann reicht ein "pfui!" oder auch ein "nein". Ohne Leine ist es schon schwieriger. Wenn Luna in meiner Nähe ist dann lässt sie sich prima abrufen und es reicht ein "pfui!". Oft aber riecht sie etwas schon im Voraus, läuft in ein Gebüsch, und dann ist es manchmal auch schon zu spät. Natürlich kann ich sie abrufen, aber das Problem ist dass sie ihr Geschäft auch nur im Gebüsch macht und ich dann oft denke dass sie sich deswegen ins Gebüsch zurückzieht.
    Ich habe bislang oft mit ihr das "nein" geübt. In der Wohnung klappt es super und auch draußen klappt es eigentlich schon recht gut, aber nur solange ich bei ihr in der Nähe bin. Wenn sie denkt dass ich sie nicht sehe / beobachte, dann nutzt sie es voll aus.
    Ich weiß dass ich nun einfach immer meine Augen auf sie haben muss. Es ist aber sehr schwierig, denn sie schnuppert überall und manchmal ist es schwer zu durchschauen ob sie frisst oder riecht... Habt ihr noch andere Tipps für mich? Futter auslegen, dann trainieren etc.- das habe ich alles schon gemacht...

    PS: Wie würdet ihr reagieren wenn ich sie "auf frischer Tat ertappe" (d.h. sie frisst etwas, ich komme dazu und erwische sie dabei). Bislang habe ich sie meistens schimpfend oder auch stillschweigend an die Leine genommen. Ist das richtig?

  • Oh ja, das hat die Herderhündin meines Freundes auch gern getan - Fazit: Klinikaufenthalt wegen Giftverdacht.

    Für gewisse Zeit galt: Kein Gebüsch mehr ohne Leine bzw. direkt am Rand, ständige Beobachtung (=kein Erfolg mehr), bei Erwischen komplettes "Plattmachprogramm", d.h. richtig Aufbrausen, Riesentheater, Hund sowohl körperlich aös auch mental zusammenfalten.

    Es war nicht einfach, aber lieber so als ein vergifteter Hund oder einer der ständig Menschen sch* frisst . . .

  • Zitat

    Oh ja, das hat die Herderhündin meines Freundes auch gern getan - Fazit: Klinikaufenthalt wegen Giftverdacht.

    Für gewisse Zeit galt: Kein Gebüsch mehr ohne Leine bzw. direkt am Rand, ständige Beobachtung (=kein Erfolg mehr), bei Erwischen komplettes "Plattmachprogramm", d.h. richtig Aufbrausen, Riesentheater, Hund sowohl körperlich aös auch mental zusammenfalten.

    Es war nicht einfach, aber lieber so als ein vergifteter Hund oder einer der ständig Menschen sch* frisst . . .

    was bedeutet denn "körperliches Zusammenfalten"? Schnauzgriff?

  • Kannst du nicht "Spuck´s aus" üben?
    Also immer gegen ein Superlecker tauschen?
    Das geht bei uns mittlerweile sogar bei Pferdeäpfeln...Bud wurde noch nie zusammen gefaltet. Weder körperlich noch psychisch.
    Fang so´n Mist gar nicht erst an...

  • Zitat

    Kannst du nicht "Spuck´s aus" üben?
    Also immer gegen ein Superlecker tauschen?
    Das geht bei uns mittlerweile sogar bei Pferdeäpfeln...Bud wurde noch nie zusammen gefaltet. Weder körperlich noch psychisch.


    ... meine würde da erst den Pferdeapfel runterschlucken und dann freudig zum Superleckerli eilen :roll: Wir haben es mit strengem Nein und nach vorne beugen einigermassen (aber nicht ganz) im Griff. Bin auch gespannt, ob jemand was weiss......

  • Das ist mein Trainingsaufbau, einfach mal aus Gründen der Faulheit aus einem anderen Thread kopiert:

    Zuallererst: Ich arbeite mit dem Clicker. Das hat mehrere Gründe. Einerseits lernt Maja sehr gern mit dem Clicker, weil der halt immer einen Keks gibt, mein verbales Lob ja nicht immer. Andererseits habe ich mich an eine Erklärung hier erinnert (ich glaube, von Shoppy), dass das Clickergeräusch anders im Hirn verarbeitet wird als z.B. die Stimme und den Hund somit eher erreicht wenn er grad mit den Gedanken völlig woanders ist (nämlich bei dem, was er da Leckeres gefunden hat...)

    Der Aufbau war etwas "unorthodox". In der Anfangszeit habe ich nämlich geclickt, wenn Maja gerade mit der Nase auf dem Weg zu dem war, was sie fressen wollte, aber nicht sollte. Das hat bei ihr für einige Verwirrung gesorgt. Dass ich sie davon abhalten wollte, Dinge zu fressen, kannte sie und konnte es wunderbar überhören. Dass es dafür neuerdings eine Bestätigung gab, war neu. Diesen kurzen Moment habe ich genutzt, ihr den Keks zu geben und hatte damit den ersten Teilerfolg: Der Hund war gedanklich nicht mehr in völlig anderen Sphären, sondern wieder bei mir, zumindest halb. Daraufhin habe ich sie vor dem Gefundenen absitzen lassen. Das gab den nächsten Keks. Dann sollte sie einmal Blickkontakt mit mir aufnehmen, wieder Keks. Und dann sollte sie mit mir gemeinsam daran vorbeigehen, das "Weiter"-Kommando kannte sie schon aus anderen Lebenslagen.

