Unsicher... Rassehund oder Tierschutz? Wer weiß Rat?

  • Hallo,
    es wäre zwar nicht mein erster Hund aber ich hoffe ich bin hier trotzdem richtig. :roll:
    Ich versuche mal "kurz" mein Problem bzw. Frage zu schildern.
    Ich bin 25 Jahre alt und wünsche mir schon seit einigen Jahren sehnlichst wieder einen Hund. Durch Schule / Ausbildung ging das in der Zeit nicht, aber nun bin ich fertig mit der Ausbildung und möchte mir diesen Wunsch gerne erfüllen. Da ich Beamtin bin, ist meine berufliche Zukunft auch recht planbar. Ich habe von früher Erfahrung durch zwei Berner Sennenhunde und einen Cockerspaniel, lese sehr viel über Hunde / Erziehung, Training etc. und mache mir sehr viele Gedanken, ob ich es auch wirklich schaffe, was für Probleme auftreten könnten usw. Manchmal zerbreche ich mir glaube ich auch zu sehr den Kopf. :???:

    Eigentlich wollte ich aufgrund meiner Lebenssituation unbedingt einen Welpen haben, um diesen von klein auf an die Situation zu gewöhnen, zu sozialisieren, erziehen, prägen, etc. Ich arbeite im 24h Dienst, meine Eltern wohnen aber im gleichen Haus und ich hätte in direkter Umgebung eine sehr liebe und erfahrene Pflegefamilie für die ca 8 - 9 Tage im Monat, die ich nicht da bin. An den anderen Tagen bin ich komplett zu Hause. (Mir persönlich gefällt das so wesentlich besser, als wenn ich den Hund jeden Tag 10 Stunden irgendwo hingeben müsste.)

    Nun meine Frage: Würdet ihr mir in der Situation eher zu einem Welpen raten, der das von klein auf gleich alles so kennenlernt dass ich auch mal nicht da bin und und er solange bei meinen Eltern/ Pflegefamilie bleibt? Oder kann sich auch ein Hund aus dem Tierschutz daran gewöhnen? Ein Welpe macht natürlich gerade am Anfang auch extrem viel Arbeit und ist ein Fulltimejob, man muss schließlich ständig aufpassen.
    Hinzu kommt, dass mir die Rassewahl unheimlich schwer fallen würde. Aufgrund meine Lebenssituation müsste es ein recht kleiner Hund sein. (Auch wenn ich die Großen liebe und sie ja oft ruhiger sind, aber in meiner Wohnung bzw. aufgrund der Pflege etc geht das leider nicht!)

    Ich möchte mir den Hund zum Hobby machen, gerne viel mit ihm arbeiten, vielleicht auch Agility oder ähnliches. Nicht nur dreimal am Tag um den Block laufen.
    Bei den meisten kleinen Hunden ist entweder das Problem, dass sie vom Charakter glaube ich nicht passen oder mir aber optisch nicht gefallen.
    Drei ganz verschiedene Rassen, die mir zusagen würden wären ein

    Kooikerhondje (vielleicht zu sensibel?),

    Norfolk Terrier (soweit ich lesen konnte gelten sie als nicht ganz terriertypisch sonder etwas leichtführiger), oder

    Havaneser (aufgund des extrem langen Fells allerdings nicht ganz mein Favorit).

    Shelties zb finde ich ganz toll, aber ich hätte aufgrund der angeblichen Bellfreude Sorge, ob sie so Mietwohnungsgeeignet sind.
    Jack Russels gefallen mir optisch auch super, aber ich halte sie schon für seeehr anspruchsvoll was Jagdtrieb / Erziehung / Auslastung angeht.

    Eigentlich würde mir ein Mischling fast noch mehr zusagen. Es kämen auch durchaus einige Hunde aus dem Tierschutz für mich in Frage. Sie sind zwischen ca 7 Monate und zwei Jahre alt. Habt ihr Erfahrungen ob sich diese Hunde mit meiner Situation anfreunden könnten?
    Meine Sorge ist halt, dass sie damit nicht klarkommen aufgrund von Verlassensängsten, schlechten Erfahrungen oder so.

    Sorry für diesen viel zu langen Aufsatz... :ops: ich hoffe dass es trotzdem noch jemand lesen und mir antworten mag.
    Würde mich jedenfalls sehr über den ein oder anderen Rat freuen.
    Vielen Dank schonmal!

