Nach Biss wieder Zutrauen gewinnen
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Liebe alle,
ich schreibe euch, weil ich heute morgen Morgen das erste Mal von einem Hund gebissen wurde und nun Hemmungen habe, ihm wieder so zu vertrauen wie noch vor dem Biss.
Zur Vorgeschichte:
L. ist ein 4 Jahre alter Altdeutscher Schäferhund-Rüde, der vor ca. 7 bis 8 Monaten ins Tierheim gegeben wurde, weil er unter tierverachtenden Verhältnissen gehalten wurde. Seit dem arbeiten zwei bis drei Tierheimangestellte bzw. Ehrenamtliche mit ihm, um ihm das Vertrauen an den Menschen zurück zu geben.
Zu mir hat er die stärkste Beziehung und ich habe ihn mehrmals schon zu Hause gehabt. Ganz offensichtlich ist er auf Frauen bezogen, da er im Tierheim nach Männern geschnappt hat, um mich zu verteidigen. Das liegt aber auch in seiner Zeit vor dem Tierheim begründet. Er wurde vom ehemaligen Besitzer mit dem Stock geschlagen und im Zwinger vernachlässigt. Erziehung hat er damals gar keine erhalten.Die Grundkommandos "Sitz, Platz, Hier, Komm, Fuß, Bleib" kennt er. "Aus" im Grunde genommen auch, aber er hält sich nicht immer dran, sein Besitzerinstinkt ist doch recht stark. Soweit ich das beobachten konnte, hat er eine niedrige Aggressionsschwelle und kommt sehr leicht in Rage. Das war aber bisher nie bei mir der Fall, weil ich den Eindruck hatte, dass er letztendlich doch sehr sensibel und unsicher ist. Ich hab ihn beim Training weniger mit Leckerlis, sondern meist mir ruhigen Worten, Geduld und Lob unterstützt.
Seit einigen Wochen wohnt er jetzt bei einem Hundetrainer, der ihn zum Schutzhund ausbilden möchte bzw. durch Feinheiten im Training eine Vermittlung ermöglichen möchte.
Seit gestern ist er über das Osterwochenende bei mir und heute morgen haben wir wie immer gekuschelt. Er hat sich gestern immer wieder gekratzt und heute morgen wollte ich ihn auf mögliche Zecken untersuchen, als er ohne Vorwarnung (Knurren) auf mich losging und meine linke Hand solange maltretiert hat (Nachschnappen) bis ich mich komplett wegdrehen konnte und ihn dann vor Schmerz direkt angebrüllt habe. Ich war natürlich geschockt und bin danach zum Kühlen ins Bad und habe mir dann direkt die Hand desinfiziert und verbunden. Jetzt ist sie natürlich geschwollen und ich werde noch einen richtig schönen Bluterguss bekommen, aber das soll mich nicht weiter stören.
Mein Problem liegt jetzt darin, dass ich zwar erkenne, dass es L. leid tut und er danach auch wieder ganz lieb war, aber ich nun Hemmungen habe, so unbekümmert wie vorher mit ihm umzugehen. Er kommt zu mir zum kuscheln, wobei er sich nicht mehr auf die Couch traut, wo der ganze Vorfall statt fand, aber mehr als den Kopf kraulen kann ich im Moment nicht.
Nach Rücksprache mit dem Trainer meinte dieser, dass er letzte Woche Zeckensalbe bekommen hat, die evtl. Juckreiz auslösen könnte, weswegen er sich wohl kratzt und, dass er dort, wo ich nach Zecken gesucht hatte, einen Haarknäuel hat, den er letztens versuchte L. wegzuschneiden und selbst gebissen wurde (bzw. nach ihm geschnappt wurde, das kam im Gespräch nicht deutlich heraus).
Jedenfalls, wie würdet ihr wieder auf den Hund zugehen und euch sozusagen selbst therapieren? Ich will L. ja nicht verlieren. Er ist ein toller Hund, mit so vielen Trainingsfortschritten seit dem letzten Jahr, und er hat eine Zukunft verdient, das will ich ihm ja auch nicht mit meinen Hemmungen jetzt kaputt machen.
Vielen Dank für eure Hilfe und Antworten.
Viele Grüße
Jana -
23. April 2011 um 23:24
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Nach Biss wieder Zutrauen gewinnen - Vor einem Moment
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Arbeitet Ihr nicht mit Maulkorb? Wird daran trainiert, dass man ihn zukünftig anfassen kann?
Irgendwie ist mir nicht so ganz klar wo der Hund derzeit lebt...
ZitatMein Problem liegt jetzt darin, dass ich zwar erkenne, dass es L. leid tut
Du weißt schon, dass Hunde so nicht denken...?
Viele Grüße
Corinna -
sorry..von mir eine kurze ot frage an die menschen hier,die sich mit sowas auskennen..aber ist schutzhundausbildung bei dem hund angebracht?
also das hab ich mich grad gefragt..ich selber hab keine grosse ahnung von schutzhundeausbildung(hat mich nie wirklich interessiert und wird es denke ich auch nie,für meine eigenen hunde) und deshalb frage ich -
Der arme Hund ... innerhalb des Tierheims mutiert er zum Wanderpokal, der auch noch eine Schutzhundausbildung absolvieren soll und an dem mehrere, vermutlich nicht ausgebildete Personen "herumpfuschen", statt dass man Lennox professionelle Hilfe in Form eines Hundepsychologen angedeien lässt.
Wer hat eigentlich gesehen, dass der ehemalige Besitzer Lennox mit dem Stock geschlagen hat?
