Gassi mit leinensggressivem Zweithund

  • Hallo Zusammen! :winken:

    Nach längerer Krankheit melde ich mich wieder gesund zurück im DF und habe auch gleich ein kleines Problemchen. Na juhu...(!)

    Nämlich das Gassigehen mit meinen beiden Hunden. Emmi (1,5 Jahre alt) geht super an der Leine und wir haben mit ihr von Anfang an geübt, dass sie rechts bei Fuß läuft.
    Nun kommt aber Marley (9 Monate alt, Malinois- Mix mit 34kg), dem mein Männe während meiner Krankheit alles beibringen konnte, außer ordentlich an der Leine zu gehen.

    Marley versteht unter "bei Fuß" zwar, dass er in der Nähe der Beine bleiben soll, aber er geht erstens immer kreuz und quer (vertüddelt sich dann mit Emmis Leine und meinen Beinen, findet das dann auch noch witzig usw....) und hat einen unheimlichen Drang zum Ziehen.
    Da er kein Fliegengewicht mehr ist, habe ich wahrliche Not ihn zu halten.
    Schlimm wird es, sobald er andere Hunde sieht. Ich muss dazu sagen, dass Marley der freundlichste Hund der Welt ist. Aber er benimmt sich wie ein gestörter Idiot (sorry, ist aber so....) sobald wir auf einen anderen Hund treffen. :schockiert:

    Eben musste ich Emmis Leine loslassen (was mir gar nicht recht ist, denn sie ist auch noch läufig zur Zeit), um Marley halten zu können.
    Wenn ich mich umdrehe, dann zieht er trotzdem in die Richtung des anderen Hundes. Mit Leckerchen (und dafür tut er eigentlich alles) ist er in diesen Situationen auch nicht abzulenken. Einfach locker weitergehen ist einfacher gesagt, als getan, wenn einen 34kg mit aller Wucht ziehen.
    Das waren so die Tipps, die ich bisher gelesen habe.
    Es ist mir echt unangenehm, denn alle kennen mich als Hundehalterin, die ihren Hund (Emmi) unter Kontrolle hat. Nun machen lieber alle einen Bogen um uns (was ich ja auch nachvollziehen kann).
    Bei Marley versuche ich mich durchzusetzen, fühle mich aber manchmal machtlos. Das wird er wohl merken, er ist ja nicht blöd...

    Ich habe mir gedacht, ich müsste malso einige Stunden mit ihm alleine Gassi gehen. Denn mit zwei Hunden ist es für mich total kompliziert. Andererseits muss er lernen, dass wir zu dritt rausgehen. Ich kann nicht morgens vor der Arbeit zwei Gassirunden machen.

    Oder sollten wir mit ihm zum Hundetrainer? Wie machen das andere Zweihundehalter?


    Mir tun noch die Hände weh von der Morgenrunde. :no: Das geht so nicht weiter. Help please!

    LG,

    anemone

  • Leinenführigkeit lässt sich nur mit einem Hund trainieren m.M. nach.

    Ich geh morgens grad mal 10Min Pippirunde.
    Weiß ja nicht wie euer Tagesablauf ist?

    Ist der Hund jetzt ein Neuzugang von deinem Mann während deiner Krankheit?

    Wegen der Leinenaggression würde ich dir auch empfehlen alleine zu arbeiten, also nur mit einem Hund. Wenn du dir das so nicht zu traust würde ich ein paar Stunden bei einem Hundetrainer nehmen.

    Wenn du mit beiden weiter gehst, wird deine Hündin evtl. sonst auch leinenaggro...


    Kümmert sich dein Mann denn auch sonst um die Hunde (Erziehung)? Seit ihr euch bei den Regeln einig? Sprich, der Hund darf bei euch beiden NICHT ziehen?

  • Oh, du hast mein Beileid. Mir geht es leider genauso :ops: . Für mich ist es auch unmöglich immer getrennt mit meinen Hunden zu gehen. Das gibt mein Tagesablauf einfach nicht her. (Nehme meine Hunde fast den ganzen Tag mit. Der andere müsste im Auto bleiben, das geht je nach Wetter oder Parkplatz nicht immer)
    Ich arbeite mit einer Trainerin dran, aber es bleibt schwierig, eben wg. der zwei Hunde an der Leine.
    Leinenführigkeit übe ich einzeln. Das wird dir jetzt nicht viel weiter helfen, aber ich drücke dir die Daumen und wünsch dir viel Geduld.