    Viele Grüße
    Isa

  • Hallo Isa :)

    Willkommen im DF!

    du hast dir ja wirklich schon jede menge gedanken gemacht. finde ich super.

    es gibt sicherlich auch im tierschutz/tierheim hunde die zu dir und deinen lebsnumständen sehr gut passen würden. andererseits wäre ein welpe sicher auch gut für dich da du ja eigentlich schon ganz genau weisst was du irgendwann mal mit deinem hund machen möchtest. do hättest du einen "rohdiamenten" den du dir zurechtschleifen kannst und du kannst direkt von anfang an dich für eine rasse entscheiden die dafür was du mal vor hast auch gut geegnet ist. Bei einem Hund aus dem Tierschutz kann man natürlich nie genau wissen worauf man sich einlässt. man kann halt nur auf die aussagen der tierpfleger in den heimen oder vermittlungsstellen bauen. man hat oft "überraschungspakete" die erstmal sehr viel arbeit und gedult mit sich bringen. aber es ist ja nicht immer so.

    vorab würde ich dir aber grundsätzlich raten (egal ob du dich für einen welpen oder einen schon etwas älteren hund aus dem heim entscheidest) dir die ersten 2-3 wochen wo hundi bei dir einzieht urlaub zu nehmen wenn du irgendwie die möglichkeit dazu hättest. auch ein schon ältere hund muss sich ja erstmal an DICH gewöhnen und eine Bindung zu dir aufbauen.
    ein welpe wird in den ersten wochen auch Nachts nochmal raus müssen um ihn stubenrein zu bekommen. (also so war es zumindest bei meiner Paula und ich hab sie mit 8 wochen bekommen) da wäre dann die frage ob die pflegestelle/deine eltern das dann auch so mitmachen wenn du auf deiner 24 stunden schicht bist.

    ich hoffe du bekommst von weiteren Foris hier noch ein paar Tipps zu deinen Rassefragen! (da kenne ich mich leider nur begrenzt aus!)

    Havaneser fand ich aber auch immer toll!

    LG

  • Wenn der Hund täglich ein paar Stunden alleine bleiben soll, fände ich einen erwachsenen Hund sogar besser geeignet. Selbst wenn Du das Alleine-Bleiben nochmal neu aufbauen müsstest, geht das sicherlich schneller als bei einem Welpen, der erstmal gar nicht alleine bleiben kann.

    Ich persönlich bin ein großer Fan von erwachsenen Hunden, weil einfach viele Dinge unkomplizierter laufen. Was sagen denn die Tierpfleger zu Deiner Planung? Ich würde es so einschätzen, dass es im Tierschutz sicherlich Hunde gibt, die aufgrund von Verlassensängsten oder sonstigen Schwierigkeiten nicht unbedingt dafür geeignet wären. Ich glaube es gibt aber wesentlich mehr Hunde im Tierschutz, die damit überhaupt kein Problem hätten. Am Besten einfach mit den Pflegern absprechen, die wissen das i.d.R. schon einzuschätzen. Der Vorteil ist aus meiner Sicht auch, dass Du da schon in etwa gucken kannst, was Du charakterlich von einem Hund erwartest :smile:

  • Hei!

    Zitat

    Hallo,

    Ich möchte mir den Hund zum Hobby machen, gerne viel mit ihm arbeiten, vielleicht auch Agility oder ähnliches. Nicht nur dreimal am Tag um den Block laufen.
    Bei den meisten kleinen Hunden ist entweder das Problem, dass sie vom Charakter glaube ich nicht passen oder mir aber optisch nicht gefallen.

    Wenn du Hundesport machen willst, würde ich v.a. auf die Gesundheit achten. Wenn du einen Hund aus dem TS holen willst, solltest du vorher in Erfahrung bringen, wie es mit Herz, Lunge und HD/ED aussieht; du tust dir ja keinen Gefallen, wenn du dann den Krankenpfleger machen mußt, aber eigentlich aktiv sein wolltest mit deinem Hund.

    Zitat

    Norfolk Terrier (soweit ich lesen konnte gelten sie als nicht ganz terriertypisch sonder etwas leichtführiger), oder

    Das sind die einzigen, zu denen ich was sagen könnte, oder vielmehr zu den Norwich, aber die unterscheiden sich ja wohl nur an der Ohrhaltung (man verbessere mich, wenn das nicht so ist). Liebe kleine Hunde, sehr anschmiegsam aber lebhaft, mMn für Terrier leichtführig. Kleben einem quasi an den Füßen. Ich bin kein großer Terrierfan, aber die find ich nett. Muss man aber trimmen. Aber das zeigt einem der Züchter.

    Gruß
    Petra

  • Ich spreche hier mal für den Sheltie, aber nur weil ich davon einen hier sitzen habe. Das soll nicht bedeuten, dass die anderen Rassen weniger zu dir passen könnten.

    Meine und viele andere, die ich kenne sind sehr anpassungsfähig, sowohl was Situationen, als auch Personen angeht.
    Meine ist z.B. auch in einer Betreuung und kommt dort sehr gut klar, ohne Verlassenängste oder das sich an unserer Bindung etwas verändert hätte.
    Evtl. gibt es auch beim Sheltie den absoluten Ein-Mann-Hund, meine zählt aber nicht dazu und ich kenne viele, die ähnlich ticken.

