Hilfe bei der Rassenwahl

  • Hallo liebe DF-Community,

    wie ihr es sicherlich sehen könnt, bin ich hier neu. Erstmal ein Lob an alle User hier und vorallem an die Moderatoren und die erfahrenen Hundehalter, die hier stets mit Rat und Tat zur Hilfe stehen.

    Mittlerweile beschäftigen wir (meine Freundin und ich) uns seit längerer Zeit intensiv mit der Suche nach einer passenden Rasse für uns. Wir haben beide auch schon Erfahrungen mit Hunden, da wir beide mit welchen aufgewachsen sind. Außerdem sind wir auch noch nicht von einer bestimmten Rasse geprägt, was meiner Meinung nach ein Vorteil ist. So informieren wir uns nämlich genau, was denn die Pro/Contras sind, worauf man achten muss usw.
    Mittlerweile wissen wir gar nicht mehr, wieviele Seiten wir schon durchgestöbbert haben, wieviele Beiträge gelesen. Und trotzdem haben wir bis jetzt noch nicht geschafft was passendes für uns zu finden.
    Deshalb dieser Beitrag.

    Nun zu der Ausgangslage:

    Wir wohnen leider nur in einer Wohnung, was sich aber definitiv irgendwann mal ändern wird. Das Haus ist ein kleines Mehrfamilienhaus (6 Familien) mit einem Grundstück. Wir besitzen aber noch in der Nähe ein "Wochenendhaus" mit etwas größerem eingezäunten Grundstück. Außerdem leben wir in einer Kleinstadt mit vielen Grüngebieten und Wäldern in der Umgebung bzw. unmittelbarer Nähe. 5 Min. von uns entfernt sind die ersten Waldgebiete.

    Wir haben definitiv vor den Hund 3 mal am Tag auszuführen, frühs ca. halbe stunde, mittags eher kurz und nachmittags/abends dann aber mind. 1 std. An den Wochenenden könnten es aber auch lange Spaziergänge, Fahrradtouren oder ähnliches werden.
    Da ich auch gern Laufen gehe und wie man es rausliest wir uns allg. gern sportlich betätigen, müsste der Hund auch ohne Leine mit mir/uns mitlaufen. Ich würde auch gern mit ihm "spielen", sowas wie Ballholen, Frissbee usw. Jedoch müsste der Hund auch mal damit klarkommen 4-5 Std. am Tag in der Woche alleine zu Hause zu sein.

    Außerdem planen wir in der nächsten Zeit auch Nachwuchs zu bekommen, somit sollte der Hund kinderfreundlich sein.
    Somit stellt sich uns die 1. Frage: ist es sinnvoll vorher schon ein Hund zu holen, oder besser erst nach dem Kind? Zwecks Eifersucht usw. Oder ist dieses Verhalten nur bei bestimmten Rassen stark zu betrachten?

    Dann ist natürlich auch noch die Größe des Hundes für uns sehr wichtig. Dadurch, dass wir momentan wie gesagt nur eine Wohnung haben, kommt für uns ein großer Hund leider nicht in Frage bzw. besser gesagt, wir wollen ihm sowas nicht antun. Ich möchte mich ja auch freibewegen und nicht irgendwo eingegrenzt sein. Da haben wir an die Größe vom Beagle/Whippet gedacht.

    Und jetzt das Schwerste. Welche Rasse würde da am besten zu uns passen???

    Beagle ist zwar schön und gut, allerdings ist der Jagdtrieb bei den meisten einfach zu stark, so dass man extrem aufpassen muss und diese leider nur an bestimmten Stellen von der Leine lassen kann.

    Whippets sind ja bekanntlich Liebhaber von kurzen Sprints. Lange Ausflüge sind ja nicht unbedingt das Beste für sie. Und der Jagdtrieb ist auch nicht zu vernachlässigen. Oder würden die in unser Profil doch reinpassen?

