• Hallo Zusammen,

    letzte Woche wurde unsere älteste Schnautze (12 Jahre) plötzlich und absolut unerwartet eingeschläfert. Da ich darüber immer noch nicht reden geschweige denn schreiben kann, möchte ich das nicht weiter Ausführen.

    Ich habe nun einige Probleme mit unserer jüngeren Schnautze Yang, 5 Jahre alt, Schäfermix und kam als Welpe zu uns.

    Bis zum Tod von unserem Grossen lief alles toll.

    Nun allerdings hat sich Yang seit dem total verändert.
    Er bellt wie verrückt und knurrt wenn ein anderer Hund kommt, bellt andere Leute an wenn diese ihn nicht beachten, ignoriert mich total wenn ich ihm dann was sage, zum Beispiel "Setz Dich"
    Die Probleme gibts nur draussen, im Haus ist er ruhig, aber nur solange kein Besuch kommt, dann wird wieder böse gebellt.
    Das ist aber kein Verbellen sondern ein richtig agressives Bellen und Knurren.

    Wir standen heute bei unserer Nachbarin und er wollte in die Wohnung. Als er rumquietschte bin ich extra stehen geblieben um erst zu gehen wenn er ruhig ist.
    Allerdings wurde er immer lauter anstatt ruhiger. Ich habe ihn absolut ignoriert und bin dann nach einer Zeit auch vom Haus mit ihm weggegangen weil er sich nicht beruhigen konnte.

    Uns kamen heute 3 Hunde entgegegen und bei allen drehte er durch.
    Ich habe dann versucht ihn abzulenken mit Leckerchen aber keine Chance.

    Ich weiss nun nicht wie ich mich verhalten soll, ich wills ja nicht noch schlimmer machen.
    Wie gesagt vor Jacks Tod wollte er immer nur mit anderen toben, aber jetzt dreht er voll ab.
    Ich war auch als Jack noch lebte mit ihm alleine unterwegs weil er mehr Power hat und musste häufig getrennt gehen, da war so ein Verhalten überhaupt kein Thema.
    Also er ist schon häufig alleine auf andere Wuffs getroffen.

    Was soll ich nun machen? Es einfach ignorien und aussitzen?
    Ich weiss es einfach nicht...

    Liebe Grüsse
    flohchen

  • Zitat

    Was soll ich nun machen? Es einfach ignorien und aussitzen?
    Ich weiss es einfach nicht...

    Liebe Grüsse
    flohchen

    Hallo Flohchen!

    Erstmal mein Beileid zu was euch letzte Woche wiederfahren ist.

    Dass dein Hund jetzt anders reagiert als sonst ist ja eigentlich nicht verwunderlich, nicht nur ist sein Kollege verschwunden, auch dir/euch geht es jetzt sehr sehr schlecht.
    Das kriegt er natuerlich mit.

    Also...nicht zu viele Gednaken machen sondern der Trauer ihre Zeit geben so schwer dass auch ist.. irgendwelche Trainingsversuche sind im Monent eh zum scheitern verurteilt.
    Du kannst versuchen dich zu verstellen aber deinem Hund kannst du nichts vormachen.

    Ich wuensche euch alles alles Gute fuer die naechste Zeit!

    Liebe Gruesse,
    Kat

  • Nach Deiner Beschreibung könnte ich mir vorstellen, dass Dein älterer Hund für ihn der Anführer im Rudel war und er nun nicht weiß wo er hingehört. Wenn dann plötzlich der Rückhalt fehlt, dann ist man eben total unsicher. Das hat er ja vorher auch schon gezeigt, wenn er jeden Hund zum Spielen aufgefordert hat - oftmals ist das nämlich aus Unsicherheit, weil der Hund nicht weiß wie er sich neutral verhalten soll.

    Da jetzt der Rückhalt fehlt, weiß er nicht wie er sich in der neuen Situation verhalten soll und macht vorsorglich Theater...