  • Ach, lieben Dank für die Antworten!


    Also, mein Mann hat die Erziehung der letzten 4 1/2 Monate übernehmen müssen. Er sieht das ganze "nicht soooo eng", da er nun mal mehr Kraft hat,den 34kg-Hund zu halten. Desweiteren hat er durch seine Stimme einen klaren Vorteil.
    Aber er sieht auch die Gefahr, wenn ich mit beiden Hunden alleine rausgehe. Wir wohnen mitten in der Großstadt und da müssen beide Hunde einwandfrei hören. Das ist sonst zu riskant.

    Mein Mann war schon immer der inkonsequente von uns beiden in Sachen Hundeerziehung... Er schafft es seltenst, den Hunden etwas abzuschlagen. :gott:


    Mit Emmi bin ich morgens immer 1/2 bis 1 Stunde raus gegangen, damit sie sich schön austoben kann. Marley war vor ein paar Monaten noch so klein, dass er Emmi alles abgeschaut hat. Das hat sich mittlerweile geändert. Seine Grunderziehung sitzt schon ganz prima. Sitz, Platz und Komm funktionnieren super. (außer eben an der Leine)
    Ich frage mich, ob es u.a. auch mit der Pubertät zutun haben kann, dass er so rüpelig ist.

    Er pinkelt Emmi mittlerweile auf den Kopf, was er schon alllein deshalb nie getan hätte,weil die Rangordnung ganz klar war und er sich an der kleineren, aber älteren Emmi immer orientiert hat.
    Nun meint Marley alles zu dürfen und aus meinem lammfrommen Schäfchen wird ein ungestümes Etwas, das nach außen hin so gar nicht erzogen erscheint, sobald wir eben z.B. auf andere Hunde treffen.


    Da kommt noch viel Arbeit auf uns zu :/

    Ich habe auch die Befürchtung, dass Emmi sich den Quatsch abschaut und nachher genau so reagiert....oh man. Haste Kinder, haste Sorgen.
    :roll:

    Wieviele Einheiten Leinenführigkeit übt ihr so am Tag?? Auch da wird es kein Patent für geben, aber eine Orientierung wäre schon ganz hilfreich.

    Lieben Dank nochmalfür Eure Hilfe!


    LG


    PS: Um Marley auch mal zu loben: er hat eine heiße Hündin Tag und Nacht um sich herum- und obwohl es ihm seeeeehr schwer fällt, bespringt er Emmi nicht... Da bin ich sehr stolz auf ihn! :gut:


    Marley:


    Emmi:


  • Ich versuche es mit einem ähnlich alten Rüden, der zwar nicht aggresiv wird aber fröhlich zieht - ganz besonders und dann geradezu hysterisch begeistert zu fremden Hunden, mit gezielten Einzelübungen auf kurzer Tour und nehme ihn, wenn ich mit zwei Hunden "richtig"unterwegs bin, zur Vermeidung von Stress mit anderen Haltern und zur Schonung des älteren eher unsicheren Hundes bei Bedarf kurz.
    Zwischenbilanz: Allein geht er nach ein/zwei "Erinnerungs-Richtungswechseln" gut an der Leine, zu zweit klappt es leider noch nicht so, aber es bessert sich in kleinen Schritten ...und dabei hatte es vor Ausbruch der Pubertät schon ganz gut geklappt. :sad2:
    Ich komme mir in der Tat gelegentlich wie ein aussätziger Idiot vor, zumal ich bis vor einigen Monaten noch gewohnt war, diejenige mit zwei lässig nebenher laufenden Hunden zu sein (RIP Dicke :( )

  • Meiner ist grad auch 10 Monate.

    Zum Thema Leinenführigkeit haben wir neulich in der HuSchu ne super Übung gemacht. Dazu brauch man ein wenig Platz (Wiese oder sonst ne größere Fläche)

    Wichtig ist dabei: dass die Leine immer (!) die gleiche Länge hat, d.h. dass man mit dem Arm auch nicht nachgibt (hilfreich kann es sein, wenn man die Leine mit beiden Händen vor sich festhält.