    Labradore und Richbacks gefallen uns persönlich sehr. Doch diese sind ja relativ groß. Außerdem haben doch die Labradore oft Gelenkprobleme und ähnliches, so dass man den eig. auch nicht unbedingt einen längeren Fahrradmitlauf zumuten würde, oder bin ich da etwas falsch informiert? Gibt es da evtl. auch irgendwelche bekannte Mischlinge, die kleiner und zu empfehlen sind?

    Um es von vornherein abzugrenzen würden Pudel, Malteser, oder ähnliche Hunderassen, vorallem mit sehr langem und pflegebedürftigem Fell nicht in Frage kommen. Das soll jetzt keine Beleidigung für die Rassen sein oder ähnliches, nicht falsch verstehen! ;)

    Was auch noch unklar ist, ob es ein Welpe sein soll oder vielleicht doch was älteres (bis 3 Jahre vielleicht) von Tiere-in-Not/Tierheim oder ähnlichen Organisationen...

    Nun ist es doch ein relativ langer Text geworden. Und wahrscheinlich habe ich auch noch die Hälfte vergessen... :headbash:

    Also wir wären für jeden Ratschlag und jeden Erfahrungsbericht sehr sehr dankbar!!! :hilfe:

    Ihr könnt uns natürlich auch noch gern weitere Fragen stellen bzw. wir bitten sogar darum! Den immerhin wollen wir uns das alles genau überlegen und nichts überstürzen!

    Viele Grüße und Danke im Voraus!

  • Zitat

    Was auch noch unklar ist, ob es ein Welpe sein soll oder vielleicht doch was älteres (bis 3 Jahre vielleicht) von Tiere-in-Not/Tierheim oder ähnlichen Organisationen...

    Erst mal dazu: Ein Welpe wird ziemlich lange brauchen, bis er 4-5 Std. alleine bleiben kann, könnt ihr diese Zeit irgendwie überbrücken? Durch Sitter, Freunde etc.?

  • Zitat


    Wir wohnen leider nur in einer Wohnung, was sich aber definitiv irgendwann mal ändern wird.

    Dann dazu: Eine Wohnung steht doch der Hundehaltung überhaupt nciht im Weg - auch einen großen Hund kann man wunderbar in einer kleinen Wohnung halten, wieso auch nicht?

  • Also, mal nebenher: Die Riesen sind eigentlich froh, wenn sie mit Fernbedienung, Chips und Bier auf dem Sofa liegen können, während die Zwerge eher hyperaktiv sind.

    Dann: Alle Hunderassen sind toll (gut, fast alle), kindelieb, führig, charmant, faul, tatendurstig, ... Alle Hunderassen, nicht zwangsläufig auch alle Hunde. Es gibt eben auch Jagdhunde (rassemäßig), die Hütehunde (auch rassemäßig) von der Jagd abhalten :D .

    Schlussendlich: Jeder bekommt den Hund, den er sich erzieht.

    Stellt euch andere Fragen. Was wollt ihr? Den aktiven, robusten Hund? dann kommen Rassen sagen wir ab 20 kg bis ca. 60 kg in Frage. Dackel mit ihren paar Pfund können auch sehr aktiv und charment sein. Nur ist es ein Unterschied, ob man beim Fußball aus Versehen Waldi oder Kommissar Rex trifft :hust: . Auf der anderen Seite ist es sicher nicht ganz verkeht, dass Conrad Elektronik sich einen Dackel und keine Dogge für den Werbespot ausgewählt hat.

    Ein weiterer Aspekt: Einen Zwerg kannst du locker am ausgestreckten Arm verhungern lassen, einen Riesen nicht. Deshalb wird in der Zucht bei Riesen mehr auf Ausgeglichenheit und Selbstsicherheit geachtet. Zwerge sind manchmal auch Giftzwerge, die die Klappe aufreißen, wenn ein größerer Hund sich nur an die Stirn tippt und den Kopf schüttelt.