    Im Grunde zeigt das, dass die Beziehung zwischen Euch beiden nicht stimmt und es ihm vermutlich an klarer Anleitung fehlt. Ich denke, Du solltest Grenzen setzen und klare Regeln, damit er einen Rahmen hat.

    Viele Grüße
    Corinna

  • Danke für Eure Antworten!
    Es ist im Moment mehr als schwer, er fehlt überall...
    Dass es dem Kleinen nicht anders geht als mir, weiss ich, denn er hing sehr an ihm. Und jetzt fühlt er sich bestimmt genauso alleine wie ich.

    Ich habe nur ein wenig Angst, dass das bleibt.

    Und ich weiss grade nicht wo ich ihm Grenzen zeigen soll, denn sonst macht er nichts. Er hört ja sonst aufs Wort...

    Wie verhalte ich mich wenn er an der Leine losstürmt?
    Einfach weitergehen oder stehen bleiben?

  • Sorry, tut mir echt leid, aber so, wie sich die Situation für mich liest, kann ich das echt nicht nachvollziehen. Da stirbt ein Rudelmitglied und dem Hund wird nicht die Möglichkeit zum Abschiednehmen gegeben.

    Ist doch ohne jede Kristallkugel glasklar vorhersehbar, dass das zu Problemen führen muss.

    Ja, nun ist das Kind im Brunnen. Wird sich wohl kaum noch etwas machen lassen, da musst du wohl durch bis der Hund durch seine Trauer durch ist. Der verhält sich nämlich völlig normal, was soll er denn sonst tun?

    Versuche mal das: Schnappe dir den Hund, führe ihn angeleint zum Friedhof und sage ihm, dass ihr jetzt ... besuchen geht. Lesen wird er ja nicht können, also gehe mit ihm zu einem Grab, wo du ihm erzählst, dass ... jetzt dort liegt. Das wiederholst du täglich, bis der Hund es begriffen hat, für bare Münze nimmt und seine Trauer verarbeitet hat.

  • Zitat

    Sorry, tut mir echt leid, aber so, wie sich die Situation für mich liest, kann ich das echt nicht nachvollziehen. Da stirbt ein Rudelmitglied und dem Hund wird nicht die Möglichkeit zum Abschiednehmen gegeben.

    Ist doch ohne jede Kristallkugel glasklar vorhersehbar, dass das zu Problemen führen muss.

    Ja, nun ist das Kind im Brunnen. Wird sich wohl kaum noch etwas machen lassen, da musst du wohl durch bis der Hund durch seine Trauer durch ist. Der verhält sich nämlich völlig normal, was soll er denn sonst tun?

    Wenn das stimmt, dass es eben normal ist, dann ists ja auch OK.

    Und tut mir leid, dass ich anscheinend zu dumm war das auch ohne Kristallkugel zu erkennen. Ich wollte lediglich in dieser schweren Zeit nichts falsch machen!
    Deshalb habe ich gefragt wie ich mich verhalten soll...

    Und das man jetzt nichts mehr machen kann ist mir mehr als bewusst, das merke ich jede Sekunde!!

  • Zitat

    Versuche mal das: Schnappe dir den Hund, führe ihn angeleint zum Friedhof und sage ihm, dass ihr jetzt ... besuchen geht. Lesen wird er ja nicht können, also gehe mit ihm zu einem Grab, wo du ihm erzählst, dass ... jetzt dort liegt. Das wiederholst du täglich, bis der Hund es begriffen hat, für bare Münze nimmt und seine Trauer verarbeitet hat.

    Das geht ja nun immerhin noch. Mache es und suche mit ihm aber auch immer das gleiche Grab auf (wenn lügen, dann richtig und konsequent ;) ). Wenn das Grab deiner Familie gehört, könnt ihr ja ein Spielzeug o.ä.von dem verstorbenen Hund dort hinbringen und da auch liegen lassen.