Tierverachtende Haltung? Man mag darüber streiten, aber ich finde die jetzige Haltung nicht wirklich besser :-/
Aber Du fragst und ich gebe Dir Antwort:
Um das Vertrauen in einen Hund wieder zu gewinnen, der gebissen hat, musst Du als erstes lernen, ihn zu lesen. Dann solltest Du vorerst Situationen vermeiden, in denen sich der Hund bedrängt fühlt, denn er hat sicher derzeit wenig bis kein Vertrauen zu Dir. Und dann heißt es eben, sich professionelle (!!!) Hilfe zu holen.Viele Grüße
Doris
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Zitat
Seit einigen Wochen wohnt er jetzt bei einem Hundetrainer, der ihn zum Schutzhund ausbilden möchte bzw. durch Feinheiten im Training eine Vermittlung ermöglichen möchte.
warum wird der hund denn zum schutzhund (was verstehst du darunter) ausgebildet? für wen oder was denn? an wen soll er danach vermittelt werden?
ZitatSeit gestern ist er über das Osterwochenende bei mir und heute morgen haben wir wie immer gekuschelt.
warum hast du denn den hund über ostern, wenn er doch eigentlich bei dem trainer wohnt? ich finde, das ganze für den hund ziemlich ungünstig. ein stabiles zuhause, auch wenn es nur auf zeit ist, wäre für ihn sicher besser.
ZitatMein Problem liegt jetzt darin, dass ich zwar erkenne, dass es L. leid tut
da liegst du sicher nicht richtig. keinem hund tut etwas leid.
mehr sicherheit wirst du bekommen, wenn du den hund besser lesen lernen könntest. kann dir der trainer dabei nicht helfen? was hat er denn für eine ausbildung?gruß marion
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also liege ich anscheinend doch gar nicht so falsch mit meinem gefühl,das eine schutzhundeausbildung bei diesem hund eher fehl am platze ist...wie gesagt,ich bin kein experte,was solche ausbildungen angeht..aber mein gefühl sagt mir,das so ein hund wohl eher etwas anderes machen sollte..vor wenn er wirklich eine solche vorgeschichte hat
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Weiß man garnicht was man schreiben soll...
Erstmal, kein vertrauen mehr zum Hund zu haben ist etwas völlig normales und natürliches. Man sollte auch als Mensch öfter mal auf sein Bauchgefühl hören. Das schützt den Hund vor unnötigen Stress und schützt dich vor einem weiteren Biss.
Bei so einem Hund muss man im Hinterkopf behalten das er schon öfter zugebissen hat und es auch jederzeit wieder tun kann.
Lieber solche SItuationen vermeiden, oder dem Hund einen Maulkorb anlegen.Aber ansonsten tut mir irgendwie der Hund leid. Hat schon soviel mitgemacht und bekommt trotzdem noch keine ruhe. Jeder Doktort an dem rum mit dem vorwand das man dem was gutes will.
Dabei könnt der sich sicher noch super Entwickeln in nem ruhigen zuhause, wo er einfach soviel zeit bekommt wie er braucht.
Stattdessen wird der Rumgereicht, Schutzhund ausbildung ... ist doch Käse... -
Wem ist denn nun der arme Hund

Weiß das TH überhaupt, daß er zum Schutzhund ausgebildet werden soll ? denn soviel ich weiß, sind TH strikt gegen solche Ausbildungen.
Bei einem 4-jährigen TH Hund mit sowas anzufangen ist absoluter Schwachsinn, was ist das denn für ein komischer Trainer ?
Manchmal fehlen einem echt die Worte
Wegen des schnappens, ich würde solche Situationen erstmal vermeiden und den Hund nicht bedrängen.
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Oh, Heidi, früh auf....

also ich finde auch, daß das ganz schön viel Hickhack mit dem Wauz ist...
Mit dem Haarpuschel: Vielleicht hat er dort durch das Zeckenzeug eine offene Stelle oder sogar einen Hotspot?
Meine ersten Hunde haben SpotOns überhaupt nicht vertragen und kratzten sich wund und die Haut war dann ganz offen und entzündet, weswegen ich das Zeug überhaupt nicht mag.Desweiteren warnt nicht jeder Hund durch Knurren. Vielen, wenn nicht den meisten, Hunden wird es mehr oder weniger abtrainiert. Bei sensiblen Exemplaren genügt da sogar ein Nein oder Laß das und der Hund wird nicht mehr Knurren, sondern andere Vorzeichen zeigen wie: Einfrieren, andere Calming Signals... oder auch Schnurrbarthaare nach vorne stellen, leichte Anspannungen usw...
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Zitat
sorry..von mir eine kurze ot frage an die menschen hier,die sich mit sowas auskennen..aber ist schutzhundausbildung bei dem hund angebracht?
also das hab ich mich grad gefragt..ich selber hab keine grosse ahnung von schutzhundeausbildung(hat mich nie wirklich interessiert und wird es denke ich auch nie,für meine eigenen hunde) und deshalb frage ichIch komme ursprünglich aus dem Schutzdienstbereich und muss ganz ehrlich sagen: NEIN
Aus dem ersten Beitrag kommt heraus, dass der Hund wohl Männern gegenüber eher Angst hat...weibliche Schutzdiensthelfer sieht man selten....der Hund wird zum Angstbeisser erzogen...find ich unmöglich sowas....
aber wahrscheinlich wird mit ihm genau DESHALB Schutzdienst gemacht....der Hund geht ja eh schon so "schön" nach vorne... *vorsicht ironie*Zudem find ich das ganz schon stressig für den Hund...mal lebt er im Tierheim, mal bei der TE, mal bei dem Hundetrainer......kein Wunder, dass der Hund völlig wuschig wird....
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