    Mein Rat: Sucht euch den Hund aus, mit dem die Chemie stimmt, erzieht ihn ordentlich und habt viele glückliche Jahre mit ihm. Die Rasse ist da weitestgehend nachrangig.

  • Vielen Dank schon mal für die ersten Fragen und Ratschläge.

    @ Rockabelli

    Was heißt denn ziemlich lange? Ein paar Tage, Wochen, Monate... ? Ist ja ein zielmich dehnbarer Begriff, denn jeder anders definiert.
    Also 1-2 Wochen wird man sicherlich einrichten können rund um die Uhr da zu sein. Danach wird es schwerer... Da wird es sicherlich schon den ein oder anderen Tag geben, wo der wie gesagt, 4-5 std. allein sein müsste... Aber am Anfang lässt sich auch jmd. finden, der ab und zu auf den Hund mal aufpassen könnte.

    Das mit der Wohnung ist halt so ein typischer Gedanke, weil man schon einem großen Hund gern mehr Freiraum geben würde. Wenn er wenigstens von allein aufs Grundstück gehen könnte, aber bei einem MFH und vorallem wenn man nicht im EG wohnt lässt sich das ja leider nicht vereinbaren.

    @ DSH Bauer

    Dass man den Hund bekommt, den man erzieht, ist klar. Und darauf wird ja auch dann viel Wert gelegt.

    Allerdings finde ich, dass man das trotzdem nicht einfach so verallgemeinern kann. Ein Hund der z.B. starken Jagdtrieb hat, wird oft (es sei denn man hat wirklich Glück mit ihm) beim Entdecken von Spuren oder gar Wild versuchen den hinterherzujaggen. Da hab ich schon genug Beiträge gelesen, wo die Halter das nicht für möglich gehalten haben, und dann wie aus dem Nichts nach ein paar Jahren auf einmal sowas passiert ist.

    Deshalb versuche ich mich ja so ausführlich wie möglich zu informieren und schon mal bestimmte Rassen/Typen von vornherein auszuschliessen und was passendes für mich zu finden.
    Da uns einfach nichts einfällt, was dem entspricht, was ich vorher geschrieben habe, habe ich ja diesen Beitrag erstellt, um evtl. doch was zu finden.

    Grüße

  • Klar, nur hatte ich schon die irresten Hunde, von der reinrassigen Promenadenmischung über den Border Collie bis zum Schäferhund. Sie waren alle Klasse. Da waren Jäger bei und völlig jagddesinteressierte. Jeder hatte seine Stärken und Schwächen.

    Du hast, um beim Jagdtrieb zu bleiben, beim Dackel oder Deutsch Drahthaar eine große Wahrscheinlichkeit, dass sich der Hund für Wild interessiert. Sicherheit hast du jedoch nicht. Ein Border Collie könnte sich wenig bis gar nicht für Wild interessieren, es könnte jedoch auch der Jäger vor dem Herrn sein.

    Was soll man vor dem Hintergrund raten? Riesenpudel? Schäferhund? Husky? Riesenschnauzer? Deutsch Kurzhaar? Border Colle? Alle toll, alle geeinet und alle im Einzelfall ungeeignet.

    Es ist auch die Frage, worauf der Hund gezüchtet wurde. Da gibt es Hunde, die kompromisslos auf eine Aufgabe gezüchtet sind. Triebstarke Tiere eben, aber in der richtigen Hand führig wie eine Maschine. Dann gibt es Hunde, die mehr als Familienhunde gezüchtet werden. Weniger triebstark, aber nicht zwangsläufig an ihrer ursprünglichen Aufgabe desinteressiert. Da kann man ganz gewaltig daneben liegen, muss es aber nicht. Was soll man vor dem Hintergrund empfehlen?

    Nee, ich bleibe dabei: Sucht euch den Hund aus, mit dem die Chemie stimmt, erzieht ihn ordentlich und habt viele glückliche Jahre mit ihm. Die Rasse ist da weitestgehend nachrangig.