    Und beim nächsten Hund, lasse den toten Hund z.B. in der Garage 2 - 3 Tage liegen und den überlebenden Hund dort auch täglich nachsehen. Die Beerdigung kannst du auch in Anwesenheit des überlebenden Hundes machen. Das hilft ihm dann mit dem Verlust klar zu kommen.

  • Zitat


    Und beim nächsten Hund, lasse den toten Hund z.B. in der Garage 2 - 3 Tage liegen und den überlebenden Hund dort auch täglich nachsehen.

    Sehr zu empfehlen im Sommer. Atemmaske nicht vergessen und gute Nerven - die blähen nämlich auf und fangen gut an zu stinken...

    Ansonsten halte ich es für viel wichtiger, dass der Hund jetzt einen klaren Rahmen bekommt, um sich in der Situation zurechtzufinden.

    Viele Grüße
    Corinna

  • Mein Berni ist vor 3 Monaten gestorben. Ich habe noch ein Goldi der war immer der Rudelführer. Ihm hat man nichts angemerkt er war wie immer. Man hat mir vorwürfe gemacht weil der Goldi nicht abschied nehmen konnte weil ich es nicht konnte.
    Ich denke wenn du deinem kleinen jetzt auch wenn es sehr schwerfällt, ich weiß das, ich könnte jetzt immer noch heulen klare Grenzen zeigst wie schon öfters geschrieben hilfst du ihm am meisten und glaub mir dir hilfst du auch.Ich glaube nicht das es was hilft wenn du an ein Grab gehst den wie soll er den wissen das sein Oberhaupt tot ist und das er da liegt wie willst du das ihm klar machen?
    Das ist jetzt doof von mir aber das beste ist weiter machen wie immer vieleicht bekommst du es wieder hin.


    Gruß
    Penny


    Berni du bist nicht mehr da aber in meinem Herzen wirst du auf ewig Leben

  • Versetze dich doch mal in die Lage des Hundes. Also, du lebst zusammen mit einem anderen Menschen im tiefsten Wald bei einem Rudel Hunde. Die Hunde versorgen euch, spielen mit euch, gehen mit euch spazieren usw. usf. Eines Tages geht einer der Hunde mit deinem Menschen weg und kommt alleine wieder.

    Da verstehst du doch die Welt nicht mehr. Was soll das jetzt? Wo ist mein Mensch? Fragen kannst du nicht, denn die Hunde verstehen dich ja nicht. Bellen hast du auch nicht gelernt. Da tickst du aus, kommst auf die absurdesten Gedanken (wie war das doch mit Rotkäppchen? ) und machst die verrücktesten Dinge.

    Was würdest du dir jetzt wünschen? Dass dir die Hunde so gut es geht die Situation verdeutlichen, verständnisvoll sind und versuchen dich in deiner Trauer zu unterstützen oder dass sie dich zur Ordnung rufen?

    Klar, es müssen bestimmte Regeln einfach eingehalten werden, klar muss sich der Hund auch zusammenreißen und die Sache wie ein Mann tragen (auch wenn er eine Hündin ist ;) ), aber Verständnis kann er nicht nur erwarten, darauf hat er ein Anrecht.

    Als mein Rüde seinen Kameraden verloren hatte, habe ich das haargeneuso gemacht mit der Garage und der Beisetzung. Es gab keine Probleme, weil der Hund alles verstehen und sich auch verabschieden konnte. Das habe ich ihm ja nun wirklich ermöglicht. Natürlich war er traurig, er hat auch das Grab mal aufgesucht. Mehr aber auch nicht.

    Vielleicht bin ich ja durch den Tod meiner ersten Frau diesbezüglich besonders sensibel, aber ich kann das, was in dem Hund vorgeht, voll nachvollziehen und verstehen. Da habe ich auch nichts aus der Hand gegeben, was wichtig ist. Ich habe sie gewaschen, gekleidet, in den Sarg gelegt, aus dem Haus getragen sowie die Trauerrede selbst verfasst und gehalten. Warum soll ich das einem Hund vorenthalten?

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