Wie kommen wir über die Brücke (mit ängstl Hund)?

  • Hallo ihr da,

    jaja kaum ist der Hund angekommen, schon die ersten Fragen. Ich trau mich trotzdem mal und erbitte euren Rat.

    Enki ist seit gestern da und wir waren nun auch schon ein paar mal draußen um den Block.

    Meine Frage ist folgende:
    Er hat Panik bei fremden Menschen. Daran werde ich Schritt für Schritt arbeiten, nur birgt das bei der Auswahl von Gassigehplätzen gerade ein paar Probleme für mich.

    Die ersten Spaziergänge haben wir hier im Wohngebiet gemacht, trotz der Versuche keine Stoßzeiten zu erwischen kamen uns Menschen aus allen Richtungen entgegen. Die Grünfläche auf die ich mit gegangen bin ist auch nicht wirklich geschützt.

    Also alles in allem waren die kurzen Ausflüge nicht wirklich von Erfolg gekrönt und ich denke mal eher eine Tortur für ihn und mich, weil ich eben auch noch aufgeregt bin. Ich versuche Ruhe zu geben und voran zu gehen, doch ich bin ja auch erst frischgebackene Hundemama.

    Geräusche sind ok, dann zuckt er mal, aber bei Menschen die zu nah dran sind legt er den Rückwärtsgang ein und rennt kopflos weg. Gefrieren und stehen bleiben ist auch dabei.
    Da ich erstmal abschätzen wollte wie er so reagiert, habe ich mich bisher an keine Hundebegegnung gewagt oder bin ins bevorzugte Spaziergehgebiet gegangen: Die lange Wiese - teils mit Hundefreilauf - von der uns "nur" eine viel befahrene vierspurige Brücke trennt.

    Nun meine Frage:
    Ich würde eher gerne dort spazieren gehen, da ich dann auch einfach mal mit ihm rennen und springen könnte und mir das glaub ich ganz gut tun würde ohne Streß zu marschieren.

    Nur was tue ich, wenn uns jemand entgegen kommt? Wenn er an der Stelle den Rückwärtsgang einlegt, ist neben uns die Straße und hoffentlich in dem Moment kein Auto.
    Weiterziehen bringt dann logischerweise auch nix, weil er sonst aus Geschirr und Halsband rausspringt.

    Wäre Hochheben im Notfall eine Option?
    (Das hat er bei den gruseligen Treppen auch akzeptiert und nun ist er sie schon mehrfach ohne Problem gelaufen.)

    Ist die Schleppleine für den ersten Spaziergang zu "viel" oder lieber Leine normal?

    Vermeide ich Hundebegegnungen strikt oder soll ich ausprobieren?

    Viele Grüße von der glücklich-stolzen und auch ein bisschen nervösen
    Annika mit Neuzugang Enki

  • Zitat

    uhhh viele Probeme, viele Fragen. Erstmal: Wie alt ist denn dein Enki? Das wäre erstmal ausschlaggebend für weitere Tipps.

    Huhu puderzucker,
    sorry ja die Eckdaten:

    9 Monate alter Rüde, kastriert
    Tierschutzhund aus Rumänien

    Lg

  • Hallo,

    hast Du die Möglichkeit mit dem Auto irgendwo hin zu fahren wo es ruhiger ist?
    Wenn ja, dann würde ich das die ersten Tage machen. So lernt ihr euch besser kennen und er steht nicht völlig unter Stress.

    Mit der Zeit würde ich dann die Ablenkungen und Stressfaktoren langsam erhöhen. Er wird Dir ja auch immer mehr vertrauen.

    Wenn Filou völlig panisch wurde, bin ich einfach stehen geblieben und hab ihn festgehalten. Erst wenn er ruhiger wurde bin ich weiter gegangen.
    Du musst Dich aber auch die Ausrüstung verlassen können.
    Ich habe damals das Geschirr und zudem einen Stoppwürger verwendet. Aus dem Stoppwürger kam er nicht raus und das war mein Notanker.

    Geführt hab ich ihn am Geschirr und die andere Leine am Halsband war locker. So konnte nichts passieren.