  • Zitat

    Somit stellt sich uns die 1. Frage: ist es sinnvoll vorher schon ein Hund zu holen, oder besser erst nach dem Kind? Zwecks Eifersucht usw. Oder ist dieses Verhalten nur bei bestimmten Rassen stark zu betrachten?


    Im Grunde Erziehungssache und eine Sache des "Managements".
    Ich könnte mir zwar schon einige Rassen denken, die eine niedrigere Reizschwelle haben als andere und die einfach nicht die größten Kinderfreunde sind, aber auch da kann das zusammenleben wunderbar klappen, wenn nämlich der Hund auch seine Rückzugsmöglichkeiten hat und man nicht mit unrealistischen Erwartungen an die Sache rangeht (a la "Der Hund hat sich vom Kind ALLES gefallen zu lassen und wenn er knurrt, dann kriegt er eins drauf!").

    Andersrum gibt es sicher auch Rassen, die im Allgemeinen eher eine hohe Reizschwelle haben und echte Gemütstiere sind, aber auch solche Hunde kann man trizen und verunsichern bis sie irgendwann mal ungemütlich werden.
    Und es ist glaub ich auch quer durch alle Rassen mehr individuell verschieden als wirklich durch die Rasse bestimmt.

    Ob der Hund vor oder nach dem Kind kommen sollte.... ist denke ich egal, nur würde ich an eurer Stelle vermeiden, dass ihr 2 Babys am Hals habt, ein menschliches und ein tierisches.
    Also erst das Kind und wenn das aus dem gröbsten raus ist/ihr gut drauf eingestellt seid, dann den Hund... oder andersrum, jetzt einen Hund anschaffen und wenn der soweit fertig und verlässlich ist und alles läuft wie geschmiert, dann das Kind.
    Geht sicher auch anders, aber warum sich Stress machen wenn man es vermeiden kann...

    Zitat

    Dann ist natürlich auch noch die Größe des Hundes für uns sehr wichtig. Dadurch, dass wir momentan wie gesagt nur eine Wohnung haben, kommt für uns ein großer Hund leider nicht in Frage bzw. besser gesagt, wir wollen ihm sowas nicht antun. Ich möchte mich ja auch freibewegen und nicht irgendwo eingegrenzt sein. Da haben wir an die Größe vom Beagle/Whippet gedacht.


    Naja, eine Riesenrasse ist in ner kleinen Wohnung eher unpraktisch, die Irsih Wolfhounds von ner Bekannten stoßen beim umdrehen in ihrer engen Bude immer mit dem Hintern das Kaffetischen um.... :hust:
    Aber was mittleres bis großes, also ich sag mal so bis Labrador, Dalmatiner, Schäferhund... das passt in jede Butze rein. In der Wohnung lernen Hunde normalerweise auch recht flott da Ruhe zu halten. Wir (2 Erwachsene) wohnen selber mit 3 mittleren bis großen Hunden (Schulter 75, 73 und 60 cm) in ner Wohnung mit ca. 100 m2, das ist gar kein Problem.

    Zitat

    Und jetzt das Schwerste. Welche Rasse würde da am besten zu uns passen???

    Zu euren angedachten Rassen kann ich nur zum Whippet was sagen.

    Zitat

    Whippets sind ja bekanntlich Liebhaber von kurzen Sprints. Lange Ausflüge sind ja nicht unbedingt das Beste für sie. Und der Jagdtrieb ist auch nicht zu vernachlässigen. Oder würden die in unser Profil doch reinpassen?