    Der Hund nimmt die Grundstellung ein und wir bei der Übung grundsätzlich nicht beachtet.
    Dann geht man los (also ohne den Hund anzugucken oder ein Kommando zu geben, denn der Hund soll sich am Halter orientieren).

    Wenn der Hund trödelt geht man rechts weiter, bis der Hund wieder auf der Höhe ist.
    Wenn der Hund vordrängeln will, muss man ihm rechtszeitig den Weg abschneiden in dem man links rum geht. Wenn der Hund einen anschaut, gibt ein Lob :) denn das ist ja das Ziel, dass er sich am Halter orientiert.

    Irgendwann bleibt man einfach stehen, geht einige Schritte rückwärts, sodass der Hund auch mit zurückgeht, aufgrund der Leine. Dann geht man auf dem gleichen Weg wieder nach vorne, dabei muss der Hund einem dann ausweichen. Dann dolle loben und erstmal Übung beenden.


    Ich habe letztere Übung mit dem Rückwärtsgehen dann abgewandelt und einfach in dem Moment, wo ich zurückgehe ZURÜCK gesagt und den Hund in die Grundstellung geführt.
    Bei uns reicht dann momentan ein ZURÜCK und der Hund kommt eigenständig wieder in die Grundstellung und die Leine ist nicht mehr stramm.


    Vielleicht hilft dir das ja bei der Leinenführung. Ich übe es mehrmals täglich (eigtl. bei jedem Gassigang am Anfang, weil er da immer loszieht). Kurz üben, bis der Hund versteht, um was es geht und dann lass ich ihn meistens eh frei.


    Konsequenz ist natürlich das A und O in der Hundeerziehung. Da solltest du dich evtl. mal mit deinem Mann unterhalten, denn du kannst dir noch so viel Mühe mit der Erziehung geben, wenn er andere Regeln hat. Das führt nur zu Spannungen, die nicht sein müssen und vor allem Unsicherheit bei den Hunden, weil sie dann nicht wissen was Sache ist und ggf. die Sachen selber regeln (Leinenaggro, Hund denkt: Wenn das keiner regelt muss ich das halt machen).
    Vll erläuterst du das deinem Menne mal kurz sachlich, ohne ihm Vorwürfe zu machen.

  • Macht er es denn überhaupt, wenn ihr nur zu 2. unterwegs seid?
    Habe ja im Moemnt auch ein Trio und eine Leinenaggressive dabei. (bzw. die 2. lässt sich dann mit aufstacheln)
    Ich MUSS es einzeln mit ihnen üben.
    Und bei denen ist es so, gehen sie einzeln zieht keiner an der Leine und man kann an 4 von 5 Hunden schon ohne Theater vorbei gehen.
    Allerdings ist bei mir Zeit auch ein großes Manko, deswegen übe ich diese Dinge auch nicht jeden Tag.
    Sondern nur jeden Tag im Wechsel die eine, den nächsten Tag die andre.
    Damit ich mir meine Erfolge aber nicht versaue, sehen unsere anderen Gassirunden eben so aus: Ab ins Auto und wieder raus aus dem Auto, dass wir garnicht gross Gelegenheit haben, wieder an aufstachelnde Kläffer zu geraten, um mir die Trainingserfolge nicht kaputt zu machen.
    Da musst du wohl durch.
    Entweder gehst du mit deinem Mann immer zusammen und jder einen Hund, oder halt nur einmal am Tag oder jeden 2. üben.
    Mir ist halt auch wichtiger, dass sie jeden Tag ihren Auslauf bekommen, denn würde ich jetzt mit der einen nur noch diese kurzen Übungsrunden gehen, könnte man denke ich am 3. Tag das Training vor überschießender Energie vergessen.