    Andere Hunde können sogar sehr hilfreich sein, da er sich von diesen einiges abschauen kann.
    Wenn Du jemanden mit einem souveränen, ruhigen Hund kennst, dann geht doch mal gemeinsam spazieren.

    In Ortschaften oder vielbefahrenen Straßen würde ich zwei normale Leinen verwenden.
    Auf dem Feld, kannst Du dann eine Schleppleine dran machen.

    Liebe Grüße und herzlichen Glückwunsch zum neuen Familienmitglied

    Steffi

  • Zitat

    Huhu puderzucker,
    sorry ja die Eckdaten:

    9 Monate alter Rüde, kastriert
    Tierschutzhund aus Rumänien

    Lg

    Mhmpf... Also erstmal zu dir: Runterfahren! Wenn du beim Spatziergang aufgeregt bist, ist es dein Hund auch. Sei souverän, sei eine Führungskraft.
    Dann: Beziehung. Agiere mit deinem Hund. Ihr müsst ein Team, eine Einheit bilden. Gib ihm die Sicherheit, die er braucht.

    Ansonsten ist er ja erst seit gestern da... Wahrscheinlich hat er generell erstmal vor allem schiss. Aus seiner Sicht wurde er entführt und ist jetzt bei Menschen, de er gar nicht kennt. Wenn er denn überhaupt Menschen kennt. (Rumänien, Strassenhund?)

    Ich würde dir dringend davon abraten, ihn zu tragen. Das ist für Hunde "unnormal" und könnte ihn noch mehr verunsichern, denn wo man drüber getragen wird, das muss doch besonders gruselig sein. Nimm dir Zeit, zeig ihm das Hinderniss in Ruhe und immer wieder üben...üben..üben. Lock ihn ruhig mit Leckerlis, förder ihn in kleinen Schritten.

    Das Verhalten was du bei fremden Menschen beschreibst, sist die nackte Angst. Wenn ihr spatzieren geht, wo er läuft er dann? Vor dir? Neben dir? Eventuell, würde es helfen fremde Menschen zu bitten ihn sein Lieblingsleckerlie zu geben...

    Allerdings muss ich ehrlich sagen, dass das ein haufen Probleme sind. Hast du ma über einen professionellen Trainer nachgedacht?

  • Steffi:

    Zitat

    hast Du die Möglichkeit mit dem Auto irgendwo hin zu fahren wo es ruhiger ist?

    Leider kein eigenes, wenn das aber besser wäre, als die Brücke zu überqueren, organisier ich eben einmal am Tag eins zum richtig rauskommen.

    Zitat


    Wenn Filou völlig panisch wurde, bin ich einfach stehen geblieben und hab ihn festgehalten. Erst wenn er ruhiger wurde bin ich weiter gegangen.


    Wenn er den Rückwärtsgang einlegt, gehe ich ein paar Schritte mit, wenn er dann stehen bleibt, läßt er sich weiter führen.
    Ich habe selbst gemerkt, dass ich die ersten Male ein paar Fehler gemacht hab und eben die Situation falsch eingeschätzt hab.

    Zitat


    Wenn Du jemanden mit einem souveränen, ruhigen Hund kennst, dann geht doch mal gemeinsam spazieren.


    Meine Gassihündin (Hundeoma, souverän, ignoriert alles und jeden :-)) könnte ich diese Woche mit einpacken.

    puderzucker:

    Zitat


    Wenn ihr spatzieren geht, wo er läuft er dann? Vor dir? Neben dir?


    Neben mir, oder ab und zu auch mal vor mir, aber eigentlich die ganze Zeit neben mir an lockerer Leine und stuppst manchmal meine Hand mit der Nase.
    Wenn er Angst hat versteckt er sich hinter mir, wenn ich vor ihm stehe und das vermeintlich gruselige nicht direkt vor ihm ist, beruhigt er sich.

    Zitat

    Allerdings muss ich ehrlich sagen, dass das ein haufen Probleme sind. Hast du ma über einen professionellen Trainer nachgedacht?