    Also, Windhunde sind zwar unter den Hunden eher Sprinter, aber alle Hunde stammen vom Wolf ab und der ist ein ausgeprägter Langstreckenläufer.
    Richtig ist:
    Whippets BRAUCHEN flotte Sprintrunden ohne Leine wie die Luft zum Atmen, nur Leinenspaziergänge machen die nicht glücklich, da kann man den Hund noch so viel alternativ beschäftigen und "bespaßen".
    Wenn mal keine Zeit für nen lagen Gang da oder das Wetter mies ist, dann reicht auch mal nen Tag nur "lüften".
    Aber an und für sich wollen auch Whippets bitte ausgiebig spazieren gehen wie jeder andere Hund auch - auch wenn sie nicht gelich durchdrehen und die Tapete von den Wänden nagen wenn es es mal ne Weile Sparprogramm gibt, da sind die recht anpassungsfähig.

    Zum joggen mitnehmen ist z.B. gar kein Problem, mit dem Tempo auch eines recht sportlichen Menschen kann so gut wie JEDER Hund mithalten, das ist für die ein Spaziergang in artgerechtem Tempo... bei normaler menschlicher Spaziergeschwindigkeit laufen die Hunde die Strecke doch eh doppelt und dreifach und warten noch ständig auf einen.
    Radfahren kann man mit nem Whippie auch, allerdings sicher keine Mördertouren in hoher Geschwindihgkeit. Ich hab mit meinem älteren Grey (die ja auch ach so ausgeprägte Sprinter sind...) auch mal Halbtagestouren in gemütlichem Tempo gemacht und meine junge Salukihündin hat da auch Spaß dran. 20 km in unter 2 h waren zu fitten Zeit auch nie ein Problem. Ich denk nen Whippet ist da nicht viel anders.
    Bei nem Whippet bleibt ja auch immer noch die Option Fahrradkorb... so lange fahren wie der Hund bock hat und dann wird kutschiert.

    Mit Spielen (Frisbee, Ball und Co) kann man manche Whippen total begeistern, ich kenne welche die sind wirklich Balljunkies. Andere intressiert sowas einen feuchten...
    Sie sind recht führig und clever, ne handelsüblich Grunderziehung ist auch für Anfänger gut schaffbar.

    Was halt seltenst klappt (und auch ganz klar nicht rassetypisch wäre) ist die Abrufbarkeit von sichtig flüchtendem Wild wenn der Hund erstmal gestartet ist.
    Da brauch man auch nicht drumrum reden, das ist einfach so und wenn es anderskommt ist das schön und man hatte Glück, aber davon ausgehen sollte man nicht.

    Muss halt jeder selber wissen ob das von den Gassigebieten her geht. Ich hab z.B. in der Stadt absolut null Einschränkungen mit meinen Windigen, wo alle anderen Hunde auch freilaufen, da dürfen sie auch. Kein Wild = alles easy.
    Auf dem Land sieht das schon anders aus, da muss ich für "sichere" Spazierwege schon ein paar Minuten mit dem Auto fahren. Aber auch da geht das, das man muss aber schon ein bisschen wach sein: Hund sollt lernen, dass er auf Wegen zu bleiben hat und im Gebüsch rumstöbern verboten ist, es sei denn man schickt ihn. Der Rückruf sollte wenigstens in Normalsituationen sitzen. Man sollte sich auskennen (wo und wann normalerweise welches Wild steht) und die Umgebeung im Auge haben, gemütlich ratschen und den Hund machen lassen ist da fatal. Und sich geeignete strecken raussuchen wo es nun nicht grade vor Rehen und Hasen wimmelt.

    Ist halt auch Geschmackssache, ich persönlich finde nen reinen Sichtjäger der so gut wie nie ernstlich ne Spur verfolgt angenehmer und einfacher als ein Nasentierchen. Letztlich haben die meisten Hunde Jagdtrieb in der einen oder anderen Form - und ohne ist ja auch öde! :D

    Ich halt aber nix davon, einen Hund "trotz" bestimmter Eigenschaften zu nehmen.
    Wenn man einen Jagdhund egal welcher Art nimmt, dann sollte man schon Freude an diesem Trieb haben (was nicht heißt, dass er den nach Lust und Laune ausleben kann!). Wenn da so gar nicht gegeben ist, sollte man von nem Whippet genau wie von den allermeisten anderen Jagdhunden Abstand nehmen.


