Angsthund wird aggressiv?

  • Meine Hündin-aus der Tötungsstation-wurde recht offensichtlich von männern missbraucht.
    am anfang hat sie einen riesenbogen um männer gemacht, später ist sie auch stehen geblieben und hat ihnen nachgeschaut.

    jetzt passiert es aber leider immer öfter, dass sie männer (vor allem in der nacht) anbellt und anknurrt. ich weiß aber nicht, ob das eine angsreaktion ist, oder ob sie sich wirklich bedroht fühlt und auch beißen würde.

    und wie soll ich am besten damit umgehen, wenn ich da verhalten nicht bestärken/bestätigen will?

  • Zitat


    . ich weiß aber nicht, ob das eine angsreaktion ist, oder ob sie sich wirklich bedroht fühlt und auch beißen würde.

    ...so ganz verstehe ich nicht, was Du meinst, eine Angstreaktion wird doch gezeigt, wenn sich jemand wirklich bedroht fühlt...

    Allerdings halte ich dieses aggressive Verhalten grundsätzlich für einen Fortschritt... Imgrunde ist sie ja jetzt bereit, sich irgendwie anders als mit Flucht mit der Situation auseinander zusetzen.

    Allerdings halte ich es schon für wahrscheinlich, dass sie irgendwann zubeißen würde. Deswegen ist es wichtig, dass Du ihr jetzt zeigst, welche anderen Möglichkeiten sie hat, auf die (vermeintliche) Bedrohung zu reagieren.

    Damit während der Übungsphase nichts passiert, wäre es gut, wenn Du sie durch eine Leine sicherst und sie gut im Auge behältst. Grade Angsthunde neigen dazu, von hinten zu beißen (oder schnappen) meist sind das die Momente, in denen die Menschen grad dachten, dass sich die Situation entspannt hat.

    Ich such Dir gleich mal ein paar Links raus, denn ich glaube nicht, dass Du etwas falsch machst, wenn Du sie Belohnst, wenn sie ängstliches (oder angstaggressives) Verhalten zeigt...

  • Hallo,

    nachts sind viele Hunde aufmerksamer und mittlerweile wird es ja auch früher dunkel als damals als Du sie bekommen hast.
    Du hast sie seit Juni oder?

    Bist Du früher auch im dunkeln gelaufen oder ist es erst seit kurzem so, dass die letzte Gassirunde im Dunkeln ist?
    Ich laufe mit Filou immer gegen 21.30 Uhr oder 22.00 Uhr und vor ein paar Wochen war es da noch hell, mittlerweile ist es dunkel.
    Daher meine Frage.

    Wann bellt sie, also wie weit sind die Männer weg?
    Was machst Du bisher wenn sie bellt? Drehst Du um, oder ignorierst Du das Verhalten, oder beruhigst Du sie?

    Liebe Grüße

    Steffi

  • Zitat

    am anfang hat sie einen riesenbogen um männer gemacht, später ist sie auch stehen geblieben und hat ihnen nachgeschaut.

    Hallo,
    das war ja eigentlich schon ein guter Ansatz - der eine Tendenz zur Besserung hat sehen lassen - der Riesenbogen anfangs war eine gute Möglichkeit, damit umzugehen, dass Männer ihr - warum auch immer - Angst machen. sie hat von sich aus ihre "Wohlfühldistanz" eingehalten, in der sie die Männer gerade noch aushalten konnte... Dann der Fortschritt - stehenbleiben und den Angstauslöser ansehen...

    Was mir aus dem Wenigen, was Du schreibst, so auffällt - das liest sich so, als hätte Deine Hündin da so ziemlich allein mit klarkommen müssen, als hätte sie die Bewältigungsstrategien selbst entdecken müssen..?
    Hast Du sie denn für ihr "gutes" Verhalten bestätigt? Wie bist DU damit umgegangen? Habt Ihr aktiv daran gearbeitet, Männer im allgemeinen und besonderen zu etwas für die Hündin angenehmen zu machen?

    Zitat

    jetzt passiert es aber leider immer öfter, dass sie männer (vor allem in der nacht) anbellt und anknurrt. ich weiß aber nicht, ob das eine angsreaktion ist, oder ob sie sich wirklich bedroht fühlt und auch beißen würde.

    Zum einen sind Hunde nachts oft "anfälliger" für Unsicherheiten - zum anderen fehlen Deiner Hündin einfach Alternativen zu ihrem Verhalten.
    Ein Hund, der bellt und knurrt, weil er mit einer Situation überfordert ist (nichts anderes ist "unbehandelte" Angst vor irgendwas), wird in dem Moment, in dem er so vom Angstauslöser bedrängt wird, dass er nicht mehr fliehen kann, zubeissen/schnappen, weil ihm gar nichts anderes übrig bleibt...