    Ich sehe gerade ein großes Problem bei mir: ich bin nervös, dass überträgt sich auf den - wie du ja gesagt hast - entführten Kerl der nun in der Fremde angekommen ist.
    An seinen Reaktion merke ich aber, dass er Souveränität und Konsequenz wenn sie von mir kommt sofort annimmt und ruhiger wird.
    Deshalb möchte ich ihm gerne Erfolgserlebnisse vermitteln, wie das beim Treppen laufen: Dort wollte er erst überhaupt nicht runter und mit Geduld, einem "FEIN" bei jedem Schritt, hat er das super gemeistert.

    Zum Trainerthema: Ja, hab ich. Trainerin ist nur diese Woche nicht da (Urlaub) und ich dachte ihr habt evtl. Tipps bis dahin parat :-)

  • Also ich würde mir so ein Sicherheitsgeschirr zulegen, wo rausschlüpfen so gut wie unmöglich ist, weiß jetzt nicht genau, wie die heißen, aber bestimmt irgendwer hier im Forum. Ansonsten als "Notlösung" nur mit der Leine an Halsband UND Geschirr rausgehen.

    Mit dem Menschenproblem, da würde ich auch Übungspersonen Leckerlies geben und dann immerschön füttern.

    Die Brücke würde ich erstmal meiden, das wäre mir für den Anfang zu gefährlich. Schleppleine würde ich eigentlich auch erst benutzen wenn ich dann den Abruf übe und er souveräner und nicht mehr so ängstlich ist.

    Da du scheinbar schon eine gute Trainerin gefunden hast, würde ich aber eher schauen was sie sagt, sie sieht ja auch die Situation vor Ort!

  • Erst mal herzlichen Glückwusch zum Neuzugang! Und ich finde es toll, dass du einem Hund vom Tierschutz eine Chance gibst!!
    Vielleicht hast du ja auch ein Bild von dem Süßen ;)
    Und welche Rassen stecken vermutlich drin?

    Ich würde in den ersten Tagen an relativ reizarmen Gegenden spazieren gehen. so könnt ihr euch besser aneinander gewöhnen, kleine Spiele machen etc. Wenn deine Gassigeh-Hündin so souverän ist, ist sie für den Kleinen vielleicht eine gute Stütze. Das muss man mal ausprobieren.

    Also wenn es irgendwie geht, besorg dir für paar Tage ein Auto/ lass dich fahren, irgendwo aufs Feld oder in Wald und erlebt zu zweit tolle Sachen. Das stärkt die Bindung. Dann kannst du ja vllt eine Freundin mal mitnehm, dass er sich bissl an andere Menschen gewöhnt. Und dann steigerst du es Schritt für Schritt, indem du reizstärkere Wege suchst. Und immer mit viel Geduld und in kleinen Schritten!
    Tragen würde ich ihn auch nicht. Ehr mit der Stimme oder Leckerli locken und viel Geduld haben.

    Für den Kleinen ist nunmal alles neu und fremd und er scheint "das normale" Leben ja auch nicht so zu kennen.


    Ich wünsch dir viel Erfolg und bin mir sicher: du schaffst das!!!! :)

  • Wie ist denn die Brücke gebaut?

    Ist die breit genug dass Du ihn hinter Dir absitzen lassen könntest bei Begegnungen?

    Das er hinter Dir Schutz sucht ist doch klasse :gut: -
    darauf kannst aufbauen. Biete ihm diesen Schutz, stell Dich vor ihn.
    Und warte bis die "Feinde" vorbei sind.

    Der Rest, Vertrauen und Bindung - kommt mit der Zeit. Dafür isses noch zu früh.

  • Hallo,

    die Gassihündin würde ich nicht alleine mitnehmen, sondern das dazugehörige Frauchen und Herrchen ebenso.
    Du hast mit Deinem Angsthasen alle Hände voll zu tun und solltest Dich auf ihn konzentrieren können.

    Wie gesagt:
    ich würde versuchen in einsamere Gegenden zu gehen und den Hund erstmal ankommen lassen.
    Klar sollst Du dem Alltag nicht ständig aus dem Weg gehen, aber die Stressfaktoren langsam erhöhen.
    Mit zunehmendem Vertrauen in Dich wird er auch ruhiger werden und sich mehr an Dir orientieren.

    Liebe Grüße

    Steffi

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