Jagdtrieb durch Jagdspiele verstärkt?

  • Hallo zusammen,
    ich habe mal folgende Frage.
    Sina hat ja Jagdtrieb. Wenn ich nicht rechtzeitig bemerke das gleich ein Hase aus dem Gebüsch schießt ist Sina hinterher. Sie kommt allerdings wieder zurück. Wenn ich es sofort bemerke da ist was bleibt sie da. Sonst lässt sie sich gut abrufen, muss aber oft noch schnell etwas zu ende riechen. Also kommt manchmal nicht sofort angeschossen dafür aber beim 2. rufen.

    Im Moment mache ich mit Sina Suchspiele also ich verstecke Leckerchen und sie darf dann suchen gehen. Ich hab ihr beigebracht zu apportieren was ich mit ihr auch mache. Jetzt hab ich aber gestern probiert das Plüschtier was sie apportiert an eine Angel zu hängen damit sie dort hinterher jagen kann. Hat sie allerdings gar nicht gemacht. Nur doof geguckt.

    Meine Frage ist jetzt, kann ich Sina an so ne Reizangel gewöhnen, also das sie mit spielt und das Plüschtier schnappt ich möchte einfach nur das sie sich auch körperlich auslastet und gleichzeitig auch geistig.

    Jetzt hat mir aber jemand gesagt das ich damit ihr noch mehr Jagdtrieb angewöhne. Stimmt das??

    Ich denke ich erreiche damit das sie kontrolliert mit mir zusammen jagd und dadurch auch mehr auf mich konzetriert ist, als wenn sie einfach im Freien irgendwo hinterher jagt.

    Was meint ihr?? Ich möchte ihre Vorlieben eigentlich unterstüzen, eben unter kontrolle. So nach dem Motto wenn du jagen willst dann nur mit mir zusamm.

    Würde mich über Antworten freuen und was man als Alternativspiele nehmen kann, falls das nicht geht.

    Danke und Gruß

  • Wenn du unter "Jagdtrieb" die angeborene jagdliche Veranlagung verstehst, also etwas instinkthaftes, so kann man das weder ab- noch angewöhnen. Hundesportler verstehen aber unter "Trieb" meist eine Handlungsbereitschaft des Hundes, die durchaus trainierbar ist, da sich der Hund gezielt motivieren lässt.

    Zu deiner Frage:
    Die Reizangel sollte nie als Spielzeug missbraucht werden, sondern nur im Rahmen eines gezielten Trainings! Und schon gar nicht zum körperlichen auspowern, das geht nämlich massiv auf die Gelenke. Als Lektüre empfehle ich dir diesen Thread darüber: https://www.dogforum.de/viewtopic.php?…er=asc&&start=0
    Man kann die meisten Hunde, die gerne bewegte Objekte hetzen, daran gewöhnen, aber ob das in deinem Fall nötig ist? Ich vermute mal, deine Hündin hat nur mässige jagdliche Ambitionen. Der vor der Nase aus dem Gebüsch schiessende Hase ist für die meisten Hunde unwiderstehlich. Gefällt ihr denn das apportieren? Das kannst du zur vollwertigen Auslastung ausbauen. Statt Leckerli kannst du sie auch ihr Plüschtier suchen lassen, oder einen Futterbeutel.

    Kopfloses hetzen lassen (auch Ball) kann durchaus die Auslöseschwelle herabsetzen, etwas Bewegtes zu verfolgen - der Hund wird süchtig nach dem Kick.

  • Zitat

    Kopfloses hetzen lassen (auch Ball) kann durchaus die Auslöseschwelle herabsetzen, etwas Bewegtes zu verfolgen - der Hund wird süchtig nach dem Kick.

    Absolut korrekt. Und wenn man es richtig macht, kann man genau das Gegenteil trainieren, nämlich dass der Hund auch in Reizzuständen ansprechbar bleibt.

    Meine Antwort daher auf deine Frage: Nein, RICHTIG angewendet verstärken Jagtspiele nicht den Jagttrieb.

  • Hallo ihr lieben :)
    Danke für eure netten antworten. Na ich sag mal so, da Sina eh auf die Reizangel nicht eingeht. Ist es eigentlich eh Wurst.
    Ich dachte das ich sie damit richtig auspowern könnte. Sie ist nämlich sehr schwer auszulasten. Dafür bin ich dann ausgelastet. Bin darüber aber froh da meine Sina Epilepsie hat und auch noch so Tabletten kriegt. Ich bin froh das sie trotzdem normal ist.

    Das Apportieren macht ihr Spaß so wie es aussieht. Sie rennt hin stürtzt sich drauf auf den Plüschhasen und bringt ihn schüttelnd zu mir. Anfangs hat sie das nieeee gemacht, aber ich war so geduldig das es irgendwie jetzt klappt. Das freut mich :D

    Lastet das Sina denn auch gut aus?? Suchspiele macht sie am liebsten Futter.

    Jetzt noch eine Frage wegen dem Ball. Wenn wir spazieren gehen rolle ich den Ball weg und sie rennt dann wie ne irre hinterher, interessiert sich dann aber doch lieber für die ganzen Gerüche. Sie zieht auch an der Leine weil sie was riecht. Selbst beim pippi machen riecht sie rum.

    Ich denke wenn sie richtig ausgelastet wird, lässt sie das jagen alleine. Ich will ja interessant sein für sie und nicht irgendwas draußen.

