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Dominanztheorie vs Wattebäuschewerfer - bei Pferdehaltern?

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    Es gibt doch unter PferdehalterInnen und ReiterInnen sicher auch verschiedene Schulen und typische Meinungen oder Haltungen, oder?
    Könnte ich hier mal eine Kurzeinführung bekommen, welche Richtungen oder Fraktionen es da so gibt?


    Wie sieht es zB mit Dominanztheorie und Rudel- bzw. Herdenkonzept aus?
    Was macht die Wattebauschwerfer unter den Pferdeleuten aus?



    - Danke!

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  • Oh je du hast Fragen!! :D Na dann lass ich mich mal steinigen! Mal ein wenig schubladennartig überspitzt dargestellt… ausgehend von einem kerngesunden Pferd in den besten Jahren… ;)


    Wattebäuschenwerfer erzählen ihren Pferden den ganzen Tag wie toll & lieb & brav sie sind, das doch brav sein sollen und oh wie furchtbar doch z.B. der Gartenzwerg am Wegrand ist (dem man dann grosszügig ausweicht oder weil der Schreck zu gross war, gleich wieder heim geht ).


    Du wirst einen Wattebäuschenwerfer mit seinem Pferd nicht so häufig im Gelände sehen & wenn dann selten den Weg nehmend den sie geplant haben… je nach Temperament des Pferdes kann es auch sein das dass Pferd, nur geführt wird (wegen einer bösen Krankheit natürlich) oder weil Reiten ja prinzipiell Quälerei ist, steht es nur auf der Koppel & wird alternativ stundenlang geputzt und gewienert & mit Leckerlis verwöhnt. :pfeif:


    Sie sind auch gerne Anhänger alternativster Reitweisen- hatte mal in einem Stall, „Padreiter“- Gebisse waren böse, nur mit Halsriemen war akzeptabel, die leichtfutterigen Ponys bekamen Unmengen an Kraftfutter, anstatt Sattel (engt so ein) wurden 3-7 Westernpads übereinander gelegt :irre3: & mittels einem Gurt befestigt- darauf sass man dann im Schritt & zockelte mehr oder weniger kontrolliert durch die Halle- Gelände haben die Hottels nie gesehen. Ich hab mir dann mal den Spass gemacht & mich auf mein Warmblut (eines der geknechteten Pferde) ohne Sattel gesetzt, Führstrick um Hals & bin munter durch die Halle geritten- Slalom um Kegel, alle Gangarten, Cavallettis- die haben nie wieder mit mir geredet. :???: Warum nur...


    So und bitte beachten! Hier ist ein gehöriger Schuss Ironie beigemischt! Grins...

    Humor und Geduld sind Kamele, die uns durch jede Wüste tragen.

  • Hallöchen,


    da ich selber seit 12 Jahren kerngesunde Pferde halte und vorher mit ihnen eine kleine Odysee durch habe, hab ich einen recht guten Einblick in die vielen Variationen.
    Prinzipiell muss man beachten, dass man im Gegensatz zum Hunderudel als Mensch nicht zur Pferdeherde dazugehört. Pferde sind unter sich und der Mensch ist etwas eigenes. Dennoch muss natürlich auch ein Pferd erzogen werden, sprich es sollte einen als "ranghöher" akzeptieren bzw. einen Menschen respektieren. Das Ganze ist vor allem deshalb nötig, weil im Schnitt 500 kg Kampfgewicht enorm gefährlich werden können. Aber ich sage immer, dass Pferde viel zu gutmütig sind. Wenn sie wüssten, welch enorme Kraft sie haben, dann wäre manches nicht machbar, auch nicht mit Gewalt! Prinzipiell ist ein gewaltfreier Ansatz in der Erziehung, der auf die Pferdesprache aufbaut dem sogenannten "Brechen" deutlich vorzuziehen. Dies hat viel mit gegenseitigem Respekt zu tun! Nur dann erhält man Pferde die zumeist freudig (auch Pferde haben mal schlechte Tage ;) ) mitarbeiten und denen man vertrauen kann (nie zu vergessen, dass Pferde Fluchttiere sind und trotz Gelassenheitstraining durchaus entsprechen handeln können, was jedoch durch gegenseitiges Vertrauen deutlich abgeschwächt werden kann)


    Zuerst sollte man sich klar machen, wie Pferde in der freien Natur leben: Kleine Gruppen (also eher keine Herden, sondern Sozialverbände), den ganzen Tag umherziehend und ständig kleine Mengen fressend, stets bereit bei Gefahr zu fliehen


    Unter den Pferdehaltern gibt es zahlreiche Fraktionen bzgl der Ansichten, wann ein Pferd artgerecht und glücklich gehalten wird. Leider gibt es immernoch viel zu viele, die meinen, ein Pferd ist Glücklich, wenn es 23h am Tag alleine in einer Box steht, mit Kraftfutter vollgepumpt wird, um dann eine Stunde voll konzentriert unter dem Reiter wie eine Maschine zu funktionieren und jährlich den Stall und somit Gewohnheiten Pferdefreunde etc zu wechseln :headbash:


    Dann gibt es aber auch die "ganz natürliche" Fraktion, die meint, ein Pferd kann bei absolut jedem Wetter draußen ausharren, ohne jeglichen Wetterschutz...