    Thema Bellen, klar bellt sie auch mal, aber ich denke das tun andere Hunde auch, ein Dauerkläffer ist sie definitiv nicht. Wenn sie alleine ist dann pennt sie, gebellt wird eher vor Aufregung während dem Training.

    Also ich kann den Sheltie, als kleinen Hund nur empfehlen, auch das lange Fell macht kaum Arbeit. Sie haart auch kein Stück (außgenommen das Abhaaren der Hündinnen nach der Läufigkeit) :D

  • Hallo,

    viele Dank für eure schnellen Antworten!
    Ich versuch mal, möglichst auf alles zu antworten.

    Also, regelmäßig alleine bleiben für mehrere Stunden müsste er nicht. Aber es gibt natürlich mal Situationen, wo man keinen Hund mitnehmen kann. Natürlich muss man das trainieren. Ich hoffe nur, dass ein Tierheimhund das auch lernen kann. Das ist wahrscheinlich immer schwer vorherzusagen...?! Oder gibt es da gewisse Tendenzen?

    Die Idee mit dem Welpen als Rohdiamant hatte ich eben auch. Wenn man sich vorher Gedanken zur Erziehung und Ausbildung gemacht hat. Sonst kann da sicherlich auch eine Katastrophe draus werden, wenn ich so manche Hundehalter sehe... :roll:

    Ist ein Hund mit 7 Monaten auch noch zugänglich für neues, auch wenn er aus der eigentlich Prägephase raus ist?


    Die Sheltie-Erfahrungen interessieren mich natürlich auch sehr! :smile: Klar bellt jeder Hund mal, unser Haus ist auch nicht sehr lärmempfindlich. Hatte halt eher so ein bisschen Angst, dass vielleicht jedes Spiel oder jede Aufregung in riesen Bellfreude ausartet.
    Und das Verhalten anderen Leuten gegenüber ist vielleicht auch eine Frage, wie man mit dem Welpen in der Prägephase umgegangen ist und er das gewöhnt ist, oder?

    LG Isa

  • Zitat

    Hallo,

    viele Dank für eure schnellen Antworten!
    Ich versuch mal, möglichst auf alles zu antworten.

    Also, regelmäßig alleine bleiben für mehrere Stunden müsste er nicht. Aber es gibt natürlich mal Situationen, wo man keinen Hund mitnehmen kann. Natürlich muss man das trainieren. Ich hoffe nur, dass ein Tierheimhund das auch lernen kann. Das ist wahrscheinlich immer schwer vorherzusagen...?! Oder gibt es da gewisse Tendenzen?

    Meine Tierheimhündin hat das Alleinebleiben gut gelernt. Sie hat sich auch schnell an unser Leben angepasst und macht alles geduldig mit. Natürlich hatte sie auch Altlasten, an denen man arbeiten musste, aber einem Welpen muss man auch alles beibringen.
    Klar, kann man das nicht verallgemeinern, aber ich habe nur gute Erfahrungen mit Tierheimhunden gemacht und würde deshalb immer wieder einen Secondhand-Hund nehmen.

  • hi flips,
    wow du bist ja voll durch geplant. ich habe mit meiner hündin bei allem langsam gemacht und rumprobiert was uns gefällt und was nicht. auch diese rassenwahl von allen finde ich fürchterlich.
    nun aber zu einer deiner fragenauf die ich eingehen möchte: wichtig ist e wenn du dir einen welpen holst, dassdu ca2wochen durchgehend für ihn da bist und deine eltrn und die pflegefamilieso oft wie möglich mit ihm besuchst damit es ihm nicht fremd ist,eraber auch begreift dass erzudir gehört und nicht zu allenbei denen er zeitweise untergebracht ist.
    achso ich würde dir zu einem welpen raten. weil dieserdannauf dich geprägt wird, ihr werdet zum team. bei einem älteren hund ist es sehr schwierig und dauert sehr lange dieses gewisse vertrauen(beiderseits) zu erlangen(2-3jahre). ich habe auch überlegt welpe oder tierheim... ich bin sehr froh mich zu einm welpen entschieden zu haben.
    lg chrissy

  • Ich habe hier auch einen Tierheim-Hund. Er ist erst seit einigen Wochen hier und er bleibt jeden Tag, während ich arbeite bei meinen Eltern (wohnen ebenfalls im selben Haus). Er freut sich wenn ich komme, ist aber oben mittlerweile fast genauso zu Hause wie bei mir.
    Für ihn ist es kein Problem, obwohl er sich sehr schnell an die vielen Bezugspersonen gewöhnen musste.
    Er hat was das angeht keine Verlassensangst. Er konnte auch bereits nach ein paar Tagen alleine bleiben, haben es langsam ausprobiert und er bleibt problemlos auch mal ein paar Stunden alleine. Das ist aber natürlich alles nicht selbstverständlich, doch es wird im Tierschutz bestimmt noch ein paar solcher Exemplare geben.

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