    Wenn ich als Halter eines unsicheren Hundes weiß, was dem Hund Probleme bereitet, muss ich daran arbeiten - denn Ängste, die nicht angegangen werden, haben die unangenehme Tendenz sich immer weiter zu verstärken und sich auch auf andere Bereiche auszuweiten.

    Deshalb musst Du Deine Hündin mit gezieltem Training da raushelfen.
    Ihr Alternativen bieten, wie sie sich verhalten kann, Ihr zeigen, dass Männer gar nichts schlimmes sind...

    Zitat

    und wie soll ich am besten damit umgehen, wenn ich da verhalten nicht bestärken/bestätigen will?

    Indem Du ihr ein Alternativ-Verhalten zeigst, indem Du ihr allmählich klar machst, dass sie in Deiner Gegenwart gar nichts zu befürchten hat, indem Du die Verantwortung für Euch beide übernimmst.

    Wie genau man das macht - dazu musst Du erst noch ein paar Infos rausrücken, wie Du Dich bisher in solchen Momenten verhälst!

    LG, Chris

  • Mal angenommen sie hat die Erfahrung gemacht, dass Männer für sie gefährlich sind, dann wäre der vernünftige Lösungsansatz doch, ihr beizubringen, dass Männer nicht gefährlich sind.

    Die Futterschüssel von einem Mann hingestellt wäre ein Schritt in die richtige Richtung. Streicheln und Spielen mit Männern ein weiterer.

    Verschaffe ihr erst einmal eine "Männerbekanntschaft", in der sie erstes Vertrauen aufbauen kann und nach und nach immer mehr.

    Kannst ihr ja sagen, dass Männer Schweine sind, rohes Schweinefleisch für Hunde aber ungesund ist :headbash: .

  • Danke für die Antworten..

    mal zu den fragen!

    ich bin mit ihr schon seit ich sie hab in der dunkelheit raus.
    tendenziell ist es nur, wenn ein mann gerade auf uns zu geht und in einem abstand von 3-5 metern wird es ihr zu viel. Ich hab bisher nur versucht sie zu beruhigen mit einem " es ist ok, es passiert gar nichts". Sie setzt sich dann meistens auch hinter mich/neben mich und ich halte einfach nur den augenkontakt.

    andererseits kommt es auch vor, dass sie mit anderen hunden spielt und dann zu deren besitzern schnorren geht...

    zu dem stehenbleiben und anstarren: ich hab sie meist weggepfiffen und abgelenkt, mit einer freudigen stimme irgendwas geredet und sie motiviert.

    Generell hat sie recht viel kontakt mit männern, ich wohne mit einigen zuammen und mit einem spielt sie regelmäßig und geht raus,von einem anderen bekommt sie oft leckerlies...


    danke für den link und die antworten!

  • Das ist ja nun ein ganz anderes Problem, zum Glück. Da muss sie durch und durch viele Wiederholungen lernen, dass die Situation ungefährlich ist und sie sich auch in keiner Weise für fremde Menschen interessieren muss. Halte sie an diener Seite, gehe ganz gelassen und gelangweilt deines Weges und wenn sie sich nicht ebenso cool verhält, sage ihr Nein, das interessiert nicht. Sage es mit ruhiger, fester Stimme, gehe ruhig weiter und gehe nur insofern auf sie ein, als du darauf achtest, dass sie ihren Platz an deiner Seite nicht verlässt.

    Es wird eine Weile dauern, aber wenn sie ständig die Erfahrung macht, dass sie sich umsonst aufregt und du auch solchen Ereignissen keine Bedeutung beimisst, dann wird sie auch ruhiger werden.

  • meine Piper, die ich mit ca.knapp 9 Monaten aus dem Tierheim holte, hatte "damals" (vor schon fast 4 Jahren...) vor allem u jedem Angst, vor Männern, vor Hunden, vor Kindern, vor...
    als wir uns kennenlernten, sie sicherer wurde u ihr Vertrauen in die Umwelt u in SICH wuchs, da ist sie zunehmend auf das, was ihr Angst machte, drauf zu u hat es/sie... angebellt, ist eher drauf los, wieder hin, wieder zurück, gebellt...
    (natürlich mussten wir da nur mit Leine gehn, üben, alle guten Tips lernen...)
    jetzt ist sie ruhiger geworden, mit 4 1/2, gut gebildet in der Hundeschule, stolz auf das was sie kann...
    aber wenn sowas vor dem sie früher Angst haben "musste" zu plötzlich auftaucht, bellt sie aggressiv ODER rennt schlimmstenfalls nochmal panisch weg, zB wenn 2 große schwarze Hunde gleichzeitig erscheinen... aber zum Glück hält sie mittlerweile an u kommt dann wieder... also muss ich immer gewärtig sein dass sowas passiert...
    will sagen, Angst sitzt tief u es dauert, wenn überhaupt man das richtig "wegkriegt". pass auf sie auf... und sie kann ja nichts dafür

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