    Meiner Meinung nach, leben Pferde in kleinen (nicht ständig wechselnden) Gruppen im Offenstall mit viel Weidegang auf weniger nahrhaften Weideflächen am besten. Auf diesem Wege kommt man zu super ausgeglichenen Pferden, bei denen so manches Problem gar nicht erst auftaucht, welches unnötige "Rangkämpfe" heraufbeschwört.


    Wie gesagt, Pferde sind völlig anders als Hunde und somit ist die gegenseitige Beziehung eine andere, doch auch hier ist es nötig, Respekt zu verlangen und selber respektvoll zu sein. Sinnlose Gewalt und Machtdemonstration ist ebenso fehl am Platz wie völlig antiautoritäte Erziehung.


    Was ich noch los werden muss: Pferde lassen sich viel zu viel gefallen, insbesondere von überergeizigen jungen Weibern, die völlig vergessen, dass sie es mit einem Tier zu tun haben und nicht mit einem Sportgerät. Wenn man so in die Reitställe/Turniere schaut muss man sich nicht wundern, wenn der Pferdesport als Tierquälerei in Verruf gerät!!!


    Sorry, dass es so lang geworden ist...


    IchWarsNicht

    Viele Grüße


    IchWarsNicht - Max und Flöckchen


    und unsre geliebten Omis Lisa und Urselchen auf der großen Wiese im Regenbogenland

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  • Was ich ganz vergessen hab: die verschiedensten Reitweisen...


    Mittlerweile gibt es so Viele und alle denken die Eigene ist das Non-plus-ultra. Ich denke, jeder sollte seinen Weg finden, solange er damit glücklich ist und vor allem das Pferd darunter nicht leidet oder andere gefährdet. Ich selber gehöre zu der Fraktion, dass meine Pferde sicher im Gelände gehen und ich dort meinen Spass habe und zu Hause auf dem Platz wird wenn nötig gymnastiziert. Ganz "normal" ohne besondere Gebisse etc. angelehnt an die klassische Reitweise... Meinen Pferden gehts gut dabei und schon bin ich auch glücklich....

    Viele Grüße


    IchWarsNicht - Max und Flöckchen


    und unsre geliebten Omis Lisa und Urselchen auf der großen Wiese im Regenbogenland

  • Hm ok ich habe selber seit 16 Jahren Pferde und ich kenne auch die Wattebäuschewerfer(in meinen Augen)ein Offenstall ist für ihr Pferd nichts es will seinen Stall und da bekommt es dann alle möglichen und unmöglichen Sachen in den Trog ,das Pferd hat x Decken und wenn es mal auf die Koppel darf wehe ein anders Pferd kommt ihm zu nahe :pfeif:
    Ich glaube es sind solche Leute die vergessen haben das Pferde in einer Herde leben und auch mal bei schlechten Wetter draußen sind und ihre Bedürfnisse haben,dazu gehört bestimmt nicht in der Box zu stehen und auf seinen Reiter zu warten!

    • Neu

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  • Humor und Geduld sind Kamele, die uns durch jede Wüste tragen.

  • Zitat von "IchWarsNicht"

    Was ich ganz vergessen hab: die verschiedensten Reitweisen...


    Mittlerweile gibt es so Viele und alle denken die Eigene ist das Non-plus-ultra. Ich denke, jeder sollte seinen Weg finden, solange er damit glücklich ist und vor allem das Pferd darunter nicht leidet oder andere gefährdet. Ich selber gehöre zu der Fraktion, dass meine Pferde sicher im Gelände gehen und ich dort meinen Spass habe und zu Hause auf dem Platz wird wenn nötig gymnastiziert. Ganz "normal" ohne besondere Gebisse etc. angelehnt an die klassische Reitweise... Meinen Pferden gehts gut dabei und schon bin ich auch glücklich....


    so halte ich es auch, meine Hottels sind 23, bzw. 18, ja mein Gott wir werden keine Wunder mehr vollbringen... :D hatte auch irgendwie nie den Ehrgeiz dazu... :hust:


    & entgegen aller die die klassische Reitweise verteufeln oder schlechtmachen (man muss sie ja nicht eins zu eins umsetzen, nicht jedes Pferd wird die perfekte Versammlung erreichen) - ich find sie logisch, nachvollziehbar & es gibt viele Pferde die unter dieser Reitweise (korrekt umgesetzt, nicht die diversen "Modernen" Methoden ;) ) sehr alt geworden & gesund (körperlich) geblieben sind.

    Humor und Geduld sind Kamele, die uns durch jede Wüste tragen.