    Aber das ist normal so soll es ja auch sein. Fahrrad fahren wäre noch ne Idee.

  • Zitat

    Ich denke wenn sie richtig ausgelastet wird, lässt sie das jagen alleine. Ich will ja interessant sein für sie und nicht irgendwas draußen.

    Das kann leider ein Trugschluss sein. Denn je nachdem wie die Reizschwelle des Hundes ist, wie stark der Jagttrieb ist und in welcher Form du mit ihr arbeitest, wird sie auch weiterhin jagen.

    Warum glaubst du, dass Apportieren deinen Hund nicht auslastest? Für mich klingt das ein bisschen wie wenn du sie körperlich tod kriegen wolltest. Das wird schwer, und je mehr man mit einem Hund macht, umso mehr fordert er ein und umso mehr Kondition baut er auf. Es ist fast unmöglich einen Hund dauerhaft köperlich "auszulasten".

    Wenn ich alle paar Tage mit meiner Madam Frisbee spiele, dann mache ich das 15 Minuten, danach ist sie so K.O, dass sie daheim ins Körbchen kriecht und 2h nicht mehr gesehen wird. Klar fordert das Hetzen körperlich, aber viel anstrengender ist die geistige Auslastung die ich dabei fordere.

    Apportieren kann nämlich weit mehr sein, als Werfen und Bringen. Richtig aufgebaut kann man einen Hund damit in kürzester Zeit relativ müde kriegen.

    Aber nur weil er müde ist, heisst das noch lange nicht, dass der Jagttrieb damit unterdrückt wird. Jenachdem wie der Jagttrieb gelagert ist, fordert das schon etwas mehr, als den Hund zu beschäftigen.

  • hallo faesa,
    danke für deine antwort. ehrlich gesagt denke ich dauernd ich laste sina nicht genug aus. aber zu hause liegt sie auch die ganze zeit im körbchen und schläft.

    das mit dem apportiere wußte ich nicht so recht ob das auslastet. aber wenn meine sina dadurch auch gut ausgelastet wird dann mache ich ja doch alles richtig. ich dachte bisher das sie dann nur keine lust mehr hat. aber sie ist dann doch ausgelastet anscheint.

    bei suchspiele dauert das eine ganze stunde bis sie platt ist.

    aber dann mache ich doch alles richtig mit ihr oder? ich will halt einfach nur nichts falsch machen. es macht ja auch spaß zusammen mit ihr zu spielen :) will ja das es ihr gut geht wenn sie schon die epilepsie hat.

    vielen dank :)

  • Worin siehst du denn Anzeichen, dass sie nicht ausgelastet ist?

    Zum vielen Schnüffeln: Macht meine auch. Sie hat dauernd die Nase am Boden (manchmal denke ich, sie hätte besser einen längeren Hals, damit diese Haltung bequemer ist :lol: )
    Aber: Wenn sie jagen will, dann nicht aufgrund einer Fährte, sondern aufgrund eines Bewegungsreizes!
    Sprich sie schnüffelt sich nen Wolf - aber offensichtlich unabhängig von jagdlichen Ambitionen.
    Ja, dat gibbet auch ;)

  • ja, schnüffeln muss nicht unbedingt auf starken jagdtrieb hinweisen.
    ich hab auch so einen staubsauger, der ständig mit der nase am boden ist. besonders wenn irgendwo in den letzten tagen leckere hündinnen unterwegs waren :)

    aber selbst im wald ohne leine geht er keiner fährte "jagdlich" nach. nur wenn er etwas laufen sieht, kommt die idee nachzuhetzen auf.

    vielleicht sind solche dauerschnüffler einfach "informationssüchtig"

  • huhu,
    das rumriechen ist besonders schlimm wenn sie läufig ist. :roll:
    Wenn ein Hase aus dem Gebüsch springt und wir es nicht rechtzeitig bemerken (geht ja doch sehr schnell) dann ist sie schon hinterher halt kommt aber auch gleich wieder zurück gelaufen, also nicht so das sie den Hasen ewig suchen würde.

    Oder es kamen mal 2 Rehe aus dem Gebüsch da wollte sie direkt hinterher. Mein Schatzi und ich wir haben das direkt gemerkt und sie davon abgehalten. :smile:

    Also: Heute war ich von um 12 bis halb 2 (Mittags) im Garten apportieren und platt sah sie nicht aus :roll: dafür war ich umso platter. *kicher* Aber nun liegt Sina friedlich im Körbchen.

    Ich denke eben sie ist unausgelastet da sie doch recht noch zieht. Ich denke dann direkt neee, platt ist Sina nicht.

    :p

  • Du musst den Hund doch nicht täglich "platt machen" - wozu das? Und Ziehen ist Erziehungssache, das stellt man nicht ab, indem man den Hund bis zur Erschöpfung treibt, da arbeitet man an der Leinenführigkeit.

    Anderthalb Stunden apportieren ist viel zu viel! :schockiert: Aber vielleicht muss ich da nachfragen, was du darunter verstehst. Wirfst du da einfach Spieli im Garten, und sie flitzt hinterher nach Lust und Laune? Das bringt nicht viel und geht auf die Knochen und Gelenke. Sie soll konzentriert und diszipliniert arbeiten - schau mal in die Rubrik Dummytraining, da findest du Anregungen, wie das gemacht wird. Markieren, Einweisen, Blindsuche, arbeit mit mehreren Apporteln....

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