    Diesen Ablauf haben wir bis zum Umfallen trainiert. Hier im Haus, im Hof, im Garten, auf der Terrasse, im Keller, überall... Und sehr schnell zeigte sich, dass Maja, wenn sie etwas fand, nicht mehr sofort losstürzte, sondern langsamer wurde. Sie hätte es noch immer gefressen, keine Frage, aber sie wurde verhaltener, weil sie auf ihren ersten Click wartete. In der ersten Zeit bin ich NIE ohne Kekse und ohne Clicker aus dem Haus. Auf den Spaziergängen hatte ich den Clicker immer im Anschlag, um rechtzeitig reagieren zu können.
    Natürlich gab es die Momente, in denen sie doch was aufnehmen wollte. Das hab ich ihr dann wieder weggenommen und sie hatte erneut die Chance. Wer anzeigt, kriegt Kekse. Wer nicht anzeigt, kriegt nix.

    Irgendwann hat sie sich dann von sich aus hingesetzt. Aber oftmals nur, wenn es die Lebensmittel waren, die ich selbst hingelegt hatte. Dennoch konnte ich den ersten Click, den es fürs Sich-Nähern gab, langsam abbauen, nämlich dann, wenn sie sich von sich aus setzte. Auch den Blickkontaktsclick habe ich Stück für Stück weggelassen. Sie nimmt immernoch Blickkontakt auf, danach kommt dann mein "Weiter".

    Irgendwann merkte ich, dass oftmals ein alleiniges "Weiter" reicht, ohne Anzeige. Ansonsten habe ich für die Anzeige ein Kommando eingeführt. Wenn ich selbst sehe, wo etwas liegt, lasse ich anzeigen. Sehe ich nicht, wo etwas liegt (roter Frolic-Ring auf rotem Laub kommt nicht gut, wenn man schnell reagieren will), schicke ich sie ohne Anzeige weiter.
    Das heißt, dass ich nie unaufmerksam mit ihr gehen kann, denn kommt keine Ansprache meinerseits, würde sie es auch immernoch aufnehmen. Ich kann mich nicht darauf verlassen, dass sie sich von alleine hinsetzt und anzeigt. Aber so wie es jetzt ist, reicht es mir.

    Generell denke ich, dass unser Training aus verschiedenen Gründen erfolgreich war. Einerseits natürlich, weil sie gelernt hat, dass Anzeigen bzw. Weitergehen viel toller und erfolgreicher ist, als einfach fressen. Andererseits ist mein Eindruck, dass dieser Trainingsaufbau extrem viel an Impulskontrolle gebracht hat. Impulskontrolle kann ja vieles heißen, aber speziell aufs Fressen bezogen. Vorher war der Fressreiz größer als alles andere. Maja hat aber gelernt, sich auch angesichts von Essbarem zurückzunehmen, sich nicht sofort draufzustürzen, abzuwarten. Sie hat sich selbst besser unter Kontrolle. Und das ist in meinen Augen einfach entscheidend.

    LG Henrike

  • Das mit den Pferdeäpfeln haben wir sogar in den Griff bekommen. Aber tauschen möchte ich z.B. nicht wenn sie Sch*** gefressen hat. Da möchte ich eigentlich lieber schimpfen, alles andere würde sie als Belohnung ansehen. Luna schlingt so schnell Sachen herunter, denn sie weiß dass sie das nicht darf. Da würde ich gar nicht die Gelegenheit zum tauschen haben... Leider.
    Habe mir auch schon mal eine Klapperdose gebastelt, eine Hustenbondose mit Steinen drin, die ich werfen wollte im akuten Fall (also nicht auf sie, sondern neben sie, damit sie sich erschreckt), aber ich weiß nicht, auf der einen Seite möchte ich das iwie nicht und auf der anderen Seite ist sie ohnehin so schnell, bis ich die Dose aus der Tasche gezogen habe, da ist sie schon fertig :hust:

    Das Kommando "AUS" kann sie auch, aber bei so "leckeren Dingen", da ist sie einfach zu gierig und zu schnell... :sad2:

  • Zitat

    Kannst du nicht "Spuck´s aus" üben?
    Also immer gegen ein Superlecker tauschen?
    Das geht bei uns mittlerweile sogar bei Pferdeäpfeln...Bud wurde noch nie zusammen gefaltet. Weder körperlich noch psychisch.
    Fang so´n Mist gar nicht erst an...

    Die Hündin hat alles runtergeschluckt bevor man auch nur "Aus" sagen konnte. Da hat mein Freund in der Erziehung einiges verpasst.

    Bevor mir der Hund vergiftet wird, werde ich lieber mal unfreundlich.

    Zusammenfalten = eindeutige Körpersprache, dass das keine gute Idee war, ggf. wegrempeln. Kein Schnauzengriff, kein Brüllen. Dnach wieder alles gut.

    Mittlerweile kaum mehr ein Thema, weil Hund auf "Aus" alles ausspuckt und nur noch wenig Interesse an ärgerbringenden Dingen hat.

  • Zitat

    PS: Wie würdet ihr reagieren wenn ich sie "auf frischer Tat ertappe" (d.h. sie frisst etwas, ich komme dazu und erwische sie dabei). Bislang habe ich sie meistens schimpfend oder auch stillschweigend an die Leine genommen. Ist das richtig?

    https://www.dogforum.de/sie-frisst-ein…en-t124775.html

    In diesem Thread wurde dir erklärt, wie du reagieren solltest und dass das deine obige Reaktion lediglich zum schnellen Herunterschlucken der Beute führt...

    Hast du "aus" jetzt im Austausch mit Besserem geübt, ein Kommando konditioniert?

    Sorry, habe eben erst die Antwort zu "aus" gelesen.

    Gruß
    Leo

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