  • Achso und zum Üben fahre ich extra mit dem Einzelnen Hund dorthin, wo ich weiß, dass viele Hunde dort sind, dass dann auch wirklich ein "Training" zu stande kommt.
    Bevor ich aber wieder mti den Hunden gemeinsam gehe, wird noch einige Zeit verstreichen, denke ich mal.
    Dauert bei mir wahrscheinlich durch mangelnde Zeit auch einfach ein bißchen länger als in andren Fällen, aber ist ja nicht so schlimm.
    Denke es gibt einfach keine andre Möglichkeit, als einzeln zu üben.
    Man braucht halt volle Konzentration für den einzelnen Hund und im schlimmsten Fall auch beide Hände

  • Tierfreundin Luna: Danke! Das habe ich bei Rütter schonmal gesehen und natürlich versucht es nachzumachen. Ich habe leider nicht den Erfolg, der im TV so schön gezeigt wird. :ops:

    Zumal fällt es unglaublich schwer, die Leine immer gleich lang zu halten, denn Marley zieht mich mit seiner Masse schon ganz schön mit.
    Ich habe mich dabei erwischt, dass ich die Leine immer kürzer halte, sobald ein anderer Hund auftaucht. Das ist auch falsch, denn dann merkt Marley ja: Vorsicht, mögliche Stresssituation.
    Ich denke, wir müssen mit Hilfe eines Trainers herausfinden, wo die Ursachen liegen. Dann kann man daran anknüpfen.
    Ich belohneMarley immerdafür, wenn er mich anschaut. Und wenn wir beim Gassi auf keinen anderen Hund treffen, richtet er ich auch vollkommen nach meinem Tempo und auch in meiner Richtung.

    Dazu kommt eben, dass Marley nicht gelernt hat an einer Seite Fuß zu gehen. Er hampelt immer gerade dorthin, wo er einen vermeintlichen Reiz entdeckt. Er freut sich dann wie Bolle (auf ein umherfliegendes Blatt o.ä) und es wird ihm sch...egal, wo ich dann bleibe.
    HIERBEI kann ich - wenn ich mit ihm alleine bin-die Richtung wechseln.
    Aber wenn das Blatt ein Hund ist, bin ich vermeintlich (noch!!!) machtlos.

    Schnarchi:
    Hihi, ja, das kenne ich. Immer bin ich die gewesen, die DEN super erzogenen Hund hatte. -Und nu?! Wenn uns ein Hund entgegen kommt, dann sieht das aus, als wäre ich eine laienhafte Akrobatin, die versucht ihre Hunde zu händeln. Unangenehm!
    Besonders toll und hilfreich sind dann auch die Kommentare anderer HH, wie "Mensch, lassen sie den Hund doch zu Hause!", oder "Haben Sie es denn schonmal mit Leckerlies probiert?" (-Neeeeeein, eeehrlich???)

    :headbash:


    Gut, gleich steht Spaziergang mit Mann und Hunden an.

    Soll ich während der Übung Emmi (bei Männe) auch an der Leine lassen? Ist das unfair Marley gegenüber, wenn sie frei läuft? Oder vermenschliche ich gerade den Hund?
    In Emmi steckt ein Husky und sie braucht soooo viel Auslauf.... den würde ich ihr gerne gönnen können.

    Ach, wenn ich Euch nicht hätte :o)

  • Zitat


    Zumal fällt es unglaublich schwer, die Leine immer gleich lang zu halten, denn Marley zieht mich mit seiner Masse schon ganz schön mit.

    ich "raste" den daumen dazu in der jeanstasche ein, das verhindert, dass der arm nachgibt.

    Zitat


    Soll ich während der Übung Emmi (bei Männe) auch an der Leine lassen? Ist das unfair Marley gegenüber, wenn sie frei läuft? Oder vermenschliche ich gerade den Hund?
    In Emmi steckt ein Husky und sie braucht soooo viel Auslauf.... den würde ich ihr gerne gönnen können.

    du vermenschlichst :-)
    mein kleiner muss auch auf der hundewiese leinenführigkeit lernen, während die große frei laufen darf, dafür darf er im wald frei laufen, während meine große (jägerin) an die leine muss. es hat sich noch nie einer darüber beschwert.
    im gegenteil, ich glaub, der kleine freut sich sogar, dass ich mit ihm übe, während die große alleine machen muss, was sie will :-)


    lg

    g.

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