  • Als ich gestern Abend die Frage gelesen hab, hab ich gedacht "uff? ja? also es gibt verschiedene Methoden und Ansichten zum Thema Pferd, aber kann man die so genau abgrenzen wie beim Hund?"


    Die bisherigen Antworten geben schon einen guten Überblick. Was bei Pferden noch hinzukommt, ist sicher noch, das man Haltung und Reitstil/ Umgang mit dem Pferd getrennt betrachten muss. Wie schon beschrieben gibt es das eine extrem, dass das Pferd nur in der Box steht, weil es sich draußen ja verletze oder erkälten könnte. Und wenn es raus kommt dann bitte möglichst nur allein.
    Und das andere extrem: das Pferd steht bei Wind und Wetter ohne richtigen Schutz draußen...


    Die artgerechteste Haltung ist sicher der Offenstall. Doch auch hier gibt es Unterschiede:


    Ist der Auslauf nur aus Sand bei (langanhaltendem schlechtem Wetter oft nicht anders möglich) und Wasser und Raufutter an einer Stelle, so dass die Pferde sich nicht viel bewegen müssen, oder sind Wasser und Raufutter an verschiedenen Stellen?
    Wie groß ist die Herde und passen die Charaktere zueinander?
    Gibt es genug Unterstände?
    Steht Raufutter und Wasser an verschiedenen Stellen zur Verfügung, so dass rangniedere Tiere zB an einer anderen Stelle trinken können, wenn ein ranghöheres eine Wasserstelle verteidigt?
    Gibt es regelmäßigen Weidegang?
    Werden die Pferde getrennt mit Kraftfutter versorgt, sodass jedes seine Ruhe hat beim Fressen?


    diese Liste lässt sich sicher noch weiter fortsetzen...


    Doch auch Boxenhaltung ist nicht per se negativ:
    Stehen die Pferde tagsüber auf der Koppel oder auf einem Paddock?
    alleine, zu 2 oder in kleine Gruppen? (in kleiner Gruppe wäre natürlich perfekt)


    Vorteil: Nachts kommt niemand Fremdes so leicht an die Pferde ran!


    Auch beim Reitstil gibt es wieder 2 extreme: einmal die, die einfach mit ihrem überfüttertem Pferd durch die Gegend gondeln, ohne es zu gymnastizieren und die welche ihr Pferd bis zum höchsten Turniersport quälen, ohne auf die (langfristige) Gesundheit des Pferdes einzugehen. (Ich möchte damit nicht sagen, das alle die Pferdesport aktiv sind ihr Pferd dahin nur mit Gewalt bringen!)
    Im Dressursport wäre da zB die "Rollkur" zu nennen und im Springreiten zB das "Barren"... dazu hab ich mal eine interessanten (traurigen) Filmbeitrag im Internet gefunden, leider weis ich nicht mehr wo...


    Naja es gibt jedenfalls verschieden Wege, wie man ans Reiten ran geht, ob man Gerte und Sporen mit Sinn und Verstand einsetzt (nämlich um die Hilfen feiner zu geben) oder ob man sich dieser Hilfsmittel bedient, weil man es anders nicht kann/ das Pferd schon verritten hat...


    Ein weiterer Punkt ist, ob man das Pferd mit oder ohne Gebiss reitet. Ohne Gebiss halten einige Leute für schonender, was aber nicht immer stimmt: zB kann man mit einem falsch angelegtem Hackamore dem Pferd die Nase brechen.


    Sattel oder nicht:
    der Sattel dient dazu das Gewicht des Reiters gleichmäßiger auf den Rücken zu verteilen. Ein Pferd mit Rückenproblemen tut man unter Umständen also keinen Gefallen, wenn man es ohne Sattel reitet...


    Und es gibt natürlich auch verschiedene Pferdegurus wie zB Roberts oder Parelli...


    das ist jetzt ganz schön viel geworden :ops:
    Ich hoffe dich bei deine Frage damit ein bisschen weiter gebracht zu haben...
    Lg Snaedis


    Edit: Hab grad nochmal wg dem Film geguckt: der war mal hier im Forum gepostet, kann aber nicht mehr abgespielt werden, da er von der ardmediathek entfernt wurde...

    Bei gleicher Umgebung lebt doch jeder in einer anderen Welt.
    Arthur Schopenhauer

    Chaos WG

    Puck (*2011), Belle (*2012), Flip (*2016), Chinese Crested Dog; Thorin (*2019), Quotenchihuhuamix
    Barni (*2009), Samy (*2014), Tigerle (2014-2018 - für immer im Herzen), Hauskatzen

  • Wenn du hier Pferde und Hunde (samt den dazugehörigen Schulen & Gurus...)vergleichen möchtest, vergiß bitte die ganz grundlegende Differenz nicht: Wir sprechen von den verschiedenen Enden der Nahrungskette!


    Hunde sind Raubtiere mit den entsprechenden Reaktionen, Pferde sind Fluchttiere der offenen Grassteppe und reagieren als solche - also erstmal ein himmelweiter Unterschied.

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