    Zitat

    Was auch noch unklar ist, ob es ein Welpe sein soll oder vielleicht doch was älteres (bis 3 Jahre vielleicht) von Tiere-in-Not/Tierheim oder ähnlichen Organisationen...


    Das nimmt sich mMn nicht viel. Die Bindung ist die gleiche. Nen Welpen aufzuziehen ist schön und man weiß was er so erlebt hat, aber es macht auch ne Menge Arbeit und kostet uU ganz schön Nerven wenn des kleine Monster wieder irgendwas zerstört hat oder einfach nicht stubenrein wird (und manche zerstören halt Zeug und pillern lange rein, auch wenn man alles ganz vorbildlich macht).
    Andererseits - gutes Training für ein Kind... :D

    Erwachsene Hunde können oft schon allein bleiben, sind stubenrein und haben eine gewisse Grunderziehung. Das ist im tollsten Fall also die ideale Anfängerlösung. Auch und grade wenn man drauf angewiesen ist, dass der Hund recht bald eine gewisse zeit allein aushält.
    Andererseits weiß man oft nicht komplett über die Vorgeschichte Bescheid und das kann auch mal unliebsame Überraschungen geben, sowohl gesundheitlich wie auch vom Wesen her (hatte ich beides schon!).
    Ich hab jetzt 2 mal nen erwachsenen Hund übernommen und einmal nen Junghund von 7 Monaten - würd ich beides wieder machen und ich denk auch nen kleiner Welpe würde in Frage kommen.

  • Was hälst du denn von einem Cocker Spaniel?

    Na klar, ist eigentlich auch ein Jagdhund - aber bei fast allen Exemplaren, die ich kenne, ist das absolut händlebar. Von der Größe her und auch sonst nach den von Dir genannten Kriterien ebenfalls.

    Boston Terrier

    Eigenwilliger im Aussehen, aber sonst eine prima Begleithunderasse.

    Ansonsten ist mein Tipp: Geh ins Tierheim - schau, wen du dort findest und welcher Hund sich dich aussucht. Das Gute ist: Die Hunde sind schon erwachsen, haben ihre Charakter und man kann viel besser wissen, was man bekommt.

    Einen Welpen kann man die ersten Monate nicht so lang alleine lassen. Zumindest sollte man es nicht, wenn einem Psyche und Wohnungseinrichtung wichtig sein sollten. ;) Das kann auch sehr schnell gehen - aber was, wenn nicht? Dann "muss" es und das geht selten gut.

  • Zitat


    @ Rockabelli

    Was heißt denn ziemlich lange? Ein paar Tage, Wochen, Monate... ? Ist ja ein zielmich dehnbarer Begriff, denn jeder anders definiert.
    Also 1-2 Wochen wird man sicherlich einrichten können rund um die Uhr da zu sein. Danach wird es schwerer...

    Eher Wochen bis Monate, das heisst, da bräuchtet ihr dann wirklich einen Sitter. Zusätzlich dazu muss ein Welpe ca. alle 2 Stunden raus, um stubenrein zu werden. Lange spazieren gehen kann ein Welpe noch nicht, ich glaube, 5 Minuten pro Lebensmonat ist so eine Faustregel.
    Was hältst du denn von einem älteren, schon ruhigeren Hund?

  • Danke für die weiteren tollen Antworten und vorallem auch mal endlich für paar neue Rassenvorschläge!

    Zitat

    Zu euren angedachten Rassen kann ich nur zum Whippet was sagen.

    Es sollte nicht heißen, dass wir genau die Rassen haben wollen. Ich habe sie nur erwähnt, um einen ersten Eindruck euch zu vermitteln, was wir uns so evtl. vorstellen könnten.
    Wir sind nicht auf diese vier Rassen fixiert, sondern sind auch für neue Vorschläge offen bzw. wollen ja welche hören, die gut zu unserem Profil passen würden.

    Zitat

    Was halt seltenst klappt (und auch ganz klar nicht rassetypisch wäre) ist die Abrufbarkeit von sichtig flüchtendem Wild wenn der Hund erstmal gestartet ist.
    Da brauch man auch nicht drumrum reden, das ist einfach so und wenn es anderskommt ist das schön und man hatte Glück, aber davon ausgehen sollte man nicht.

    Genau das sind ja auch unsere Bedenken beim Beagle und Whippet. Wir haben einige Ecken bei uns, wo es evtl. zu solchen Situationen kommen könnte. Und diese extrem zu vermeiden, wäre halt schade, bzw. den Hund da immer nur an der Leine zu führen.

    Zitat

    Ist halt auch Geschmackssache, ich persönlich finde nen reinen Sichtjäger der so gut wie nie ernstlich ne Spur verfolgt angenehmer und einfacher als ein Nasentierchen. Letztlich haben die meisten Hunde Jagdtrieb in der einen oder anderen Form - und ohne ist ja auch öde! big grin

    Gibt es denn Rassen, die reine Sichtjäger sind? Das wäre gar nicht mal so schlimm. Auf sowas kann man sich ja selbst trainieren und immer die Augen offen halten (das sollte man ja mit einem Hund sowieso immer).
    Das ist auch klar, dass die meisten Hunde Jagdtrieb haben. Ist ja auch nicht schlimm. Wär halt nur schön, wenn man es etwas einfacher kontrollieren könnte und die wirklich die meiste Zeit abrufbar wären. ;)

    Zitat

    Was hälst du denn von einem Cocker Spaniel?

    Hm, kommt auf den genauen Typ drauf an. Einige sind ja schon ganz schön "haarig". Das wäre dann zu viel. Aber damit muss ich mich mal heute Abend genau auseindersetzen. ;)

    Zitat

    Boston Terrier

    Kommt eher nicht in Frage. Wenn dann eher was Richtung Jack Russel Terrier (vom Äußeren). Aber eher auch nicht. Sind glaub ich immer so laut und bellen alles an, was sich bewegt (im übertriebenen Sinn). Außerdem neigen doch die Jack R.T. sehr zu Prädispositionen für einige Krankheiten.

    Zitat

    Ansonsten ist mein Tipp: Geh ins Tierheim - schau, wen du dort findest und welcher Hund sich dich aussucht. Das Gute ist: Die Hunde sind schon erwachsen, haben ihre Charakter und man kann viel besser wissen, was man bekommt.

    Das werden wir bei Gelegenheit mit Sicherheit auch mal machen, um zu schauen, ob es vielleicht doch was passendes für uns in der Umgebung gibt.

    Zitat

    Was hältst du denn von einem älteren, schon ruhigeren Hund?

    Tja...schwer zu sagen. Es stellt sich uns bei älteren Hunden immer die Frage, ob diese vielleicht nicht doch schon zu stark von der Vergangenheit geprägt sind. Und ob den vielleicht was schlimmes widerfahren ist und die dadurch in bestimmten Situationen vielleicht völlig gestört reagieren, was man gar nicht so am Anfang wahrnimmt.
    Wie ist es außerdem mit der Erziehung? Kann man die älteren auch problemlos umerziehen und an sich und seine Regeln anpassen, oder ist es schwieriger, da sie ja schon einiges durch haben und an bestimmte Sachen gewöhnt sind. Würden die älteren unseren Alltag und die Wochenenden überhaupt aushalten, oder wäre das evlt. für die doch zu viel? Angenommen man unternimmt an den Wochenenden um die 50km Touren, oder sogar mehr?
    Ich weiß, dass es blöd klingt, aber man geht bei solchen Hunden irgendwie fast immer vom Schlimmsten aus... Aber deswegen fragen wir ja auch, um uns etwas besseren zu belehren! ;)

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